{"id":52856,"date":"2023-12-05T09:00:05","date_gmt":"2023-12-05T08:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=52856"},"modified":"2024-12-04T11:42:34","modified_gmt":"2024-12-04T10:42:34","slug":"mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/","title":{"rendered":"Mathematical genius and controversial theologian"},"content":{"rendered":"<p>Von seinem Vater inspiriert, interessierte sich der 1623 geborene Blaise Pascal schon fr\u00fch f\u00fcr Mathematik und verfasste mit gerade einmal 16 Jahren einen Essay zum Thema Kegelschnitte. Er erfand eine\u00a0Rechenmaschine, die 1652 fertiggestellt war und von Pascal unter anderem an K\u00f6nigin Christine von Schweden gesandt wurde. Wenig sp\u00e4ter begann er, sich mit dem Thema des Vakuums zu besch\u00e4ftigen, wor\u00fcber er auch mit Descartes korrespondierte. Mathematik, Geometrie und Arithmetik haben ihn sein Leben lang begleitet, Pascal war einer der herausragenden Mathematiker seiner Zeit. Dauerhaft besch\u00e4ftigte ihn die Wahrscheinlichkeitsrechnung, die er mit prominenten zeitgen\u00f6ssischen Mathematikern wie Fermat diskutierte, ein Thema, das naturgem\u00e4\u00df die Theoretiker des Gl\u00fccksspiels besonders interessierte. F\u00fcr Pascal sollten wahrscheinlichkeitstheoretische \u00dcberlegungen sp\u00e4ter auch in einem ganz anderen Zusammenhang relevant werden, n\u00e4mlich in der Frage nach der Existenz Gottes.<\/p>\n<p>1646 bekehrte sich Pascals Familie zum Jansenismus, und er selbst widmete sich in der Folge intensiven biblischen und theologischen Studien, als Jansenist vor allem den Schriften von Augustinus und ihrem Exegeten, Cornelius Jansenius (Augustinus, 1640). Nach einer schweren Erkrankung 1647 verlagerte Pascal seinen Lebensmittelpunkt nach Paris. In seinen mittleren Jahren bewegte er sich in mond\u00e4nen Pariser Salons und im Milieu des gelehrten Libertinismus, Epikureismus und Skeptizismus \u2013 auch dies ist von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr seine sp\u00e4tere Philosophie der Religion.<\/p>\n<p>In Folge einer pers\u00f6nlichen Krise, die mit einer religi\u00f6sen Vision verbunden war \u2013 diese ist in einem M\u00e9morial dokumentiert \u2013, gab Pascal sein Leben in der Pariser Gesellschaft auf, zog sich mehr und mehr aus der Welt zur\u00fcck und trat in engen Kontakt zu Port-Royal, dem Nonnenkloster, in dem seine Schwester Jacqueline ab 1652 eine leitende Funktion innehatte. Dort lebte er in den Granges, dem Gut des Klosters, wo sich ein Kreis von gebildeten adeligen M\u00e4nnern, die sogenannten Solitaires, zur Meditation und zum Unterricht von Sch\u00fclern, unter ihnen Jean Racine, versammelte. Hier kam er auch in engen Kontakt mit einer Gruppe um Antoine Arnauld und Pierre Nicole, die augustinisch-jansenistisch gepr\u00e4gt, wissenschaftlich ambitioniert und stark vom cartesischen Rationalismus beeinflusst waren. Arnauld und Nicole verfassten eine Grammatik und, wohl unter Mitwirkung Pascals, die einflussreiche Logik von Port-Royal. Im Milieu des rationalistisch gef\u00e4rbten Fl\u00fcgels von Port-Royal um Arnauld vertiefte Pascal nicht nur seine theologischen Kenntnisse, sondern sch\u00e4rfte auch seine logischen F\u00e4higkeiten; Albert Camus, ein aufmerksamer Leser Pascals, hat diesem attestiert, er sei \u201ege\u00fcbt in intellektueller Gymnastik\u201c gewesen (Camus,\u00a0Carnets\u00a0II, 78).<\/p>\n<p>Als Jansenist polemisierte Pascal unter dem Pseudonym Louis de Montalte in seinen fiktiven Briefen\u00a0Lettres provin\u00adciales\u00a0(1656\/57) scharfsinnig gegen die Jesuiten, denen er eine probabilistische Kasuistik und moralischen Laxismus vorwarf. Das Werk wurde auf den Index gesetzt. Sp\u00e4ter sollte es zum oft uneingestandenen Vorbild der aufkl\u00e4rerischen Polemik in Frankreich und speziell auch des Polemikers und Kirchenkritikers Voltaire avancieren \u2013 ein bemerkenswerter Umstand eingedenk der tiefen Fr\u00f6mmigkeit und namentlich des prononcierten Wunderglaubens Pascals.<\/p>\n<p>Aus heutiger Perspektive mag es merkw\u00fcrdig erscheinen, dass Pascal, ein in Physik, Mathematik und Logik bestens geschulter Geist, \u00fcber Jahre und bis ans Ende seines Lebens als Mathematiker produktiv und im Gespr\u00e4ch unter anderem mit Descartes, Huygens und Fermat, vermutlich einer der intelligentesten K\u00f6pfe seiner Zeit, ein mit allen Wassern gewaschener Polemiker, dass ausgerechnet dieser Pascal bereit war, die Erfahrung christlicher Wunder ins Zentrum seines Denkens zu r\u00fccken. 1656 war eine Nichte Pascals von einem gravierenden Augenleiden geheilt worden, als sie in Port-Royal eine Reliquie mit einem Dorn aus der Krone Christi ber\u00fchrt hatte. Angesichts dieses sogenannten Wunders des heiligen Dorns entwarf Pascal den Plan einer\u00a0Apologie de la religion chr\u00e9tienne, aus dem die ber\u00fchmten\u00a0Pens\u00e9es\u00a0(verfasst Ende der 1650er Jahre) hervorgingen, welche das Zentrum seines nicht-wissenschaftlichen Werkes bilden. Pascal schrieb den Wundern eine wesentliche Funktion in der Offenbarung Gottes gegen\u00fcber den Menschen zu und verlangte dem Christen den Glauben an Wunder ab, richtiger: er erhoffte f\u00fcr den Christenmenschen den Glauben an Wunder als g\u00f6ttliche Gnade. Sein entschiedener Glaube an Wunder hat im 18. Jahrhundert prominente Philosophen als Kritiker auf den Plan gerufen wie etwa David Hume und \u2013 trotz dessen Bewunderung f\u00fcr Pascal \u2013 den Sarkasmus Voltaires provoziert.<\/p>\n<p>Blaise Pascal war ein au\u00dferordentlich vielseitiger Mensch von h\u00f6chster intellektueller Strenge. Doch nicht nur das. Zu seinen erstaunlichsten Seiten z\u00e4hlten seine technischen, logistischen und \u00f6konomisch-gemeinwohlorientierten Initiativen und Innovationen, so etwa zur Trockenlegung von S\u00fcmpfen und zur Einf\u00fchrung eines \u00f6ffentlichen Transportsystems in Paris, der sogenannten carrosses \u00e0 cinq sols. Im August 1662 starb Pascal, der sein Leben lang unter schweren Krankheiten gelitten und heftige psychische Krisen durchlebt hatte, im Alter von nur 39 Jahren. Die H\u00e4lfte seines Verm\u00f6gens vermachte er wohl\u00adt\u00e4tigen Einrichtungen.<\/p>\n<h3>Wissenschaftstypen<\/h3>\n<p>Pascal hat mathematische Schriften verfasst, unter anderem \u00fcber Kegelschnitte, physikalische, unter anderem \u00fcber das Vakuum, dann bedeutende theologisch-philosophische Schriften, hier sind zentral die\u00a0Pens\u00e9es\u00a0anzuf\u00fchren. Des Weiteren hat er kleinere philosophische Schriften unterschiedlicher Art verfasst, etwa methodologische wie\u00a0De l\u2019esprit g\u00e9om\u00e9trique, aber auch Texte \u00fcber Rhetorik und h\u00f6fische Verhaltenstraktate, wie sie in seiner Zeit \u00fcblich waren. Angesichts der Vielfalt seiner intellektuellen Interessen und Aktivit\u00e4ten w\u00fcrde man ihn als einen Universalgelehrten bezeichnen. In der Gelehrtenrepublik des 17. Jahrhunderts gab es deren nicht wenige, unter ihnen ragt Leibniz hervor. Und doch war Pascal kein Polyhistor wie Leibniz. Denn Pascal war im Bereich der historischen Erudition, der humanistischen Gelehrsamkeit weniger ausgewiesen als andere profilierte Zeitgenossen und eben auch als Leibniz.<\/p>\n<p>Schon um 1650 hat Pascal in einem erst mehr als hundert Jahre sp\u00e4ter erschienenen kurzen Essay sein Wissenschafts- und Fortschrittsverst\u00e4ndnis dargelegt (Pr\u00e9face au Trait\u00e9 sur le vide). Hier wird kategorisch zwischen den Wissensfeldern unterschieden, die wir seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert als Geistes- und als Naturwissenschaften bezeichnen. Dieser Essay, deutlich beeinflusst von der Wissenschaftsauffassung Francis Bacons, ist ein fr\u00fcher Beitrag zu der Ende des 17. Jahrhunderts in Frankreich ausgetragenen\u00a0Querelle des Anciens et des Modernes.\u00a0In den Naturwissenschaften und der Mathematik, den Vernunftwissenschaften, w\u00e4chst Pascal zufolge die Erkenntnis durch rational deduzierten oder empirisch-experimentell vorangetriebenen Fortschritt kontinuierlich. Im Bereich dieses Typs von Wissenschaften sind die Modernen und unter ihnen die jeweiligen Zeitgenossen den Alten (der Antike und Nachantike) prinzipiell \u00fcberlegen. Zu den den Naturwissenschaften entgegengesetzten, von Pascal so genannten Ged\u00e4chtniswissenschaften geh\u00f6ren vor allem die Geschichte, die Philologie, die Jurisprudenz und die Theologie. Diese Wissenschaften st\u00fctzen sich, so Pascal, auf die Autorit\u00e4t, auf Zeugnisse und Texte, die so nah wie m\u00f6glich an den ma\u00dfgeblichen Quellen situiert sein sollten. Dementsprechend besteht Fortschritt in diesem Wissenschaftstyp in der immer gr\u00f6\u00dferen Ann\u00e4herung an die als solche erkannten Quellen. Im Bereich dieses autorit\u00e4tsbasierten Wissenschaftstyps gibt es kein progressiv-akkumulatives Voranschreiten, sondern ein quellenbasiertes, stetig zu vertiefendes Wissen.<\/p>\n<p>Pascal unterscheidet zwei Wissenschaftstypen und dementsprechend unterschiedliche Modelle von Erkenntnisgewinn und wissenschaftlichem Fortschritt. Im Bereich der Vernunft- und Erfahrungswissenschaften gibt es bereichsspezifische Fortschritte \u2013 die entsprechende Differenzierung und Pluralisierung des Fortschritts sind ja Voraussetzungen des aufkl\u00e4rerischen Begriffs vom unbegrenzten Fortschritt. Seiner Konzeption der historischen und hermeneutischen Wissenschaften zufolge kann Erkenntnisgewinn hier nur in einer immer st\u00e4rkeren Ann\u00e4herung an die urspr\u00fcnglichen Quellen, die Bibel, die historische Quelle, den Gesetzestext bestehen. Den Mathematikern, Naturwissenschaftlern und Medizinern der Vergangenheit sollte man, so l\u00e4sst sich Pascals Sichtweise zusammenfassen, nur historische Bedeutung beimessen, ohne ihre revisionsbed\u00fcrftigen Erkenntnisse f\u00fcr aktuell g\u00fcltig zu halten. Theologen und den Kirchenv\u00e4tern hingegen k\u00f6nne man sich in der Schriftauslegung anschlie\u00dfen, da sie als Exegeten dem Prinzip der Autorit\u00e4t folgten; wer freilich in der Gegenwart\u00a0Innovationen\u00a0in der Theologie suche, habe das Prinzip der Ged\u00e4chtniswissenschaften nicht verstanden und riskiere es, zum H\u00e4retiker zu werden.<\/p>\n<p>Pascal hat, entsprechend der skizzierten Wissenschaftstypologie, als Mathematiker und Naturwissenschaftler anders gearbeitet als als Philosoph und Theologe: n\u00e4mlich mehr im Austausch mit anderen Wissenschaftlern, ergebnisoffener und kompetitiver. Als Philosoph hingegen war er vor allem Theologe und als solcher einerseits streitbar (vgl.\u00a0Lettres provinciales), andererseits und vor allem aber\u00a0un grand solitaire, der in fragmentarischen Reflexionen die Wahrheit des Menschen und die Wahrheit Gottes zu ergr\u00fcnden suchte (vgl.\u00a0Pens\u00e9es).<\/p>\n<h3>Eine skeptische Vernunft<\/h3>\n<p>Derjenige fr\u00fchneuzeitliche Philosoph, der im 17. Jahrhundert in Frankreich vermutlich am meisten gelesen wurde, war Michel de Montaigne mit seinen 1580 zuerst erschienenen\u00a0Essais, die Pierre Charron in einer Art Digest unter dem Titel\u00a0De la sagesse\u00a0(1601) popularisiert hatte. Montaigne hat den antiken Skeptizismus und dessen Darstellung durch Sextus Empiricus im fr\u00fchneuzeitlichen Europa bekannt gemacht, und zwar sowohl die gem\u00e4\u00dfigte Akademischen Skepsis als auch den radikalen Pyrrhonischen Skeptizismus. Zudem hat er die sogenannte Lehre von der doppelten Wahrheit vertreten und, damit verbunden, dem Fideismus im fr\u00fchneuzeitlichen Europa ein klares Profil verliehen. Im l\u00e4ngsten seiner\u00a0Essais, der\u00a0Apologie de Raimond Sebond, fragt Montai\u00adgne, ausgehend von der \u00dcbersetzung und Kommentierung eines theologischen Textes des 15. Jahrhunderts, der\u00a0Theologia naturalis\u00a0des Raimundus Sebundus, nach der Reichweite der menschlichen Erkenntnis. Die Wahrheit Gottes erweist sich dabei als der menschlichen Vernunft unzug\u00e4nglich. Es gibt, so Montaigne, eine Wahrheit der Vernunft und eine Wahrheit des Glaubens. Letztere l\u00e4sst sich nur mittels eines Sprunges in den Glauben,\u00a0sola fide, erfassen. Die Wahrheit Gottes ist transzendent und jenseits der menschlichen Erkenntnism\u00f6glichkeiten. Die fideistische Position entwickelt er, freilich nicht als Theologe und eher unsystematisch, im Gegensatz zur tradierten nat\u00fcrlichen oder rationalen Theologie, welche von der Zust\u00e4ndigkeit der menschlichen Vernunft auch in theologischen Fragen und religi\u00f6sen Belangen ausging. Und eben diese fideistische Linie f\u00fchrt zu Pascal.<\/p>\n<p>Doch ist die menschliche Vernunft, so Montaigne in besagtem Essay weiter, auch \u00fcber ihre Unzust\u00e4ndigkeit in theologischen Fragen hinaus ein wenig zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erkenntnis der Wahrheit. Sie ist durch und durch fehlbar und irrtumsanf\u00e4llig. Diese Fallibilit\u00e4t des menschlichen Erkennens betrifft aber nicht nur die menschliche Vernunft, sondern auch den Sinnesapparat des Menschen. Immer wieder t\u00e4uschen die Sinne den Menschen, und Montaigne f\u00fchrt zahlreiche Beispiele von Sinnest\u00e4uschungen an, um zu dem Fazit zu gelangen, dass weder die rationale noch die sinnlich-empirische Erkenntnis des Menschen tragf\u00e4hig ist und zur Erkenntnis einer objektiven Wahrheit f\u00fchrt. Die Akademische Skepsis der Antike hatte diesen Befund in die Maxime gefasst, man wisse, dass man nichts wisse. Montaigne referiert dies, h\u00e4lt es aber eher mit den radikaleren Pyrrhonischen Skeptikern, die die Meinung vertreten, man k\u00f6nne nicht einmal wissen, ob man etwas wisse oder wissen k\u00f6nne und m\u00fcsse sich daher jeder Meinung enthalten. Pascal seinerseits hat auf die charakteristische Frageform von Montaignes skeptizistischem Wahlspruch\u00a0Que sais-je?\u00a0hingewiesen; denn zu fragen\u00a0Was wei\u00df ich?\u00a0vermeidet die ihrerseits assertorische Aussageform von:\u00a0Ich wei\u00df nicht, ob ich etwas wei\u00df oder wissen kann.<\/p>\n<p>Pascal ging nun, wie auch Descartes, von der von Montaigne wirkm\u00e4chtig dargelegten skeptischen Ausgangslage aus. Die skeptizistische Option lag angesichts seiner Kontakte zu mond\u00e4nen Pariser Milieus und libertinistischen Kreisen nahe. Wie Arnauld, Nicole und andere intellektuelle Vertreter von Port-Royal teilte er andererseits in vielen Bereichen den cartesischen Rationalismus und dessen Methode des\u00a0mos geometricus. Doch gelangte Pascal zu einer Position jenseits von Skeptizismus und Rationalismus: \u201eDer letzte Schritt der Vernunft ist anzuerkennen, dass es unendlich viele Dinge gibt, die \u00fcber sie hinausgehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Vernunft ist selbstlimitativ, doch in ihre Selbsterkenntnis wirkt die g\u00f6ttliche Gnade hinein. F\u00fcr Pascal sieht sich die Vernunft angesichts der g\u00f6ttlichen Transzendenz mit ihren Grenzen konfrontiert und \u00f6ffnet sich dank der g\u00f6ttlichen Gnade der M\u00f6glichkeit des Glaubens, ja, sie verlangt nach dem Glauben. Zur Erkenntnis Gottes gelangt der Mensch nicht durch den\u00a0esprit de g\u00e9om\u00e9trie, sondern durch\u00a0esprit de finesse\u00a0und\u00a0c\u0153ur. Aus der Heiligen Schrift und aus der Geschichte empf\u00e4ngt das nach Glaubenswahrheit und -\u00fcberzeugung strebende Herz aufgrund der g\u00f6ttlichen Gnade die Offenbarung. In diesem Zusammenhang gelangt Pascal zu der ber\u00fchmten Formulierung: \u201eLe c\u0153ur a ses raisons, que la raison ne conna\u00eet point.\u201c \u201eDas Herz hat seine Gr\u00fcnde, welche die Vernunft nicht kennt.\u201c (Das franz\u00f6sische Wortspiel l\u00e4sst sich im Deutschen schlecht nachbilden.)<\/p>\n<p>Mit dem Skeptizismus Montaignes und dem Stoizismus Epiktets hat Pascal sich in einem\u00a0Entretien avec M. de Sacy sur Epict\u00e8te et Montaigne\u00a0auseinandergesetzt. Dem Stoizismus Epiktets wirft Pascal vor, den Menschen zu \u00fcbersch\u00e4tzen und zu \u00fcberfordern. Der Skeptizismus Montaignes hingegen bestreite jegliche Erkenntnisf\u00e4higkeit des Menschen und spreche ihm damit seine W\u00fcrde ab \u2013 ein Einwand, der mit Blick auf Montaigne freilich nur dessen\u00a0Apologie de Raimond Sebond\u00a0treffen kann, denn Montaigne ist in seinen\u00a0Essais\u00a0keineswegs durchg\u00e4ngig vernunftkritisch. Pascals Einsch\u00e4tzung der Vernunft ist mindestens so ambivalent wie diejenige Montaignes, bei dem die Vernunft \u00fcberwiegend als wertvolles und dynamisches menschliches Verm\u00f6gen figuriert: Pascal wie Montaigne betonen und w\u00fcrdigen die Kraft der menschlichen Vernunft und diskreditieren sie nicht minder nachdr\u00fccklich.<\/p>\n<p>Pascal entwirft eine Anthropologie, derzufolge der Mensch nach dem S\u00fcndenfall ins Elend gefallen, ein \u201eentthronter K\u00f6nig\u201c ist. Nur durch die Gnade \u2013 ein Leitkonzept des Jansenismus \u2013 k\u00f6nne er zur Gr\u00f6\u00dfe gelangen. Allein die christliche Betrachtungsweise kann dem Wesen des Menschen vollst\u00e4ndig gerecht werden. Dies ist der Ausgangsbefund der\u00a0Pens\u00e9es, die Fragen der Anthropologie und der Religion, aber auch der Psychologie, Moral und der Politik behandeln. Pascals Anthropologie bewegt sich zwischen dem Pessimismus der Augustinischen und dem Optimismus der Montaigneschen Anthropologie. Montaigne ist mit seinen im Ton gelassenen Betrachtungen \u00fcber die menschliche Natur sehr pr\u00e4sent in den\u00a0Pens\u00e9es, doch Pascal wendet Montaignes Duldsamkeit gegen\u00fcber den Schw\u00e4chen des Menschen, dessen Neigung sich zu zerstreuen etwa und seiner Neigung, seine Sterblichkeit zu verdr\u00e4ngen, in die Diagnose der Beunruhigung und \u00c4ngstlichkeit des gefallenen Menschen, die nur durch g\u00f6ttliche Gnade zu heilen sind.<\/p>\n<h3>Pens\u00e9es: die Skepsis heilen<\/h3>\n<p>Pascals hat rund 1.000 Aufzeichnungen und Notate von unterschiedlicher L\u00e4nge und Elaboriertheit hinterlassen, die eine \u201aApologie\u2018 der christlichen Religion ergeben sollten. Deren anvisiertes Gesamtarrangement ist undurchsichtig und bis heute umstritten. Es hat im Laufe der Zeit viele und unterschiedliche Ausgaben dieses philosophischen Hauptwerks Pascals gegeben, oft philologische Meisterleistungen. Die erste Ausgabe der\u00a0Pens\u00e9es\u00a0wurde schon 1670 von seinen jansenistischen Glaubensbr\u00fcdern veranstaltet. Eine der prominenten sp\u00e4teren Ausgaben besorgten zwei der wichtigsten franz\u00f6sischen Aufkl\u00e4rer in den 1770er Jahren, n\u00e4mlich der Mathematiker und Philosoph Condorcet und Voltaire. Zu den prominenten katholischen \u00dcbersetzern und Kommentatoren der\u00a0Pens\u00e9es\u00a0im deutschsprachigen Raum z\u00e4hlten Romano Guardini und Hans Urs von Balthasar.<\/p>\n<p>F\u00fcr die diskontinuierlich verlaufene und allemal un\u00fcbersichtliche philosophische Wirkungsgeschichte Pascals gibt es mehrere gewichtige Gr\u00fcnde. Zu diesen z\u00e4hlt zuv\u00f6rderst die philologisch seit Jahrhunderten umstrittene Anordnung der\u00a0Pens\u00e9es\u00a0als ein kardinales philosophisches Problem der\u00a0Pens\u00e9es: das n\u00e4mlich der von Pascal reflektierten und thematisierten Frage des\u00a0ordre, der\u00a0Ordnung\u00a0als solcher im Spannungsfeld von mathematisch-geometrischer Ordnung einerseits, dialektisch-rhetorisch-diskursiver Ordnung andererseits<a id=\"_idTextAnchor000\"><\/a>, und zwar von diskursiver Ordnung auch in ihrer performativen Bedeutung (den rechten Anfang findet man erst, wenn man schon ans Ende gelangt).<\/p>\n<p>Es gibt aber auch einen wichtigen sprachlich-begrifflichen Grund f\u00fcr die teilweise un\u00fcbersichtliche philosophische Wirkungsgeschichte der\u00a0Pens\u00e9es: Pascals philosophische Sprache ist philosophisch vor-terminologisch, und aus sp\u00e4terer Sicht zeigen sich etliche der von ihm verwendeten Begriffsw\u00f6rter \u2013 wie zum Beispiel\u00a0le c\u0153ur\u00a0\u2013 als philosophisch schwer fassbar. Diese vorterminologische Begrifflichkeit ist aber nicht zuletzt auch eine Folge seiner Konzeption von der Vernunft als Begriffsverm\u00f6gen und dem Herzen als Verm\u00f6gen intuitiver Einsicht.<\/p>\n<p>Ziel der Apologie der christlichen Religion in den\u00a0Pens\u00e9es\u00a0ist es, Ungl\u00e4ubige, Skeptiker und Freigeister zum Glauben zu f\u00fchren. Anthropologische Voraussetzung der Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit des Menschen ist dessen kognitives und emotionales, moralisches und gesellschaftliches Elend in Folge des S\u00fcndenfalls. Pascal geht, so k\u00f6nnte man etwas oberfl\u00e4chlich sagen, nicht nur als Physiker und Techniker von der Empirie aus, sondern auch als Anthropologe und Philosoph. Insofern wird er zu Recht der gro\u00dfen franz\u00f6sischen Tradition der Moralistik zugerechnet. Grundlage der Erkenntnis ist die Erfahrung, die der Mensch mit sich selbst als denkendem Wesen, mit seinem Leben als Individuum und in Gesellschaft macht. Obwohl der gefallene Mensch verelendet und korrumpiert ist, verlangt es ihn doch nach wahrer Erkenntnis, nach dem guten und dem rechten Leben. An dieser inneren Bestimmung scheitert er freilich immer wieder, indem er Impulsen gehorcht, den falschen G\u00fctern und Werten nachjagt und Zerstreuung sucht statt allein in seinem Zimmer zu verweilen: das Streben nach Besitz, \u00c4mtern, hohem Status, eine rastlose Ruhmsucht, die Pascal selbst wohl nicht ganz fremd war, all das fesselt den Menschen an das irdische Diesseits und entfremdet ihn von seiner eigentlichen transzendenten Bestimmung. Nur in Gott kann er zu sich selbst finden. Nur als Gottsuchender kann er auch ein moralisch guter Mensch sein. Der Mensch ohne Gott hypostasiert sich selbst in verwerflicher Weise: \u201eDas Ich ist hassenswert\u201c, so eine weitere viel zitierte und erl\u00e4uterungsbed\u00fcrftige Formulierung aus den\u00a0Pens\u00e9es\u00a0Pascals.<\/p>\n<p>In den\u00a0Pens\u00e9es\u00a0charakterisiert Pascal die christliche Moral als Ineinander von Gottesliebe und N\u00e4chstenliebe. Seine zahlreichen und vielf\u00e4ltigen karitativen Aktivit\u00e4ten bezeugen, dass er pers\u00f6nlich sein Handeln dieser moralischen Direktive unterstellte. Pascal rechtfertigt den christlichen Gottesglauben durch die Geschichte der Offenbarung. Die Selbstoffenbarung eines Gottes, den er jansenistisch als einen\u00a0deus absconditus, einen verborgenen Gott, begreift, ist demzufolge aus Zeichen zu erschlie\u00dfen: Dass Jesus Christus gelebt und auf Erden gewirkt hat, dass darin die Prophezeiungen des Alten Testaments in Erf\u00fcllung gegangen sind, dies kann der verst\u00e4ndige und gl\u00e4ubige Mensch dergestalt erkennen. Pascal liest die Heilige Schrift in typologisch-figuraler Weise. Gott hat sich dem Menschen auch in Wundern offenbart, die der menschlichen Vernunft notwendigerweise r\u00e4tselhaft bleiben, sich aber, wenn Gott dem Menschen diese Gnade erweist, dessen Herzen als Zeichen der g\u00f6ttlichen Wahrheit erschlie\u00dfen. Ohne die Bereitschaft des Herzens sind diese Zeichen nicht zu entziffern. Derjenige, der Gnade erf\u00e4hrt, dessen Herz bereit, das hei\u00dft von der Liebe zu Gott durchdrungen ist, bedarf keiner Vernunftbeweise f\u00fcr die g\u00f6ttliche Wahrheit. Solche Beweise kann es auch gar nicht geben; Descartes\u2018 ontologischer Gottesbeweis geht ins Leere.<\/p>\n<h3>Die Wette<\/h3>\n<p>Die Wette auf die Existenz Gottes kann als das exzentrischste Theoriest\u00fcck der\u00a0Pens\u00e9es\u00a0gelten, und au\u00dferhalb seines unmittelbaren Zusammenhangs ist es kaum verst\u00e4ndlich. Man muss sich den Kontext dieser Passage und deren konkret dialogische Struktur vor Augen f\u00fchren, um die Wette zu verstehen.<\/p>\n<p>Pascals Wette auf die Existenz Gottes st\u00fctzt sich auf wahrscheinlichkeitstheoretische \u00dcberlegungen und zeigt, dass es vorteilhafter, im pragmatischen Sinne vern\u00fcnftiger ist, an Gott zu glauben als nicht an ihn zu glauben. Im Mittelpunkt des Textes steht eine Wette auf die Existenz Gottes, zu der Pascal einen in Glaubensfragen indifferenten, agnostischen Freigeist auffordert. Zu wetten, das liegt einem Freigeist nahe, denn die Wette spiegelt seine Erkenntnisskepsis und seine Risikobereitschaft. Der Freigeist ist typologisch ein Gl\u00fccksspieler und Hasardeur, der sich aber durch wahrscheinlichkeitstheoretische \u00dcberlegungen gegen die Verlustrisiken des Gl\u00fccksspiels zu wappnen sucht. Der Chevalier de M\u00e9r\u00e9, ein Libertin, der m\u00f6glicherweise hinter dem libertinistischen Gespr\u00e4chspartner in Pascals\u00a0Wette\u00a0steht, hatte mit Pascal \u00fcber Wahrscheinlichkeitskalkulationen im Zusammenhang des Gl\u00fccksspiels korrespondiert und Pascal zu entsprechenden Studien angeregt. Die Wette (le pari), dieses kurze, zentrale Teilst\u00fcck der\u00a0Pens\u00e9es, muss notwendigerweise unverst\u00e4ndlich bleiben, wenn man seine dialogische Struktur nicht klar erkennt (in manchen Ausgaben und \u00dcbersetzungen fehlen die typographischen Hinweise auf diese Gespr\u00e4chsstruktur, insbesondere Anf\u00fchrungszeichen oder Spiegelstriche). F\u00fcr die Argumentationsstruktur selbst spielt es zwar keine Rolle, f\u00fcr den Stellenwert in den\u00a0Pens\u00e9es\u00a0ist es aber wichtig, sich vor Augen zu f\u00fchren, dass Pascal selbst zeitweilig ein Freigeist war und dass man insofern die dialogische Konstellation des Textes wie \u00fcberhaupt die apologetische Absicht der\u00a0Pens\u00e9es\u00a0auch als inneren Dialog zwischen dem einstigen Libertin und Skeptiker Pascal und dem gl\u00e4ubigen Pascal von Port-Royal lesen kann.<\/p>\n<p>Bei dieser Wette auf die Existenz Gottes, f\u00fcr die Pascal den Freigeist gewinnen will, geht es nicht um einen rationalen Gottesbeweis. \u201eLa raison n\u2019y peut rien d\u00e9terminer.\u201c \u201eDie Vernunft kann dabei nichts ermitteln.\u201c (d\u00e9terminer: dt.\u00a0entscheiden). Pascal zeigt aber auf, dass der Glaube an Gott nicht vernunftwidriger ist als eine indifferentistisch \u00adagnostische Haltung. Das Textst\u00fcck inszeniert ein fiktives Gespr\u00e4ch zwischen einem ungl\u00e4ubigen Libertin\/Libertinisten und dem gl\u00e4ubigen Pascal, der diesen auffordert, sich wie in einer durch M\u00fcnzwurf ausgef\u00fchrten Wette f\u00fcr Bild oder Schrift, das hei\u00dft sich f\u00fcr oder gegen den Glauben an Gott zu entscheiden. Wichtig ist die anthropologisch fundierte Pr\u00e4misse: Der Mensch\u00a0muss\u00a0wetten. Die Entscheidung, auf die Existenz Gottes zu wetten, ist dem Menschen nicht freigestellt, sondern er muss wetten, er muss sich in der Gottesfrage positionieren und kann sich nicht indifferentistisch als Agnostiker aus der Aff\u00e4re ziehen.<\/p>\n<p>\u201eJa, aber man muss wetten. Das ist nicht freiwillig. Ihr seid mit hineingezogen. [(\u2026) il faut parier. Cela n\u2019est pas volontaire, vous \u00eates embarqu\u00e9(s).] Wof\u00fcr entscheidet Ihr Euch also? Pr\u00fcfen wir nach; da man ja w\u00e4hlen mu\u00df, pr\u00fcfen wir nach, was am wenigsten in Eurem Interesse liegt. [\u2026] Wenn Ihr gewinnt, so gewinnt Ihr alles, und wenn Ihr verliert, so verliert Ihr nichts: Wettet also, ohne zu z\u00f6gern, da\u00df er [Gott] ist.\u201c<\/p>\n<p>Da der Freigeist gezwungen ist, sich in der Gottesfrage zu positionieren, kann Pascal ihm im Rahmen eines probabilistischen Kalk\u00fcls klar machen, dass es ratsamer ist, sich f\u00fcr als gegen Gott zu entscheiden. Wenn Gott existiert, gewinnt er alles, falls er auf Gottes Existenz gewettet hat; wenn Gott nicht existiert, verliert er nichts, falls er f\u00e4lschlich auf Gottes Existenz gewettet hat.<\/p>\n<p>Das eigentlich Paradoxe an diesem im Einzelnen komplizierten Gedankenspiel Pascals, welches den Weg zum Glauben bahnen soll, besteht ja in Folgendem: Pascal, der durchg\u00e4ngig auf die durch g\u00f6ttliche Gnade verliehene Willenskraft des menschlichen Herzens setzt, um zum Glauben zu gelangen, \u00fcberbietet mit seiner Wette gewisserma\u00dfen den von ihm kritisierten Rationalismus der traditionellen Gottesbeweise und macht die kalt kalkulierende Vernunft statt des empfindsamen Herzens zum Richtma\u00df der Entscheidung f\u00fcr oder gegen den Glauben an Gott. Dieses Paradox ist ihm durchaus bewusst, sodass er am Ende des Textfragments schreibt: \u201eWenn diese Rede Euch gef\u00e4llt und sie Euch machtvoll scheint, so wi\u00dft, da\u00df sie von einem Menschen verfasst wurde, der vorher und nachher auf die Knie gefallen ist, um dieses unendliche und unteilbare Wesen, dem er sein ganzes Wesen unterwirft, zu bitten, da\u00df es sich auch zu Eurem eigenen Wohl und zu seinem Ruhm Euer Wesen unterwirft und da\u00df sich so die Macht mit dieser Niedrigkeit vereinigt.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts der mathematisch begr\u00fcndeten entscheidungstheoretischen Option auf die Existenz Gottes zu setzen, muss sich der Libertin geschlagen geben. Er hat sich \u00fcberzeugen lassen, erstens, dass er wetten muss, und zweitens, dass er pragmatisch rational agiert, wenn er auf die Existenz Gottes setzt. Doch selbst wenn er sich, durch die Kraft des besseren Arguments belehrt, geschlagen gibt und Gottes Existenz annimmt, verbindet sich diese rational, pragmatisch, mathematisch induzierte Bereitschaft, Gottes Existenz anzunehmen, doch noch keineswegs mit einer genuinen Glaubens\u00fcberzeugung.\u00a0Credere non potest homo nisi volens, so hatten schon die Kirchenv\u00e4ter befunden. Und selbst wenn jemand bedingungslos glauben will, mag es sein, dass er nicht glauben kann. Glaube l\u00e4sst sich nicht erzwingen.<\/p>\n<p>Eine genuine Glaubens\u00fcberzeugung k\u00f6nne und m\u00fcsse, so hingegen Pascal gegen Ende des Textes, durch diverse Praktiken der Selbstdisziplinierung und religi\u00f6sen Habitualisierung notfalls auch erzwungen werden: Demut,\u00a0sacrificium intellectus, Selbstkasteiung, mechanische Ein\u00fcbung in rituelle religi\u00f6se Praktiken: \u201eDas \u00c4u\u00dfere mu\u00df mit dem Inneren vereint sein, damit man zu Gott gelangt; das hei\u00dft, man soll auf die Knie fallen, mit den Lippen beten usw., damit der stolze Mensch, der sich Gott nicht unterwerfen wollte, nun der Kreatur unterworfen sei.\u201c Derjenige, der nicht glaubt, aber glauben will, muss sich einem Prozess der Selbstkonditionierung und Habitualisierung unterziehen. Er simuliert, imitiert, praktiziert gewisserma\u00dfen hypothetisch das Leben eines Gl\u00e4ubigen: \u201eGanz nat\u00fcrlich wird Euch das gleiche zum Glauben f\u00fchren und Euren Verstand dem\u00fctigen.\u201c (dt. \u00dcbersetzung ungenau: \u201eNaturellement m\u00eame cela vous fera croire et vous ab\u00eatira.\u201c;\u00a0ab\u00eatira: ein facettenreicher Begriff; Nietzsche wird diesen Ausdruck Pascals aufgreifen). In einer philosophisch-theologischen Kontroverse wurden die Pascalschen Praktiken des den Glauben Erzwingens als eine Frage des\u00a0to deceive oneself into faith\u00a0diskutiert.<\/p>\n<p>Der Weg des Libertins von der Skepsis zum Glauben muss demnach drei Stationen durchlaufen: vom Verstand \u00fcber die Gewohnheit zum Herzen: \u201eEs gibt drei Mittel zu glauben: Vernunft, Gewohnheit und Eingebung. [\u2026] man mu\u00df seinen Geist f\u00fcr die Beweise \u00f6ffnen und sich durch Gewohnheit darin best\u00e4rken, jedoch mu\u00df man sich auch durch Dem\u00fctigungen f\u00fcr die Eingebungen empf\u00e4nglich machen, die allein die wahre und heilsame Wirkung hervorbringen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h3>Wirkungsgeschichte<\/h3>\n<p>Pascal hat als Wissenschaftler gro\u00dfe Denker wie Leibniz beeindruckt und als Wissenschaftler und Philosoph Aufkl\u00e4rer wie Voltaire und Condorcet f\u00fcr sich eingenommen \u2013 andererseits d\u00fcrfte nach dem Gesagten auch klar geworden sein, warum er als gl\u00e4ubiger Christ, der zum\u00a0sacrificium intellectus\u00a0bereit war, Aufkl\u00e4rer wie Voltaire auch irritiert und Kritiker des Christentums wie Nietzsche abgesto\u00dfen hat. Nietzsche freilich hat auf der anderen Seite Pascal auch mehrfach ger\u00fchmt: \u201ePascal, den ich beinahe liebe, weil er mich unendlich belehrt hat: der einzige logische Christ.\u201c (Nietzsche, Brief an Georg Brandes, 20.11.1888) Nicht nur scheiden sich an Pascal die Geister. Sondern gro\u00dfe Geister vom Range Voltaires und Nietzsches spiegeln in Pascal vielmehr auch die Ambivalenzen ihres eigenen Denkens.<\/p>\n<h3>Exkurs: Pascal und Wittgenstein<\/h3>\n<p>In der Erforschung der Wirkungsgeschichte von Pascals Werk ist bei dieser Gelegenheit eine Rezeptionsetappe zu verzeichnen, der seitens der Pascalforschung mehr Beachtung geschenkt werden sollte, denn von hier her ergibt sich auch ein interessanter neuer Blick auf Pascal. Man kann n\u00e4mlich einen substantiellen Einfluss Pascals auf Wittgenstein annehmen. Wittgenstein, der als intellektuelle Pers\u00f6nlichkeit und in seiner mathematisch-logischen und philosophischen Doppelbegabung Pascal wohl recht \u00e4hnlich war, hat dessen\u00a0Lettres Provinciales\u00a0und vor allem die\u00a0Pens\u00e9es\u00a0gelesen. Spuren eines solchen Einflusses finden sich in seiner Religionsphilosophie und Haltung zur Mystik, in der literarisch-diskursiven Form seiner Philosophie, in seiner Konzeption von Praktiken, in seinem Anticartesianismus, in seiner Auffassung von der Philosophie.<\/p>\n<p>Schon aus der Ferne betrachtet, fallen religionsphilosophische Konsonanzen zwischen den beiden Augustinus zutiefst verpflichteten Denkern in Wittgensteins\u00a0Lectures on Religious Belief\u00a0(1938) auf, dort etwa die Religion als Aus\u00fcbung einer Praxis betreffend. In der Analyse des Gottesgef\u00fchls durch Wittgenstein hat man substantielle Ber\u00fchrungspunkte mit Pascal gefunden. Mehrfach wurde dar\u00fcber diskutiert, inwieweit man Wittgenstein fideistische Positionen zuschreiben kann. Pascal wie Wittgenstein bezeugten \u00fcberdies pers\u00f6nlich die Bedeutung t\u00e4tiger N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n<p>Philosophisch betrachtet: Bei parallelem Studium von Wittgensteins Schrift\u00a0On Certainty\u00a0und Pascals\u00a0Pens\u00e9es\u00a0wird man zu der \u00dcberzeugung gelangen, dass Wittgensteins Reflexionen \u00fcber Skepsis, Gewissheit und Glauben im kritischen Dialog mit Pascals\u00a0Pens\u00e9es\u00a0entwickelt wurden, und zwar vermutlich nicht oder nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber Dritte vermittelt, sondern in einem direkten Dialog. Nicht nur auf der propositionalen Ebene der Erkenntnisse \u00fcber den Status von Gewissheit, \u00fcber die Unhaltbarkeit radikaler Skepsis und \u00fcber die Abgr\u00fcndigkeit des Glaubens als Modus des F\u00fcr-Wahr-Haltens zeigt sich in Wittgensteins Schrift, ihrerseits ein Ensemble von Fragmenten, unverkennbar der Einfluss der Fragmentensammlung der\u00a0Pens\u00e9es. Vielmehr zeigt sich dieser Einfluss, oder richtiger wohl: diese Inspiration durch Pascal auch an der heuristischen Funktion und performativen Dimension einer epistemisch fundierten fluiden diskursiven Ordnung des Textarrangements (\u201eLa derni\u00e8re chose qu\u2019on trouve en faisant un ouvrage, est de savoir celle qu\u2019il faut mettre la premi\u00e8re.\u201c; dt. korrekt: \u201eDas Letzte, was man findet, wenn man ein Werk verfasst, ist die Einsicht, was man an den Anfang stellen muss.\u201c). Man mag\u00a0On\u00a0Certainty, \u00fcber die Auseinandersetzung mit George Edward Moore hinaus, sogar als einen verkappten Dialog mit Pascal lesen, wie Pascal seinerseits ja, vor allem, aber nicht nur in der\u00a0Wette, einen verkappten Dialog mit einem Libertinisten inszeniert hatte. Verkappt hei\u00dft: nicht einmal typographisch als Dialog markiert \u2013 der Leser muss \u00fcberhaupt erst einmal erkennen, dass es sich um einen Dialog handelt.<\/p>\n<p>Weitere markante \u00dcbereinstimmungen jenseits von On Certainty lassen sich in der Bedeutung von Praxis und Praktiken im Denken beider Autoren finden, \u00dcbereinstimmungen zwischen Wittgensteins Konzepten der Abrichtung, der Therapie und Pascals Habitualisierungsinstruktionen. Und schlie\u00dflich: Wittgensteins exzentrische \u00c4u\u00dferungen \u00fcber das Philosophieren mag man als Nachhall von Pascals Ansicht wahrnehmen, man m\u00fcsse sich, um ein rechter Philosoph zu sein, \u00fcber die Philosophie lustig machen: \u201eSe moquer de la philosophie, c\u2019est vraiment philosopher.\u201c Dies ist \u00fcbrigens ein von Montaigne \u00fcberlieferter Topos, und auch Montaigne z\u00e4hlte ja zu Wittgensteins Lekt\u00fcren. Die Wege der \u00dcberlieferung sind verschlungen und halten f\u00fcr denjenigen, der auch die entlegeneren Quellen aufsucht, manche \u00dcberraschung bereit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von seinem Vater inspiriert, interessierte sich der 1623 geborene Blaise Pascal schon fr\u00fch f\u00fcr Mathematik und verfasste mit gerade einmal 16 Jahren einen Essay zum Thema Kegelschnitte. Er erfand eine\u00a0Rechenmaschine, die 1652 fertiggestellt war und von Pascal unter anderem an K\u00f6nigin Christine von Schweden gesandt wurde. Wenig sp\u00e4ter begann er, sich mit dem Thema des&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":10874,"menu_order":844,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-52856","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Mathematisches Genie und streitbarer Theologe - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Mathematisches Genie und streitbarer Theologe - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Von seinem Vater inspiriert, interessierte sich der 1623 geborene Blaise Pascal schon fr\u00fch f\u00fcr Mathematik und verfasste mit gerade einmal 16 Jahren einen Essay zum Thema Kegelschnitte. Er erfand eine\u00a0Rechenmaschine, die 1652 fertiggestellt war und von Pascal unter anderem an K\u00f6nigin Christine von Schweden gesandt wurde. Wenig sp\u00e4ter begann er, sich mit dem Thema des&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-12-04T10:42:34+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-06-13.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"600\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"337\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"25 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/\",\"name\":\"Mathematisches Genie und streitbarer Theologe - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-06-13.jpg\",\"datePublished\":\"2023-12-05T08:00:05+00:00\",\"dateModified\":\"2024-12-04T10:42:34+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-06-13.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-06-13.jpg\",\"width\":600,\"height\":337},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Mathematisches Genie und streitbarer Theologe\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Mathematical genius and controversial theologian - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Mathematisches Genie und streitbarer Theologe - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Von seinem Vater inspiriert, interessierte sich der 1623 geborene Blaise Pascal schon fr\u00fch f\u00fcr Mathematik und verfasste mit gerade einmal 16 Jahren einen Essay zum Thema Kegelschnitte. Er erfand eine\u00a0Rechenmaschine, die 1652 fertiggestellt war und von Pascal unter anderem an K\u00f6nigin Christine von Schweden gesandt wurde. Wenig sp\u00e4ter begann er, sich mit dem Thema des&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2024-12-04T10:42:34+00:00","og_image":[{"width":600,"height":337,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-06-13.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"25 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/","name":"Mathematical genius and controversial theologian - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-06-13.jpg","datePublished":"2023-12-05T08:00:05+00:00","dateModified":"2024-12-04T10:42:34+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-06-13.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-06-13.jpg","width":600,"height":337},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/mathematisches-genie-und-streitbarer-theologe-ueber-leben-werk-und-wirkungsgeschichte-von-blaise-pascal\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Mathematisches Genie und streitbarer Theologe"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/52856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/52856\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":96250,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/52856\/revisions\/96250"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10874"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}