{"id":52880,"date":"2023-12-05T09:13:02","date_gmt":"2023-12-05T08:13:02","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=52880"},"modified":"2024-12-04T11:51:19","modified_gmt":"2024-12-04T10:51:19","slug":"traditionsgebundenes-handeln-oder-neuanfaenge-das-papsttum-von-leo-ix-bis-gregor-vii-1049-1085-zwischen-urbs-und-orbis","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/traditionsgebundenes-handeln-oder-neuanfaenge-das-papsttum-von-leo-ix-bis-gregor-vii-1049-1085-zwischen-urbs-und-orbis\/","title":{"rendered":"Traditional behaviour or new beginnings?"},"content":{"rendered":"<p>In der Mitte des 11. Jahrhunderts soll der K\u00f6nig von Dalmatien dem Papst einen Papagei geschenkt haben, der ohne gro\u00dfe Anleitung die Worte sprechen konnte: \u201eIch gehe zum Papst.\u201c So vermerkt es jedenfalls eine Lebensbeschreibung Papst Leos IX. Weiter hei\u00dft es: \u201eWenn der verehrungsw\u00fcrdige Hirte, erm\u00fcdet von der Erledigung \u00e4u\u00dferer Angelegenheiten, sich irgendwann einmal in sein Privatgemach zur\u00fcckzog, oder vielleicht eine Niedergeschlagenheit sein von allzu vielen Aufregungen belastetes Herz bedr\u00e4ngte, war dieser Papagei oftmals als Helfer gegen jenen Kummer zugegen, lie\u00df sein gef\u00e4lliges knappes \u201aPapa Leo\u2018 ert\u00f6nen und entfachte damit in ihm innere Kraft.\u201c (Vita Leonis, MGH SS rer. Germ. [70], S. 193).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Ann\u00e4herungen<\/h3>\n<p>Die Geschichte erscheint im Zusammenhang der Bemerkungen, dass sich der Ruf Leos IX. bei allen V\u00f6lkern ausbreitete. Entsprechend hatte der K\u00f6nig von Dalmatien, auch um eine Audienz zu erhalten, diesen wunderbaren Vogel als Geschenk entsandt.<\/p>\n<p>Braucht Kirchenreform einen Papagei? Auff\u00e4llig ist jedenfalls: Papst Leo IX. stammte nicht aus Rom, sondern aus Lothringen. Und obwohl die Vita im Milieu der Herkunft Papst Leos, im lothringischen Toul, verortet ist, nennt sie Dalmatien, blickt nach Osten und erschlie\u00dft damit entferntere Welten. Nicht nur der Papagei als Zeichen war also neu.\u00a0Traditionsgebundenes Handeln oder Neuanf\u00e4nge\u00a0ist der papstgeschichtliche Beitrag zu den Historischen Tagen \u00fcberschrieben. Die Antwort auf diese Frage kann kaum eindeutig ausfallen. Das Ringen um Reform l\u00e4sst sich an vielen Aspekten festmachen. Zu Reform geh\u00f6rt bis heute oft Konflikt. Schaut man nur auf die Listen des\u00a0Annuario pontificio\u00a0mit den rechtm\u00e4\u00dfigen P\u00e4psten, so f\u00e4llt auf, dass mit den sogenannten Gegenp\u00e4psten (Benedikt X., Honorius II. und Clemens III.), die lange Zeit mit den \u2013 nachtr\u00e4glich als rechtm\u00e4\u00dfig geltenden \u2013 Amtsinhabern konkurrierten, auch im Papstamt alles andere als ruhiges Fahrwasser in der fraglichen Zeit festzustellen ist.<\/p>\n<p>Leo IX. war nicht der erste Papst, den man als Reformpapst bezeichnet, aber er war in diesem Reigen sicher besonders wichtig. Was bedeutete es, wenn eine Institution, die lange Zeit auf die Stadt Rom, auf die urbs, fixiert war, zunehmend von Klerikern aus anderen Regionen geleitet wurde? F\u00f6rderte dies Reformvorstellungen und brachte neue Ideen nach Rom? Wie neu war das, und wie lassen sich neue Qualit\u00e4ten der Reform erkennen? Wie wurden diese Vorstellungen verankert, heute w\u00fcrde man sagen: Bestanden sie den Nachhaltigkeitstest? Wurden sie aus der Not geboren? F\u00f6rderten sie den Blick auf Regionen au\u00dferhalb Roms? Zu diesen und weiteren Fragen sind in den letzten Jahren zahlreiche Studien erschienen, die aber meist das 11. und 12. Jahrhundert zusammen behandeln. Hier geht es nur um einige Schlaglichter zur Fr\u00fchzeit der Kirchenreform, die durch weitere Beitr\u00e4ge zu erg\u00e4nzen sind.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Themen und Protagonisten<\/h3>\n<p>Die Neuauflage des Jaff\u00e9, eines Verzeichnisses zu den \u00fcberlieferten papstgeschichtlichen Quellen \u2013 Urkunden, Briefe und weitere Notizen \u2013, dokumentiert im 2020 erschienenen vierten Band zum Zeitraum von 1024 bis 1073 einen Grundbefund: Von Nr. 8834 bis Nr. 11338, also von 2504 Regestennummern, entfallen 2116 auf die Pontifikate Leos IX., Viktors II., Stephans IX., Nikolaus\u2019 II. und Alexanders II. Die Dokumentation nimmt also in dieser Zeit sprunghaft zu. Musste aber die beginnende massenhafte \u00dcberlieferung zwingend ein Mehr an Reform bedeuten? Schauen wir kurz auf Themen und Protagonisten.<\/p>\n<p>Das Zeitalter der Kirchenreform \u2013 das zuweilen verk\u00fcrzt mit dem Etikett \u201eInvestiturstreit\u201c charakterisiert wird \u2013 lassen nicht alle Darstellungen mit den Ereignissen von 1046, dem Eingreifen Heinrichs III. in r\u00f6mische Verh\u00e4ltnisse oder mit dem Pontifikat Leos IX., 1049, beginnen, sondern zuweilen auch mit 1054 (Bruch mit Byzanz) oder 1073 mit dem zentralen Pontifikat Gregors VII. Will man die Zeit bis zum Beginn des Schismas im Jahre 1130 aus papstgeschichtlicher Perspektive charakterisieren, so entwickelte sich eine ver\u00e4nderte Stellung des Papsttums in der mittelalterlichen Welt. Die neue Position betraf aber nicht nur Deutschland und das Kaisertum, sondern auch die sich formierenden Monarchien, die zunehmend in Verb\u00e4nden zusammengeschlossenen monastischen Gemeinschaften sowie \u2013 besonders w\u00e4hrend der Kreuzz\u00fcge \u2013 weitere \u201eStaaten\u201c und Gruppen, vor allem im \u00f6stlichen Mittelmeerraum. Die Frage, in welchem Ma\u00dfe die begleitenden Umgestaltungen in Rom, die mit Schlagworten wie Institutionalisierung, Rationalisierung und Professionalisierung gekennzeichnet werden k\u00f6nnen, Voraussetzungen, Folgen oder Begleiterscheinungen auf dem Weg zur neuen Stellung des Papsttums waren, verlangt nach differenzierten Erkl\u00e4rungen, die hier nur f\u00fcr die Anf\u00e4nge in den Blick genommen werden.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderungen der Rahmenbedingungen waren vielf\u00e4ltig: im Osten der zunehmende Druck der Seldschuken, in S\u00fcditalien die wichtiger werdenden Normannen sowie in den Reichen des Westens und Mitteleuropas vor allem grundlegende Umgestaltungen. Die neue Positionierung Roms und der Streit zwischen\u00a0regnum\u00a0und\u00a0sacerdotium, zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft, geh\u00f6ren in den gro\u00dfen Zusammenhang dieser Umstrukturierungen, die geistige wie soziale und wirtschaftliche Aspekte gleicherma\u00dfen betrafen. Neue Lebensformen der Stadt pr\u00e4gten die mittelalterliche Gesellschaft zunehmend, die Verchristlichung des Kriegshandwerks, die Beteiligung der Laien am kulturellen Leben, die Weiterentwicklung von Schulen, die sp\u00e4ter zur Errichtung von Universit\u00e4ten f\u00fchrten, sind einige Stichworte.<\/p>\n<p>Blickt man auf die pr\u00e4genden P\u00e4pste dieser Zeit, so stechen mehrere, inzwischen auch als Personen besser erkennbare Charaktere hervor, von denen Gregor VII. (1073\u20131085) am markantesten ist. Will man ihn als eine Art Angelpunkt dieser zuweilen nach ihm bezeichneten Epoche ansehen, so lassen sich vor ihm die sogenannten\u00a0deutschen P\u00e4pste\u00a0sowie Vertreter verschiedener Reformstr\u00f6mungen benennen; nach Gregor VII. waren einige P\u00e4pste besonders den neuen religi\u00f6sen Bewegungen verpflichtet. Von der Gruppe der vor Gregor VII. erhobenen P\u00e4pste d\u00fcrften Leo IX. (1049\u20131054), der aus dem lothringischen Reformmilieu stammte, Nikolaus II. (1059\u20131061), der in Burgund beheimatet war und sich gegen Benedikt X. durchsetzen musste, sowie Alexander II. (1061\u20131073), der in der Mail\u00e4nder Domschule ausgebildet worden war und dann Bischof von Lucca wurde, besonders hervorzuheben sein.<\/p>\n<p>Nach dem nur wenige Tage w\u00e4hrenden Pontifikat Damasus\u2019 II. (1047\u20131048), der als Bischof von Brixen zwar schon im Dezember 1047 von Heinrich III. erhoben worden war, sich aber die Herrschaft in Rom mit Hilfe des Herrschers erk\u00e4mpfen musste, erscheint Leo IX. (1048\/49\u20131054) als wichtiger Reformpapst mit einem sehr eigenst\u00e4ndigen Profil. Schon nach seiner Benennung durch Heinrich III. im November\/Dezember 1048 erkl\u00e4rte er, sein Amt nur antreten zu wollen, wenn er auch von den R\u00f6mern einstimmig gew\u00e4hlt werde, was im Februar 1049 erfolgte. K\u00f6niglicher R\u00fcckhalt reichte ihm nicht. Seine Namenswahl verweist auf ein Programm, denn schon Leo I. (440\u2013461) hatte mit gro\u00dfem Nachdruck Primatsvorstellungen formuliert.<\/p>\n<p>Der im Umfeld der lothringischen Reform gepr\u00e4gte ehemalige Bischof von Toul versuchte, die Gefahr der Isolation, die seine beiden Vorg\u00e4nger in Rom erfahren mussten, durch den Import von Mitstreitern zu reduzieren. Diese Personen bildeten die Grundlage f\u00fcr eine neu ausgerichtete Kurie und das entstehende Kardinalskolleg. Befreundet war Leo mit Humbert von Moyenmoutier, der 1050 Kardinalbischof von Silva Candida wurde. Neben Humbert avancierten Friedrich, der Sohn des Herzogs von Lothringen und Archidiakon von L\u00fcttich, sowie Hugo Candidus aus dem Vogesenkloster Remiremont, der sp\u00e4ter als p\u00e4pstlicher Legat und Kardinalpriester fungierte, zu weiteren p\u00e4pstlichen Helfern. Dieser Import von Personen erleichterte es Leo IX., in Rom neue Strukturen zu schaffen. In Imitation der r\u00f6misch-deutschen Herrscher dokumentierte er seine Anspr\u00fcche durch gr\u00f6\u00dfere Reisen. Nach Leos Tod 1054 griff Kaiser Heinrich III. nochmals in Rom ein und designierte seinen Kanzler, Bischof Gebhard von Eichst\u00e4tt, der am 13. April 1055 in Rom als Papst Viktor II. erhoben wurde. Sein bis zum 23. Juni 1057 w\u00e4hrender Pontifikat zeichnete sich zwar durch einen fortgesetzten Reformkurs aus; insgesamt war seine Amtszeit jedoch zu kurz, um gr\u00f6\u00dfere Akzente zu setzen. F\u00fcr die r\u00f6mische Entwicklung wichtiger wurden die beiden Nachfolger Viktors, die aus der Familie der Tuszier stammten; dabei kam es w\u00e4hrend der Minderj\u00e4hrigkeit K\u00f6nig Heinrichs IV. zu einer gewissen Entfremdung zwischen \u00adden r\u00f6mischen Reformkreisen und dem K\u00f6nigshof.<\/p>\n<p>Stephan IX., der erstmals wieder ohne Befragung des k\u00f6niglichen Hofes erhoben wurde und nur etwa ein halbes Jahr Papst war, verfolgte \u00e4hnliche Ziele wie Leo IX., unter dem er schon Aufgaben als Bibliothekar und als Kanzler der r\u00f6mischen Kirche \u00fcbernommen hatte. An der folgenreichen Gesandtschaft nach Byzanz im Jahr 1054 hatte er teilgenommen. Unter ihm erstarkte die Eremitenbewegung in Rom, unter anderem weil nun ein wichtiger Vertreter, der bereits genannte Petrus Damiani, zum Kardinalbischof von Ostia erhoben wurde (1057).<\/p>\n<p>Der nach Stephans Tod tumultartig in Rom promovierte Benedikt (X.) erhielt schon bald einen von Reformkreisen aus Siena favorisierten Gegenspieler, den aus Burgund stammenden Florentiner Bischof Gerhard, der es schaffte, Benedikt im Januar 1059 in Sutri absetzen zu lassen. Anschlie\u00dfend zog er in Rom ein, wo er am 24. Januar 1059 geweiht wurde und den \u2013 vielleicht programmatischen \u2013 Namen Nikolaus II. annahm. Seine Erhebung deutet an, in welche Dynamik das Papstamt geraten war, denn er wurde gegen die r\u00f6mischen Kr\u00e4fte au\u00dferhalb Roms von f\u00fcnf Kardinalbisch\u00f6fen erhoben. Auch Hildebrand, der sp\u00e4tere Gregor VII., hatte dies gef\u00f6rdert, wie der Spruch, Hildebrand f\u00fcttere seinen Nikolaus wie einen Esel im Stall, belegt. Nicht nur um die eigene Position zu legitimieren, sondern auch um k\u00fcnftige Wahlen von Vorw\u00fcrfen weltlicher Beteiligung und simonistischen Umtrieben frei zu halten, wurde die r\u00f6mische Synode (1059) wegweisend. Ein Schisma nach dem Tod von Nikolaus II. verdeutlicht neue Konstellationen.<\/p>\n<p>Die R\u00f6mer schickten eine Delegation zu K\u00f6nig Heinrich IV. W\u00e4hrend eine Reformgruppe unter Leitung von Hildebrand (dem sp\u00e4teren Gregor VII.) den Reformer Anselm von Lucca als Alexander II. erhob, favorisierten der deutsche K\u00f6nigshof, Kaiserin Agnes und lombardische Bisch\u00f6fe Cadalus von Parma, der als Honorius (II.) zum Papst gew\u00e4hlt wurde. \u00c4hnlich wie schon Nikolaus II. konnte Alexander mit der Hilfe Herzog Gottfrieds von Lothringen schlie\u00dflich 1063 in Rom einziehen; das Papstschisma endete 1064 mit der Absetzung, endg\u00fcltig mit dem Tode des Honorius 1072.<\/p>\n<p>Schon diese knappe Skizze macht einiges deutlich: Neben den wichtigen Impulsen unter den sogenannten deutschen P\u00e4psten, zu denen auch Leo IX. z\u00e4hlte, traten mit Nikolaus II. und Alexander II. Personen ins Blickfeld, die sich mit Konkurrenten auseinandersetzen mussten. Der Bischofssitz von Rom war zunehmend begehrt und umstritten.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Motu proprio \u2013 \u00dcber die Reichweiten p\u00e4pstlichen Handelns im\u00a0orbis christianus<\/h3>\n<p>Was war aber nun neu? Die f\u00fcr diese Zeit treffende Bezeichnung \u201ePapstgeschichtliche Wende\u201c hat Rudolf Schieffer 2002 gleichzeitig mit dem Stichwort \u201emotu proprio\u201c versehen. Er meinte damit Folgendes: Seit 1046 entwickelte sich das Papsttum zunehmend von einer Institution, die reagierte \u2013 auf Anfragen, Beschwerden, Bitten \u2013, zu einer Kraft, die auch aus eigenem Antrieb, eben\u00a0motu proprio, Entscheidungen traf. Dabei \u00e4nderte sich vielleicht nicht so sehr das Bewusstsein, f\u00fcr die gesamte Kirche zu sprechen \u2013 denn diese Anspr\u00fcche hatten r\u00f6mische Bisch\u00f6fe schon seit der Antike immer wieder vertreten \u2013 sondern es \u00e4nderte sich die praktische Handhabung. Hierzu einige Beispiele.<\/p>\n<h4>Reisen<\/h4>\n<p>Leo IX. reiste mehr als seine Vorg\u00e4nger. In Imitation der r\u00f6misch-deutschen Herrscher brachte er seine Anspr\u00fcche als Papst durch gr\u00f6\u00dfere Reisen zur Anschauung, die ihn vor allem nach S\u00fcditalien, nach Frankreich und nach Deutschland f\u00fchrten. Er sah sich offensichtlich nicht nur als Bischof von Rom, sondern auch als Papst aller Christen. Mit den neuen Herrschaftsmitteln konnten Reformideen und -vorstellungen besser verbreitet oder konkret umgesetzt werden, zumal wenn der Papst au\u00dferhalb Roms Synoden pr\u00e4sidierte; so zum Beispiel im Oktober 1049 in Reims, wo apostolischen Anspr\u00fcchen Santiago de Compostelas entgegengetreten wurde, wenn es kritisch hie\u00df, nur dem Papst sei der Titel\u00a0universalis ecclesiae primas et apostolicus\u00a0vorbehalten.<\/p>\n<p>Die Reisen Leos dienten dazu, an verschiedenen Stellen des\u00a0orbis christianus\u00a0nach dem Rechten zu sehen, Missst\u00e4nde abzustellen, Reformideen zu verbreiten. Dies geschah aber ohne direkte Aufforderung, was den Unterschied zu fr\u00fcheren Papstreisen ausmachte, die eher anlassbezogen in Konfliktsituationen stattfanden, denkt man nur an die Frankreichreise Johannes\u2019 VIII. 878 oder die Deutschlandreise Hadrians III. 885, bei denen die P\u00e4pste gleichsam aus Rom flohen. Reisen blieb langfristig wichtig; selbst Gregor VII. praktizierte dies, Urban II. hat diese Form nach 1095 auch deshalb genutzt, weil er im Schisma die Unterst\u00fctzung in Frankreich suchte. Die Neuanf\u00e4nge des Reisens standen mithin in Traditionen, die jedoch gleichzeitig \u00fcberwunden wurden.<\/p>\n<h4>Legaten<\/h4>\n<p>Dies gilt allgemein, selbst wenn man bedenkt, dass der pers\u00f6nlichen Pr\u00e4senz des Papstes im\u00a0orbis christianus\u00a0Grenzen gesetzt waren. Hier griffen die P\u00e4pste zum Mittel der Legaten, p\u00e4pstlichen Stellvertretern, die zwar ebenso schon fr\u00fcher entsandt worden waren, allerdings vor allem nach Byzanz und ins karolingische Reich beziehungsweise dessen Nachfolgestaaten. Auch hier fand eine Intensivierung und Ausdehnung statt. Denkt man zum Beispiel an die Reiche des christlichen Spanien im 11. Jahrhundert, so hat zwischen 1065 und 1073 der schon genannte Hugo Candidus, der mit Leo IX. nach Rom gekommen war, versucht r\u00f6mische Kirchenvorstellungen in den lange relativ isolierten Reichen Spaniens gegen\u00fcber den sogenannten mozarabischen Traditionen durchzusetzen. Diese Intensivierung p\u00e4pstlichen Einflusses durch Legaten, aber auch durch delegierte Richter und Schriftgut, sollte sich sp\u00e4ter weiter intensivieren.<\/p>\n<h4>Normannen<\/h4>\n<p>Welche Rolle spielten aber die P\u00e4pste bei der Entwicklung der christlichen Monarchien? Die iberischen Reiche haben sp\u00e4ter h\u00e4ufiger den p\u00e4pstlichen Schutz gesucht, um ihre Herrschaft zu stabilisieren, ohne dass man von Lehnsverh\u00e4ltnissen sprechen kann. Dies geschah jedoch im Blick auf die Normannen, die sich im S\u00fcden Italiens niedergelassen hatten. Seit etwa 1015\/16 standen Normannen aus Nordwestfrankreich im Dienst langobardischer F\u00fcrsten, um gegen Byzantiner und Sarazenen zu k\u00e4mpfen; von salischen Herrschern wurden sie schlie\u00dflich sogar belehnt.<\/p>\n<p>Einer ihrer profiliertesten Anf\u00fchrer, Robert Guiscard (\u2020 1085), unterwarf seit 1046\/47 Kalabrien. Ihm stellte sich Leo IX. seit 1053 entgegen, weil die Normannen eine Durchsetzung seiner Kirchenpolitik zu verhindern schienen. Nachdem er selbst mit einem Heer in die Schlacht gezogen war, musste er am 18. Juni bei Civitate eine empfindliche Niederlage einstecken, wurde gefangen gesetzt, blieb im Beneventanischen und kam erst Anfang April 1054 wieder nach Rom; wenige Tage nach seiner R\u00fcckkehr starb er. Hermann von Reichenau berichtet \u00fcber die Normannen und Leos Beteiligung an den K\u00e4mpfen durchaus kritisch: \u201eNach Ostern hielt der Herr Papst zu Rom noch eine Synode und marschierte dann mit seinem Heer, wie er geplant hatte, gegen die Normannen. Da baten die Normannen um Frieden und versprachen ihm, sich zu unterwerfen und ihm zu dienen. Sie erbaten seine Erlaubnis, ihre fr\u00fcher ungerechten und gewaltsamen Eroberungen aus seiner Gnade behalten zu d\u00fcrfen. Aber der Papst schlug diese Bitten ab und forderte die Besitzungen des heiligen Petrus zur\u00fcck [\u2026]. Aber die Normannen waren an Zahl \u00fcberlegen. [\u2026] Vielleicht sollte ein so hochgestellter Priester, anstatt mit Waffengewalt um Verg\u00e4ngliches zu k\u00e4mpfen, sich auf die Waffen des Geistes beschr\u00e4nken [\u2026]. Sie belagerten den Herrn Papst in einer Burg, und als sie schon fast die Festungsw\u00e4lle erst\u00fcrmt hatten, hob er der Not gehorchend die Strafe des Kirchenbannes, die er fr\u00fcher \u00fcber sie verh\u00e4ngt hatte, auf. So nahmen sie ihn gefangen, brachten ihn aber in allen Ehren nach Benevent und hielten ihn dort eine Zeitlang fest, ohne ihm die R\u00fcckkehr zu erlauben [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Wichtiger wurde langfristig ein zweiter Schritt, denn der Nachfolger Nikolaus\u2019 II. belehnte 1059 zwei normannische Herrscher: den Grafen Richard von Aversa und Herzog Robert Guiscard. Mit dieser neuen p\u00e4pstlichen Politik wurde eine p\u00e4pstliche Oberhoheit \u00fcber S\u00fcditalien beansprucht und durchgesetzt. Die Normannen verpflichteten sich als neue Lehnsleute zur Unterst\u00fctzung des Papstes beziehungsweise, im Falle einer umstrittenen Papstwahl, der \u201ebesseren Kardin\u00e4le\u201c. Damit waren zugleich Reichsrechte in S\u00fcditalien infrage gestellt. Das neue Verh\u00e4ltnis schloss ein, Normannen im Konfliktfall sogar zu milit\u00e4rischer Hilfeleistung, notfalls gegen die Kaiser, zu verpflichten. Auch in S\u00fcditalien k\u00f6nnte sich \u2013 zumal mit dem Feldherrn Leo IX. \u2013 das Bild des Papstes als Kriegs- und Lehnsherr weiterentwickelt haben, denn an Robert Guiscards Bruder Roger \u00fcbersandte \u00ad<br \/>\nder Papst eine Petersfahne.<\/p>\n<h4>Byzanz<\/h4>\n<p>Eine gewisse St\u00e4rkung der r\u00f6mischen Positionen resultierte weiterhin aus der Auseinandersetzung mit Byzanz, die am Ende des Pontifikates Leos IX. zum Bruch zwischen Ost- und Westkirche f\u00fchrte. Die Themen waren nicht neu, Fragen der Bilderverehrung oder des\u00a0filioque\u00a0im Credo wurden mindestens seit karolingischer Zeit wiederholt diskutiert; das Zweikaiserproblem und die Streitigkeiten in S\u00fcditalien versch\u00e4rften die schwelenden Auseinandersetzungen. Das Ringen um S\u00fcditalien trug unter Leo IX. zu besonderen Spannungen bei, denn die P\u00e4pste stie\u00dfen mit ihrer Normannenpolitik zugleich auf Interessen von Byzanz. Versuche, den Konflikt beizulegen, f\u00fchrten nicht zum gew\u00fcnschten Erfolg. Urspr\u00fcnglich suchte der Papst sogar ein B\u00fcndnis mit dem Osten. Eine Legation unter der Leitung Humberts von Silva Candida, der als Humbert von Moyenmoutier mit Leo nach Rom gekommen war, sollte in Byzanz eine politische und kirchliche Einigung erzielen, jedoch erwuchs daraus ein Konflikt mit dem Patriarchen Michael Kerularios (1043\u20131058).<\/p>\n<p>Dabei f\u00fchrten offiziell nicht die konkurrierenden Interessen in S\u00fcditalien, sondern Differenzen \u00fcber die Verwendung unges\u00e4uerten Brotes (Azymen), \u00fcber das Samstagsfasten und \u00fcber das\u00a0filioque\u00a0zum Bruch. Dennoch standen hinter den theologischen Fragen auch politische Interessen. Ob Humbert die p\u00e4pstliche Bannbulle am 16. Juli 1054 in der Hagia Sophia gegen den Patriarchen nur als Person oder als Vertreter des Papstes niederlegte, ist umstritten. Humbert hat dann in verschiedenen Schriften zu den Streitfragen Stellung bezogen. Zwar verfestigte sich das Schisma erst sp\u00e4ter, aber vielleicht f\u00fchrte die Spaltung von 1054 auch dazu, die neue Reformpolitik im Westen wesentlich st\u00e4rker zu konturieren. Die Verdr\u00e4ngung griechischen Einflusses in S\u00fcditalien und der neue Pakt mit den Normannen k\u00f6nnten dies eindr\u00fccklich unterstreichen.<\/p>\n<h4>Krieg<\/h4>\n<p>Ob die Politik zu Normannen und Byzanz auch Auswirkungen auf die sp\u00e4teren Kreuzz\u00fcge hatte, ist ebenso in den Blick zu nehmen, denn die p\u00e4pstliche Einstellung zum Kriegshandwerk wurde schon hier neu formuliert. Ein Blick auf die Iberische Halbinsel kann dies zus\u00e4tzlich unterstreichen. Alexanders II. Erfolge in Spanien basierten unter anderem auf der T\u00e4tigkeit des r\u00fchrigen Legaten Hugo Candidus, der gegen die mozarabische Liturgie und f\u00fcr r\u00f6misch-kanonische Rechtsvorstellungen eintrat. Die in dieser Zeit verst\u00e4rkten K\u00e4mpfe der \u201eReconquista\u201c unterst\u00fctzte der Papst mit einem Aufruf zur Eroberung von Barbastro 1064. Amatus von Montecassino hat den Eindruck der Zeitgenossen von dieser Unternehmung folgenderma\u00dfen beschrieben:<\/p>\n<p>\u201eDamit die christlichen Glaubenspflichten erf\u00fcllt und der verruchte Wahnsinn der Sarazenen vernichtet w\u00fcrde, vereinigten sich durch Eingebung Gottes die K\u00f6nige, Grafen und F\u00fcrsten in einem Willen und einem Plan. So wurde eine gro\u00dfe Truppenmenge versammelt, ein starkes Ritterheer von Franzosen, Burgundern und anderen, und mit ihnen waren die tapferen Normannen. Sie zogen nach Spanien. Und sie riefen die Hilfe Gottes an, darum war Gott gegenw\u00e4rtig zur Unterst\u00fctzung derer, die ihn gebeten hatten [&#8230;].\u201c<\/p>\n<p>Die Beteiligung von \u201eAusl\u00e4ndern\u201c wird deutlich angesprochen, au\u00dferdem die religi\u00f6se Motivation. Der damals regierende Papst Alexander II. hat diese kriegerische Aktion zudem durch ein Versprechen zum Bu\u00dfstrafenerlass unterst\u00fctzt, wie aus einem Brieffragment hervorgeht. Man hat dies vielfach als ersten Beleg zu sp\u00e4ter \u00fcblicher werdenden Kreuzzugsabl\u00e4ssen interpretiert. Obwohl lokale Interessen dominierten, waren die K\u00e4mpfe nun zumindest ansatzweise in einen europ\u00e4ischen Kontext geraten, in dem auch die P\u00e4pste ihre Position einbrachten. Oder anders: Zumindest interpretierten manche Zeitgenossen die K\u00e4mpfe nun in dieser neuen Perspektive.<\/p>\n<p>Reisen, Legaten, Konflikt mit Normannen und Byzanz, Kriegsf\u00fchrung waren somit zwar keine v\u00f6llig neuen Themen, wurden aber offensichtlich \u2013 traut man der \u00dcberlieferung \u2013 nun in einer anderen Weise behandelt, was Institutionalisierung und Unabh\u00e4ngigkeit des Papsttums best\u00e4rkte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Funktionsweisen und Verfahren \u2013 Die Papstwahl<\/h3>\n<p>Diese \u00e4u\u00dfere Neuorientierung mit teilweise alten Mitteln fand seine Entsprechung in inneren Diskussionen, die zum Priesterbild, zur Metropolitanstruktur, zu priesterlichen und monastischen Lebensformen gef\u00fchrt wurden. Zentral f\u00fcr eine neu ausgerichtete unabh\u00e4ngige Institution waren Verfahrensweisen, die wir in der Kurie, im Kardinalskolleg, in der Kanzlei und in anderen Bereichen nachzeichnen k\u00f6nnten. Ich beschr\u00e4nke mich auf die Erhebung der jeweiligen P\u00e4pste, die traditionell, wie bei Bisch\u00f6fen, durch Klerus und Volk der Stadt Rom erfolgte, zugleich aber einer Best\u00e4tigung durch die weltliche Macht \u2013 im Fr\u00fchmittelalter durch Byzanz, seit 817\/824 durch die Karolinger und Ottonen \u2013 bedurfte. In den Anf\u00e4ngen der Reformzeit war Heinrich III. noch wichtig, aber wie unangefochten waren die jeweiligen Vertreter? Der tumultartig in Rom promovierte Benedikt (X.) musste, wie gesagt, schon bald seinem erfolgreichen Gegenspieler, Nikolaus II. weichen. Nicht nur um die eigene Position zu legitimieren, sondern auch um k\u00fcnftige Papsterhebungen von Vorw\u00fcrfen weltlicher Beteiligung und simonistischen Umtrieben frei zu halten, wurde die wenig sp\u00e4ter von Nikolaus II. einberufene r\u00f6mische Synode (1059) wegweisend. Nicht mehr der Klerus und das Volk Roms samt kaiserlicher Best\u00e4tigung sollten die Papstwahl bestimmen, sondern die Kardin\u00e4le. Dahinter stand auch der Gedanke, dass der r\u00f6mische Bischof keinen Metropoliten \u00fcber sich haben k\u00f6nne. Das Papstwahldekret, das konzeptionell auf Petrus Damiani zur\u00fcckging, begr\u00fcndete diese zukunftsweisende Entwicklung, denn es schrieb die entscheidende Rolle der Kardin\u00e4le bei der Papstwahl fest:<\/p>\n<p>\u201eDeswegen haben wir uns durch das Vorbild unserer Vorg\u00e4nger und anderer heiliger V\u00e4ter belehren lassen und entscheiden durch unsere Anordnung, dass beim Tod des Bischofs dieser universalen r\u00f6mischen Kirche zun\u00e4chst die Kardinalbisch\u00f6fe mit h\u00f6chst sorgf\u00e4ltiger \u00dcberlegung beraten sollen, dass sie dann m\u00f6glichst bald die Kardinalkleriker zu sich heranziehen sollen und dass der \u00fcbrige Klerus und das Volk erst anschlie\u00dfend zum Konsens der neuen Wahl herbeikommen sollen; damit sich nicht die Krankheit der K\u00e4uflichkeit bei irgendeiner Gelegenheit einschleicht, bestimmen wir also, dass gottesf\u00fcrchtige M\u00e4nner bei der Wahl des nun zu erhebenden Papstes den Vortritt haben, die \u00fcbrigen aber folgen sollen [\u2026]. Weil aber der apostolische Sitz allen Kirchen auf dem Erdkreis vorangestellt ist und demzufolge \u00fcber sich keinen Metropoliten haben kann, fungieren zweifelsohne die Kardinalbisch\u00f6fe anstelle eines Metropoliten, sie sind es n\u00e4mlich, die den gew\u00e4hlten Bischof in die Spitzenstellung des apostolischen Amtes bef\u00f6rdern. Sie sollen aber jemanden aus dem Scho\u00df derselben Kirche w\u00e4hlen, wenn eine geeignete Person ausfindig zu machen ist, oder man soll jemanden aus einer anderen Kirche annehmen, wenn aus der (r\u00f6mischen) selbst keine geeignete Person gefunden wird, und hierbei bleibe unbeschadet die schuldige Ehre und Ehrerbietung gegen\u00fcber unserem geliebten Sohn Heinrich [\u2026].<\/p>\n<p>Wenn aber die Verworfenheit der sch\u00e4ndlichen und ungerechten Menschen so stark geworden sein sollte, dass eine reine, echte und unentgeltliche Wahl in der Stadt (Rom) nicht stattfinden kann, dann sollen die Kardinalbisch\u00f6fe zusammen mit den gottesf\u00fcrchtigen Klerikern und katholischen Laien \u2013 auch wenn es nur wenige sein sollten \u2013 die rechtliche Vollmacht besitzen, den Bischof des apostolischen Sitzes dort zu w\u00e4hlen, wo es ihnen nach ihrer Meinung angemessener erscheint [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Das Papstwahldekret von 1059 ersetzte die Wahl des r\u00f6mischen Bischofs durch Klerus und Volk durch ein Wahlrecht der Kardinalbisch\u00f6fe, das sp\u00e4ter auf alle Kardinalsordines ausgeweitet wurde. Wie entscheidend dieses Papstwahldekret war, ist unter anderem daran erkennbar, dass es schon wenig sp\u00e4ter verf\u00e4lscht wurde. Der Text von 1059 ist deshalb umstritten, weil schon bald eine p\u00e4pstliche und eine kaiserliche Fassung zirkulierten, die sich im Wesentlichen durch einen sogenannten K\u00f6nigsparagraphen unterscheiden. Die verf\u00e4lschte Fassung entstand vielleicht 1076 bei oberitalischen Anh\u00e4ngern Heinrichs IV. oder 1084 im Kreise der von Gregor abgefallenen Kardin\u00e4le. Als Schriftst\u00fcck hatte das Dekret \u2013 so jedenfalls der Befund der handschriftlichen \u00dcberlieferung \u2013 zwar relativ wenig Erfolg, jedoch setzten sich die Bestimmungen, die in einer spezifischen Situation entstanden waren, langfristig durch. Damit war die Papstwahl nicht nur formalisiert und verfahrensm\u00e4\u00dfig geregelt, sondern auch deutlich von den Traditionen einer Bischofswahl abgehoben, und ber\u00fccksichtigte kaiserliche Rechte nicht mehr.<\/p>\n<p>Allerdings war mit dem Papstwahldekret von 1059 das Problem langfristig noch nicht gel\u00f6st, denn seit dem Ende des Pontifikates Gregors VII. begann nach langen Streitigkeiten eine Phase, die auch durch Konkurrenz charakterisiert war. In der offiziellen r\u00f6mischen Aufstellung gibt es von Alexander II., der als 150. Papst gilt, bis zu Alexander III., der mit der Zahl 164 fungiert, nicht weniger als 13 sogenannte \u201eGegenp\u00e4pste\u201c. Die neuen Verfahren bestanden zun\u00e4chst den Nachhaltigkeitstest nicht. Erst nach den beiden gro\u00dfen Schismen im 12. Jahrhundert, die von 1130 bis 1138 und von 1159 bis 1177 dauerten, erfolgte mit der Pr\u00e4zisierung der Zweidrittelmehrheit f\u00fcr Papstwahlen 1179 ein weiterer entscheidender Schritt. Der Lernprozess bis zu dieser Regelung hatte ein gutes Jahrhundert gedauert \u2013 aber der Erfolg war durchschlagend: Bis 1378 gab es keine Gegenp\u00e4pste mehr. Einige Konsequenzen lassen sich aber schon f\u00fcr die Fr\u00fchzeit ableiten:<\/p>\n<p>1.\u00a0Die Herrschaft in der Stadt Rom war f\u00fcr den Erfolg eines Papstes nicht mehr allein ausschlaggebend, sondern der R\u00fcckhalt im gesamten\u00a0orbis christianus.\u00a0Dies f\u00fchrte zugleich zu Zentralisierungseffekten.<\/p>\n<p>2.\u00a0Die Bedeutung der Kardin\u00e4le wuchs. Bis heute besitzen Kardinalserhebungen Relevanz f\u00fcr die Wahl eines k\u00fcnftigen Papstes.<\/p>\n<p>3.\u00a0Die Rolle des Kaisers wurde in den Hintergrund gedr\u00e4ngt, weil die P\u00e4pste sich zunehmend auch auf andere Monarchien oder religi\u00f6se Gemeinschaften st\u00fctzen konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Schriftlichkeit und \u00dcberlieferung<\/h3>\n<p>Wenn wir nur auf die wenigen genannten Beispiele zur\u00fcckschauen, dann f\u00e4llt auf, dass ich nur wenig von den inhaltlichen Reformideen vorgestellt habe, sondern eher von den M\u00f6glichkeiten, diese Ideen zu verbreiten. F\u00fcr eine Beurteilung ist aber noch einmal auf die sprunghafte Zunahme der Schriftlichkeit, die anfangs mit den Zahlen aus dem Jaff\u00e9 unterlegt wurde, zur\u00fcckzukommen. Die neue Schriftlichkeit betraf nicht nur das Papsttum selbst, beispielsweise, wenn nun die Urkunden in der karolingischen Minuskel und nicht mehr in der schwer lesbaren Kuriale geschrieben oder statt auf verg\u00e4nglichem Papyrus auf haltbarerem Pergament festgehalten wurden.<\/p>\n<p>Sie betraf au\u00dferdem die Aufbewahrung \u2013 von Gregor VII. ist das erste Register im Original erhalten, das uns nicht nur den bekannten\u00a0Dictatus Papae\u00a0\u00fcberliefert, sondern auch die zahlreichen Kontakte in die verschiedenen Reiche Europas eindr\u00fccklich dokumentiert. W\u00e4re dieses Register nicht erhalten, w\u00fcssten wir von Gregors Vorstellungen und politischen Zielen deutlich weniger. Der fr\u00fche Kreuzzugsablass Alexanders II. ist in einer Sammlung von Rechtstexten, der\u00a0Collectio Britannica, \u00fcberliefert. Damit ist ein wichtiger Bereich angesprochen, denn das Sammeln von Briefen und Rechtstexten erm\u00f6glichte eine neue Systematik. Zunehmend wurden nun auch in Rom Rechtssammlungen erstellt, die sich unter anderem auf fr\u00fchere p\u00e4pstliche Verlautbarungen bezogen, nachdem zuvor beispielsweise Sammlungen wie diejenige Reginos von Pr\u00fcm oder Burchards von Worms pr\u00e4gend waren.<\/p>\n<p>Dies kann hier nicht im Einzelnen entfaltet werden, aber zum Beispiel finden wir in diesen Sammlungen Streitigkeiten dokumentiert, wie die Auseinandersetzung zwischen Rom und Konstantinopel im 9. Jahrhundert. Die jeweiligen Texte waren schon vorher vorhanden \u2013 aber sie wurden nun neu genutzt. Anordnung, Verbreitung und die Anwendung machten das Neue dieser Wende in Recht und Schriftlichkeit aus. Aufgegriffen wurden die Reformthemen in zahlreichen Streitschriften, die mit diesem Rechtsmaterial aktuelle Themen wie Simonie, Z\u00f6libat oder sp\u00e4ter auch Fragen der Investitur thematisierten. Von den fr\u00fchen Autoren seien erneut zumindest Petrus Damiani und Humbert von Moyenmoutier, sp\u00e4ter Kardinalbisch\u00f6fe von Ostia und von Silva Candida, genannt. Die zahlreichen Traktate f\u00fchrten zu einer Streitkultur, die langfristig auch in akademische Bahnen des 12. Jahrhunderts f\u00fchrten. Die vervielfachte und sehr divers entstehende Schriftlichkeit und \u00dcberlieferung selbst war aber eine Form von Neuansatz und Reform, weil man sich st\u00e4rker als fr\u00fcher der Herkunft und Prinzipien des eigenen Selbstverst\u00e4ndnisses versicherte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Res\u00fcmee und Ausblick<\/h3>\n<p>Schauen wir kurz zur\u00fcck. Tradition war in den Reformprozessen stets pr\u00e4sent, denkt man nur daran, welch wichtige Bedeutung die R\u00fcckkehr zu den Formen der Urkirche, beispielsweise der\u00a0vita apostolica\u00a0\u2013 wenn man sie \u00fcberhaupt genau kannte \u2013 als Argumentationsfigur in vielen Schriften einnahm. Wichtige Vertreter der von mir vorgestellten Phase der Papstgeschichte stammten aus Reformmilieus, wo dies diskutiert wurde: Leo IX. aus Lothringen, Nikolaus II. aus Burgund, Alexander II. aus Mittelitalien, ganz zu schweigen von dem noch eigens hier vorgestellten Gregor VII. Alle waren mit Reformdiskussionen vertraut, die aber fast immer traditionsgebunden waren. Tradition war allgegenw\u00e4rtig, es kam darauf an, was man daraus machte.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Aspekte der Papstgeschichtlichen Wende, die ich nur exemplarisch vorstellen konnte, waren ebenso traditionsgebunden, erhielten aber eine neue Ausrichtung. Au\u00dferdem griffen mehrere Aspekte ineinander, wie Reisen und Legationen \u2013 auch nach Byzanz. Die st\u00e4rksten Entwicklungen griffen aber wohl dort, wo zun\u00e4chst Reaktion gefragt war: bei den Normannen. Dass dies zu einer neuen Form der Lehnsabh\u00e4ngigkeit f\u00fchrte, wurde erst im zweiten Schritt ein Neuanfang, ebenso wie die p\u00e4pstliche Haltung zum Krieg. Die Reformer im Umfeld der P\u00e4pste wie Petrus Damiani oder Humbert von Moyenmoutier wurden Kardinalbisch\u00f6fe, wichtige Personen, wie das Papstwahldekret zeigt.<\/p>\n<p>Blickt man auf die Zeit bis 1073, so ergibt sich keine einheitliche Idee der Reformvorstellungen, die in ihrer Vielfalt am ehesten unter dem Begriff der\u00a0libertas ecclesiae\u00a0(Freiheit der Kirche) zusammengefasst werden k\u00f6nnen und in der R\u00fcckbesinnung auf die Urkirche und auf apostolische Zeiten ihre Orientierungspunkte besa\u00dfen. W\u00e4hrend Kloster- und Kirchenreform sich mit langem Vorlauf in gegenseitiger Befruchtung entfalteten, b\u00fcndelten sich die verschiedenen Reformans\u00e4tze in Rom in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe seit dem Pontifikat Leos IX. Die Bildung einer papstnahen Umgebung, eines \u201eHofes\u201c in Anlehnung an das Reich, f\u00fchrte dazu, dass die Reform nun mit mehreren K\u00f6pfen auch gegen lokale Adelsinteressen gef\u00fchrt werden konnte. Bis zum Pontifikat Alexanders II. l\u00f6sten sich die Reformans\u00e4tze zunehmend aus den Bindungen an die r\u00f6misch-deutschen Herrscher und gewannen eine eigene Dynamik. Simonie und Priesterehe waren die wichtigsten Diskussionspunkte, w\u00e4hrend die Investiturfrage zun\u00e4chst noch nicht aufgegriffen wurde. Schon deshalb kann die bisher skizzierte Fr\u00fchphase der Kirchenreform auf keinen Fall mit dem Etikett \u201eInvestiturstreit\u201c versehen werden. Gregor VII. setzte sicher weitere eigene Akzente, aber er konnte bereits Entwicklungen der fr\u00fchen Reformphase nutzen. Dieses Urteil beruht jedoch auf einer anschwellenden \u00dcberlieferung, die selbst zum Zeugnis f\u00fcr Reform und Neuanfang wird.<\/p>\n<p>Und was ist mit dem Papagei aus Dalmatien? Er kam an Leos Hof aus einer Gegend an den Grenzen zum byzantinischen Reich. Der\u00a0orbis christianus\u00a0des Westens reicht bis heute dorthin, wo das katholische Kroatien an das orthodoxe Serbien grenzt. Papageien sagen also vielleicht auch etwas \u00fcber die Reichweite p\u00e4pstlichen Handelns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Mitte des 11. Jahrhunderts soll der K\u00f6nig von Dalmatien dem Papst einen Papagei geschenkt haben, der ohne gro\u00dfe Anleitung die Worte sprechen konnte: \u201eIch gehe zum Papst.\u201c So vermerkt es jedenfalls eine Lebensbeschreibung Papst Leos IX. 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