{"id":53019,"date":"2023-12-05T13:13:33","date_gmt":"2023-12-05T12:13:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=53019"},"modified":"2024-12-04T11:59:03","modified_gmt":"2024-12-04T10:59:03","slug":"heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/","title":{"rendered":"Henry IV and Gregory VII"},"content":{"rendered":"<p>Der Investiturstreit (investitura, lat. \u201eEinkleidung\u201c) geh\u00f6rt seit dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert zum Themenkanon der deutschen Geschichtswissenschaft. Von ca. 1075 bis 1122 hielt das Ringen zwischen Papst und K\u00f6nig um die Einsetzung kirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger, insbesondere der Bisch\u00f6fe, die Zeitgenossen in Atem. Mit dem Aufkommen kirchlicher Reformforderungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts geriet das k\u00f6nigliche Besetzungspr\u00e4zept zunehmend in die Kritik, da es nach p\u00e4pstlicher Ansicht dem \u00c4mterkauf Vorschub leistete und unw\u00fcrdige M\u00e4nner in geistliche Leitungsfunktionen brachte \u2013 mit allen damit verbundenen Privilegien und Eink\u00fcnften, Aufgaben und Pflichten.<\/p>\n<p>Der Investiturstreit erfasste weite Teile Europas, wurde aber nirgendwo so erbittert gef\u00fchrt wie im regnum Teutonicum. Seine Bisch\u00f6fe verf\u00fcgten einerseits \u00fcber wichtige geistlich-sakramentale Kompetenzen, andererseits \u00fcbernahmen sie mit dem geistlichen Amt zugleich weltliche Herrschaftsrechte, die sie in ein komplexes Beziehungsgeflecht zum K\u00f6nig und seiner Umgebung, zu ihrem reichsweiten Kollegenkreis und zu den m\u00e4chtigsten weltlichen F\u00fcrsten setzten. Die gewohnheitsrechtliche Investitur der Bisch\u00f6fe, die zum K\u00f6nigs- und Kriegsdienst, zur Gastungspflicht und zur Beratung he\u00adrangezogen wurden, war eine wesentliche Grundlage der mittelalterlichen \u201eK\u00f6nigsherrschaft ohne Staat\u201c (G. Althoff).<\/p>\n<p>Vor allem Papst Gregor VII. (1073\u20131085), von einem Zeitgenossen als \u201eHeiliger Satan\u201c und \u201eZuchtrute Gottes\u201c bezeichnet, bek\u00e4mpfte mit bis dahin nicht gekannter Entschlossenheit \u00ad<br \/>\ndie jahrhundertelange Einflussnahme weltlicher Herrscher auf kirchliche Belange. Heinrich IV. (1050\u20131106), der dritte Salier auf dem r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nigsthron, erregte besonderen Unmut, weil er mehrfach Bist\u00fcmer n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich der Alpen vergab, ohne die \u2013 zumindest theoretisch \u2013 vom Kirchenrecht geforderte kanonische Wahl durch Klerus und Volk (electio canonica) zu beachten. Auch die eigentliche Amtseinsetzung der Bisch\u00f6fe durch den K\u00f6nig, manifestiert durch die \u00dcbergabe von Ring und Stab, erfolgte h\u00e4ufig erst nach Zahlung einer \u201eBearbeitungsgeb\u00fchr\u201c. Damit machten sich der Herrscher und der Investierte nach Ansicht der Kirchenreformer des Tatbestands der Simonie schuldig, abgeleitet von der Gestalt des Zauberers Simon Magus in Apg\u00a08,5\u201324, der von den Aposteln die F\u00e4higkeit zur Weitergabe des Heiligen Geistes erkaufen wollte.<\/p>\n<h3>Ein Konflikt spitzt sich zu<\/h3>\n<p>Der Streit um die k\u00f6nigliche Besetzungspraxis eskalierte, nachdem Heinrich IV. 1073 das Erzbistum Mailand eigenm\u00e4chtig und unter \u00dcbergehung eines p\u00e4pstlichen Kandidaten an einen Gefolgsmann vergeben hatte. Papst Alexander II. (1061\u20131073) belegte daraufhin die Berater des K\u00f6nigs mit dem Bann. Der Salier musste dies als Drohung verstehen: Nur eine grundlegende Revision seiner Berufungspraxis k\u00f6nne ihn vor der Exkommunikation bewahren. Der Tod Alexanders II. am 21. April 1073 verhinderte den Ausbruch eines offenen Konflikts. Ihm folgte mit Gregor VII. ein Mann, der im Kampf gegen kirchliche Missst\u00e4nde keine Kompromisse einging. Doch anf\u00e4nglich setzte Gregor VII. noch gro\u00dfe Hoffnungen in Heinrich und erwartete, dass sich der Salierk\u00f6nig vom verderblichen Einfluss seiner Berater befreien w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Als im Fr\u00fchjahr 1074 p\u00e4pstliche Gesandte in N\u00fcrnberg erschienen, um die Umst\u00e4nde der mutma\u00dflich simonistischen Besetzung des Bamberger Bistums zu untersuchen, weigerten sich die Erzbisch\u00f6fe von Mainz und Hamburg-Bremen, den Legaten den Vorsitz einer gemeinsamen Synode zu \u00fcberlassen. Dies widersprach den \u00fcblichen Gepflogenheiten und war ein Affront. Gregor VII. reagierte darauf mit der Vorladung f\u00fchrender Vertreter des nordalpinen Episkopats zur r\u00f6mischen Fastensynode 1075. In einem Brief ermahnte er den K\u00f6nig, f\u00fcr das rechtzeitige Erscheinen der Bisch\u00f6fe zu sorgen, offenbarte ihm aber zugleich den geheimen Plan eines p\u00e4pstlich gef\u00fchrten Ostzugs, f\u00fcr den er \u201eRat und Hilfe\u201c (consilium et auxilium) des Herrschers erbat, der die r\u00f6mische Kirche w\u00e4hrend Gregors Abwesenheit \u201ewie eine heilige Mutter besch\u00fctzen und ihre Ehre (honor) verteidigen\u201c sollte. Doch der K\u00f6nig schlug sich auf die Seite des Reichsepiskopats, der sich gegen die sich h\u00e4ufenden Vorladungen nach Rom \u2013 oft aufgrund haltloser Denunziationen \u2013 zu wehren begann. Kein deutscher Bischof folgte der Vorladung zur Fastensynode. Der Papst suspendierte daraufhin die ferngebliebenen Bisch\u00f6fe und belegte f\u00fcnf Berater Heinrichs wegen simonistischer Umtriebe mit dem Kirchenbann. Doch erreichten die von Heinrich zum Papst entsandten Boten schon bald die Revision der Urteile.<\/p>\n<h3>Streit um das Mail\u00e4nder Erzbistum<\/h3>\n<p>Im Sommer 1075 zeigte sich Gregor VII. erfreut \u00fcber den scheinbaren Sinneswandel des K\u00f6nigs, dem er f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Simonie und Nikolaitismus dankte und zum Sieg \u00fcber die aufst\u00e4ndischen Sachsen gratulierte. Als sich Heinrich IV. jedoch entschloss, erneut in die Wirren um den Mail\u00e4nder Erzbischofsstuhl einzugreifen, nahm das Verh\u00e4ngnis seinen Lauf. Der Salier lie\u00df seinen bisherigen Kandidaten fallen und investierte den Hofkapellan Tedald mit dem lombardischen Erzbistum. Etwa gleichzeitig muss Heinrich eigenm\u00e4chtig neue Bisch\u00f6fe in Fermo und Spoleto ernannt haben. Dies war insofern anst\u00f6\u00dfig, da die kleinen Bist\u00fcmer der\u00a0terra Petri\u00a0zum Metropolitanverband des Papstes z\u00e4hlten, dem nach kanonischem Recht die Pr\u00fcfung der Kandidaten oblag. Zudem erfolgte die Einsetzung der vermutlich aus Deutschland stammenden Bisch\u00f6fe unter Missachtung der\u00a0electio canonica, deren Einhaltung seit den 1050er Jahren verst\u00e4rkt eingefordert worden war.<\/p>\n<p>Am Neujahrstag 1076 \u00fcberbrachten Boten Heinrich ein p\u00e4pstliches Mahnschreiben, in dem die unrechtm\u00e4\u00dfige Besetzung der italienischen Bist\u00fcmer verurteilt wurde, sowie die m\u00fcndliche Nachricht der von Gregor VII. angedrohten Exkommunikation. Das Schreiben offenbart Gregors Verstimmung: \u201eBischof Gregor, Knecht der Knechte Gottes, entbietet K\u00f6nig Heinrich Gru\u00df und apostolischen Segen, jedoch nur, wenn er dem apostolischen Stuhl gehorcht, wie es sich f\u00fcr einen christlichen K\u00f6nig geziemt\u201c. Au\u00dferdem tadelte der Papst Heinrichs \u201ewissentliche Gemeinschaft mit Exkommunizierten\u201c und mangelnden Gehorsam gegen\u00fcber dem Apostelf\u00fcrsten. Besonders erz\u00fcrnte den Papst die Besetzung der Bist\u00fcmer Fermo und Spoleto:<\/p>\n<p>\u201eUnd nun, um Wunde auf Wunde zuzuf\u00fcgen, hast Du gegen die Vorschriften des apostolischen Stuhls die Kirchen von Fermo und Spoleto, wenn \u00fcberhaupt von einem Menschen eine Kirche geschenkt werden kann, an Personen \u00fcbertragen, die uns noch unbekannt sind und denen die Hand vorschriftsgem\u00e4\u00df aufzulegen nicht erlaubt ist, wenn sie nicht bew\u00e4hrt und vorher wohlbekannt sind\u201c. Trotz allem hielt der Papst eine Umkehr Heinrichs noch f\u00fcr m\u00f6glich: \u201eWir ermahnen Dich in v\u00e4terlicher Liebe, die Herrschaft Christi \u00fcber Dich anzuerkennen und zu bedenken, wie gef\u00e4hrlich es ist, Deine Ehre seiner Ehre voranzustellen; auch solltest Du die Freiheit der Kirche, die er als Braut sich in himmlischer Gemeinschaft zu verbinden geruhte, nicht [\u2026] behindern, sondern [der Kirche] Deine t\u00fcchtige Hilfe in treuer Ergebenheit zu erweisen beginnen\u201c.<\/p>\n<h3>Die Wormser Gehorsamsaufk\u00fcndigung<\/h3>\n<p>Der hier auszugsweise wiedergegebene Brief war f\u00fcr Heinrich IV. Anlass genug, den Bruch mit dem Papst zu vollziehen. Die\u00a0St. Galler Annalen\u00a0berichten: \u201eDer Papst griff den so m\u00e4chtigen K\u00f6nig nicht nur mit feindseligen Worten an, sondern beg\u00fcnstigte die Seite des Feindes, indem er ihm drohte, ihn seines Reiches zu berauben und ihn an Leib und Seele zu t\u00f6ten, wenn er sich nicht bald von den noch nicht einmal bewiesenen Anschuldigungen befreie. Dar\u00fcber war der K\u00f6nig sehr und mehr als zu Recht erz\u00fcrnt und versammelte eine gro\u00dfe Zahl von Bisch\u00f6fen und \u00c4bten\u201c. Diese Versammlung fand Ende Januar 1076 in Worms statt. 26 Reichsbisch\u00f6fe fassten dort den folgenschweren Beschluss, dem Papst den Gehorsam aufzuk\u00fcndigen. Von den weltlichen Gro\u00dfen war lediglich Herzog Gottfried der Bucklige von Niederloth\u00adringen anwesend, immerhin der m\u00e4chtigste Gefolgsmann Heinrichs IV. Au\u00dferdem hatte sich Hugo Candidus, Kardinalpriester von San Clemente, eingefunden, der zu den geh\u00e4ssigsten innerkirchlichen Gegnern Gregors VII. z\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Als Begr\u00fcndung f\u00fcr den Gehorsamsverzicht diente vor allem der angeblich unrechtm\u00e4\u00dfige Amtsantritt des Papstes:<a id=\"_idTextAnchor006\"><\/a>\u00a0\u201eGleich nachdem Du die Leitung der Kirche unrechtm\u00e4\u00dfig \u00fcbernommen hattest, wurde uns [\u2026] bekannt, wie unerlaubt und unversch\u00e4mt die Angelegenheit war, die Du gegen das Recht und das g\u00f6ttliche Gebot in gewohnter Anma\u00dfung betrieben hattest [\u2026]. Zur Zeit des Kaisers Heinrich seligen Angedenkens hast Du Dich selbst durch einen pers\u00f6nlichen Eid verpflichtet, weder zu Lebzeiten des Kaisers selbst noch seines Sohnes [\u2026] die Papstw\u00fcrde selbst anzunehmen. [\u2026] Erinnere Dich auch daran, wie Du [\u2026] Dich eidlich verpflichtetest, niemals nach dem Papsttum zu greifen [\u2026]. Au\u00dferdem wurde auf einer Synode [\u2026] festgelegt und bestimmt, dass niemals jemand Papst werden solle au\u00dfer durch die Wahl der Kardin\u00e4le, das Einverst\u00e4ndnis des Volkes und die Zustimmung und Best\u00e4tigung von Seiten des K\u00f6nigs. Und Du selbst hast deren Ratschluss und das Dekret als Verfasser, Berater und Unterzeichner veranlasst\u201c.<\/p>\n<p>Mit dem ebenfalls erhobenen Vorwurf des unmoralischen Lebenswandels griff der deutsche Episkopat eine kirchenrechtliche Frage auf, die Gregor VII. selbst als Rechtsgrundlage f\u00fcr zahlreiche Strafma\u00dfnahmen gegen Bisch\u00f6fe herangezogen hatte. Dar\u00fcber hinaus wurde Gregor VII. vorgeworfen, er habe Bisch\u00f6fe entmachtet, Kirchengut dem einfachen Volk \u00fcberlassen und sich widerrechtlich die alleinige Binde- und L\u00f6segewalt angema\u00dft. Die Vorw\u00fcrfe gipfelten in der Gehorsamsaufk\u00fcndigung: \u201eWeil also Dein Amtsantritt wegen solcher Meineide unrechtm\u00e4\u00dfig war und die Kirche durch Deine missbr\u00e4uchlichen Neuerungen von so schweren St\u00fcrmen bedroht wird und Du Dein Leben und Deinen Lebenswandel durch so viele Schmach entehrt hast, erkl\u00e4ren wir \u00f6ffentlich, dass wir den Gehorsam, den wir Dir nie versprochen haben, auch in Zukunft nicht halten werden, [&#8230;] und dass Du von nun an von keinem von uns als Papst angesehen werden sollst\u201c. Jeder Bischof bekr\u00e4ftigte den Beschluss durch seine eigenh\u00e4ndige Unterschrift. Mindestens drei zweifelnde Bisch\u00f6fe mussten offenbar zur Unterschrift gedr\u00e4ngt werden. K\u00f6nig und Episkopat waren sich in ihrer Ablehnung Gregors VII. grunds\u00e4tzlich einig, wenn auch aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden. Der bisch\u00f6fliche Widerstand richtete sich gegen den neuartigen p\u00e4pstlichen Zentralismus, der als G\u00e4ngelung und Entw\u00fcrdigung empfunden wurde: Willk\u00fcrliche Anklagen, Suspendierungen und Absetzungen, r\u00f6mische Gerichtssynoden, rigorose Gehorsamsforderungen und autorit\u00e4r auftretende Legaten f\u00fchrten zu einer Kampfansage an den \u201egef\u00e4hrlichen Mann\u201c (periculosus homo) auf dem Papstthron. Heinrich wiederum sah durch das p\u00e4pstliche Vorgehen seine k\u00f6nigliche Autorit\u00e4t und althergebrachte Herrschaftsrechte wie die Investitur bedroht.<\/p>\n<p>Die Wormser Versammlung hatte eine \u201eexplosive Mischung\u201c (H. Beumann) von sprachlicher und politischer Radikalit\u00e4t hervorgebracht, die aber ihre argumentativen Schw\u00e4chen nicht verbergen konnte. So musste wegen der p\u00e4pstlichen Nichtjudizierbarkeit jeder Anschein eines f\u00f6rmlichen Gerichtsverfahrens vermieden werden, au\u00dferdem war der Angeklagte abwesend und wurde nicht angeh\u00f6rt. Man behalf sich mit der Erkl\u00e4rung, dass Gregor VII. nie rechtm\u00e4\u00dfig Papst gewesen sei, allerdings mit dem Makel, die Legalit\u00e4t seines Pontifikats zuvor fast drei Jahre lang vorbehaltlos anerkannt zu haben. Hinzu kamen realpolitische Probleme: Die Forderungen konnten\u00a0in absentia\u00a0nicht durchgesetzt werden, man musste notgedrungen das Heft des Handelns in die H\u00e4nde anderer legen. Das waren zum einen die Stadtr\u00f6mer, die Gregor vertreiben sollten, zum anderen der Papst, der sich gewisserma\u00dfen selbst absetzen sollte. Auf die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung Roms zu setzen, geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Fehleinsch\u00e4tzungen Heinrichs IV.; Gregor VII. blieb Papst und konnte seine Stellung in der Ewigen Stadt sogar noch festigen.<\/p>\n<p>Dem Schreiben der deutschen Bisch\u00f6fe lie\u00df der Salier ein eigenes beif\u00fcgen, das Gregor VII. \u2013 konsequent mit seinem \u201eGeburtsnamen\u201c Hildebrand angesprochen \u2013 die Eintracht von Herrscher und Episkopat vor Augen f\u00fchren sollte: \u201eIch habe mit allen F\u00fcrsten des Reiches auf ihre eigene Bitte hin einen allgemeinen Hoftag abgehalten, [&#8230;] da wurde auf Grund der wahrheitsgem\u00e4\u00dfen Aussagen dieser F\u00fcrsten \u00f6ffentlich bekannt, dass Du auf keinen Fall mehr auf dem apostolischen Stuhl verbleiben kannst. Da ihr Spruch vor Gott und den Menschen gerecht und anerkennenswert schien, so habe auch ich ihm zugestimmt und spreche Dir jedes Recht ab, das Du bisher auf dem Papsttum zu haben schienst\u201c. Diesem Brief folgte Ende M\u00e4rz 1076 eine \u00fcberarbeitete Fassung: \u201eHeinrich, nicht durch widerrechtliche Aneignung, sondern durch Gottes rechtm\u00e4\u00dfige Anordnung K\u00f6nig, an Hildebrand, nicht mehr Papst, sondern den falschen M\u00f6nch\u201c. Das Schreiben endet mit der ber\u00fchmten Forderung: \u201eSteig herab, steige herab, Du auf ewig Verdammter!\u201c Die verbal zugespitzte zweite Fassung wurde im Reich verbreitet und sollte die \u00f6ffentliche Meinung zugunsten des Saliers beeinflussen.<\/p>\n<h3>Die r\u00f6mische Fastensynode 1076<\/h3>\n<p>Es spielte Gregor VII. in die H\u00e4nde, dass die aus Worms versandten Briefe kurz vor der anberaumten Fastensynode in Rom eintrafen. Dieses gesamtkirchliche Forum nutzte Gregor VII. geschickt f\u00fcr die Inszenierung eines Gegenschlags, den man als einen der gr\u00f6\u00dften Wendepunkte in der Geschichte des Mittelalters bezeichnet hat: Der Papst exkommunizierte den K\u00f6nig und enthob ihn seines Amtes. Der mit der Exkommunikation verbundene Ausschluss von den Sakramenten, von gottesdienstlichen Handlungen und vom Umgang mit anderen Christen wurde von Gregor nicht als irreversibel, sondern als Beugestrafe verstanden, die durch Wiedergutmachung aufgehoben werden konnte. Absetzung und Bann schlugen damals hohe Wellen, und noch 70 Jahre sp\u00e4ter urteilte der Chronist Otto von Freising (\u2020 1158): \u201eWieder und wieder lese ich die Geschichte der r\u00f6mischen K\u00f6nige und Kaiser, aber ich finde vor Heinrich keinen unter ihnen, der vom r\u00f6mischen Bischof exkommuniziert oder abgesetzt worden w\u00e4re\u201c.<\/p>\n<p>Die Exkommunikation Heinrichs verk\u00fcndete der Papst symboltr\u00e4chtig in Form eines Gebetes an den Apostel Petrus. Die Vorw\u00fcrfe gegen den K\u00f6nig wogen schwer: Aufgrund von unerh\u00f6rtem Hochmut, mangelndem Gehorsam, Umgang mit verbannten Ratgebern und mangelnder Einsicht habe sich Heinrich gleichsam gegen den Apostelf\u00fcrsten und seine Kirche gestellt. Gregor VII. sprach dem Salier die Regierungsgewalt in Deutschland und Italien ab, entband seine Untertanen von Treueid und K\u00f6nigsdienst. Heinrich IV. und seine Umgebung konnten zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, dass Gregor VII. bereits im M\u00e4rz 1075 das Recht zur \u201eAbsetzung des Kaisers\u201c im\u00a0Dictatus Papae\u00a0hatte festschreiben lassen. Diese 27 Leits\u00e4tze bezeichnen das pers\u00f6nliche Regierungsprogramm Gregors VII. und wurden in das p\u00e4pstliche Briefregister eingetragen, blieben der \u00d6ffentlichkeit aber unbekannt.<\/p>\n<p>Von den in Worms anwesenden Bisch\u00f6fen wurde nur Siegfried von Mainz suspendiert und exkommuniziert: \u201eDie \u00fcbrigen aber, die [\u2026] aus eigenem Antrieb zustimmten und unterschrieben und in diesem Unrecht verbleiben wollen, suspendieren wir [\u2026] von jeder bisch\u00f6flichen Amtshandlung\u201c. Denjenigen Bisch\u00f6fen, die ihre Unterschrift nur unter Zwang geleistet h\u00e4tten, \u201egew\u00e4hren wir Aufschub bis zum Fest des heiligen Petrus, allerdings unter dem Vorbehalt, dass sie, falls sie innerhalb dieses Zeitraums uns nicht pers\u00f6nlich oder durch ihre Boten geeignete Abbitte leisten, danach ihres bisch\u00f6flichen Amtes entsetzt werden\u201c. Somit konnte jeder Geistliche, der sich auf einen Notstand berief oder Abbitte leistete, im Amt bleiben. Schon bald erwiesen sich Gregors abgestufte Sanktionen gegen den deutschen Episkopat als geschickter Schachzug, weil sie schwankenden Bisch\u00f6fen die M\u00f6glichkeit zur Umkehr gaben. Der Papst \u00f6ffnete reuigen Kirchenm\u00e4nnern eine Hintert\u00fcr, durch die sie gesichtswahrend gehen konnten, so dass Heinrichs R\u00fcckhalt im Episkopat im Laufe des Jahres 1076 sukzessive schwand.<\/p>\n<p>Nach Ansicht vieler Zeitgenossen widersprach die von Gregor VII. verf\u00fcgte Aufhebung der Untertaneneide der herrschaftstheologischen Legitimation k\u00f6niglicher Autorit\u00e4t. Konnte der Papst Eide, die unter Berufung auf Gott geleistet worden waren, \u00fcberhaupt f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren? Wenn eine eidlich bekr\u00e4ftigte Vereinbarung von dritter Seite annulliert werden konnte, welche politischen Garantien, ja welche gesellschaftliche Ordnung galt dann noch?<\/p>\n<h3>Heinrichs R\u00fcckhalt schwindet<\/h3>\n<p>Kurz vor Ostern 1076 wurden dem K\u00f6nig in Utrecht die Ereignisse aus Rom bekannt. Der Chronist Hugo von Flavigny berichtet, dass daraufhin mit Zustimmung der am Hof anwesenden Bisch\u00f6fe die Exkommunikation Gregors VII. beschlossen wurde. Die Verk\u00fcndigung der Bannformel oblag Bischof Pibo von Toul. Dieser war einst zu Unrecht der Simonie und des Konkubinats beschuldigt worden, woraufhin ihn der Papst noch vor Beginn einer f\u00f6rmlichen Untersuchung als\u00a0exepiscopus\u00a0und\u00a0lupus\u00a0bezeichnet hatte. Pibo, der die Wormser Erkl\u00e4rung mitgetragen hatte, entzog sich der heiklen Aufgabe durch n\u00e4chtliche Flucht, angeblich mit der Begr\u00fcndung, er wolle zwar dem K\u00f6nig treu dienen, ihm aber nicht in einer Sache folgen, die den kanonischen Vorschriften widerspreche. Immerhin fand sich mit Wilhelm von Utrecht doch noch ein Reichsbischof, der den Papst exkommunizierte.<\/p>\n<p>Heinrich IV. setzte im Fr\u00fchjahr 1076 auch auf die Unterst\u00fctzung der oberitalienischen Bisch\u00f6fe. Diese hatten sich eigentlich Anfang Februar 1076 in Piacenza versammelt, um die Weihe Tedalds zum Erzbischof von Mailand vorzunehmen, beschlossen dann aber spontan, einen eigenen Gehorsamsverzicht auszusprechen, den sie sogar eidlich bekr\u00e4ftigten und an dem sie \u2013 anders als ihre nordalpinen Amtsbr\u00fcder \u2013 lange Zeit eisern festhielten.<\/p>\n<p>Kurz vor Pfingsten lud Heinrich den Reichsepiskopat und die Laienf\u00fcrsten erneut nach Worms ein, um das weitere Vorgehen gegen Gregor VII. abzustimmen. Der Geschichtsschreiber Berthold von Reichenau vermerkt zu den Pl\u00e4nen Heinrichs: \u201eDie Versammlung [&#8230;] wurde mit der Absicht einberufen, dass der Papst dort von den drei dienst\u00e4ltesten Bisch\u00f6fen quasi kanonisch verurteilt und wegen der ihm zur Last gelegten Verbrechen gebannt werden sollte, um ihn so vom apostolischen Stuhl zu vertreiben, damit bald ein anderer, der nach ihrem Geschmack untert\u00e4nig und gehorsam sein sollte, an seine Stelle trete\u201c.<\/p>\n<p>Doch dazu kam es nicht. Denn auch die m\u00e4chtigen s\u00fcddeutschen Herz\u00f6ge von Schwaben, Bayern und K\u00e4rnten hatten von der Exkommunikation des Herrschers erfahren und mieden seinen Umgang. Zudem missbilligten sie Heinrichs unnachgiebige Haltung gegen\u00fcber den inhaftierten s\u00e4chsischen Adligen.<\/p>\n<p>Nach dem Scheitern der Wormser Pfingstversammlung berief Heinrich einen neuen Hoftag ein. Dieser sollte am 29. Juni 1076, dem Hochfest Peter und Paul, in Mainz stattfinden. Die s\u00fcddeutschen Herz\u00f6ge hatten inzwischen Kontakt mit der p\u00e4pstlichen Seite aufgenommen und blieben auch dem Mainzer Treffen fern. Dort erkl\u00e4rte die Anh\u00e4ngerschaft des Saliers \u2013 trotz wachsender Verunsicherung \u2013 dessen Absetzung f\u00fcr ung\u00fcltig und erneuerte die Exkommunikation des Papstes.<\/p>\n<p>Doch innerhalb weniger Monate verschlechterten sich die Dinge f\u00fcr Heinrich IV. in atemberaubendem Tempo. Besonders schwer traf ihn der Tod Gottfrieds des Buckligen. Der Herzog von Niederlothringen war im Februar 1076 ermordet worden, womit der Salier seinen m\u00e4chtigsten Verb\u00fcndeten und milit\u00e4rischen R\u00fcckhalt verlor. Neben der Erosion des bisch\u00f6flichen R\u00fcckhalts kam es zu einer Ann\u00e4herung zwischen den s\u00e4chsischen Gro\u00dfen und den s\u00fcddeutschen F\u00fcrsten, dann zwischen dem Papsttum und der deutschen F\u00fcrstenopposition. Damit war der Weg Heinrichs nach Canossa geebnet. Neben der ma\u00dfvollen Behandlung der deutschen Bisch\u00f6fe durch den Papst waren es vor allem die fehlenden milit\u00e4rischen Mittel Heinrichs IV., die den Wendepunkt des Jahres 1076 markierten.<\/p>\n<h3>Trebur\/Oppenheim<\/h3>\n<p>Nach einem ersten Treffen der s\u00fcddeutschen F\u00fcrstenopposition mit den aufst\u00e4ndischen Sachsen im Sp\u00e4tsommer 1076 sollte im Oktober eine von einem gro\u00dfen Truppenkontingent gesch\u00fctzte Versammlung bei Trebur \u00fcber das weitere Vorgehen gegen Heinrich IV. entscheiden. Im rechtsrheinischen Trebur lag eine K\u00f6nigspfalz, die schon im 9. Jahrhundert Schauplatz wichtiger politischer Ereignisse war. Hier musste Karl der Dicke 887 seinen Verzicht auf die Krone hinnehmen, hier erfolgte 1053 die Wahl und Anerkennung Heinrichs IV. zum K\u00f6nig, der die Reichsf\u00fcrsten nur unter der bis dahin beispiellosen Bedingung zustimmten, dass er ein gerechter Herrscher sein werde (si rector iustus futurus esse).<\/p>\n<p>Hier also wollten die Reichsf\u00fcrsten \u00fcber den Verbleib Heinrichs im Amt entscheiden, wobei sich die Waagschale zugunsten einer Neuwahl neigte. Zus\u00e4tzlich alarmiert durch die Ankunft der p\u00e4pstlichen Legaten, eilte Heinrich IV. mit einem Heer an den Rhein. Wollte er sein K\u00f6nigtum retten, musste ein Zusammengehen der Reichsf\u00fcrsten mit dem Papsttum unbedingt verhindert und die Wormser Erkl\u00e4rung schnellstens r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Heinrichs Heer lagerte auf der anderen Rheinseite bei Oppenheim, und es herrschte bei den F\u00fcrsten eine Zeitlang Unklarheit, ob der K\u00f6nig zum Kampf oder zu Verhandlungen gekommen war.<\/p>\n<p>Der radikalere Teil der Opposition setzte auf die Wahl eines neuen K\u00f6nigs, f\u00fcr die sich der Papst ein Best\u00e4tigungsrecht vorbehielt. Allerdings versuchte Gregor VII. mit einem langen Schreiben vom 3. September 1076 \u201ean die deutschen Bisch\u00f6fe, Herz\u00f6ge, Grafen und alle Verteidiger des Glaubens\u201c einer \u00fcbereilten Wahl entgegenzuwirken. Wie schon zuvor stellte der Papst die Absetzung Heinrichs als unmittelbare Folge der Exkommunikation dar. Neu war hingegen, dass Gregor VII. auch vers\u00f6hnliche T\u00f6ne anschlug. So sei eine Rehabilitierung Heinrichs m\u00f6glich, wenn er die Kirche als seine Herrin anerkenne und nicht als seine Magd behandele. Damit wird deutlich, dass Gregor den mit der Exkommunikation verbundenen Ausschluss von den Sakramenten, von gottesdienstlichen Handlungen und vom Umgang mit anderen Christen nicht als irreversibel, sondern als eine durch Wiedergutmachung aufhebbare Beugestrafe verstand.<\/p>\n<p>Nach z\u00e4hen Verhandlungen und der Einschaltung gem\u00e4\u00dfigter Vermittler erkl\u00e4rte sich Heinrich schlie\u00dflich bereit, dem Papst schriftlich Gehorsam zu geloben und Genugtuung zu leisten. Damit war eine Neuwahl vorerst abgewendet. Der Heinrich feindlich gesinnte Chronist Lampert notierte: \u201eDer K\u00f6nig, der kaum noch Hoffnung, kaum noch einen Ausweg sah, war au\u00dferordentlich froh, unter irgendeiner, wenn auch schmachvollen Bedingung dem drohenden Unheil f\u00fcr den Augenblick entronnen zu sein, und versprach dem Papst willig in allem Gehorsam\u201c.<\/p>\n<p>Heinrich IV. musste sich jedoch innerhalb eines Jahres \u2013 beginnend mit der Fastensynode 1076 \u2013 vom Papst absolvieren lassen. Andernfalls wollten die F\u00fcrsten sein K\u00f6nigtum nicht mehr anerkennen. Um ihr Mitbestimmungsrecht zu wahren, luden sie Gregor und Heinrich zu einer Versammlung nach Augsburg, die zun\u00e4chst wohl auf den 6. Januar 1077 festgelegt wurde. Dort sollte der Papst den Vorsitz f\u00fchren und zusammen mit den Reichsf\u00fcrsten \u00fcber Heinrich zu Gericht sitzen. Dem versuchte der K\u00f6nig zu entgehen, indem er Udo von Trier nach Rom schickte, der den als \u201eOppenheimer Promissio\u201c bekannten Brief und den m\u00fcndlich vorgetragenen Wunsch Heinrichs IV. \u00fcberbrachte, vom Papst in Rom die Absolution zu erhalten. Doch der Papst lehnte Heinrichs Bitte ab, um seine Anh\u00e4nger im Reich nicht zu ver\u00e4rgern und seinen Anspruch auf die Rolle des Richters nicht leichtfertig zu verspielen.<\/p>\n<p>Wie die von Gregor VII. im Laufe des Jahres 1076 nach Deutschland gesandten Briefe zeigen, setzte dieser zu diesem Zeitpunkt keineswegs auf die Erhebung eines k\u00f6niglichen Gegenkandidaten, sondern vielmehr auf eine Bekehrung Heinrichs zum gerechten K\u00f6nig. Heinrich IV. hingegen wollte den Augsburger Gerichtstag mit allen Mitteln verhindern, wie die Annalen Lamperts von Hersfeld berichten: \u201eDer K\u00f6nig wusste selbst nur zu gut, dass er sein eigenes Seelenheil nur wiedererlangen konnte, wenn er vor dem Jahrtag von der Exkommunikation losgesprochen wurde, und er hatte keineswegs die Absicht, die Ankunft des Papstes [in Augsburg] abzuwarten und die Untersuchung seiner Sache einem so feindlichen Richter, so hartn\u00e4ckigen Ankl\u00e4gern zu \u00fcberlassen, weshalb er es bei dem damaligen Stand seiner Sache f\u00fcr das Beste hielt, dem Papst auf seiner Reise [&#8230;] noch innerhalb Italiens zu begegnen und auf jede Weise die Lossprechung vom<br \/>\nBann zu erwirken\u201c.<\/p>\n<p>Da die s\u00fcddeutschen F\u00fcrsten vorausschauend die auch im Winter passierbaren Alpenp\u00e4sse gesperrt hatten, zog der Salier kurz vor Weihnachten 1076 von Speyer aus in die Westalpen, um den einzigen freien Pass am 2.000 Meter<br \/>\nhohen Mont Cenis zu nehmen. Noch einmal Lampert: \u201eDie Kraft und H\u00e4rte des Winters in diesem Jahr waren so lang und viel unwirtlicher als gew\u00f6hnlich, dass der Rhein, mit einer Eisschicht bedeckt, vom Martinstag bis zum ersten April f\u00fcr den Fu\u00dfweg passierbar blieb, und an vielen Orten die Weinberge, nachdem die Wurzeln durch die K\u00e4lte abgestorben waren, v\u00f6llig verdorrten\u201c.<\/p>\n<p>Als Gregor vom Nahen des Saliers erfuhr, zweifelte er an dessen friedlichen Absichten und verschanzte sich auf der s\u00fcdwestlich von Reggio Emilia gelegenen H\u00f6henburg Canossa der Markgr\u00e4fin Mathilde von Tuszien, wo sich auch Abt Hugo von Cluny aufhielt, der 1051 Heinrichs Taufpate gewesen war.<\/p>\n<h3>Canossa<\/h3>\n<p>Der K\u00f6nig erschien am 25. Januar, dem Tag der Bekehrung des hl. Paulus, vor den Mauern der Burg, wo er in der K\u00e4lte ausharrte, \u201eohne alle k\u00f6niglichen Kleider und Insignien, barfu\u00df und in einem wollenen B\u00fc\u00dferhemd\u201c. Unter Tr\u00e4nen der Reue flehte er um Gnade. Schlie\u00dflich, nach dreit\u00e4gigen Verhandlungen \u00fcber die Bedingungen der Rekonziliation, bei denen Mathilde und Abt Hugo f\u00fcr Heinrich eintraten, wurde der K\u00f6nig zum Papst vorgelassen. Gregor VII. hatte dem Dr\u00e4ngen des Saliers so lange widerstanden, dass seine Gef\u00e4hrten ihm, wie er selbst schrieb, \u201edie Grausamkeit tyrannischer Wildheit\u201c vorwarfen. Doch nachdem der Exkommunizierte Gehorsam, Wiedergutmachung und Sicherheiten f\u00fcr die Zukunft versprochen hatte, konnte er den Bu\u00dfakt nicht l\u00e4nger aufschieben und erteilte Heinrich die Gnade der Absolution und den p\u00e4pstlichen Segen.<\/p>\n<p>So berichtet es der Papst in seinem unmittelbar nach den Ereignissen verfassten Brief an die deutschen F\u00fcrsten. Darin wollte er zum Ausdruck bringen, dass er durch sein Handeln keineswegs die Vereinbarung \u00fcber den Augsburger Schiedsspruch konterkarieren wollte. Dies erkl\u00e4rt den f\u00fcr Gregor VII. ungew\u00f6hnlich rechtfertigenden Ton des Schreibens.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich blieb dem Papst in Canossa keine andere Wahl, da ein Priester den aufrichtig bereuenden S\u00fcnder nicht abweisen durfte. Im Rahmen der Bu\u00dfe musste sich Heinrich mit ausgestreckten Armen vor Gregor VII. kreuzf\u00f6rmig niederwerfen und seine hartn\u00e4ckige Anma\u00dfung bekennen. Anschlie\u00dfend erhielt er die Absolution und den p\u00e4pstlichen Segen, womit seine Wiederaufnahme in die christliche Gemeinschaft vollzogen war. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte der Papst den K\u00f6nig in die Burgkapelle, sprach das vorgesehene Gebet, gab ihm den Friedenskuss und zelebrierte die Messe, an deren Ende der Empfang der Eucharistie stand. Berthold und Lampert berichten, Heinrich habe die Kommunion verweigert, was Gregor VII. als Beweis seiner Unaufrichtigkeit wertete. Die Rekonziliation endete mit dem Friedensmahl (convivium), mit Ermahnungen und Danksagungen und der Entlassung in Frieden durch den Papst. Soweit der Ablauf, der im Wesentlichen dem Bericht Bertholds von Reichenau entnommen ist.<\/p>\n<p>Das Verfahren stand, wie J. Laudage zeigen konnte, ganz in der Tradition der christlichen Herrscherbu\u00dfe. Dem Bu\u00dfritual lag ein Formular aus dem r\u00f6mischen Pontifikale, dem p\u00e4pstlichen Liturgiebuch, zugrunde: \u201eWenn ein Exkommunizierter oder mit dem Bann Belegter, von Reue getrieben, um Verzeihung bittet und Besserung gelobt, so soll der Bischof, der ihn exkommuniziert hat, vor die T\u00fcr einer Kirche treten [&#8230;]. Und dort soll nach g\u00f6ttlichem und menschlichem Gesetz der angerichtete Schaden wieder gutgemacht oder, wenn dies bereits geschehen ist, die Wiedergutmachung bezeugt werden. Und wenn der Betreffende, auf die Erde niedergeworfen, um Verzeihung bittet, seine Schuld bekennt, um Bu\u00dfe bittet und f\u00fcr die Zukunft Sicherheit (cautela) verspricht, soll der Bischof ihn bei der rechten Hand fassen, in die Kirche f\u00fchren und ihm die Kommunion und die christliche Gemeinschaft wiedergeben\u201c.<\/p>\n<p>Der Eid von Canossa trug nicht nur politischen Erw\u00e4gungen Rechnung, sondern war zugleich in eine liturgisch vorgeschriebene Handlung eingebettet. Der Schaden, den der Exkommunizierte angerichtet hatte, sollte nach dem Zeugnis des r\u00f6mischen Pontifikale nach g\u00f6ttlichen und menschlichen Gesetzen wieder gutgemacht werden. Den g\u00f6ttlichen Gesetzen wird durch die gegen\u00fcber dem Bischof gezeigte Reue, die Bitte um Vergebung und das Versprechen der Besserung Gen\u00fcge getan. Mit seiner Bu\u00dfe in Canossa hatte Heinrich den Umgang mit seinen exkommunizierten R\u00e4ten und den gegen\u00fcber der r\u00f6mischen Kirche an den Tag gelegten Hochmut (superbia) abgegolten. Die im p\u00e4pstlichen Liturgiebuch ebenfalls erw\u00e4hnten menschlichen Gesetze, nach denen ebenso Schadenersatz zu leisten war, d\u00fcrften sich konkret auf den Konflikt Heinrichs mit den Reichsf\u00fcrsten beziehen. Auch ihnen gegen\u00fcber sollte der Salier k\u00fcnftig f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit sorgen. Zu Recht hat man in den Vorg\u00e4ngen von Canossa einen \u201eSeparatfrieden\u201c (St. Weinfurter) zwischen K\u00f6nig und Papst unter Ausschluss der deutschen F\u00fcrsten erkannt, w\u00e4hrend Johannes Fried vor einigen Jahren die Ansicht vertrat, es sei ein von langer Hand vorbereiteter Friedenspakt (samt m\u00fcndlichen Zusatzpunkten) geschlossen worden.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr die Zukunft zu leistende cautela wurde in Canossa durch einen von Stellvertretern geleisteten Schwur im Namen des K\u00f6nigs (in anima regis) bekr\u00e4ftigt und schriftlich festgehalten: \u201eIch, K\u00f6nig Heinrich, werde wegen des Aufruhrs und der Meinungsverschiedenheit, die zur Zeit mir gegen\u00fcber bestehen bei Erzbisch\u00f6fen und Bisch\u00f6fen, Herz\u00f6gen, Grafen und weiteren F\u00fcrsten des Reiches der Deutschen sowie bei anderen, die ihnen wegen dieser Meinungsverschiedenheit folgen, innerhalb eines Zeitraumes, den der Herr Papst Gregor festgelegt haben wird, entweder Gerechtigkeit nach seinem Urteil oder Eintracht nach seinem Rat schaffen, sofern nicht ein eindeutiges Hindernis mir oder ihm entgegensteht; wenn dies nicht mehr besteht, bin ich bereit, dasselbe durchzuf\u00fchren. Ebenso, wenn der selbe Herr Papst Gregor \u00fcber die Alpen oder in andere Regionen gehen will, wird er sicher sein \u2013 durch meine Unterst\u00fctzung oder derjenigen, die ich dazu zwingen kann \u2013 vor allen Beeintr\u00e4chtigungen an Leben und Leib sowie vor der Gefangennahme; dies gilt f\u00fcr ihn selbst, f\u00fcr sein Gefolge und seine Begleitung sowie f\u00fcr jene, die von ihm geschickt werden oder aus welchem Land auch immer zu ihm kommen, und zwar auf dem Hinweg, bei dem dortigen Aufenthalt und auf dem R\u00fcckweg von dort. Dar\u00fcber hinaus soll es f\u00fcr ihn keinerlei weiteres Hindernis aufgrund meiner Zustimmung geben, das gegen seinen Ehranspruch ist, und, wenn jemand ihm ein solches bereitet, werde ich [dem Papst] nach meinen Kr\u00e4ften in Aufrichtigkeit helfen\u201c.<\/p>\n<p>Man verst\u00e4ndigte sich in Canossa folglich auf die Durchf\u00fchrung eines Gerichtsverfahrens zur Beilegung der Streitigkeiten zwischen K\u00f6nig und Reichsf\u00fcrsten, das nach p\u00e4pstlichem Urteil oder auf p\u00e4pstlichen Rat durch einen Vergleich (concordia) Gerechtigkeit schaffen sollte. Der K\u00f6nig verb\u00fcrgte sich f\u00fcr das freie Geleit und die k\u00f6rperliche Unversehrtheit Gregors, falls dieser \u00fcber die Alpen oder in andere Teile des salischen Reiches ziehen wollte, nachdem die von den Reichsf\u00fcrsten zugesagten Geleittruppen nicht eingetroffen waren.<\/p>\n<p>Die Quellen sind sich uneins dar\u00fcber, ob mit der Rekonziliation Heinrichs zugleich eine Wiedereinsetzung als K\u00f6nig und die R\u00fccknahme der Treueidl\u00f6sung verbunden waren. Da Gregor VII. jedoch eine stellvertretende Eidesleistung\u00a0in anima regis\u00a0zulie\u00df, muss er Heinrich (wieder) als rechtm\u00e4\u00dfigen Herrscher anerkannt haben.<\/p>\n<p>Etwa sechs Tage nach dem Abzug aus Canossa begegneten sich Papst und K\u00f6nig erneut, diesmal auf Mathildes Burg Bianello n\u00f6rdlich von Canossa, vermutlich um \u00fcber die Lage in Oberitalien zu verhandeln. Ein sp\u00e4teres Treffen in Mantua sollte vielleicht dazu dienen, den oberitalienischen Episkopat auf die Ziele der Kirchenreform einzuschw\u00f6ren. Die Zusammenkunft von Papst, K\u00f6nig und norditalienischen Bisch\u00f6fen kam jedoch nicht zustande, angeblich weil Gregor VII. eine Gefangennahme durch Heinrich oder den oberitalienischen Episkopat bef\u00fcrchtete.<\/p>\n<p>Trotz aller Widrigkeiten hielt der Papst an seiner Absicht fest, so bald wie m\u00f6glich nach Deutschland zu reisen. Dort sollten sich die Ereignisse nur wenige Wochen sp\u00e4ter \u00fcberschlagen, als die oppositionellen Reichsf\u00fcrsten mit Rudolf von Schwaben einen Gegenk\u00f6nig erhoben. Der \u201eInvestiturstreit\u201c hatte nun zwei sich bek\u00e4mpfende K\u00f6nige. Was Heinrich IV. in Trebur noch hatte abwenden k\u00f6nnen, war mit dem Gang nach Canossa Wirklichkeit geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Investiturstreit (investitura, lat. \u201eEinkleidung\u201c) geh\u00f6rt seit dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert zum Themenkanon der deutschen Geschichtswissenschaft. Von ca. 1075 bis 1122 hielt das Ringen zwischen Papst und K\u00f6nig um die Einsetzung kirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger, insbesondere der Bisch\u00f6fe, die Zeitgenossen in Atem. Mit dem Aufkommen kirchlicher Reformforderungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts geriet das k\u00f6nigliche Besetzungspr\u00e4zept zunehmend&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":86520,"menu_order":896,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-53019","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","focus-area-kirche-in-der-geschichte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Heinrich IV. und Gregor VII. - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Heinrich IV. und Gregor VII. - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Investiturstreit (investitura, lat. \u201eEinkleidung\u201c) geh\u00f6rt seit dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert zum Themenkanon der deutschen Geschichtswissenschaft. Von ca. 1075 bis 1122 hielt das Ringen zwischen Papst und K\u00f6nig um die Einsetzung kirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger, insbesondere der Bisch\u00f6fe, die Zeitgenossen in Atem. Mit dem Aufkommen kirchlicher Reformforderungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts geriet das k\u00f6nigliche Besetzungspr\u00e4zept zunehmend&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-12-04T10:59:03+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-4-69-Schroer.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1190\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"492\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"26 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/\",\"name\":\"Heinrich IV. und Gregor VII. - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-4-69-Schroer.jpg\",\"datePublished\":\"2023-12-05T12:13:33+00:00\",\"dateModified\":\"2024-12-04T10:59:03+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-4-69-Schroer.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023-4-69-Schroer.jpg\",\"width\":1190,\"height\":492},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Heinrich IV. und Gregor VII.\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Henry IV and Gregory VII - Catholic Academy in Bavaria","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Heinrich IV. und Gregor VII. - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Der Investiturstreit (investitura, lat. \u201eEinkleidung\u201c) geh\u00f6rt seit dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert zum Themenkanon der deutschen Geschichtswissenschaft. Von ca. 1075 bis 1122 hielt das Ringen zwischen Papst und K\u00f6nig um die Einsetzung kirchlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger, insbesondere der Bisch\u00f6fe, die Zeitgenossen in Atem. Mit dem Aufkommen kirchlicher Reformforderungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts geriet das k\u00f6nigliche Besetzungspr\u00e4zept zunehmend&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2024-12-04T10:59:03+00:00","og_image":[{"width":1190,"height":492,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-4-69-Schroer.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"26 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/","name":"Henry IV and Gregory VII - Catholic Academy in Bavaria","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-4-69-Schroer.jpg","datePublished":"2023-12-05T12:13:33+00:00","dateModified":"2024-12-04T10:59:03+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-4-69-Schroer.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2023-4-69-Schroer.jpg","width":1190,"height":492},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/heinrich-iv-und-gregor-vii-die-ergebnisse-von-worms-rom-und-trebur\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Heinrich IV. und Gregor VII."}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/53019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/53019\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":96254,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/53019\/revisions\/96254"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}