{"id":35030,"date":"2023-10-12T09:46:23","date_gmt":"2023-10-12T07:46:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=35030"},"modified":"2024-12-04T15:16:19","modified_gmt":"2024-12-04T14:16:19","slug":"wiederkehr-des-verschwundenen-zur-praesenz-religioeser-motive-bei-thomas-huerlimann-und-botho-strauss","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wiederkehr-des-verschwundenen-zur-praesenz-religioeser-motive-bei-thomas-huerlimann-und-botho-strauss\/","title":{"rendered":"Return of the disappeared?"},"content":{"rendered":"<p>Ist die Wiederkehr der Religion pass\u00e9? Eine spannende Frage. In jedem Fall l\u00e4sst sich sagen, dass der Topos von der \u201eWiederkehr der Religion\u201c (Willi Oelm\u00fcller) seit 1984 Jahren mit periodischer Regelm\u00e4\u00dfigkeit wiederkehrt, so dass man j\u00fcngst schon von einem \u201eNarrativ der Wiederkehr der Religion\u201c gesprochen hat. Das wirft die Frage auf, ob das, was hier wiederkehren soll, \u00fcberhaupt je ganz verschwunden ist.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Religion in der Literatur<\/h3>\n<p>Religion, so k\u00f6nnte man ja entgegnen, war immer da, auch in der Literatur, nur hat es niemand bemerkt oder wollte es niemand bemerken! Allerdings w\u00fcrde der Einspruch, dass Religion in modernen Gesellschaften eine erstaunliche S\u00e4kularisierungsresistenz an den Tag legt, wohl doch den Umbruch und Gestaltwandel des religi\u00f6sen Feldes untersch\u00e4tzen. Ohne eine gesonderte religionssoziologische Expertise mitzubringen, gehe ich davon aus, dass wir uns (1) in einem \u00dcbergang von christlich homogenen zu religionspluralen Gesellschaften befinden, und dass dieser \u00dcbergang (2) von anhaltenden S\u00e4kularisierungssch\u00fcben begleitet wird.<\/p>\n<p>Aller Rede von der Wiederkehr der Religion zum Trotz w\u00e4chst die Zahl der Religions- und Konfessionslosen. W\u00e4hrend es bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts selbstverst\u00e4ndlich war, an Gott zu glauben, ist es heute hierzulande selbstverst\u00e4ndlich geworden, nicht mehr an Gott zu glauben. Glaube ist zur begr\u00fcndungspflichtigen Option geworden. Man kann das beklagen und diesen Wandel unter verfallsgeschichtlichem Vorzeichen als Subtraktionsgeschichte erz\u00e4hlen.\u00a0<a id=\"_idTextAnchor008\"><\/a>Man kann diesen Wandel aber auch begr\u00fc\u00dfen, weil damit die Chance zu bewussterer, entschiedener Religiosit\u00e4t gegeben ist. In jedem Fall sind die Transmissionsriemen der religi\u00f6sen \u00dcberlieferung ausgeleiert. Der F\u00e4hrmannsdienst der \u00dcbersetzung ist gefragt. Wer zu schnell ankommen will, droht kostbare Sch\u00e4tze zu verlieren. In Gesellschaften, deren Funktionsabl\u00e4ufe unter dem Vorzeichen des\u00a0accelerando\u00a0stehen, sind Phasen der Entschleunigung im Sinne eines\u00a0ritardando\u00a0lebensdienlich. Auch braucht der schleichende \u00dcbergang vom kommunikativen zum kulturellen Ged\u00e4chtnis Speichermedien, die das, was gewesen ist, gegenw\u00e4rtig halten f\u00fcr das, was kommt.<\/p>\n<p>Neben Film und Kunst ist vor allem die Literatur ein Medium, das Vergangenes aufbewahrt. Botho Strau\u00df und Thomas H\u00fcrlimann sind in der Literatur der Gegenwart Autoren, die auf je eigene Weise Unbehagen am beschleunigten Wandel moderner Gesellschaften ge\u00e4u\u00dfert und anamnetische Gegengewichte gesetzt haben, um sich den Moden des Zeitgeschmacks nicht kritiklos zu \u00fcberlassen. Sie suchen die Anbindung an das Vergangene und sehen so die Gegenwart sch\u00e4rfer. Ein Buchtitel wie\u00a0Der Fortf\u00fchrer\u00a0von Botho Strau\u00df zeigt an, dass F\u00e4den der \u00dcberlieferung hier nicht einfach abgeschnitten, sondern fortgesponnen werden. Aufzeichnungen weben weiter am Text, den andere vor uns zu weben begonnen haben.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Thomas H\u00fcrlimann als Chronist untergegangener Lebenswelten \u2013 Quellen seines Schreibens<\/h3>\n<p>Der Schweizer Schriftsteller Thomas H\u00fcrlimann, 1950 in Zug geboren, ist als raffinierter Dramatiker, begnadeter Erz\u00e4hler und luzider Essayist in Erscheinung getreten. Sein Schreiben speist sich aus mindestens vier Quellen. Da ist zun\u00e4chst (1) die katholische Pr\u00e4gung nicht nur durch die Familie, sondern auch durch die Jahre als Stiftsz\u00f6gling in der Klosterschule Einsiedeln \u2013 einer Welt mit eigenen Regeln und klaren Grenzen, gegen die der 15-j\u00e4hrige H\u00fcrlimann als Mitglied im \u201eClub der Atheisten\u201c aufbegehrt hat. Vom Dachstuhl der Stiftskirche l\u00e4sst er durch eine Luke einen Papierflieger heruntersegeln, der mit dem Nietzsche-Diktum beschriftet ist: \u201eReligion ist der Wille zum Winterschlaf\u201c und gegen hohl gewordene Riten und verblassende Katechismuswahrheiten aufbegehrt.<\/p>\n<p>Als Klostersch\u00fcler hat H\u00fcrlimann entscheidende Jahre im Resonanzraum der Benediktiner gelebt, er hat t\u00e4glich die Schwarze Madonna in der Stiftskirche Einsiedeln gegr\u00fc\u00dft und die Farben- und Formensprache der lateinischen Liturgie kennengelernt. Er ist mit Autoren wie Platon, Augustinus und Thomas von Aquin vertraut gemacht geworden, hat den Rhythmus der Zeit durch den Glockenschlag und das Stundengebet aufgenommen. Der \u201eewige Tag\u201c im Kloster hat ihn sensibel gemacht f\u00fcr die Wandlungen der Zeit, die nach dem Konzil in die Zitadelle des Klosters eingebrochen sind und die Patres in zwei Parteien auseinanderdividiert haben.<\/p>\n<p>Die klare Ordnung der kleinen Welt und ihre Hierarchien hat H\u00fcrlimann sp\u00e4ter die Ordnung der gro\u00dfen Welt und ihre Hierarchien sehen gelehrt \u2013 und zugleich den Sinn f\u00fcr die feinen Risse sch\u00e4rfen k\u00f6nnen, aber auch die Ausnahmen von der Regel, die man kennen muss, um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Diese Herkunftswelt bleibt, auch dann, wenn man ihr den R\u00fccken kehrt, wie H\u00fcrlimann dies getan hat, als er zum Studium der Philosophie an die Freie Universit\u00e4t nach Westberlin ging. Dort sch\u00e4tzte er den Zuwachs an Freiheit, registrierte aber bald, dass die metaphysischen Antennen im Leeren zappeln, wenn Gott, Metaphysik und Transzendenz vollmundig als \u201ealte H\u00fcte\u201c verabschiedet werden.<\/p>\n<p>Nicht weniger wichtig f\u00fcr H\u00fcrlimanns Werk ist (2) der Mikrokosmos der eigenen Familie. Die Krebserkrankung und der fr\u00fche Tod des Bruders sind einschneidende Erfahrungen. Wer erfahren hat, dass er aus einem Lokal herausgeworfen wird, weil er mit einem Menschen unterwegs ist, dessen K\u00f6rper wegen Chemotherapie ausgemergelt ist, vergisst das nicht mehr.\u00a0Die Stunden am Sterbebett des Bruders, die in der Erz\u00e4hlung\u00a0Die Tessinerin\u00a0ihren Niederschlag gefunden haben, haben ein Ausdrucksverlangen freigesetzt, welches \u00fcber das spielerische Experimentieren mit Sprache und Formen hinausging. \u201eDas Sterben meines Bruders hat mich zum Schriftsteller gemacht.\u201c Weiter ist die Pr\u00e4gung durch den\u00a0Vater\u00a0zu nennen, der in der Politik meinungsstark f\u00fcr konservative Positionen eintritt und anpassungsschlau Erwartungen bedient, um seine Karriere voranzutreiben. Eine patriarchale Figur, an der sich jugendliche Rebellion reiben kann. Aber auch die feinsinnige\u00a0Mutter, die darauf verzichtet, ihren musischen Begabungen Raum zu geben, hat im Werk Spuren hinterlassen. Hinter dem Kokon der eleganten Umgangsformen g\u00e4hnen Abgr\u00fcnde. Nicht zu vergessen schlie\u00dflich der\u00a0Onkel, der als Priester und Theologe der renommierten Stiftsbibliothek von St. Gallen vorsteht. Die Familiengeschichte weist \u00fcber die m\u00fctterliche Linie\u00a0j\u00fcdische Wurzeln\u00a0auf, die genealogisch nach Galizien zur\u00fcckreichen und mit den schwarzen Schatten der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, der Shoah, verwoben sind.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist \u00fcber das Kloster Einsiedeln und die Familie hinaus (3) als Hintergrunderfahrung\u00a0die Schweiz\u00a0pr\u00e4sent, das Land, dem das wei\u00dfe Kreuz ins Wappen eingeschrieben ist und in dem der Vater die politische Karriereleiter bis zum Bundesrat und Pr\u00e4sidenten durchlaufen hat. Die gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen in der Schweiz ab den sp\u00e4ten 1950er Jahren, das Abschmelzen der konfessionellen Milieus, das Hohlwerden religi\u00f6ser Rituale, aber auch die Verlogenheiten im Umgang mit der eigenen Vergangenheit, das alles hat H\u00fcrlimann mit wacher Witterung wahrgenommen. Aus dem Abstand Westberlins hat er seine Heimat immer wieder aufs Korn genommen \u2013 satirische Kritik als Modus der Verbundenheit!<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u201eWo die Stunde der Literatur schl\u00e4gt \u2026\u201c \u2013 aufbewahren, was verschwindet!<\/h3>\n<p>Doch ist Literatur anderes und mehr als die Summe biographischer und sozialer Pr\u00e4gungen \u2013 und es w\u00e4re verfehlt, sie darauf festlegen zu wollen. Das Entscheidende ist die Transformation dieser Erfahrungen in Sprache und Form. Die Literaturwerdung des Lebens, die sich in B\u00fcchern wie\u00a0Das Gartenhaus,\u00a0Der gro\u00dfe Kater,\u00a0Fr\u00e4ulein Stark,\u00a0Vierzig Rosen, Heimkehr\u00a0und zuletzt\u00a0Der rote Diamant\u00a0\u00adniederschl\u00e4gt, ist nicht ohne Verwandlung und poetische Kreativit\u00e4t erfolgt. Bei der Wiener Poetikdozentur im Jahr 2017 hat H\u00fcrlimann der Literatur die Rolle zugeschrieben, das im Schwinden Begriffene festzuhalten. Chronist der Zeit zu sein, festzuhalten, was wegbricht und vergessen wird, das sei Aufgabe des Schreibens.<\/p>\n<p>Das gilt auch im Blick auf religi\u00f6se Themen \u2013 und so k\u00f6nnte im Blick auf das Tagungsthema gesagt werden: Literatur registriert einerseits wach die schleichenden Traditionsabbr\u00fcche, die nachlassende Bindungskraft der Riten und die Erosion des Glaubens. Andererseits ist sie Statthalter und Chronist des Verlorenen. Was in Theologie und Kirche aus Gr\u00fcnden mangelnder Modernit\u00e4tsvertr\u00e4glichkeit in den Hintergrund gedr\u00e4ngt oder vergessen wird, kehrt im Medium der Literatur wieder und wird dort aufbewahrt. Das gilt in H\u00fcrlimanns Erz\u00e4hlkosmos zumindest f\u00fcr religi\u00f6se Sujets wie \u201aLimbus\u2018 und \u201aEngel\u2018, die neben Tod, Theodizee und Kreuz immer wieder vorkommen.<\/p>\n<h4>Trauma Limbus: Der Limbus puerorum<\/h4>\n<p>Der\u00a0Limbus puerorum\u00a0ist in der Topographie des Jenseits zwischen Himmel und H\u00f6lle angesiedelt. Es ist der eschatologische Ort f\u00fcr Kinder, die ohne Taufe verstorben sind. Auf das Motiv des Limbus geht H\u00fcrlimann zun\u00e4chst in der Novelle\u00a0Fr\u00e4ulein Stark\u00a0(2001) ein. Hier wird gleich zu Beginn aus der Sicht des angehenden Klosterz\u00f6glings angedeutet, warum seine Eltern ihn in den Sommerferien zum Onkel, dem Stiftsbibliothekar von St. Gallen, bringen: \u201e[\u2026] hier war es sch\u00f6ner als zu Hause, wo sie wieder einmal die Wickelkommode aufgestellt, die Wiege bezogen, die Geburtsanzeigen entworfen und Puder gekauft hatten, Babypuder. Es geschah zum dritten oder vierten Mal, und alle ahnten wir, dass es auch diesmal schiefgehen w\u00fcrde, nur Totes w\u00fcrde Mama geb\u00e4ren, einen blutig verschleimten Klumpen, den man an der Hintert\u00fcr der Klinik an die Schweinem\u00e4ster gab. Damit wollte ich nichts zu tun haben.\u201c (13) Die Distanz ist deutlich. F\u00fcr die N\u00f6te, welche die Mutter bei jeder Schwangerschaft neu durchgemacht hat, f\u00fcr den Erwartungsdruck, dem sie ausgesetzt war, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, hat der Sohn keinen Sinn. Wenig empathisch nennt er die totgeborenen Babys \u201everschleimte Klumpen\u201c, die im Container f\u00fcr die Schweine entsorgt werden.<\/p>\n<p>Noch fehlt jeder theologische Hinweis. Dieser wird an einer sp\u00e4teren Stelle der Novelle nachgetragen. Hier erinnert sich der Protagonist an fr\u00fchere Aufenthalte in der St. Gallener Stiftsbibliothek und berichtet, wie er sich einmal als Kind \u201efast den ganzen Tag bei der Mumie im hinteren Teil der B\u00fccherkirche\u201c aufgehalten hat. \u201eJa, endlos waren jene Nachmittage, endlos und trostlos, voller Heimweh nach Mama, die schon damals ein Br\u00fcderchen auszubr\u00fcten versuchte, nat\u00fcrlich vergeblich, was herauskommt, sagte mir eines Abends nach dem Nachtgebet das Fr\u00e4ulein, kann nicht getauft werden, es kommt in den Schweinek\u00fcbel und dann in den Limbus, den Ort f\u00fcr das ungetaufte Fleisch.\u201c (112)<\/p>\n<p>Die drastische Kombination: Schweinek\u00fcbel und Limbus sticht ins Auge. Der Ort f\u00fcr \u201edas ungetaufte Fleisch\u201c entspringt nun aber keineswegs der Phantasie von Fr\u00e4ulein Stark. Vielmehr hat die resolute Haush\u00e4lterin des Stiftsbibliothekars, die als madonnenfromm beschrieben wird, ihre Kenntnisse \u00fcber das Los der ungetauft verstorbenen Kinder aus dem Katechismus. Insofern ist es eine Strategie des leichten Vergessens, wenn am Ende des 20. Jahrhunderts gesagt wurde, der Limbus sei lediglich eine theologische Hypothese gewesen. Er hat viele M\u00fctter traumatisiert \u2013 und H\u00fcrlimann sperrt sich gegen das leichte Vergessen, wenn er an die bedr\u00fcckende Erfahrung erinnert, die Frauen machen mussten, die tote Babys zur Welt brachten. Zum Schmerz \u00fcber den Verlust des Kindes kam der Schmerz \u00fcber den f\u00fcr immer versperrten Himmel.<\/p>\n<h4>Epiphanie in Wei\u00df \u2013 oder die Wiederkehr der Engel<\/h4>\n<p>Das Thema Limbus, das in Fr\u00e4ulein Stark eher am Rande vorkommt, greift H\u00fcrlimann in seinem Roman Vierzig Rosen (2006) wieder auf und verbindet es nun mit dem Erscheinen eines Engels. Die Figurenkonstellation ist \u00e4hnlich, nur die Namen sind andere. Marie ist die Mutter, die tote Zwillinge zur Welt gebracht hat, ihr Bruder ist ein strenger, katechismusfrommer Monsignore. Unmittelbar nach der gl\u00fccklosen Geburt besucht er seine Schwester im Spital, die wegen totaler Ersch\u00f6pfung nicht in der Lage ist, ihn zu erkennen, geschweige denn mit ihm zu sprechen. Dennoch geschieht durch seinen Besuch und die Rosen, die er zur\u00fcckl\u00e4sst, eine atmosph\u00e4rische Ver\u00e4nderung, die Marie nach dem Erwachen bemerkt und als belastend empfindet. Sie hat niemanden, mit dem sie sprechen k\u00f6nnte. Da geschieht etwas.<\/p>\n<p>Im abendlichen Sonnenlicht, das sich durch die Lamellen der geschlossenen Jalousie schiebt, erscheint\u00a0ein wei\u00dfer Fl\u00fcgel, der \u00fcber den Boden des Krankenzimmers wandert, sich bis zu Maries Bett vortastet und sich w\u00e4rmend auf ihren leeren Bauch legt. In dieser Licht-Epiphanie erblickt sie einen Engel, den sie ansprechen kann, um zu kl\u00e4ren, was vor sich gegangen ist: \u201eIch ahne, da\u00df mir mein Bruder etwas Schreckliches gesagt hat. Etwas, das mich Tag und Nacht bedroht. Das mich krank macht. Hilf mir! Sei lieb! Lass mich endlich wissen, was mit meinen Kindern geschehen ist.\u201c Der Engel schweigt. Aber glei\u00dfendes Licht und wohlige W\u00e4rme sind leise Anzeichen seiner Gegenwart.<\/p>\n<p>Auf Maries dringliche Bitte antwortet er schlie\u00dflich, und man kann mutma\u00dfen, dass hier ein auf zwei Stimmen verteiltes Selbstgespr\u00e4ch inszeniert wird: \u201eMarie, wir haben zu glauben, auch wenn es uns schmerzt: Wir haben zu glauben. \u2013 Ich verstehe, sagte sie dumpf. Wir haben zu glauben, dass meine Zwillinge nie in den Himmel kommen. Dass ihnen die Seligkeit f\u00fcr immer verschlossen bleibt. \u2013 Ja, gab er zu, leider konnten sie nicht getauft werden. \u2013 Aber daf\u00fcr k\u00f6nnen sie doch nichts! \u2013 Nein. Daf\u00fcr k\u00f6nnen sie nichts. \u2013 Sie sind v\u00f6llig unschuldig, ohne jede S\u00fcnde! \u2013 Gewiss, das sind sie. Allerdings sollte dir aus dem Katechismus bekannt sein, dass nur Getaufte das Recht haben, das Angesicht Gottes zu schauen. \u2013 Eine letzte Frage, flehte Marie, wo hat man sie hingebracht? \u2013 In den Limbus. \u2013 Wei\u00dft du, wo das liegt? \u2013 Zwischen Himmel und H\u00f6lle, zwischen Seligkeit und Verdammnis, zwischen \u00ad<br \/>\nLicht und \u2026\u201c (250f).<\/p>\n<p>Kein Mensch spricht mit Marie \u00fcber das, was geschehen ist. Mit ihrer Trauer ist sie mutterseelenallein. Von niemandem erf\u00e4hrt sie, dass es M\u00e4dchen waren, die sie tot zur Welt gebracht hat. Das Gespr\u00e4ch mit dem Engel ersetzt die Gespr\u00e4che mit ihrem Mann, ihrem Bruder, dem Arzt oder den Spitalschwestern. Dabei bricht sich Maries Emp\u00f6rung Bahn, dass unm\u00fcndigen Kindern, die doch ohne Schuld sind, die ewige Seligkeit versperrt bleiben soll, nur weil sie nicht getauft wurden. \u201eMeschugge sind die Herren Theologen, die allen Ernstes behaupten, beim Erschallen der Posaunen kehre jedes Leben zum Sch\u00f6pfer zur\u00fcck, jedes Bein, jeder Arm, jede Zunge, au\u00dfer den totgeborenen Babys nat\u00fcrlich. Die sind f\u00fcr alle Zeiten in den Limbus verbannt\u201c, emp\u00f6rt sich Marie Jahre sp\u00e4ter bei einem weihnachtlichen Gespr\u00e4ch mit ihrem Priesterbruder und ihrem Mann.<\/p>\n<p>Sie stellt sich die Auferstehung nach dem Modell einer physizistischen Restitution vor und beteuert, die Dogmen der Kirche ernst zu nehmen. \u201eIch glaube an Gott. Er tut mir sogar ein bisschen leid. Unschuldigen Kindern verweigert er die Auferstehung, und was hat er davon? Beim letzten Gericht werden ihm die Hautlampen aus Auschwitz um die Ohren fliegen.\u201c (299) Das Gespr\u00e4ch stockt, der Bruder, ein Konvertit, der seine j\u00fcdischen Wurzeln unter der Soutane versteckt, mutma\u00dft: \u201eWenn ich dich richtig verstehe, ist dir der Glaube unseres Vaters sympathischer.\u201c Die Antwort erfolgt prompt: \u201eWenigstens haben die Juden keinen Limbus.\u201c Der Bruder erwidert, dass das Jenseits der Juden aus Geschichten bestehe \u2013 und dass man damit bei totgeborenen Kindern auch nicht weiterkomme, weil man \u00fcber sie ja nichts erz\u00e4hlen k\u00f6nne. Da sei ein Jenseits wie der Limbus, ein \u201eSchattenreich voller Glanz, voller Licht\u201c doch wohl besser.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich lacht Marie und sagt: \u201eDu hast Recht, meine M\u00e4dchen lebten nicht eine einzige Sekunde \u2013 und trotzdem haben sie eine Geschichte. An ihren Geburtstagen werden sie nicht \u00e4lter.\u201c In diesem Satz liegt der hermeneutische Schl\u00fcssel zum ganzen Roman<a id=\"_idTextAnchor011\"><\/a>: In der Geschichte der Kinder spiegelt sich wie in einem Brennglas die Geschichte der Mutter, die jedes Jahr zu ihrem Geburtstag \u201evierzig Rosen\u201c geschenkt bekommt, als w\u00fcrde sie nicht \u00e4lter. Ihr Mann behandelt sie so, als ob sie keine Geschichte mehr h\u00e4tte, als ob sie lebendig schon tot sei.<\/p>\n<h4>Der Skandal des Kreuzes<\/h4>\n<p>Bei der Wiener Poetikdozentur Literatur und Religion hat Thomas H\u00fcrlimann 2017 \u00fcber das Kreuz in der modernen Literatur gesprochen. Dort hat er gesagt, die Stunde der Literatur schlage, wo etwas dem Bewusstsein entgleite. Die Kreuze seien im Sinken begriffen. Tourismus-Manager w\u00fcrden daf\u00fcr sorgen, dass es von den Berggipfeln der Schweiz abmontiert werde, es sei anders- und nichtgl\u00e4ubigen Besuchern nicht zumutbar; der Fu\u00dfballclub Real Madrid hat das Symbol im k\u00f6niglichen Wappen von den Trikots entfernen lassen, um arabischen Sponsoren entgegenzukommen. Auch in Krankenzimmern und Spitalskapellen hat der Patient H\u00fcrlimann das Kreuz vermisst. Solcher Selbstamputation im Namen der Toleranz widersteht die Literatur. An Passagen aus Werken von Franz Werfel, Joseph Roth, Michael Bulgakov, Gertrud Fussenegger und Leon Bloy und anderen hat H\u00fcrlimann die Pr\u00e4senz religi\u00f6ser Symbole in der Literatur n\u00e4her verdeutlicht und zwei Verfahren unterschieden: Ann\u00e4herung durch Ent-Fernung oder Identifikation.<\/p>\n<p>Dabei hat er nicht vers\u00e4umt einen Wunsch an die Adresse der Theologie zu formulieren: Was den Heiden eine Torheit und den Juden ein Skandal ist, das wolle er im Zentrum der christlichen Theologie sehen. \u201eDer Glaube, mit dem Abh\u00e4ngen der Kreuze lasse sich der Tod abh\u00e4ngen, ist ein fataler Irrtum. Nein, den Tod h\u00e4ngen wir nicht ab, auf den laufen wir zu, und genau aus diesem Grund sollten wir das Kreuz als Hoffnungs- und \u00dcberlebenszeichen \u00adstehen lassen\u201c (Das Symbol des Kreuzes, in: J.-H. T\u00fcck\/ T. Mayer (Hg.),\u00a0Das vermisste Antlitz. Suchbewegungen zwischen Poetik und Religion, Freiburg 2022, 141\u2013149). In diesem Zusammenhang hat H\u00fcrlimann eine biographische Erfahrung mitgeteilt. Um sich auf eine Untersuchung im Z\u00fcrcher Universit\u00e4tsklinikum vorzubereiten, habe er wiederholt einen Kreuzweg abgeschritten. Er wollte die einzelnen Stationen der via crucis im Ged\u00e4chtnis durchgehen k\u00f6nnen, um w\u00e4hrend der halben Stunde in der R\u00f6hre nicht in Panik zu geraten.<\/p>\n<p>\u201eSo ein Kunstwerk kann man sich ohne weiteres merken. Jeder passus der passio ergibt sich aus dem anderen. Man durchschreitet ein gestuftes Gef\u00fcge und merkt im Durchschreiten, wie g\u00fcltig, wie sch\u00f6n, wie logisch diese Stufen gebaut sind.\u201c (Wer k\u00f6nnte heute das Eine nicht lieben? 14 Stationen, in: J.-H. T\u00fcck (Hg.), \u201eDer gro\u00dfe Niemand\u201c. Religi\u00f6se Motive im literarischen Werk von Thomas H\u00fcrlimann, Freiburg 2018, 274\u2013286, hier 282). Seine Genesung nach einer schweren Krankheit, die ihn an die Schwelle des Todes f\u00fchrte, hat er im Licht der biblischen Erz\u00e4hlung von der Auferweckung des Lazarus gedeutet. Damit komme ich zu Botho Strau\u00df, dem zweiten Protagonisten, der fr\u00fch registriert hat, dass die Technik dabei ist, die \u00f6sterliche Hoffnung beerben zu wollen. Pointiert hat er von \u201eAuferstehungs-Technologie\u201c als der wahren Apokalypse gesprochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Botho Strau\u00df \u2013 ein transzendenzsensibler Zeitdiagnostiker<\/h3>\n<p>Botho Strau\u00df hat einen wachen Sinn f\u00fcr das, was verloren geht. Seine Herkunftswelten sind allerdings anders als die H\u00fcrlimanns. Er ist 1944 in Naumburg geboren und hat protestantische Wurzeln. Strau\u00df, der in K\u00f6ln und M\u00fcnchen Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie studiert hat, ist fr\u00fch als Dramatiker ber\u00fchmt geworden, er ist ein Meister von Prosaskizzen, die die ver\u00e4nderten, oft fragilen Beziehungswelten einfangen. Wie Rodin mit einem Bleistiftstrich einen Akt in unnachahmlicher Pr\u00e4zision zu Papier bringt, so gelingen Strau\u00df Miniaturen, die in wenigen S\u00e4tzen die Physiognomie einer Person, ihre Haltung ins Bild bringen. Auch als Erz\u00e4hler, Essayist und Aphoristiker ist Strau\u00df hervorgetreten, der in seinen Aufzeichnungen die Anbindung an das Vergangene sucht, um die Gegenwart genauer sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dabei positioniert er sich oft abseits der ausgetretenen Pfade. So nimmt er einmal das Leitwort der Kommunikation ins Visier: \u201eD\u00fcrfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so k\u00e4me nur eines infrage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verf\u00fchren, zu am\u00fcsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdr\u00fccken verschlingt ein solch brutales M\u00fcllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielf\u00e4ltigen R\u00e4tsel, die sie einander aufgeben, f\u00e4nden ihre schalste L\u00f6sung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, geh\u00f6rt auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterh\u00e4lt nicht, sondern man empf\u00e4ngt die Heilige Kommunion.\u201c (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, M\u00fcnchen 2004, 41) Das Sensorium f\u00fcr Diskretion und die Wirklichkeit des Heiligen ist verbunden mit einem ausgepr\u00e4gten Sinn f\u00fcr Gerechtigkeit.<\/p>\n<p>So hat Strau\u00df die Folgekosten der freien Gesellschaft klar beziffert und von etwas gesprochen, wor\u00fcber sonst auff\u00e4llig geschwiegen wird: \u201eAllein die vielen Verbrechen der Intimit\u00e4t, die unges\u00fchnt bleiben! Die vielen trostlosen Falschheiten und T\u00e4uschungen des Zusammenlebens, die Verschlagenheiten der Liebe, Gemeinheiten und Verletzungen oft, die in jedem anderen sozialen Bereich undenkbar w\u00e4ren &#8230; Ist denn Intimit\u00e4t kein sozialer Bereich? Ich sehe Schuld und \u00dcbeltat, doch die Verh\u00e4ltnisse soufflieren mir etwas von Wechselseitigkeit, schwieriger Kindheit, Schw\u00e4che der Lebensf\u00fchrung, mangelndem Schuldbewu\u00dftsein, Launen und verlorener Beherrschung. Die Verh\u00e4ltnisse pl\u00e4dieren f\u00fcr Verzeihen, wo ich nur Unverzeihliches erkennen kann. F\u00fcr mich sind die Verbrechen des Gef\u00fchls nicht entschuldbar aus \u00fcbergeordneten sozialen oder psychologischen Gesichtspunkten. Ich bedaure, da\u00df es in der zivilisierten Welt keine Instanz der Gerechtigkeit gibt, die sie ahndet.\u201c (ebd. 109).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Pseudomorphosen der Eschatologie<\/h3>\n<p>Mit der Instanz der Gerechtigkeit ist ein eschatologischer Fluchtpunkt angedeutet, der das undurchsichtige Geflecht menschlicher Geschichten durchleuchten, richten und begradigen k\u00f6nnte. Aber \u00fcber Tod und Gericht wird wenig gesprochen. Mit H\u00fcrlimann kommt Strau\u00df in der Diagnose \u00fcberein, dass der Tod tabuisiert wird: \u201eFr\u00fcher f\u00fcrchteten die Menschen sich vor dem Jenseits, heute vor dem Tod.\u201c (78) Diese Todesfurcht hat nicht nur eine ganze Industrie von Anti-Aging und Lebensverl\u00e4ngerung angesto\u00dfen, sondern auch biotechnische Verhei\u00dfungen freigesetzt, die Strau\u00df fr\u00fch als Pseudomorphosen der Eschatologie entlarvt hat. Zun\u00e4chst ist ihm die Dynamik der Grenz\u00fcberschreitung aufgefallen.<\/p>\n<p>Das \u201etrasumanar\u201c, das bei Dante noch Gott vorbehalten ist, nimmt der Mensch nun selbst in die Hand und mimt Gott: \u201eEin sogenannter Wissenschaftler erkl\u00e4rte vor kurzem: der Mensch habe nun Gottes Status erreicht, und folglich sei es seine moralische Pflicht, sich wie Gott zu verhalten. Die genetischen T\u00fcftler und Bastler k\u00f6nnen, so scheint es, vor lauter Nanometrie sich selbst nicht mehr ermessen. Und wie sie sich vermessen, werden sie immer kleiner. Der Sch\u00f6pfergott, auf die Keimbahn reduziert? Prometheus, der nicht die Stirn gegen den Himmel erh\u00f6be, sondern sich auf das Sammeln von Z\u00fcndh\u00f6lzern konzentrierte, w\u00e4re f\u00fcr Zeus ein Wichtel. M\u00f6gen sich also die Ingenieure noch so sehr mit ihrer Selbstvergottung bl\u00e4hen, sie verlassen den Bannkreis des menschlichen Scheiterns nicht. Sie haben Ihm nichts entgegenzusetzen.\u201c (58)<\/p>\n<p>Transhumanisten sind davon \u00fcberzeugt, dass wir schon bald die technischen Mittel besitzen, nicht nur l\u00e4nger, sondern ewig zu leben. Auch andere Varianten einer Technognosis verhei\u00dfen, den leibgebundenen Geist des Menschen in eine technikbasierte Intelligenz \u00fcberf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Wenn sie den K\u00f6rper als sterbliche H\u00fclle f\u00fcr vernachl\u00e4ssigbar halten, unterbieten sie eine integrale Sicht der Vollendung, wie sie f\u00fcr den christlichen Auferstehungsglauben leitend ist. Die Selbst\u00fcberschreitung, die den K\u00f6rper des alten Menschen hinter sich l\u00e4sst, hat Botho Strau\u00df als gnostische Halbierung des Menschen dechiffriert: \u201eEs gibt ja einen neuen Kult der K\u00f6rperver\u00e4chter, sie nennen sich Extropisten und schw\u00e4rmen davon, den menschlichen Geist in die Maschine zu retten, damit er dem verrotteten Planeten in letzter Minute entkommt.\u00a0Theology of the ejector seat.\u00a0Sein Geist, sein Wissenswille soll sich \u2013 wohl mit der Antriebkraft des Urfluchs \u2013 \u00fcber den Menschen hinwegheben und wird schlie\u00dflich ohne ihn, ganz k\u00f6rperlos, eine noetische Ekstase durchs Weltall irren.\u201c (97)<\/p>\n<p>Die Stimmen der Technognosis sehen den Fortschritt in einer Desinkarnation, in einer Abstreifung der \u201eKr\u00fccke\u201c des Fleisches, um virtuell weiter existieren zu k\u00f6nnen. Die selbstgemachte, durch biotechnische Innovation hervorgebrachte Unsterblichkeit k\u00e4me aber nur sehr wenigen zugute. Das w\u00e4re Weitergabe im Modus der Preisgabe und des Verrats an einer Hoffnung, die alle einschlie\u00dft. Ein letztes Notat f\u00fchrt den Gedanken der Ent\u00e4u\u00dferung des Logos, der Kenosis, weiter: \u201eKenosis, Leerwerdung, Ent\u00e4u\u00dferung, durch die der Menschensohn sich der g\u00f6ttlichen Allmacht begab, Knechtsgestalt annahm.<\/p>\n<p>Kenosis also nun nachgeahmt vom Menschen, dem Maschinensohn, der \u2013 auf seine Menschlichkeit verzichtend \u2013 sich unter die Dinge begibt. Etwa um sie von ihrer Dinglichkeit zu erl\u00f6sen? Begibt sich unter das Holz, die Perlenschnur und alle Silicium-verbindungen. Jedoch kann er Menschliches nicht aus den Dingen heimholen. \u201aUm euretwillen, ihr Dinge, ist er, der reich war, arm geworden.\u2018 So nach 2 Kor. 8,9.\u201c (Lichter des Toren, M\u00fcnchen 2013, 119).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wiederkehr der Religion \u2013 pass\u00e9?<\/h3>\n<p>Kehrt die Religion in der Literatur wieder? Oder ist diese Fragestellung schon wieder pass\u00e9? Weder noch, muss man mit Blick auf Thomas H\u00fcrlimann sagen. Es gibt bei ihm neben einer wachen Beschreibung des\u00a0fading\u00a0ausgeh\u00f6hlter Formen von Religion auch eine anhaltende Pr\u00e4senz religi\u00f6ser, ja spezifisch katholischer Motive. Zun\u00e4chst den Limbus: Man mag die Frage nach dem Los der ungetauft verstorbenen Kinder als theologiehistorisches Kuriosum abtun, das f\u00fcr eine aufgekl\u00e4rte und heilsuniversalistische Theologie keine Bedeutung mehr hat. Allerdings hat die Lehre vom\u00a0Limbus puerorum\u00a0im Affekthaushalt vieler Eltern traumatische Spuren hinterlassen. Das ist fast vergessen \u2013 und es besteht die Gefahr, sich in Sachen Limbus einem leichten Vergessen zu \u00fcberlassen, ohne das Leid der M\u00fctter totgeborener Kinder in den Blick zu nehmen. H\u00fcrlimann h\u00e4lt dem leichten Vergessen die schwierige Erinnerung an die oft jahrzehntelangen Traumata der M\u00fctter entgegen, denen kalt beschieden wurde, dass ihren Kindern der Himmel f\u00fcr immer<br \/>\n\u00adversperrt bleibe.<\/p>\n<p>Mit Erleichterung hat er registriert, dass sein Protest gegen \u201eein im Jenseits gelegenes Embryonen-KZ\u201c inzwischen eine r\u00f6mische Antwort gefunden hat (Der gro\u00dfe Pan ist tot, in: J.-H. T\u00fcck\/T. Mayer (Hg.),\u00a0Nah \u2013 und schwer zu fassen. Im Zwischenraum von Literatur und Religion, Freiburg i. Br. 2017, 43\u201353, hier 46). Benedikt XVI. hat die Lehre vom Limbus 2013 abgeschafft. Auch die Engel, diese fl\u00fcchtigen Chiffren der Transzendenz, spielen bei H\u00fcrlimann eine Rolle. W\u00e4hrend der Angelologie-Traktat aus den Handb\u00fcchern der Dogmatischen Theologie beinahe verschwunden und in spirituelle Ratgeberliteratur und Esoterik abgewandert ist, kommen sie im Roman\u00a0Vierzig Rosen, aber auch in\u00a0Der rote Diamant\u00a0vor, ohne dass sie gegenst\u00e4ndlich eingefangen w\u00fcrden. Leuchtendes Wei\u00df wird hier zu einer Alterit\u00e4tsmarkierung des Heiligen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich findet sich bei H\u00fcrlimann lauter Protest gegen das leise Verschwinden der Kreuze aus der s\u00e4kularen \u00d6ffentlichkeit. Was abgeh\u00e4ngt wird, weil es als anst\u00f6\u00dfig empfunden wird, bleibt aufbewahrt im Medium der Literatur \u2013 und das religi\u00f6se Symbol ist solange nicht verschwunden, als es lesende Menschen gibt. Das Kreuz aber ist f\u00fcr H\u00fcrlimann das anst\u00f6\u00dfige Zeichen des Todes, an den niemand gerne erinnert wird, der aber unausweichlich kommt. Ein Unschuldiger ist hier gemartert und brutal zu Tode gequ\u00e4lt worden. Dieses Zeichen \u00f6ffentlich zu exponieren, ist ein Skandal, der verst\u00f6rt, aber heilsam ist. Er erinnert an die Verwundbarkeit und Sterblichkeit menschlicher Existenz, er ist Spiegel der Fehlbarkeit und unterbricht das Reizklima des Rechthabenm\u00fcssens. Zugleich ist das Kreuz als Lebensbaum Zeichen der \u00f6sterlichen \u00dcberwindung des Todes.<\/p>\n<p>Auch Botho Strau\u00df ist ein transzendenzsensibler Schriftsteller, in dessen Aufzeichnungen Spuren des religi\u00f6sen Erbes pr\u00e4sent sind. Das Schweigen Gottes, die Kenosis, der Vorbehalt gegen\u00fcber einer inflation\u00e4ren Kommunikation mit dem Heiligen kommen darin vor. Die metaphysische Abstumpfung und religi\u00f6se Schwerh\u00f6rigkeit des gegenw\u00e4rtigen Kulturbetriebs hat Strau\u00df wiederholt als Symp\u00adtom der Verflachung gewertet. In seinen Notaten zum Fortschritt der Biotechnologie hat er die Pseudomorphosen der Eschatologie hellsichtig registriert. Die Verhei\u00dfung eines integralen Lebens nach dem Tod wird halbiert, wenn im Transhumanismus der Leib als Medium des sinnlichen Ausdrucks auf der Strecke bleibt. Vollendung ohne Gott, so wird zwischen den Zeilen angedeutet, f\u00fchrt nicht in den Himmel, sondern in selbst geschaffene Paradiese, die sich leicht als Dystopien entpuppen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Denn nur kleine Eliten h\u00e4tten, wenn \u00fcberhaupt, darin Platz, auch k\u00f6nnte sich darin schnell \u2013 statt Friede und Freude in F\u00fclle \u2013 g\u00e4hnende Langeweile ausbreiten. Die unendliche Verl\u00e4ngerung der Lebenszeit garantiert nicht schon Heil und Erl\u00f6sung: \u201eEine \u00fcberalterte Gesellschaft mag sich eine Menge k\u00fcnstliches Jugendlichkeitsserum zuf\u00fchren. Doch niemand wird jung ohne junge Zeit\u201c (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 13). Ein digitales Double oder eine in die Maschine \u00fcberf\u00fchrte Identit\u00e4t verr\u00e4t die Hoffnung, die im Apostolischen Glaubensbekenntnis aufbewahrt ist. Dort wird die Auferstehung der Toten verhei\u00dfen, deren antidoketische Sto\u00dfrichtung Tertullian in die sch\u00f6ne Formel gebracht hat:\u00a0Caro cardo salutis\u00a0\u2013 das Fleisch ist der Angelpunkt des Heils.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Wiederkehr der Religion pass\u00e9? Eine spannende Frage. In jedem Fall l\u00e4sst sich sagen, dass der Topos von der \u201eWiederkehr der Religion\u201c (Willi Oelm\u00fcller) seit 1984 Jahren mit periodischer Regelm\u00e4\u00dfigkeit wiederkehrt, so dass man j\u00fcngst schon von einem \u201eNarrativ der Wiederkehr der Religion\u201c gesprochen hat. 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