{"id":35042,"date":"2023-10-12T09:54:10","date_gmt":"2023-10-12T07:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=35042"},"modified":"2024-12-04T15:29:06","modified_gmt":"2024-12-04T14:29:06","slug":"im-spiegel-der-jahrhunderte-zur-auslegungs-und-wirkungsgeschichte-der-bergpredigt","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/im-spiegel-der-jahrhunderte-zur-auslegungs-und-wirkungsgeschichte-der-bergpredigt\/","title":{"rendered":"In the mirror of the centuries"},"content":{"rendered":"<p>Die Bergpredigt hat tiefe Spuren in der Theologie-, Geistes- und Kulturgeschichte aber auch in der politischen Geschichte der vom Christentum impr\u00e4gnierten Gesellschaften hinterlassen. Sie hat aber auch weit \u00fcber diese hinaus ausgestrahlt und erfreut sich auch in anderen Weltreligionen hoher Wertsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Selbst viele Menschen, die heute mit dem Glauben gro\u00dfe Schwierigkeiten haben oder sich dezidiert als Agnostiker oder Atheisten verstehen, k\u00f6nnen oftmals den Worten der Bergpredigt einiges abgewinnen. Etliche dieser Worte sind zu \u201egefl\u00fcgelten Worten\u201c geworden, bei denen vielen gar nicht mehr bewusst ist, woher sie eigentlich stammen. Worte wie:\u00a0\u201esein Licht unter den Scheffel stellen\u201c (Mt 5,14); \u201eum kein Jota ver\u00e4ndern\u201c (Mt 5,18), \u201eniemand kann zwei Herren dienen\u201c (Mt 6,24) oder \u201eauf Sand gebaut\u201c (Mt 7,26). Wir m\u00fcssen uns bei unserem Streifzug durch die Auslegungs- und Wirkungsgeschichte auf einige wenige Stationen beschr\u00e4nken. Und selbst diese k\u00f6nnen nur skizzenhaft in Erinnerung gerufen werden. In einem zeitlichen Bogen \u00fcber 800 Jahre \u2013 vom heiligen Franziskus bis zu Papst Franziskus \u2013 sollen sechs Deutungsans\u00e4tze vorgestellt werden, wobei der Schwerpunkt auf der j\u00fcngeren Vergangenheit und Gegenwart liegt.<\/p>\n<h3>Der Rahmen \u2013 ein Schl\u00fcssel?<\/h3>\n<p>Eine wichtige Weichenstellung f\u00fcr alle Auslegungen sind die Einleitung und der Abschluss der Bergpredigt. Er\u00f6ffnet wird sie mit den Worten (alle Bibelzitate nach der\u00a0Einheits\u00fcbersetzung\u00a0von 2016): \u201eAls Jesus die\u00a0vielen Menschen\u00a0sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine\u00a0J\u00fcnger\u00a0traten zu ihm. Und er \u00f6ffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:\u201c (Mt 5,1f.)\u00a0Sind nun die Volksmengen oder die von Jesus um sich gescharten J\u00fcnger die Adressaten der anschlie\u00dfenden Rede? Anders gesagt: Richtet sich die Bergpredigt an eine durch die J\u00fcnger repr\u00e4sentierte Elite der nach Vollkommenheit Strebenden? Oder auch an die gro\u00dfe Schar der \u00fcbrigen Anwesenden, die zun\u00e4chst f\u00fcr das Volk Israel steht, am Ende aber f\u00fcr alle Menschen? Der Exposition zufolge sind beide, f\u00fcr die Auslegung und den Geltungsbereich der Bergpredigt eminent folgenreiche Lesarten m\u00f6glich. Dass die Worte Jesu auch an die gro\u00dfe Menge gerichtet waren, stellt dann freilich der die Bergpredigt beschlie\u00dfende Vers klar: \u201eUnd es geschah, als Jesus diese Rede beendet hatte, war\u00a0die Menge\u00a0voll Staunen \u00fcber seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.\u201c (Mt 7,28f.)<\/p>\n<p>Die Adressaten sind also beide: die J\u00fcnger\u00a0und\u00a0die Volksmengen. Ulrich Luz fasst es in seinem gro\u00dfen Matth\u00e4uskommentar treffend: Bei den Adressaten handle es sich um \u201ezwei gleichsam konzentrische Kreise\u201c. Sehr sch\u00f6n hat diese Auffassung lange vor Luz der Regisseur George Stevens in seinem Jesusfilm\u00a0Die gr\u00f6\u00dfte Geschichte aller Zeiten\u00a0(1965) ins Bild gesetzt, indem er auf einem Gipfelplateau die J\u00fcnger im Kreis um Jesus und darunter die Menge als Zuh\u00f6rer zeigt. Die Bergpredigt und ihr Anspruch richten sich also grunds\u00e4tzlich an alle Menschen. Sie ist keine exklusive \u201aJ\u00fcngerethik\u2018, obwohl sie \u2013 wie auch in der Zeit des ersten unserer Interpreten \u2013 lange so begriffen wurde.<\/p>\n<h3>Franziskus von Assisi<\/h3>\n<p>In den Tagen des heiligen Franziskus (1181\/1182\u20131226) war die scholastische Theologie mit ihrem gro\u00dfen Meister Thomas von Aquin weithin unangefochten mit ihrer Position, dass die Bergpredigt f\u00fcr eine\u00a0Zwei-Stufen-Ethik\u00a0stehe: Vollumf\u00e4nglich gelte der Anspruch der dort festgehaltenen Worte Jesu nur f\u00fcr einen vergleichsweise kleinen Kreis. Nur wenige seien berufen und bef\u00e4higt, die Weisungen der Bergpredigt tats\u00e4chlich zu leben: die\u00a0geistlichen Eliten\u00a0von M\u00e4nnern und Frauen, wie Ordensleute, Kleriker, Asketen oder heiligm\u00e4\u00dfig lebende Menschen. F\u00fcr sie seien die Weisungen der Bergpredigt\u00a0verpflichtende Gebote\u00a0(praecepta), f\u00fcr alle \u00fcbrigen Christen hingegen nur\u00a0Ratschl\u00e4ge\u00a0(consilia). Denn f\u00fcr die gro\u00dfe Masse der Gl\u00e4ubigen sei ein Leben nach der Bergpredigt praktisch unm\u00f6glich, st\u00fcnden dem doch ihre vielf\u00e4ltigen innerweltlichen Verpflichtungen entgegen.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber vertrat nun Franziskus von Assisi die Auffassung, dass die Bergpredigt grunds\u00e4tzlich alle Menschen in Anspruch nimmt, wobei aber auch f\u00fcr ihn dieser Anspruch wie f\u00fcr die J\u00fcnger Jesu auch in der Folgezeit f\u00fcr ihre um konsequente Jesusnachfolge bem\u00fchten \u201aErben\u2018, wie eben die franziskanische Bewegung, nochmals versch\u00e4rft ist. Insofern begegnet so bereits bei Franziskus das Modell der \u201akonzentrischen Kreise\u2018. Explizit auf die Bergpredigt bezieht sich Franziskus besonders in seinen sogenannten Admonitiones, den \u201eErmahnungen\u201c an seine Mitbr\u00fcder. Dabei greift er einzelne Sentenzen auf, die ihm besonders wichtig sind: Entschieden im Vordergrund stehen die\u00a0Seligpreisungen, n\u00e4herhin (in seiner Reihung) die der\u00a0Friedfertigen\u00a0(Mt 5,9), auf die er gleich zwei Mal eingeht und so besonders akzentuiert (cap. 13 u. 15); sodann die der\u00a0Armen im Geiste\u00a0(Mt\u00a05,3; in cap. 14) und derjenigen,\u00a0die reinen Herzens sind\u00a0(Mt 5,8; cap. 16). Die kurzen Reflexionen auf die Bedeutung der jesuanischen Seligpreisungen f\u00fcr die Br\u00fcdergemeinschaft (und \u00fcber sie hinaus) verschr\u00e4nkt Franziskus mit einer umf\u00e4nglicheren Reihe eigener Seligpreisungen, die er formelhaft mit \u201ebeatus servus\u201c er\u00f6ffnet (\u201eselig der Knecht\u201c; besser \u201eDiener\u201c, als welcher sich Jesus selbst verstanden hat; vgl. Mk\u00a010,45). Die von Franziskus neu gebildeten Seligpreisungen sind stark auf seine Br\u00fcder zentriert (vgl. cap. 10; 11; 17\u201326; 28). Dabei ahmt Franziskus auch insofern Jesus nach, als er diese eigenen Seligpreisungen nach dem Muster der lukanischen Seligpreisungen (Lk 6,20b-26) wiederholt mit antithetischen \u201eWehe\u201c-Rufen kombiniert (so in cap. 19\u201321; 26).<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet werden die expliziten Rekurse auf die Bergpredigt in cap. 9 mit kurzen Gedanken zum Gebot der Feindesliebe (Mt 5,44) und im Schlusskapitel der\u00a0Adminitiones\u00a0mit einem Zitat aus Jesu langer Reflexion auf die \u201erechte Sorge\u201c (Mt 6,19\u201334) beendet: Selig gepriesen wird der Diener, \u201eder das Gute, das der Herr ihm zeigt, als\u00a0Schatz im Himmel sammelt\u201c (cap. 28; nach Mt 6,20).<\/p>\n<p>Die von Franziskus aus der Bergpredigt zitierten Seligpreisungen und die Aufforderung zur Feindesliebe sind f\u00fcr ihn\u00a0elementare Weisungen Gottes\u00a0f\u00fcr die Menschen und sie durchgreifen als solche das gesamte Denken und Wirken des Heiligen, auch seinen Lebensstil im Zeichen des Armutsideals und seine Spiritualit\u00e4t \u2013 also all das, wof\u00fcr er seine Br\u00fcder und am Ende alle Menschen begeistern wollte. Jesu Worte von den Friedensstiftern und der Feindesliebe suchte er auch, wie man heute sagen w\u00fcrde, auf geopolitischer Ebene umzusetzen, als er sich in \u00c4gypten um eine Vers\u00f6hnung zwischen Christen und Muslimen bem\u00fchte, wenn auch erfolglos.<\/p>\n<p>Mag die Anordnung der einzelnen\u00a0Admonitiones\u00a0auch redaktioneller Art sein, so ist es doch sicher kein Zufall, dass diese nach dem wunderbaren poetischen Text \u201eUbi caritas\u201c (cap. 27) mit Worten aus der Perikope \u201eVon der rechten Sorge\u201c\u00a0(Mt 6,19\u201334) beschlossen werden. Besonders der lange Schlussteil mit seiner\u00a0Ermunterung zum Frei-Sein von Sorge\u00a0(VV. 25\u201334) ist f\u00fcr Franziskus von hoher Bedeutung. Denn diese Perikope begr\u00fcndet die von Jesus geforderte Entscheidung zu einer grundlegenden Einstellungsver\u00e4nderung, zu einem Persektivwechsel: Man soll sein Vertrauen einzig auf Gott setzen. Eindringlich und in poetischer Sprache verweist Jesus dabei auf den \u00dcberschuss der Sch\u00f6nheit seiner Sch\u00f6pfung, als Ermutigung, sich von der Sorge um Irdisches frei zu machen. Einige wenige Verse m\u00f6gen dies veranschaulichen:<\/p>\n<p>\u201eSeht euch die V\u00f6gel des Himmels an: Sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorr\u00e4te in Scheunen; euer himmlischer Vater ern\u00e4hrt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?\u201c (V. 26) Oder: \u201eWas sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.\u201c (V. 28f.)<\/p>\n<p>Mit Worten wie diesen wird die Perikope \u201eVon der rechten Sorge\u201c zum Grundtext der franziskanischen Sch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t.\u00a0Ihre Gedanken klingen besonders nach im ber\u00fchmten\u00a0Sonnengesang\u00a0des Heiligen, seinem gro\u00dfen Dankes- und Lobeshymnus an die Sch\u00f6pfung Gottes. Wie Jesus in der besagten Perikope dr\u00fcckt auch Franziskus in diesem Hymnus in poetischer Sprache seinen tiefen Glauben aus, dass sich\u00a0Gott um alle Gesch\u00f6pfe sorgt. Gottes Liebe und Vorsehung umf\u00e4ngt auch jene Teile seiner Sch\u00f6pfung, die vielen Menschen hinsichtlich ihres Gebrauchswerts als wertlos, ja \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen, wie die Lilien, die \u201anur\u2018 die Felder schm\u00fccken, aber keinen praktischen Nutzen haben. Die Aktualit\u00e4t dieser Gedanken vom Wert eines jeden Lebewesens liegt auf der Hand! Man denke nur an die sich heute massiv verst\u00e4rkenden Bem\u00fchungen zum Artenschutz.Wenigstens ein kleiner Ausschnitt aus dem\u00a0Sonnengesang\u00a0m\u00f6ge verdeutlichen wie in ihm Worte Jesu aus der Bergpredigt nachklingen:<\/p>\n<p>\u201eGelobt seist du, mein Herr,<br \/>\ndurch unsere Schwester, Mutter Erde,<br \/>\ndie uns erh\u00e4lt und lenkt<br \/>\nund vielf\u00e4ltige Fr\u00fcchte hervorbringt<br \/>\nund bunte Blumen und Kr\u00e4uter.\u201c<\/p>\n<p>(F\u00fcnfter Lobpreis)<\/p>\n<p>Das in der Sch\u00f6pfung offenbare Geheimnis Gottes sollte in der Spur des heiligen Franziskus nicht nur in den Herzen bewahrt, sondern auch\u00a0handlungsleitend\u00a0werden. Der Heilige aus Assisi besa\u00df eine nicht zuletzt von der Bergpredigt inspirierte ungemein\u00a0hohe \u00f6kologische Sensibilit\u00e4t, deren Relevanz nicht verblasst ist. Im Gegenteil! So ist es \u00fcberhaupt mit seiner Rezeption der Bergpredigt: Liest man die Worte Jesu \u201afranziskanisch\u2018, werden sie zur Einrede in unsere Lebenshaltung und Lebenspraxis.<\/p>\n<h3>Martin Luther<\/h3>\n<p>Anders als Franziskus hat sich Martin Luther (1483\u20131546) nicht nur verstreut in seinen Schriften, sondern auch zusammenh\u00e4ngend und systematisch \u00fcber die Bergpredigt ge\u00e4u\u00dfert: in einer am 9. November 1530 begonnenen Predigtreihe in Wittenberg, die dort erstmals 1532 erschienen ist (Werkausgabe Bd. 32). Die Bergpredigt ist auch f\u00fcr ihn\u00a0der\u00a0Grundtext der Verk\u00fcndigung Jesu schlechthin. Wir k\u00f6nnen hier nur einen basalen Aspekt von Luthers umf\u00e4nglicher Interpretation skizzieren. Wie er gleich in der \u201eVorrede\u201c zu seiner Predigtreihe mit polemischer Sch\u00e4rfe gegen die \u201ar\u00f6mische\u2018 Theologie betont, ist auch f\u00fcr ihn, wie schon f\u00fcr Franziskus, die Bergpredigt nicht exklusiv an die nach Vollkommenheit Strebenden adressiert, sondern richtet sich grunds\u00e4tzlich an alle Christenmenschen. F\u00fcr den Gro\u00dfteil von ihnen mildert Luther aber mit R\u00fccksicht auf die praktischen Bedingungen und Erfordernisse des Lebens ihren Verpflichtungscharakter und macht viele Ausnahmen, wie beispielsweise, indem er den Waffendienst nicht grunds\u00e4tzlich ablehnt, f\u00fcr Soldaten vom T\u00f6tungsverbot und von der Feindesliebe.<\/p>\n<p>Von grundlegender Bedeutung ist f\u00fcr Luther bei seiner Auseinandersetzung mit der Bergpredigt deren Vereinbarkeit mit seinem gro\u00dfen Leitthema: dem Verh\u00e4ltnis von\u00a0Gesetz und Evangelium\u00a0bzw. von den\u00a0Werken des\u00a0Gesetzes und der Rechtfertigung aus dem Glauben. Damit kommt ein programmatisches Auftaktst\u00fcck der Bergpredigt in den Fokus: die Perikope \u201eVom Gesetz und den Propheten\u201c (Mt 5,17\u201320). Ich zitiere nur die ersten beiden Verse:<\/p>\n<p>\u201eDenkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erf\u00fcllen. Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein H\u00e4kchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.\u201c<\/p>\n<p>Luther m\u00fcssen diese Worte in eine gewisse Verlegenheit bringen, kommt er doch nicht umhin anzuerkennen, dass Jesus mit der Bergpredigt das im Alten Testament bewahrte \u201eGesetz\u201c nicht aufheben und die Bergpredigt auch kein neues Gesetz sein wollte. Vielmehr will Jesus das Gesetz \u201eerf\u00fcllen\u201c, indem er eine endg\u00fcltige Interpretation des Willens Gottes vorlegt. Dieser bereits im Alten Testament \u00fcberlieferte Wille soll um kein Jota, also nicht um den kleinsten Buchstaben ver\u00e4ndert oder gar aufgehoben werden. In der Spur des Apostels Paulus ist nun aber der Kerngedanke der Theologie Luthers, dass der Mensch\u00a0nicht\u00a0durch das Gesetz oder die \u201eWerke des Gesetzes\u201c gerechtfertigt, d. h. in das rechte Verh\u00e4ltnis zu Gott gesetzt wird, sondern am Ende allein durch den Glauben. Ganz so, wie dies Paulus pointiert im Galaterbrief ausgedr\u00fcckt hat: \u201eWir wissen, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerecht wird, sondern aus dem Glauben an Jesus Christus.\u201c (Gal 2,16) Der Kronzeuge f\u00fcr Paulus ist dabei Abraham, der trotz seiner jahrzehntelangen Kinderlosigkeit Gottes Verhei\u00dfung eines Sohnes glaubt, und von dem es deshalb im Buch Genesis hei\u00dft \u2013 wie Paulus in Gal 3,6 zitiert: \u201eEr [Abraham] glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.\u201c (Gen 15,6)<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich f\u00fcr Luther nat\u00fcrlich die Frage: Wenn doch der Glaube entscheidend ist, welchen Sinn und welche Bedeutung hat dann das Gesetz, von dem Jesus in der Bergpredigt um kein Jota abr\u00fccken will? Auch Luthers Antwort hierauf ist bei Paulus vorgezeichnet (vgl. z. B. Gal 3,6\u201318): Kein Mensch, auch kein Priester oder M\u00f6nch ist frei von S\u00fcnde, und keiner kann alle Gebote erf\u00fcllen. Insofern macht uns das Gesetz in seiner Unerf\u00fcllbarkeit unsere Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit bewusst und ist damit eine Art \u201aS\u00fcndenspiegel\u2018, der f\u00fcr unsere Begrenztheit sensibilisiert. Gerecht vor Gott werden wir am Ende nur durch den Glauben und durch die von Gott geschenkte Gnade. Dadurch wird jedoch das Gesetz nicht au\u00dfer Kraft gesetzt oder \u00fcberfl\u00fcssig. Denn das Gesetz macht uns nicht nur unsere S\u00fcndhaftigkeit bewusst, sondern bleibt f\u00fcr Luther auch eminent bedeutsam f\u00fcr die Regulierung des Zusammenlebens der Menschen: Es hegt das B\u00f6se ein und besch\u00fctzt das Gute.<\/p>\n<h3>Dietrich Bonhoeffer<\/h3>\n<p>Machen wir einen gro\u00dfen zeitlichen Sprung ins 20. Jahrhundert, bleiben aber weiterhin in der protestantischen Theologie \u2013 bei Dietrich Bonhoeffer (1906\u20131945). Seine Sicht der Bergpredigt entwickelte Bonhoeffer vor allem in seinem 1937 ver\u00f6ffentlichten Buch\u00a0Nachfolge, das in seiner Zeit als Dozent am Predigerseminar Finkenwalde entstanden ist. Bonhoeffer war Anh\u00e4nger der evangelischen Gruppierung\u00a0Bekennende Kirche\u00a0(seit 1934:\u00a0Barmer Theologische Erkl\u00e4rung), die dem Hitler-Regime und den zum Schulterschluss mit diesem bereiten\u00a0Deutschen Christen\u00a0kritisch gegen\u00fcberstand. Er wollte die Kirche insgesamt erneuern: Sie sollte die Bergpredigt ernst nehmen und Jesu Worten uneingeschr\u00e4nkt nachfolgen. Gegen\u00fcber Luther, der stark auf die g\u00f6ttliche Gnade als Grund der Rechtfertigung des Menschen abgehoben hatte, betonte Bonhoeffer unter dem Eindruck der Naziherrschaft auch die Notwenigkeit eines entschiedenen Handelns aus dem Geist der Bergpredigt. Dabei unterstrich er immer wieder das \u201eAu\u00dferordentliche\u201c der Bergpredigt, ihr \u201eNichtselbstverst\u00e4ndliches\u201c.<\/p>\n<p>Bonhoeffer zufolge m\u00fcsse dieses \u201eAu\u00dferordentliche\u201c getan werden \u2013 aus Gehorsam gegen\u00fcber Gott, nicht aber um des Au\u00dferordentlichen selbst willen. Die Aufforderung zu Gehorsam und konsequenter Nachfolge ergehe dabei besonders an einen engeren Kreis, an die heutigen \u201eJ\u00fcnger\u201c, wie Bonhoeffer sie nennt, und k\u00f6nne nicht allen abverlangt werden. Das ist auch auf dem Hintergrund des lebensgef\u00e4hrlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus zu sehen. Konsequente Nachfolge schlie\u00dft f\u00fcr Bonhoeffer die Bereitschaft zur Kreuzesnachfolge ein. Mit Blick auf Jesu Worte \u201eVon den zwei Wegen\u201c (Mt 7,13\u201314), vom schmalen und vom breiten Weg, schreibt Bonhoeffer in\u00a0Nachfolge:<\/p>\n<p>\u201eDie J\u00fcnger sind wenige und werden immer wenige sein. Dieses Wort Jesu schneidet ihnen jede falsche Hoffnung auf ihre Wirksamkeit ab. [\u2026] Die J\u00fcnger gehen in ihr Verderben. Was kann der Trost der J\u00fcnger in solcher Erfahrung sein, wenn nicht allein dies, dass Ihnen das Leben verhei\u00dfen ist, die ewige Gemeinschaft Jesu?\u201c<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger sind gerufen, den \u201eschmalen Weg\u201c zu gehen, der eigentlich ein \u201eunertr\u00e4glicher Weg\u201c ist, auf \u201edem jeden Augenblick der Abfall droht.\u201c Er k\u00f6nne nur beschritten werden, wenn \u201eich Jesus Christus vorangehen sehe, Schritt f\u00fcr Schritt. Sehe ich allein auf ihn und folge Ihm, Schritt f\u00fcr Schritt, so werde ich auf diesem Wege bewahrt.\u201c Bonhoeffer selbst wurde 1940 erst mit Rede-, dann auch mit Schreibverbot belegt. 1943 wurde er inhaftiert und am 9.\u00a0April 1945 im KZ Flossenb\u00fcrg ermordet \u2013 nur einen Monat vor der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Einer seiner letzten Texte ist das bekannte Gedicht\u00a0Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben. In poetischer Sprache verdichtet es die eben zitierten Gedanken zur Nachfolge der J\u00fcnger und gerade auch die Zuversicht des Bewahrtwerdens auf dem \u201eschmalen Weg\u201c, bis zum Durchgang durch die \u201eschmale Pforte des Kreuzes Jesu Christi zum Leben\u201c, wie er in seinem Buch geschrieben hatte. Zugleich atmet dieser wunderbare Text mit seinem basso continuo von der Geborgenheit in Gott aber auch den Geist von Jesu Ermunterung \u201eSorgt Euch nicht\u201c (Mt 6,25), die schon Franziskus so tief inspiriert hatte.<\/p>\n<h3>Leonhard Ragaz<\/h3>\n<p>Nur wenige Jahre nach Bonhoeffers\u00a0Nachfolge\u00a0erschien in der Schweiz ein weiteres Buch \u00fcber die Bergpredigt, das ebenfalls eine gro\u00dfe Wirkung entfalten sollte. Sein Autor war der Schweizer evangelische Theologe Leonhard Ragaz (1868\u20131945). Anders als Bonhoeffer schrieb er nicht aus der unmittelbaren Betroffenheit vom politischen Terror, sondern aus der ihn existentiell bedr\u00e4ngenden Wahrnehmung sozialer Not und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. Leonhard Ragaz stammt aus einer kleinb\u00e4uerlichen Familie in Graub\u00fcnden. Nach dem Studium der evangelischen Theologie hatte er in der Schweiz verschiedene Pfarr\u00e4mter inne und wurde schlie\u00dflich 1908 auf eine Professur f\u00fcr Systematische und Praktische Theologie in Z\u00fcrich berufen. Zeitlebens hatte sich Ragaz sehr intensiv sozial engagiert: f\u00fcr die Arbeiter, f\u00fcr die in der Schweiz lange sehr benachteiligten Frauen, f\u00fcr sozial Marginalisierte und in den Zeiten der beiden Weltkriege f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer und Gefl\u00fcchtete. Hinzu kam sein Einsatz f\u00fcr Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er zu einem f\u00fchrenden Kopf der Internationalen Friedensbewegung.<\/p>\n<p>1921 gab Ragaz seine Professur auf und zog in ein Z\u00fcricher Arbeiterviertel, um n\u00e4her bei den Armen zu sein und sich ganz seinen sozialen und politischen Aktivit\u00e4ten widmen zu k\u00f6nnen. Dieses Engagement grundiert auch sein Buch\u00a0Die Bergpredigt, das 1945, in seinem Todesjahr, erschienen ist. Es ist nicht f\u00fcr ein akademisches Publikum geschrieben, sondern hofft prim\u00e4r auf Leser unter den Menschen, um die sich Ragaz sein ganzes Leben \u00fcber bem\u00fcht hat. Insofern ist das Buch auch die Summe und der Schlussstein seines Wirkens.<\/p>\n<p>Ragaz ist zutiefst \u00fcberzeugt von der sozialen und politischen Relevanz der Bergpredigt. Deshalb verwirft er Deutungen, die sie auf die religi\u00f6sen Eliten zentrieren ebenso wie auch solche, die stark auf den Einzelnen und seinen Glauben abheben. Dabei stellt er sich auch gegen Luthers Deutung: Denn f\u00fcr ihn ist die \u201eGerechtigkeit\u201c, von der Jesus spricht, zuvorderst ein\u00a0<a id=\"_idTextAnchor012\"><\/a>sozialer und politischer Imperativ. Ragaz will eine Neuinterpretation der Bergpredigt, die ihren\u00a0sozialen Sinn\u00a0freilegt. Das kommt bereits in den programmatischen \u00dcberschriften zum Ausdruck, die er \u00fcber seine Kapitel setzt. So \u00fcberschreibt er beispielsweise seine Ausf\u00fchrungen zu den Seligpreisungen mit \u201eDie Magna Charta des Reiches Gottes\u201c (Kap. 1) oder das Kapitel \u00fcber die Perikope \u201eVon der rechten Sorge\u201c (Mt 6,19\u201334) mit \u201eDer Sturz der G\u00f6tzen\u201c und diskutiert dann das Verh\u00e4ltnis von Armut und Reichtum. Das ist die Perikope, die bereits Franziskus von Assisi so inspiriert hatte, und es kommt nicht \u00fcberraschend, dass sich Ragaz diesem Heiligen besonders verbunden sah \u2013 wie auch mit Blick auf Pazifismus und Gewaltlosigkeit mit Leo Tolstoi und Mahatma Gandhi. Zum\u00a0Leitmotiv\u00a0seiner Interpretation wird die\u00a0Seligpreisung der Armen, die die Bergpredigt programmatisch er\u00f6ffnet. Dabei h\u00e4lt es Ragaz hier mit der lukanischen Version, die von den Armen ohne den vieldeutigen Zusatz \u201eim Geiste\u201c spricht, den er als Verschiebung des sozialen Profils in Richtung des Spirituellen versteht.<\/p>\n<p>Die von Jesus in seiner Nachfolge als Einlassbedingung f\u00fcr das Reich Gottes geforderte \u201eneue Gerechtigkeit\u201c, die \u201egr\u00f6\u00dfer ist als die der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er\u201c (Mt 5,20), buchstabiert Ragaz mit Blick auf die soziale und politische Wirklichkeit seiner Zeit folgenderma\u00dfen aus \u2013 und versammelt dabei stichwortartig die zentralen Momente seines Denkens und Handelns: \u201eGott schafft Freiheit und Menschenw\u00fcrde. Gott fordert Gerechtigkeit. Gott strahlt Wahrheit aus, Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit, Liberalismus, Demokratie, Sozialismus, Kommunismus \u2013 alle recht verstanden \u2013 sind solche Ausstrahlungen.\u201c Wir m\u00fcssen uns hier auf diese knappe Positionsbestimmung beschr\u00e4nken. So viel d\u00fcrfte aber jetzt schon deutlich sein: Mit seiner Neuinterpretation, die die Bedeutung und das handlungsleitende Potential der Bergpredigt f\u00fcr die soziale und politische Gegenwart freizulegen sucht, ist Ragaz ein Pionier der politischen Theologie. Seine Neuinterpretation der Bergpredigt und seine zahlreichen anderen Schriften wie auch sein Lebensstil als Armer unter den Armen machen ihn zu einem Vorl\u00e4ufer sowohl der Bewegung\u00a0Christen f\u00fcr den Sozialismus, die in den fr\u00fchen 1960er Jahren eine kurze Bl\u00fcte erlebte, als auch zum Vorl\u00e4ufer, ja wom\u00f6glich ersten Vertreter der Theologie der Befreiung.<\/p>\n<p>Sein Bergpredigt-Buch lohnt immer noch die Lekt\u00fcre. Ich selbst f\u00fchlte mich sehr an Ragaz erinnert, als vor bald zwanzig Jahren, im April 2004, ein sogenanntes \u201eDossier\u201c der Zeitschrift\u00a0Publik Forum\u00a0erschienen ist \u2013 unter dem Titel \u201eDie Bergpredigt. Vision f\u00fcr das 21. Jahrhundert\u201c. H\u00e4tte er es noch erlebt, w\u00e4re Leonhard Ragaz ganz sicher unter den Autoren gewesen, ja h\u00e4tte dieses Heft vielleicht sogar herausgegeben.<\/p>\n<h3>Pier Paolo Pasolini<\/h3>\n<p>Von Leonhard Ragaz ist es in Sachen Evangelium kein weiter Weg zu Pier Paolo Pasolini (1922\u20131975), einem der bedeutendsten europ\u00e4ischen K\u00fcnstler und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Pasolini war katholisch sozialisiert, sagte sich aber sp\u00e4ter von seinem Glauben los und ordnete sich als Atheist ein. Gleichwohl blieb er innerlich dem Christentum sehr verbunden. Ich denke, die Lossagung hing eng mit seiner Homosexualit\u00e4t zusammen, weil er so wohl seinen durch die damalige katholische Moralit\u00e4t befeuerten, ihn niederdr\u00fcckenden Schuldgef\u00fchlen entkommen zu k\u00f6nnen glaubte. Pasolini litt ebenso an der (katholischen) Kirche und kritisierte sie beharrlich, wie er gleichzeitig hoffte, diese k\u00f6nne zu einer wichtigen ethischen, sozialen und spirituellen Kraft werden, sobald sie Machtpositionen aufgebe, arm werde und sich von Grund auf erneuere.<\/p>\n<p>Im Jahre 1964 pr\u00e4sentierte Pasolini seine Filmbearbeitung des Matth\u00e4usevangeliums, die er dem Andenken an Papst Johannes XXIII. widmete. Wie f\u00fcr Ragaz sind auch f\u00fcr Pasolini Jesu Option f\u00fcr die Armen und die soziale Relevanz seiner Verk\u00fcndigung von entscheidender Bedeutung. Sein Film\u00a0Das erste Evangelium \u2013 Matth\u00e4us\u00a0partizipiert an der Aufbruchsstimmung des II. Vatikanums und ist ebenfalls ein Pr\u00e4ludium der Theologie der Befreiung, jener Bewegung, der zehn Jahre sp\u00e4ter der Titel des grundlegenden Werkes von Gustavo Gutierrez ihren Namen gegeben hat. Gleichzeitig ist der Film ein k\u00fcnstlerischer Kommentar zum Matth\u00e4usevangelium, der auch f\u00fcr die Exegese vielf\u00e4ltige Impulse bereith\u00e4lt.<\/p>\n<p>Obwohl Pasolini grunds\u00e4tzlich Matth\u00e4us eng folgt, erlaubt er sich doch auch bei der\u00a0Inszenierung und Kontextuierung der Bergpredigt\u00a0einige interessante Modifikationen und Konkretisierungen. So schiebt er etwa zwischen den Sammelbericht zum ersten Auftreten Jesu (Mt 4,23\u201325) und den bei Matth\u00e4us direkt folgenden Auftakt zur Bergpredigt (Mt 5,1) die \u201eHeilung eines Auss\u00e4tzigen\u201c (Mt 8,1\u20134) ein. Damit bricht er das matth\u00e4ische Nacheinander von Wort- und Tatverk\u00fcndigung auf und l\u00e4sst die Bergpredigt von einem ersten Beispiel von Jesu t\u00e4tiger Zuwendung zu den Armen, zu denen auch die stigmatisierten Kranken rechneten, umfangen sein. Die Heilung und die Freude \u00fcber sie wirken dabei wie ein Vorschein auf die Wahrhaftigkeit der Zusagen der anschlie\u00dfenden \u201eSeligpreisungen\u201c. (Die Bergpredigt-Sequenz findet sich auf der DVD von\u00a0Arthouse \u2013 Kinowelt Home Entertainment\u00a0unter Kap. 7; 38:55\u201342:34.)<\/p>\n<p>So schlicht Pasolinis Inszenierung der Bergpredigt mit dem frontal in die Kamera sprechenden Jesus auf den ersten Blick auch scheinen mag, so interpretativ wirksam ist sie doch bei n\u00e4herer Betrachtung:<\/p>\n<ul>\n<li>Pasolini hat mit k\u00fcnstlerischer Intuition den\u00a0Kompositionscharakter\u00a0der Bergpredigt erkannt und schn\u00fcrt diese Komposition gewisserma\u00dfen auf. Er arrangiert die Perikopenfolge teilweise anders und muss nat\u00fcrlich, nicht zuletzt auch aus Zeitgr\u00fcnden, eine Auswahl treffen.<\/li>\n<li>Die Bergpredigt ist f\u00fcr Pasolini kein einmaliges, gro\u00dfes \u201aEvent\u2018. Vielmehr spricht sein Jesus die Worte an den verschiedensten Orten, immer im Freien, zu jeder Tages- und Nachtzeit und quasi bei jedem Wetter.<\/li>\n<li>Jesu Adressaten kommen nie ins Bild, aber es sind gewiss nicht die religi\u00f6sen Eliten in den St\u00e4dten oder im Tempel, und auch die wohlhabenden Gutsbesitzer \u00adwerden sich kaum zu Jesus hinausbegeben haben. Seine Adressaten sind die Menschen auf dem Land, die von der Steuerlast niedergedr\u00fcckten Kleinbauern und die ausgebeuteten Tagel\u00f6hner. Indirekt wird so die Bergpredigt zu einem basalen Ausdruck von Jesu Option f\u00fcr die Armen.<\/li>\n<li>Adressaten sind aber besonders auch die\u00a0Zuschauer im Kino: Jeder einzelne wird direkt von der Leinwand her angesprochen. Damit zielt die Botschaft der Bergpredigt auch direkt in die Gegenwart. Jesus spricht zu uns in Gro\u00dfaufnahmen, wobei seinen Worten oftmals durch kleine Ranfahrten der Kamera oder Zooms noch mehr Eindringlichkeit verliehen wird. Genauso arbeitet Wim Wenders in seinem Film \u00fcber Papst Franziskus, wenn er diesen immer wieder direkt von der Leinwand zu uns sprechen l\u00e4sst. Dies ist sicherlich eine Hommage an Pasolinis Matth\u00e4usfilm, den Wenders au\u00dferordentlich sch\u00e4tzt.<\/li>\n<li>Jesus spricht seine Worte in einem\u00a0weiten F\u00e4cher von Stimmlagen, wie man einen solchen beim Lesen der Bergpredigt immer als M\u00f6glichkeit mitbedenken sollte: Der Bogen reicht von aufmunternd und ermutigend bis zu dr\u00e4ngend, fordernd, ja mitunter scharf. Jesus zieht gewisserma\u00dfen alle Register, um seine Inhalte wirkungsvoll zu vermitteln.<\/li>\n<li>Unmittelbar vor dem Ruf in die Entscheidung mit der Perikope \u201eVon den zwei Wegen\u201c (Mt 7,13\u201314), mit der Pasolini seine Bergpredigt beschlie\u00dft, platziert er einen umf\u00e4nglichen Abschnitt aus der langen Perikope \u201eVon der rechten Sorge\u201c, n\u00e4herhin deren b\u00fcndelnden Part in den Versen Mt 6,25\u201334. Diese prominente Positionierung und die ausf\u00fchrliche Zitation sind auch eine Reverenz Pasolinis an den gro\u00dfen Heiligen aus Assisi, dem diese Worte so wichtig waren. Pasolini l\u00e4sst sie Jesus mit sanfter, ja uns geradezu z\u00e4rtlich umwerbender Stimme sprechen und blendet dazu T\u00f6ne aus dem wunderbaren, meditativen Adagio von Bachs E-Dur-Konzert f\u00fcr Violine und Orchester ein (BWZ 1042). In Pasolinis bekannterma\u00dfen gro\u00dfen Wertsch\u00e4tzung des heiligen Franziskus verbinden sich Spiritualit\u00e4t und Akzentuierung der gesellschaftlich-politischen Relevanz von Jesu Verk\u00fcndigung, die sich beide in der Bergpredigt verdichten. Nicht zuf\u00e4llig l\u00e4sst Pasolini in der zentralen Franziskus-Episode seines Films\u00a0Gro\u00dfe V\u00f6gel \u2013 kleine V\u00f6gel\u00a0(1965), der unmittelbar auf die Evangelienverfilmung folgte, seinen Franziskus Worte aus der sogenannten \u201eFriedensrede\u201c von Papst Paul VI. vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sprechen (am 4. Oktober 1965), in denen dieser die \u00dcberwindung von Klassenunterschieden und globale \u00ad<br \/>\nGerechtigkeit forderte.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Papst Franziskus<\/h3>\n<p>Wie sehr auch er den Heiligen Franziskus verehrt, hat Jorge Mario Bergoglio (geb. 1936) durch die Wahl seines Papstnamens unterstrichen. Den\u00a0Sonnengesang\u00a0des Heiligen aus Assisi zitiert der Papst im Titel seiner zweiten, bedeutenden Enzyklika\u00a0<a id=\"_idTextAnchor013\"><\/a>Laudato s\u00ec \u00fcber \u201edie Sorge f\u00fcr das gemeinsame Haus\u201c (2015), wie ihr Untertitel lautet. Und die franziskanische Sch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t ist, wie wir sahen, nachhaltig von der Bergpredigt inspiriert: von Jesu Appell, \u201efrei von der Sorge\u201c zu sein, den er mit dem Lobpreis der Sch\u00f6nheit und der Wohl-Eingerichtetheit der Sch\u00f6pfung begr\u00fcndet hat. Und diesem Lobpreis ist auch ein starker Imperativ zur Erhaltung der Sch\u00f6pfung eingeschrieben. Die Bergpredigt grundiert zweifelsohne das gesamte Wirken des Papstes, besonders sein Handeln \u201ead extra\u201c, d. h. in die Welt hinein: sein Engagement f\u00fcr Frieden, f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, f\u00fcr die Opfer sozialer Ungerechtigkeit u. v. a., wof\u00fcr ihm weltweit gro\u00dfe Anerkenung zuteil wurde und wird.\u00a0Explizit\u00a0kommt Papst Franziskus aber vergleichsweise selten auf die Bergpredigt zu sprechen. Tut er dies, dann gilt seine Aufmerksamkeit besonders den \u201eSeligpreisungen\u201c. Bei einer Stadion-Predigt am 1. November 2016 im schwedischen Malm\u00f6 sagte er einmal in der ihm eigenen etwas saloppen Art, aber doch programmatisch: \u201eDie Seligpreisungen sind in gewisser Weise der Personalausweis des Christen, der ihn als Anh\u00e4nger Jesu ausweist.\u201c<\/p>\n<p>Den Seligpreisungen widmete der Papst 2018 einen langen Passus in seinem Apostolischen Schreiben \u00dcber den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute, das er mit Gaudete et exultate (Mt 5,12: \u201eFreut Euch und jubelt\u201c) \u00fcberschrieben hat, also mit den Anfangsworten der letzten Seligpreisung. Noch deutlicher wird sein pers\u00f6nlicher Zugang zu den Seligpreisungen zwei Jahre sp\u00e4ter in seiner ihnen gewidmeten, \u00fcber neun Wochen gef\u00fchrten Katechese bei den Generalaudienzen im Vatikan (online unter: www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/audiences\/2020.html). Hier wird sichtbar, wie sehr Franziskus die Worte Jesu f\u00fcr das Leben der einzelnen Gl\u00e4ubigen bedeutsam zu machen sucht, indem er sie lebenspraktisch und spirituell interpretiert. Verdeutlichen wir uns den Zugang von Papst Franziskus exemplarisch an seinen Worten zu derjenigen Seligpreisung, die seinem Wahlspruch als Papst am n\u00e4chsten kommt. Dieser zitiert den gro\u00dfen Theologen Beda Venerabilis und lautet\u00a0Miserando atque eligando, also: \u201eDurch Erbarmen und Erw\u00e4hlung\u201c. Das erste Motto-Wort bestimmt die f\u00fcnfte Seligpreisung (Mt 5,7): \u201eSelig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.\u201c Diese Seligpreisung hat, wie Fraziskus bemerkt, eine Sonderstellung, ist sie doch die einzige, in der \u201edie Ursache und die Frucht der Gl\u00fcckseligkeit \u00fcbereinstimmen.\u201c (Dieses und die folgenden Zitate stammen aus der Katechese vom 18.3.2020.) Sie ist gesprochen in der f\u00fcr Jesus typischen Sprache der \u201eWechselseitigkeit\u201c, die wir auch aus dem Vaterunser kennen, aus der Bitte um die Vergebung der Schuld, oder wenn Jesus sagt: \u201eSeid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist.\u201c (Lk 6,36)<\/p>\n<p>Barmherzigkeit begreift Franziskus zuvorderst als Vergebung, und Vergebung empfangen h\u00e4nge untrennbar mit dem Gew\u00e4hren von Vergebung zusammen. Franzskus wei\u00df um die gro\u00dfen Schwierigkeiten, vergeben zu k\u00f6nnen, und dass es dazu auch der Gnade Gottes bedarf. Aber er erinnert daran: \u201eWir alle sind Schuldner, wir alle stehen im \u201aDefizit\u2018 im Leben. Und wir brauchen Barmherzigkeit.\u201c Um zu unterstreichen, wie wichtig ihm das Vergeben ist, erinnert der Papst bei dieser Gelegenheit an sein erstes Angelus-Gebet auf dem Petersplatz als neugew\u00e4hlter Papst (am 17. M\u00e4rz 2013) vor weit \u00fcber 100.000 Gl\u00e4ubigen. Das Sonntagsevangelium war damals die Episode von der Ehebrecherin, der Jesus vergeben hat und die er mit seinen ber\u00fchmten Worten gerettet hat: \u201eWer von Euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein!\u201c (Joh 8,7) Seit jenem Angelus sei die Barmherzigkeit das Leitmotiv seines Pontifikats geblieben. Er habe gesp\u00fcrt, so sagt er: \u201edass dies die Botschaft ist, die ich [\u2026] vermitteln muss: Barmherzigkeit, Vergebung.\u201c Denn: \u201eDie Barmherzigkeit ist nicht irgendeine Dimension unter anderen, sondern sie ist der Mittelpunkt des christlichen Lebens.\u201c Mehr noch: \u201eSie ist wie die Luft zum Atmen.\u201c<\/p>\n<p>Hoffen wir, dass sich Past Franziskus an diese Worte erinnert, wenn es heute, zehn Jahre nach seinem ersten Angelus, um seine Reaktion auf die Beschl\u00fcsse unseres Synodalen Wegs geht!<\/p>\n<h3>Abschluss<\/h3>\n<p>Noch viele andere Rezeptionen der Bergpredigt h\u00e4tten es verdient, vorgestellt zu werden: Etwa die Interpretation von Albert Schweitzer, der die gro\u00dfe Rede Jesu als Herzst\u00fcck einer Interimsethik begriffen hat, gesprochen in Erwartung der nahe bevorstehenden Vollendung der Herrschaft Gottes. Oder die Bedeutung der Bergpredigt f\u00fcr Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Alle drei haben besonders auf Jesu Forderungen der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe abgehoben und diese als gewaltfreien Widerstand gegen Kolonialherrschaft (Gandhi) oder Rassismus (King) gelebt. Interessant w\u00e4re auch eine Diskussion solcher Sichtweisen gewesen, die gegen\u00fcber der Bergpredigt reserviert bis ablehnend waren. So sprach ihr Max Weber auf weite Strecken eine handlungsleitende Relevanz ab, war er doch beispielsweise \u00fcberzeugt, dass dem \u00dcbel nur mit Gewalt widerstanden werden k\u00f6nne. Der wohl radikalste Ver\u00e4chter der Bergpredigt war Friedrich Nietzsche, der sie als Ausdruck einer \u201eSklavenmoral\u201c verwarf. \u2013 Bereits unser kleiner, fragmentierter Streifzug durch die Auslegungsgeschichte der Berpredigt d\u00fcrfte aber den enormen Pluralismus, wo nicht die Heterogeni\u00e4t der Perspektiven auf diesen Schl\u00fcsseltext deutlich gemacht haben. Anders, positiv gewendet kann man auch sagen: Die Auslegungsgeschichte enth\u00fcllt die Dynamik des Sinns, das schier unauslotbare Sinnpotential der Bergpredigt und biblischer Texte \u00fcberhaupt. Auf neue Fragestellungen, auf Blicke aus den unterschiedlichsten zeitlichen, r\u00e4umlichen und gesellschaftlich-politischen Kontexten geben die biblischen Texte immer neue Antworten. Nicht alle von ihnen lassen sich nach heutigen exegetischen Kriterien aufrecht halten, vieles ist spannungsvoll, wo nicht widerspr\u00fcchlich. Aber dem ungeachtet ist die Vielfalt der Zug\u00e4nge zur Bergpredigt doch ein eindrucksvoller Spiegel des immer neuen Ringens um das rechte Verst\u00e4ndnis dieses herausfordernden Textes. Und damit ein Ausdruck der \u00fcberragenden Relevanz, die man ihm immer zugesprochen hat.<\/p>\n<p>Wenn Martin Stiewe und Fran\u00e7ois Vouga den Titel ihres sch\u00f6nen Buchs\u00a0Die Bergpredigt und ihre Rezption\u00a0um den Untertitel\u00a0als kurze Darstellung des Christentums\u00a0verl\u00e4ngern, dann trifft diese den Punkt. Der Pluralismus der Auslegungen und ihre jeweiligen geschichtlichen Bedingtheiten sind in unserer heutigen Situation, da die Kirche wichtige Aufbr\u00fcche wagen muss, eine Ermutigung und implizit ein Appell: Lebendig bleibt wie ein Textverstehen auch eine Institution nur, wenn sie sich nicht auf vermeintlich unver\u00e4nderbare Sichtweisen<br \/>\nfixiert, sondern offen f\u00fcr neue Orientierungen ist, die die \u201eZeichen der Zeit\u201c nicht nur wahrnehmen, sondern couragiert auf diese reagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bergpredigt hat tiefe Spuren in der Theologie-, Geistes- und Kulturgeschichte aber auch in der politischen Geschichte der vom Christentum impr\u00e4gnierten Gesellschaften hinterlassen. Sie hat aber auch weit \u00fcber diese hinaus ausgestrahlt und erfreut sich auch in anderen Weltreligionen hoher Wertsch\u00e4tzung. 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