{"id":53029,"date":"2023-12-05T13:19:02","date_gmt":"2023-12-05T12:19:02","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=53029"},"modified":"2024-12-04T12:18:49","modified_gmt":"2024-12-04T11:18:49","slug":"gott-zu-dienen-bedeutet-regieren-das-herrschaftskonzept-und-die-kirchenpolitik-heinrichs-iii","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/gott-zu-dienen-bedeutet-regieren-das-herrschaftskonzept-und-die-kirchenpolitik-heinrichs-iii\/","title":{"rendered":"&#8222;Gott zu dienen, bedeutet regieren&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Drei Zitate m\u00f6chte ich an den Anfang meines Vortrages stellen. \u201eOpposition ist Mist. Lasst das die anderen machen \u2013 wir wollen regieren.\u201c \u2013 \u201eEs ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.\u201c \u2013 \u201eGott zu dienen, bedeutet regieren.\u201c Drei Zitate, drei v\u00f6llig unterschiedliche Aussagen. Die beiden ersten kennen Sie vermutlich. Das erste stammt von einem SPD-Vorsitzenden im Jahr 2004,\u00a0das andere von einem FDP-Vorsitzenden des Jahres 2017.\u00a0Bei aller Gegens\u00e4tzlichkeit haben diese beiden Politikerzitate etwas gemeinsam: Das Regieren ist etwas, das man tun oder auch lassen kann. Nat\u00fcrlich auch etwas, was andere nicht so gut k\u00f6nnten wie man selbst, aber: Prinzipiell hat man keinen Anspruch darauf \u2013 und schon gar keinen g\u00f6ttlichen Auftrag dazu.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4ambel des Grundgesetzes verweist zwar auf eine allgemeine Verantwortung vor Gott, doch bezieht sich der Passus nicht auf konkretes obrigkeitliches Handeln in der Gegenwart. Der Eid der Kanzler und Ministerinnen, soweit \u00fcberhaupt noch mit religi\u00f6ser Formel gesprochen, enth\u00e4lt zwar eine kurze Bitte um Gottes Beistand, aber nat\u00fcrlich kein Gel\u00f6bnis, Gottes Wille erf\u00fcllen zu wollen. Als wir Anfang Mai 2023 bei der einzigen feierlichen Kr\u00f6nung zusahen, die in Europa \u00fcbriggeblieben ist, haben wir zwar zahlreiche religi\u00f6se Riten sehen k\u00f6nnen, etwa die Herrschersalbung oder den Eid, Verteidiger des Glaubens zu sein. Aber, banal zu sagen: Charles III. regiert nicht.<\/p>\n<p>Halten wir fest: Wer im heutigen Europa von einer g\u00f6ttlichen Berufung zum Regieren spricht, macht sich bestenfalls l\u00e4cherlich \u2013 auch wenn das au\u00dferhalb Europas teilweise anders aussieht, etwa in Teilen Amerikas (dort vornehmlich bei einigen protestantischen Fundamentalisten) oder nat\u00fcrlich in mehreren islamischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Nun aber zum dritten Zitat, das Sie aus der Vortragsank\u00fcndigung kennen: \u201eGott zu dienen, bedeutet regieren.\u201c Ich bin dem Organisationsteam dankbar, dass es einen Titel vorgeschlagen hat, mit dem ich sofort einverstanden war. Der Untertitel lautet: \u201eDas Herrschaftskonzept und die Kirchenpolitik Kaiser Heinrichs III.\u201c Selbstverst\u00e4ndlich sind \u201eKonzept\u201c und \u201ePolitik\u201c nur Hilfsbegriffe. Wir d\u00fcrfen sie nicht mit modernen Inhalten f\u00fcllen \u2013 etwa im Sinne eines klaren, mehr oder minder rationalen Plans. Einen solchen Plan zu entwerfen, w\u00e4re ohnehin sinnlos gewesen. Denn ein Herrscher des 11. Jahrhunderts hatte nur beschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten; oft reagierte er eher als dass er agieren konnte. Wir werden darauf zur\u00fcckkommen. Man k\u00f6nnte also auch allgemeiner von Herrschaftsvorstellungen oder Handeln in der Kirche, Handeln mit der Kirche sprechen.<\/p>\n<p>Aber auch da tun sich Schwierigkeiten auf: Der Herrscher spricht nicht mit uns. Es gibt so gut wie keine Selbstzeugnisse. Briefe Heinrichs III. sind so gut wie nicht \u00fcberliefert. Aber wir haben 409 Urkunden, von denen 385 als echt gelten. Nat\u00fcrlich ist das f\u00fcr eine 17-j\u00e4hrige Regierungszeit nicht gerade viel. Umgerechnet hei\u00dft das, wir haben f\u00fcr jeden Regierungsmonat durchschnittlich nicht einmal zwei \u00fcberlieferte Urkunden.<\/p>\n<p>Doch was ist \u00fcberhaupt eine Urkunde? Eine Urkunde ist ein beglaubigtes Rechtsdokument \u2013 im Mittelalter ebenso wie in der Gegenwart. Was ist dann der Unterschied zur Gegenwart? Zwar sind unsere Rechtsgesch\u00e4fte nach wie vor \u00fcberwiegend m\u00fcndlich, etwa, wenn wir Lebensmittel einkaufen. Aber im sogenannten Hohen Mittelalter, also der Zeit zwischen ca. 1000 und ca. 1250, war es die absolute Ausnahme, wenn Rechtsgesch\u00e4fte schriftlich fixiert wurden. Das meiste lief allein \u00fcber symbolische Handlungen ab, selbst \u00fcberaus wichtige Rechtshandlungen wie die Verleihung eines Herzogtums. Wenn man sich dennoch entschied, eine Rechtshandlung schriftlich niederzulegen, so hatte das gute Gr\u00fcnde, denn es war teuer. Teuer war das Pergament, teuer war die Tinte. Und so ergab es sich, dass \u00fcberwiegend geistliche Empf\u00e4nger darauf Wert legten, dass Schenkungen an sie schriftlich gesichert wurden, Gemeinschaften also, die selbst nicht imstande waren, ihren Besitz mit der Waffe zu verteidigen.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig ist meist fern, also steht die Herrscherurkunde stellvertretend f\u00fcr ihn. Wer diese Urkunde anfechtet, legt sich mit dem K\u00f6nig an, so lautet die Botschaft. Wie gesagt, es ist der K\u00f6nig selbst, der durch die Urkunde spricht. Es gibt im 11. Jahrhundert nun einmal keine Reichsverwaltung; es gibt nur den Herrscher und seine unmittelbar Beauftragten. Wenn eine Urkunde ausgestellt wird, geschieht das zwar in einer formalisierten Sprache, in der Zeit ausschlie\u00dflich auf Latein. Aber die formelhafte Sprache der Urkunden war nicht g\u00e4nzlich statisch. Viele Dinge sind ver\u00e4nderlich, nicht nur der eigentliche Rechtsinhalt. Zu den sehr variablen Teilen einer Urkunde geh\u00f6rt vor allem die Arenga, eine Art Vorwort. Der Herrscher begr\u00fcndet damit ganz allgemein sein Handeln. Warum besch\u00fctze ich Kirchen? Warum k\u00fcmmere ich mich um die Schwachen? Oder noch allgemeiner: Was ist eigentlich meine Aufgabe? Der K\u00f6nig ist auch im Mittelalter kein tats\u00e4chlicher Monarch, also kein Alleinherrscher im w\u00f6rtlichen Sinn \u2013 ich habe es schon angedeutet. Er muss immer und immer wieder seine Herrschaft repr\u00e4sentieren, legitimieren, begr\u00fcnden, nicht zuletzt auch gegen\u00fcber denen, die parallel zu ihm ebenfalls Herrschaft aus\u00fcben.<\/p>\n<p>Doch nun, nach der etwas l\u00e4ngeren Erkl\u00e4rung, wenden wir uns dem Motto des Vortags n\u00e4her zu: \u201eGott zu dienen, bedeutet regieren.\u201c Auf Lateinisch:\u00a0deo servire regnare est.\u00a0Man k\u00f6nnte auch \u00fcbersetzen: \u201eGott zu dienen, bedeutet herrschen.\u201c Es handelt sich um einen Auszug aus einer Urkunde Heinrichs III. f\u00fcr den Bischof von Utrecht, ausgestellt im Jahr 1040. Diese Urkunde ist an sich nicht sonderlich wichtig; dem Utrechter Bischof werden hier nur drei G\u00fcter geschenkt, keine Grafschaft oder \u00c4hnliches. Aber Utrecht bzw. die dortige Bischofskirche war durchaus wichtig, weil dort die Eingeweide von Heinrichs Vater, Konrads II., beigesetzt waren. Der Kontext der Worte lautet wie folgt:<\/p>\n<p>Honor nostri regni in hoc debet augendo florere, si iustis ac venerabilibus locis aliquid de nostris bonis videamur prebere, quia, sicut legitur, si deo servire regnare est, ergo nos esse regnaturos nullo modo ambigimus, si \u0119cclesiasticas res augendo honorare studuerimus.<\/p>\n<p>Die \u00dcbersetzung aus dem Lateinischen lautet:<\/p>\n<p>\u201eDie Ehre Unseres K\u00f6nigtums muss dadurch erbl\u00fchen, dass wir sie vermehren, wenn man sieht, wie Wir rechtschaffenen und verehrungsw\u00fcrdigen Orten etwas von Unseren G\u00fctern darbieten, denn wenn, wie geschrieben steht, Gott zu dienen herrschen bedeutet, dann bezweifeln wir nicht, dass wir herrschen werden, wenn Wir uns bem\u00fchen, kirchliche Dinge dadurch zu ehren, dass wir sie vermehren.\u201c<\/p>\n<p>Nun haben wir es hier mit einer ziemlich komplizierten Sprache zu tun. Das ist bei einer Arenga h\u00e4ufig. Versuchen wir es in einer etwas verst\u00e4ndlicheren Sprache auszudr\u00fccken: Die Ehre des K\u00f6nigs w\u00e4chst, wenn er den kirchlichen Besitz vermehrt. Denn das ist Dienst an Gott. Wer Gott dient, der regiert \u2013 oder herrscht. Somit erweist sich Heinrich zweifellos als Herrscher.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich schreibt der Herrscher seine Urkunden nicht selbst. Das tat im Allgemeinen seine Kanzlei. Diese Kanzlei d\u00fcrfen wir uns nicht als festen Ort vorstellen, sondern als kleine Gruppe von Geistlichen, die den K\u00f6nig auf seinen st\u00e4ndigen Reisen begleitete. Diese Urkunde f\u00fcr Utrecht wurde verfasst von einem hochgebildeten Notar, der wahrscheinlich italienischer Abstammung war. Bei den Worten\u00a0deo servire regnare est\u00a0handelt es sich um ein Zitat Gregors\u00a0I., der auch Gregor der Gro\u00dfe genannt wird. Er war Papst zwischen 590 und 604 und gilt als katholischer Heiliger, Kirchenvater und Kirchenlehrer. Diese Worte stammen aus einer ihm zugeschriebenen \u201eMesse f\u00fcr den Frieden\u201c. Der dortige Kontext lautet in \u00dcbersetzung:<\/p>\n<p>\u201eGott, Urheber und Liebhaber des Friedens, dich erkennen hei\u00dft leben, dir dienen hei\u00dft herrschen; beschirme uns, die wir zu dir flehen, vor allen Angriffen, damit wir, auf deinen Schutz vertrauend, keine feindlichen Waffen zu f\u00fcrchten brauchen.\u201c<\/p>\n<p>Es ist klar, dass der Papst zwischen Antike und Fr\u00fchmittelalter das Verb\u00a0regnare\u00a0\u2013 regieren, herrschen \u2013 nicht im Sinne eines eigentlichen Herrschers meint. Vielmehr scheint es in eine andere Richtung zu gehen: Den wahrhaft Gl\u00e4ubigen kann letztlich nichts etwas anhaben. Nun k\u00f6nnte man von einem Missverst\u00e4ndnis reden, das oft dann auftaucht, wenn einzelne S\u00e4tze aus dem Zusammenhang gerissen werden. Oder haben wir es gar mit einem beabsichtigten Missbrauch des Zitats zu tun? Doch so einfach ist es denn doch nicht. Worte von Autorit\u00e4ten haben n\u00e4mlich im Mittelalter einen mehrfachen Sinn, den aber vermeintlich nur ausreichend Gebildete erkennen k\u00f6nnen. Ihnen mag bekannt sein, dass auf diese Art und Weise mittelalterliche Bibelexegese betrieben wurde. Man spricht in dem Zusammenhang vom vierfachen Schriftsinn. Meines Erachtens haben wir es hier mit etwas \u00c4hnlichem zu tun. Unser Notar w\u00fcrde sicher nicht bestreiten, dass sich der Satz auf\u00a0alle\u00a0Gl\u00e4ubigen bezieht. Aber gleichzeitig h\u00e4lt er es f\u00fcr legitim, ihn auf einen tats\u00e4chlichen Regenten zu beziehen. Denn der Herrscher dieser Zeit ist eben kein gew\u00f6hnlicher Gl\u00e4ubiger, sondern er steht in au\u00dferordentlicher Verantwortung f\u00fcr das Wohlergehen der Kirche und aller Gl\u00e4ubigen. Somit: Wenn er diese Aufgabe angemessen erf\u00fcllt, ist er ein wahrer Herrscher. Man k\u00f6nnte das Ganze nat\u00fcrlich auch umkehren: Kein wahrer Herrscher ist, wer sich nicht ausreichend um den Dienst an Gott k\u00fcmmert. Und das hei\u00dft nun mal nicht zuletzt, den Klerus in seinen seelsorgerischen Aufgaben zu unterst\u00fctzen. Doch dazu bedarf es eben auch irdischer G\u00fcter: Kirchen m\u00fcssen gebaut werden, Kleriker m\u00fcssen sich kleiden und essen, Arme m\u00fcssen versorgt werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das nicht die ganze Wahrheit, da die K\u00f6nige und Kaiser in dem Land, das einmal Deutschland hei\u00dfen sollte, mit Schenkungen an die Kirche auch \u2013 im engeren Sinne \u2013 herrscherliche Interessen verbanden: Bisch\u00f6fe und \u00c4bte unterst\u00fctzten den K\u00f6nig bzw. Kaiser in vielerlei Hinsicht, und das nicht nur, weil es von ihnen erwartet wurde. Bisch\u00f6fe und \u00c4bte versorgten den durchreisenden Herrscherhof, berieten ihn auf Reichsversammlungen und stellten im Kriegsfall auch Krieger. So war es denn auch im Interesse des Herrschers, solche Personen zu Bisch\u00f6fen und \u00c4bten erheben zu lassen, von denen er sich eine treue Gefolgschaft versprach. Aber das ist es nicht allein \u2013 wir werden darauf zur\u00fcckkommen. Dass der K\u00f6nig das Recht habe, Einfluss auf die Auswahl der Bisch\u00f6fe und \u00c4bte zu nehmen und diese auch einzusetzen (wenn auch nicht zu weihen), war unter Heinrich III. noch weitgehend unbestritten. Heinrich III. gilt als letzter Herrscher, unter dem\u00a0regnum et sacerdotium\u00a0\u2013 K\u00f6nigsherrschaft und Priestertum \u2013 noch eine Symbiose bildeten. Dar\u00fcber hinaus gilt er als Reformer auf dem Kaiserthron.<\/p>\n<p>Bevor wir genauer betrachten, wie Heinrichs III. Einfluss auf die Kirche konkret aussah, wollen wir einige biographische Aspekte betrachten, die f\u00fcr unser Thema relevant sind.<\/p>\n<h3>Heinrich III.: ein \u201agelernter\u2018 Herrscher<\/h3>\n<p>Heinrich III. hatte das Gl\u00fcck \u2013 oder das Pech \u2013, als Thronerbe aufzuwachsen. Er war wahrscheinlich sieben Jahre alt, als sein Vater Konrad II. 1024 zum K\u00f6nig gew\u00e4hlt wurde und damit eine neue Dynastie begr\u00fcndete, diejenige der Salier. Heinrichs Erziehung war erstklassig, w\u00e4hrend wir von seinem Vater nicht einmal genau wissen, ob er \u00fcberhaupt lesen und schreiben konnte. An Heinrichs Ausbildung beteiligten sich zwei Bisch\u00f6fe (Brun von Augsburg und Egilbert von Freising), ein M\u00f6nch aus Italien und wohl auch der Hofgeistliche, Dichter und Geschichtsschreiber Wipo. Auch wenn Heinrich III., wie erw\u00e4hnt, seine Urkunden nicht selbst schrieb, hat er sie dennoch verstanden. Sein Notar schrieb also in der Arenga Worte, mit denen Heinrich zumindest einverstanden sein musste.<\/p>\n<p>Heinrichs Nachfolge wurde schnell gesichert. Da es in Deutschland bekanntlich ein Wahlk\u00f6nigtum gab, war es n\u00fctzlich, wenn der Sohn bereits zu Lebzeiten des Vaters zum Mitk\u00f6nig erhoben wurde, der Herrscher also selbst intensiven Einfluss auf den Wahlvorgang nehmen konnte. Und so wurde Heinrich III. schon 1028 zum K\u00f6nig gesalbt \u2013 ein Ritus, den wir k\u00fcrzlich auch in Westminster haben beobachten k\u00f6nnen. Bald darauf lie\u00df Konrad II. einen Siegelstempel anfertigen, auf dem Kaiser Konrad und K\u00f6nig Heinrich gemeinsam abgebildet waren und die Inschrift zu lesen war: HEINRICVS SPES IMPERII \u2013 Heinrich, Hoffnung des Kaiserreichs.\u00a0Die Hoffnung trog nicht \u2013 1039 konnte Heinrich III. reibungslos die alleinige Nachfolge antreten. Er war nun K\u00f6nig dreier Reiche, Deutschland, Burgund und Italien, und sah sich auch als oberster Lehnsherr \u00fcber B\u00f6hmen, Polen und zeitweise sogar Ungarn; zudem gebot er zun\u00e4chst direkt \u00fcber die beiden Herzogt\u00fcmer Schwaben und Bayern mit \u00d6sterreich und K\u00e4rnten. Die angesprochene Urkunde wurde in seinem ersten Herrschaftsjahr ausgestellt; ihre Arenga kann durchaus als ein Hauptmotto seiner Regierung angesehen werden.<\/p>\n<h3>Wie pr\u00e4sentiert sich ein frommer Herrscher?<\/h3>\n<p>Betrachten wir nun Schlaglichter w\u00e4hrend Heinrichs Herrschaft, bei denen seine Herrschaftsvorstellungen besonders gut sichtbar werden.<\/p>\n<p>Im Sommer 1044 f\u00fchrte Heinrich sein Heer gegen die Ungarn nahe des heutigen Dreil\u00e4nderecks \u00d6sterreich, Ungarn, Slowakei. Nach der siegreichen Schlacht geschah etwas Beeindruckendes. Ich zitiere aus den Annalen von Niederaltaich, eines Klosters in Niederbayern. In deutscher \u00dcbersetzung steht dort:<\/p>\n<p>\u201eDa fiel der Caesar, barfu\u00df und mit einem Wollgewand auf dem blo\u00dfen Leib, vor dem lebensspendenden Holz des heiligen Kreuzes nieder. Dasselbe tat auch das Volk mit den F\u00fcrsten, indem sie Ehre und Ruhm demjenigen spendeten, der ihnen einen solchen wunderbaren, einen solch unblutigen Sieg geschenkt hatte. Alle vergaben allen, welche ihnen gegen\u00fcber eine Schuld auf sich geladen hatten.\u201c<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Schauspiel wird etwas sp\u00e4ter geschildert, nach der R\u00fcckkehr des K\u00f6nigs nach Regensburg: \u201eAn diesem Tag a\u00df er erst etwas, nachdem er alle Kirchen der Stadt barfu\u00df und mit einem Wollgewand besucht und die Alt\u00e4re jeweils mit einem kostbaren Tuch bedeckt hatte.\u201c Der barf\u00fc\u00dfige Herrscher im h\u00e4renen Gewand \u2013 diese Szene scheint zun\u00e4chst an Canossa 33 Jahre sp\u00e4ter zu erinnern. Aber wenn auch die Symbolik der Bu\u00dfe \u00e4hnlich ist, haben wir es bei Heinrich III. mit einer v\u00f6llig anderen Konstellation zu tun. Heinrich III. ist Treiber, sein Sohn sp\u00e4ter Getriebener. Er selbst ordnet die Bu\u00dfe an. Was steckt dahinter? Der Dank gegen\u00fcber Gott zeigt sich darin, dass man seine eigene Unw\u00fcrdigkeit, seine eigene S\u00fcndhaftigkeit betont. Der Sieg wird nicht hochm\u00fctig, sondern in Demut begangen. Das wiederum ist Garantie f\u00fcr k\u00fcnftige Erfolge des Herrschers. Bemerkenswert ist dabei, dass Herrscher und Volk eine Bu\u00dfgemeinschaft bilden. Denn auch der fromme Herrscher kann nicht erfolgreich regieren, wenn sein Volk unfromm handelt.<\/p>\n<h3>Eine unge\u00fcbte Rolle: Heinrich III. als \u201aPapstmacher\u2018<\/h3>\n<p>Seit dem Jahr 962 war die \u201adeutsche\u2018 K\u00f6nigsw\u00fcrde mit dem Kaisertum verbunden. Aber das war bekanntlich kein Automatismus: Der K\u00f6nig muss sich zum Papst nach Rom aufmachen, und das nat\u00fcrlich nicht allein oder mit kleinem Gefolge, sondern mit einem Heer, denn er muss damit rechnen, dass er sich in Italien erst den Weg freik\u00e4mpfen muss.<\/p>\n<p>Heinrich III. brach am 8. September 1046 auf. Der Tag war mit Bedacht gew\u00e4hlt. Es war der Festtag Mariae Geburt. Und er betrieb weitere Vorsorge, indem er dem Domkapitel von Speyer um diese Zeit gleich acht Schenkungsurkunden ausstellte.\u00a0Au\u00dferdem schenkte er dem Dom ein wertvolles Evangeliar. Das alles h\u00e4ngt miteinander zusammen, denn der Speyerer Dom ist der Heiligen Jungfrau geweiht. Das hei\u00dft, mit der Wahl des Datums und den Schenkungen stellte er sein Unternehmen unter den Schutz Marias \u2013 offenbar mit Erfolg: Er gelangte ungehindert nach Pavia, der alten langobardischen Hauptstadt. Dort tat er erneut Dinge, die wir heute im Verantwortungsbereich des hohen Klerus verorten w\u00fcrden: Er befahl die Abhaltung einer Synode. Nach einer Quelle soll er dort sogar selbst eine flammende Rede gegen den Kauf oder Verkauf von Kirchen\u00e4mtern gehalten haben.\u00a0Diese Praxis, Simonie genannt, geh\u00f6rte neben der Priesterehe zu den gr\u00f6\u00dften \u00c4rgernissen der beginnenden Kirchenreform.<\/p>\n<p>An der Stelle einige Worte zum Reformbegriff. In der Gegenwart meint Reform \u201aetwas anders machen\u2018, \u201aetwas erneuern\u2018. Das meint es zwar im Mittelalter auch, aber mit einem v\u00f6llig anderen Dreh. Denn es geht im Denken der Zeit zumeist nicht darum, etwas Neues zu schaffen, sondern einen alten, vermeintlich besseren Zustand wiederherzustellen, einen Zustand, der zwischenzeitlich pervertiert wurde. Ma\u00dfstab ist hierf\u00fcr die Kirche der ersten Jahrhunderte, die Alte Kirche, vor allem die Urkirche. Nat\u00fcrlich ist der Blick im 11. Jahrhundert auf diese Kirche in weiten Teilen eine Fiktion. Weder gab es in der fr\u00fchen Kirche eine Pflicht zur Ehelosigkeit noch hatte der Bischof von Rom eine \u00fcberragende Stellung inne.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Synode von Pavia: Ob nun Heinrich diese Rede selbst gehalten hat oder nicht \u2013 die anwesenden Bisch\u00f6fe aus Deutschland, Italien und Burgund beschlossen, so hei\u00dft es, dass fortan alle abgesetzt und mit Exkommunikation belegt werden sollten, denen der Kauf kirchlicher \u00c4mter nachgewiesen wurde.<\/p>\n<p>Nun schien Heinrichs Kr\u00f6nung in Rom nichts mehr entgegenzustehen. Nur wenige Tage sp\u00e4ter traf sich der K\u00f6nig mit Papst Gregor VI. in Piacenza, nicht weit von Pavia.\u00a0Wir wissen nichts davon, dass es dabei irgendwelche Unstimmigkeiten gegeben h\u00e4tte. Man zog gemeinsam weiter Richtung Rom. Wohl nur wenige Tagesreisen von der Ewigen Stadt entfernt erfuhr dann aber Heinrich von beunruhigenden Vorw\u00fcrfen: Gregor VI. soll selbst sein Papstamt gegen eine Geldzahlung erhalten haben. Die Hintergr\u00fcnde sind jedoch so eindeutig nicht. Lassen wir wieder den Annalisten aus Niederaltaich zu Wort kommen:<\/p>\n<p>Es gab, so hei\u00dft es dort, \u201edrei P\u00e4pste, welche alle drei zu dieser Zeit noch lebten. Denn der erste von ihnen, der den p\u00e4pstlichen Sitz wegen einer unerlaubten Ehe, die er eingegangen war, verlassen hatte, hatte sich eher freiwillig zur\u00fcckgezogen als durch irgendeine feindliche Gewalt gezwungen. Darum verschworen sich die R\u00f6mer untereinander und setzten einen anderen an seine Stelle, obwohl er noch am Leben war. Der erste aber verkaufte aber seine Herrschaft f\u00fcr eine Geldsumme an einen Dritten, da er, von Zorn getrieben, dem an seine Stelle gesetzten diese nicht g\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Ich denke kaum, dass das Zitat zur Kl\u00e4rung beitragen konnte, eher im Gegenteil \u2013 das Ganze erscheint etwas wirr; anscheinend wusste es der schreibende M\u00f6nch auch nicht so genau. Aber wir k\u00f6nnen mithilfe weiterer Quellen halbwegs rekonstruieren, was geschehen war:<\/p>\n<p>Der erste Papst entstammte dem derzeit m\u00e4chtigsten r\u00f6mischen Adelsgeschlecht, den Tuskulanern; er nannte sich Benedikt IX. Nach zw\u00f6lf Jahren seines Pontifikats kam es 1044 zu einem Aufstand gegen ihn. Zum Gegenpapst wurde der Angeh\u00f6rige einer konkurrierenden r\u00f6mischen Adelsfamilie, der Crescentier, erhoben; er nannte sich Silvester III. Ob hinter dem Aufstand irgendwelche Verfehlungen sexueller Natur standen, l\u00e4sst sich schwer sagen, doch auch andere Quellen lassen r\u00fcckblickend kaum ein gutes Haar an Benedikt IX.<\/p>\n<p>Wie auch immer \u2013 Silvester III. konnte sich nur einige Wochen auf dem Papstthron halten, dann wurde er vertrieben, ohne aber abzudanken. Benedikt IX. konnte zur\u00fcckkehren \u2013 offenbar hatte seine Familie tats\u00e4chlich die \u201ameisten Divisionen\u2018. Nach nur wenigen Wochen jedoch beschloss er, sein Amt aufzugeben \u2013 \u00fcbrigens einer von drei tats\u00e4chlich freiwilligen Amtsr\u00fccktritten in der Papstgeschichte, wenn wir so genannte Gegenp\u00e4pste nicht mitrechnen. Nachfolger Benedikts wurde sein Taufpate, der sich Gregor VI. nannte. Das war anderthalb Jahre vor Heinrichs Eintreffen in Italien. So weit, so gut, denn Gregor VI. galt zun\u00e4chst offenbar als tadellose Wahl, auch in den Augen von Kirchenreformern.<\/p>\n<p>Nach diesem R\u00fcckgriff wenden wir uns erneut dem Jahresende 1046 zu: Heinrich kam auf dem weiteren Weg nach Rom zu Ohren, dass Gregor VI. seinem Vorg\u00e4nger Benedikt eine Abl\u00f6sesumme gezahlt habe, bevor der sich auf seine Landg\u00fcter zur\u00fcckzog. Somit stand der Vorwurf des \u00c4mterkaufs im Raum, eben der Simonie, gegen die die Kirchenreformer in Eintracht mit Heinrich selbst ank\u00e4mpften. Nun war Eile geboten, denn als Kr\u00f6nungstag war Weihnachten vorgesehen. Eine neue Synode musste her. Sie fand in Sutri statt, ungef\u00e4hr zwei Tagesm\u00e4rsche von Rom entfernt, nur f\u00fcnf Tage vor Weihnachten. Der zeitgen\u00f6ssische Chronist Hermann der Lahme schreibt:<\/p>\n<p>\u201eUnd indem so alles gl\u00fccklich von statten ging, hielt er [Heinrich \u00a0III. \u2013 D.\u00a0J.] unmittelbar vor Weihnachten in Sutri erneut eine Synode, untersuchte die Angelegenheit der unrechten P\u00e4pste genauer und entzog Papst Gratian [das ist der Geburtsname Gregors VI. \u2013 D.\u00a0J.], der \u00fcberf\u00fchrt wurde, den Hirtenstab. Dann erw\u00e4hlte er mit der Zustimmung aller, sowohl der R\u00f6mer wie der anderen, den Bischof Swidger, der nach dem ersten Bischof Eberhard als zweiter die Bamberger Kirche schon im 6. Jahr leitete, zum obersten Bischof der r\u00f6mischen Kirche, obwohl sich der kr\u00e4ftig str\u00e4ubte; und so betreten sie um den Heiligen Abend vor dem Geburtsfest des Herrn die Stadt selbst. [\u2026] Am Geburtsfest des Herrn selbst wurde der genannte Swidger, von Stamm ein Sachse, als 151. Papst f\u00fcr den apostolischen Stuhl nach Brauch geweiht und mit erh\u00f6htem Namen Clemens II. genannt. Er erhob alsbald am gleichen Tag K\u00f6nig Heinrich und seine Gemahlin Agnes durch Einsegnung als Kaiser.\u201c<\/p>\n<p>Wieder wissen wir nicht, ob es sich genau so abgespielt hat. Ein Synodalprotokoll ist abermals nicht \u00fcberliefert. Andere, durchaus glaubhafte Quellen besagen, Papst Gregor VI. habe selbst die Synode von Sutri geleitet.\u00a0Auch bleibt unklar, inwieweit der Papst letztlich seine Schuld einsah und \u201afreiwillig\u2018 seinen Sitz r\u00e4umte. Fest steht aber, dass es ohne den Druck Heinrichs gar nicht erst zu einer solchen Synode mit diesem Ergebnis gekommen w\u00e4re, und schon gar nicht w\u00e4re ein Vertrauter Heinrichs zum neuen Papst gew\u00e4hlt worden. Das geschah jedoch nicht in Sutri, wie Hermann der Lahme behauptet, sondern erst in Rom.<\/p>\n<p>Welchen tats\u00e4chlichen Einfluss hat Heinrich III. ausge\u00fcbt? Auch hier wird durchaus Widerspr\u00fcchliches berichtet. Dass er aber einen langfristigen Plan verfolgt und ihn gegen den Widerstand der Anwesenden durchgesetzt h\u00e4tte, wird zumindest in der Gegenwart kaum noch angenommen. Die Wahl eines Deutschen oder genauer eines Sachsen zum Papst hatte aber l\u00e4ngerfristige Folgen. Dessen Namenswahl zeigt \u00fcbrigens schon eine Programmatik an: Der erste Namenstr\u00e4ger galt als Petrus-Sch\u00fcler und damit als Vertreter eines fr\u00fchen, angeblich reinen Papsttums.<\/p>\n<p>Nach dem Ende Clemens\u2019 II. weniger als ein Jahr sp\u00e4ter mischte sich Heinrich noch eindeutiger in die Nachfolgeregelung ein.\u00a0Sie wurde direkt am K\u00f6nigshof bestimmt, konkret in P\u00f6hlde am Harz, wo sich der reisende K\u00f6nig Ende 1047 gerade befand. Der Gro\u00dfteil der Quellen berichtet, Heinrich III. habe den Papst \u201ebestimmt\u201c \u2013 auf Latein\u00a0assignavit. Andere schreiben, er habe zuvor Bisch\u00f6fe befragt, wieder andere, er sei den Bitten einer Gesandtschaft aus Rom gefolgt. Das Ergebnis war, dass erneut ein Bischof aus dem nordalpinen Reichsgebiet zum Papst bestimmt wurde, n\u00e4mlich der Bischof Poppo von Brixen im heutigen S\u00fcdtirol. Er musste in Begleitung eines Heeres nach Rom geleitet werden. Denn Benedikt IX. \u2013 wir erinnern uns, der Papst, der einmal vertrieben worden war, ein andermal freiwillig gegen eine Abl\u00f6sesumme verzichtet hatte \u2013, war seines Ruhestandes \u00fcberdr\u00fcssig und lie\u00df sich abermals zum Papst einsetzen. Gegen das Heer konnte er nichts ausrichten, sodass Poppo letztendlich in Rom auf den Petersstuhl gesetzt wurde. Er gab sich den Namen Damasus II. \u2013 nach einem Papst des 4. Jahrhunderts, der den Vorrang des r\u00f6mischen Bischofssitzes bereits stark betont hatte. \u00dcberliefert sind jedoch h\u00f6chstens drei Amtshandlungen dieses Papstes. Das ist kein Wunder, denn nach weniger als einem Monat wurde er im Hochsommer 1048 dahingerafft, vielleicht von der Malaria.<\/p>\n<p>Und abermals begab sich eine r\u00f6mische Delegation zu Heinrich III.\u00a0Zwar durften die r\u00f6mischen Gesandten auch diesmal mitreden (wer bestimmte sie eigentlich?), aber durchgesetzt hat Heinrich dann einen ferneren Verwandten, den Bischof Bruno von Toul, einen Els\u00e4sser. Die Beteiligung der R\u00f6mer bestand offenbar nur darin, dass sie ihm bei seiner Ankunft in Rom akklamierten, also seine Wahl durch Zuruf oder Beifall best\u00e4tigten. Leo IX. \u2013 so nannte er sich nach dem selbstbewussten sp\u00e4tantiken Papst Leo dem Gro\u00dfen \u2013 war immerhin so lange Pontifex, dass er tiefgreifend wirken konnte. In f\u00fcnf Jahren (1049\u20131054) setzte er entscheidende Akzente und kann deshalb als erster tats\u00e4chlicher Reformpapst gelten. Aber das ist Thema des Beitrags von Klaus Herbers und soll hier nicht weiter vertieft werden. Nur zwei Aspekte seien erw\u00e4hnt: Angeblich habe der neue Papst seiner Einsetzung nur unter der Bedingung zugestimmt, dass sie in Rom durch Klerus und Volk wiederholt w\u00fcrde. Wollte er sich gegen\u00fcber Kritik absichern? Oder handelt es sich bereits um ein erstes \u201aAbnabeln\u2018 des Reformpapsttums vom Kaisertum? Wie auch immer, das Verh\u00e4ltnis zwischen Heinrich III. und Leo\u00a0IX. war weitgehend einvernehmlich. So hielten Kaiser und Papst bereits wenige Monate nach dessen Amtsantritt eine Synode in Mainz ab. Sie hatten \u2013 zumindest nach Aussage einer der \u00fcberlieferten Quellen \u2013 gemeinsam dazu aufgerufen, sodass sich neben mindestens 40 Bisch\u00f6fen wohl auch zahlreiche \u00c4bte, niedere Kleriker und Laien einfanden.\u00a0Auch hier ist zwar kein Protokoll erhalten, aber aus anderen Quellen wissen wir, dass es wieder um Simonie und \u201eabscheuliche Priesterehen\u201c ging.<\/p>\n<p>Aus einer Urkunde des Papstes erfahren wir, dass Heinrich die neu erbaute Stiftskirche in seiner Pfalz Goslar dem Eigentum und Schutz der R\u00f6mischen Kirche anvertraute, also dem Papsttum. Gleichzeitig behielt er, der Kaiser, sich vor, den dortigen Propst einzusetzen. Aufschlussreich ist, dass Leo IX. damit offenbar kein Problem hatte.<\/p>\n<p>Es sei erw\u00e4hnt, dass Heinrich III. nochmals Gelegenheit hatte, einen Papst faktisch selbst einzusetzen, n\u00e4mlich den Bischof Gebhard von Eichst\u00e4tt, vermutlich ein Schwabe. Er war zuvor schon ein wichtiger Berater Heinrichs III. gewesen und wurde von ihm in Mainz zum Papst bestimmt. Dabei widersprechen sich die Quellen, inwiefern die Delegation aus Rom ihren eigenen Willen einbringen konnte.\u00a0Mit diesem Papst, der sich seit 1055 Viktor II. nannte, k\u00f6nnen wir ein Zwischenfazit ziehen:<\/p>\n<p>Zweifellos hat Heinrich III. 1046 eine papstgeschichtliche Wende eingeleitet. Er setzte \u2013 faktisch \u2013 P\u00e4pste ein, die au\u00dferhalb der stadtr\u00f6mischen Streitigkeiten standen. Das verschaffte ihnen einen Spielraum als Reformer. Es ist immer problematisch, nach einem Jahrtausend \u00fcber pers\u00f6nliche Motive zu spekulieren. Aber es gibt kaum Zweifel daran, dass es Heinrich III. bei seiner Auswahl nicht nur um ihm gegen\u00fcber loyale P\u00e4pste ging, sondern auch darum, fromme M\u00e4nner mit tadellosem Ruf einzusetzen. Einer davon, Leo IX., gilt als katholischer Heiliger. Dass sich das Reformpapsttum nur zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter gegen den deutschen K\u00f6nig selbst wenden sollte, war zu der Zeit nat\u00fcrlich noch nicht abzusehen. W\u00e4re es zu einer anderen Entwicklung gekommen, wenn Heinrich l\u00e4nger gelebt h\u00e4tte? M\u00f6glicherweise. Aber es ist nicht die Aufgabe von Historikerinnen und Historikern, die Frage zu stellen, was gewesen w\u00e4re, sondern was war.<\/p>\n<h3>Von der Kunst, einen Bischof auszuw\u00e4hlen<\/h3>\n<p>Es bleibt der Aspekt der Bischofseinsetzungen \u2013 sp\u00e4ter, unter Heinrichs III. Sohn und Enkel, der Hauptstreitpunkt der Kirchenreform. Auch das war unter Heinrich III. kaum abzusehen. Aber gibt es \u00fcberhaupt\u00a0ein\u00a0\u00fcbliches Muster einer Erhebung von Bisch\u00f6fen oder \u2013 im Allgemeinen etwas weniger wichtig \u2013 von \u00c4bten bzw. \u00c4btissinnen? Zun\u00e4chst: In vielen F\u00e4llen wissen wir gar nicht, wie sich die Nachfolge gestaltete. In anderen F\u00e4llen hei\u00dft es in den Quellen nur: Heinrich ernannte einen Kleriker X zum Bischof oder einen M\u00f6nch Y zum Abt. Selten wird der Vorgang ausf\u00fchrlicher geschildert. Dabei werden unterschiedliche Muster sichtbar:<\/p>\n<p>Erstes Muster: Heinrich setzt einen Kandidaten gegen Widerstand vor Ort durch. So geschah es offenbar in Mailand und K\u00f6ln. Es hei\u00dft in einer Quelle, Heinrich habe sich 1045 \u00fcber den Willen des Mail\u00e4nder Adels und des Klerus hinweggesetzt und nicht einen der Ihren als Bischof ausgew\u00e4hlt. Nur Furcht vor dem K\u00f6nig oder Bestechung habe sie dazu gebracht, den Nominierten zu akzeptieren. Hier ist aber Vorsicht geboten: Unser Gew\u00e4hrsmann, der Mail\u00e4nder Arnulf, schrieb drei Jahrzehnte nach den Ereignissen und geh\u00f6rte zu denen, die die Eigenst\u00e4ndigkeit der Mail\u00e4nder gegen\u00fcber Einmischungsversuchen von au\u00dfen verteidigten, sei es durch P\u00e4pste oder Kaiser. Zweites Beispiel K\u00f6ln: Wir h\u00f6ren, 1056 sei eine Delegation bei Heinrich in Koblenz eingetroffen, welche nach dem Tod des alten Erzbischofs um einen w\u00fcrdigen Nachfolger gebeten habe. Heinrich habe sich f\u00fcr Anno, seinen langj\u00e4hrigen Hofkaplan, entschieden, und ihm Bischofsstab und Bischofsring \u00fcberreicht. Nach seiner Ankunft in K\u00f6ln sei Anno aber mit einer Art Hundegekl\u00e4ffe empfangen worden und man habe ihm zugerufen: \u201eWer ist das und wer hat den zum F\u00fcrsten und Richter \u00fcber uns gemacht?\u201c Hier ist die Quelle noch problematischer \u2013 es handelt sich n\u00e4mlich um eine Heiligenvita, ein halbes \u00adJahrhundert nach den Ereignissen entstanden. Anno wird als eine Art Mose geschildert, der sich gegen ein st\u00f6rrisches Volk durchsetzen muss.<\/p>\n<p>Zweites Muster:\u00a0Aushandlung. Im Jahr 1042 war der Bischofssitz von Eichst\u00e4tt neu zu besetzen. Die Vorg\u00e4nge werden folgenderma\u00dfen geschildert:\u00a0Heinrichs Verwandter, der Bischof von Regensburg, riet ihm, den Regensburger Dompropst einzusetzen. Fast h\u00e4tte Heinrich das auch getan, doch dann erfuhr er, dass derjenige ein Priestersohn war. Heinrich weigerte sich, das zu akzeptieren. Um aber seinen Verwandten nicht zu br\u00fcskieren, gestattete er ihm einen weiteren Vorschlag. Der wiederum riet ihm nun zu einem Schwaben namens Gebhard, der ebenfalls ein Regensburger Domkleriker war. Heinrich bekam ihn zu Gesicht und stellte fest: Ist der Mann nicht zu jung? Auch zu Rate gezogene andere Bisch\u00f6fe fanden das problematisch. Schlie\u00dflich erhob sich der heiligm\u00e4\u00dfige Erzbischof Bardo von Mainz und sprach: \u201eHerr, es ist gut, wenn du ihm diese Macht verleihst, denn einstmals wirst du ihm noch gr\u00f6\u00dfere verleihen.\u201c Heinrich entschied sich daraufhin f\u00fcr Gebhard. Der Bericht entstammt einer Eichst\u00e4tter Bischofschronik, etwa dreieinhalb Jahrzehnte sp\u00e4ter abgefasst. Diese Stelle ist zweifellos legend\u00e4r eingef\u00e4rbt. Aber ganz erfunden ist sie sicher nicht. Es musste der Leserschaft zumindest schl\u00fcssig erscheinen, dass der K\u00f6nig sich zun\u00e4chst eingehend mit anderen ber\u00e4t, bevor er eine Entscheidung trifft. Aber was ist der Sinn der geschilderten Prophezeiung des Mainzer Erzbischofs? \u2013 Gebhard von Eichst\u00e4tt war niemand anderes als der sp\u00e4tere Papst Viktor\u00a0II.<\/p>\n<p>Drittes Muster:\u00a0Heinrich gibt erst nach erfolgter Wahl seine Zustimmung. In L\u00fcttich wurde 1042 der Dompropst Wazo zum Bischof gew\u00e4hlt, und zwar von Klerus und Volk, wie sich das eigentlich nach Kirchenrecht geh\u00f6rt. So berichtet es eine zeitgen\u00f6ssische L\u00fctticher Bischofschronik.\u00a0Er begab sich zu Heinrich III., um seine Best\u00e4tigung einzuholen. Heinrich z\u00f6gerte, zumal einige in seiner Umgebung anmerkten, dass eine Wahl ohne vorherige Zustimmung des K\u00f6nigs ja ungeh\u00f6rig sei, au\u00dferdem habe Wazo niemals am Hof als Geistlicher gedient. Auf den Rat zweier Bisch\u00f6fe erteilte er dennoch seine nachtr\u00e4gliche Zustimmung und investierte Wazo mit Bischofsring und Bischofsstab.<\/p>\n<p>Viertes Muster:\u00a0Heinrich setzte sich \u00fcber eine Wahl einfach hinweg (was allerdings wohl selten geschah). Das sei etwa nach einer Klosterchronik im els\u00e4ssischen Ebersm\u00fcnster der Fall gewesen, wo er statt des Gew\u00e4hlten einen vertrauten Goldschmied eingesetzt habe.\u00a0Ob wir aber dieser wesentlich sp\u00e4teren \u00dcberlieferung trauen k\u00f6nnen, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Lassen wir es dabei bewenden. Festzuhalten bleibt: Nat\u00fcrlich lag es in Heinrichs Interesse, Leute, die er kannte, denen er vertraute, zu Bisch\u00f6fen oder \u00c4bten zu machen. Aber er musste im Allgemeinen doch auf die Gegebenheiten vor Ort R\u00fccksicht nehmen. Er konnte nicht einfach kirchenpolitisch \u201adurchregieren\u2018. Ferner: Heinrich hatte \u00fcberwiegend das Bestreben, tats\u00e4chlich geeignete Kandidaten durchzusetzen oder zu akzeptieren. Das waren keineswegs immer eifrige Verfechter der Kirchenreform, aber zumindest meist solche, die ihr Amt ernstnahmen.<\/p>\n<h3>Lob und Mahnung f\u00fcr den Herrscher<\/h3>\n<p>Wir begannen mit einem Aspekt des Herrschaftsverst\u00e4ndnisses Heinrich III. Nach einem langen Ausflug in den Bereich des tats\u00e4chlichen Handelns bzw. Reformhandelns des K\u00f6nigs und Kaisers m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend dahin zur\u00fcckkehren. Es gibt n\u00e4mlich noch weitere Herrschaftsvorstellungen, die auf Heinrich III. \u00fcbertragen wurden. Der Hofkaplan Wipo \u00fcbergab dem K\u00f6nig 1041 eine kleine Schrift namens\u00a0Tetralogus, eine Mischung aus Herrscherlob und Herrscherermahnung. Er scheut sich darin nicht, Heinrich als \u201eZweiter nach Christus\u201c zu bezeichnen. An anderer Stelle des Werks hei\u00dft es: \u201eDu bist das Haupt der Welt, dein Oberhaupt ist der Lenker des Olymps.\u201c Oder: \u201eDie Welt zweifelt nicht, dass du sie als Zweiter nach dem Herrn des Himmels regierst.\u201c\u00a0Man k\u00f6nnte das als pure Schmeicheleien eines H\u00f6flings abtun, aber das w\u00e4re zu einfach. In seinem bekanntesten Werk, der Tatenbeschreibung Konrads II., beschreibt er die Kr\u00f6nung von Heinrichs Vater im Jahr 1024. Dabei soll der Mainzer Erzbischof gepredigt haben:<\/p>\n<p>\u201eZur h\u00f6chsten W\u00fcrde bist du aufgestiegen, ein Stellvertreter Christi bist du. Wer ihm nicht nachfolgt, ist kein wahrer Herrscher. Auf diesem K\u00f6nigsthron musst du an die unverg\u00e4nglichen Ehren denken.\u201c<\/p>\n<p>Vicarius Christi\u00a0\u2013 Stellvertreter oder Sachwalter Christi \u2013 ein Titel, den wir heute allein mit dem Papst in Verbindung bringen! Auch dieses Werk war Heinrich III. gewidmet, der zur Zeit der Kr\u00f6nung seines Vaters sieben Jahre alt war. Ob diese Worte bei der Kr\u00f6nung seines Vaters so oder \u00e4hnlich gefallen sind, ist ungewiss, aber es ist f\u00fcr uns hier gar nicht von Belang, ob sie dem Erzbischof von Wipo in den Mund gelegt wurden oder er es nur f\u00fcr wichtig hielt, sie nicht dem Vergessen anheimfallen zu lassen. Es sind durchaus zweischneidige Worte: Wer Stellvertreter Christi ist, muss sich dieser erhabenen Rolle auch w\u00fcrdig erweisen, also Christus nachfolgen \u2013 als Gl\u00e4ubiger, als gerechter Herrscher. Sonst ist er kein wahrer Herrscher; wir erinnern uns an die eingangs behandelte Arenga. Und wichtiger als die Herrschaft auf Erden ist ohnehin das Seelenheil, hier als unverg\u00e4ngliche Ehre bezeichnet. Gott wird Rechenschaft verlangen, ob der Herrscher seine Aufgabe erf\u00fcllt hat \u2013 weit mehr noch als von anderen Gl\u00e4ubigen mit weniger Verantwortung. In unserem Zusammenhang bemerkenswert ist aber auch Folgendes: Nach Heinrich III. kam meines Wissens niemand mehr auf die Idee, den r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nig oder Kaiser als Stellvertreter Christi zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Nun haben wir es hier mit Fremdzuschreibungen zu tun. Hat Heinrich sich aber auch selbst so gesehen? Versuchen wir uns dieser Frage weiter zu n\u00e4hern.<\/p>\n<h3>Sich vom Kaiser ein Bild machen<\/h3>\n<p>Einen erg\u00e4nzenden Einblick in das Herrschaftsverst\u00e4ndnis zur Zeit Heinrichs III. erhalten wir, wenn wir uns Herrscherabbildungen in Handschriften ansehen. Davon gibt es hinsichtlich Heinrichs III. und seiner Frau Agnes von Poitou einige. Ich habe eines ausgew\u00e4hlt, das meines Erachtens etwas weniger bekannt ist als andere Herrscherbilder.<\/p>\n<p>Es entstammt dem so genannten\u00a0Codex Caesareus. Dabei handelt es sich um ein Evangeliar, eine Handschrift mit den vier Evangelien. Auftraggeber war Heinrich III. selbst, und zwar um das Jahr 1050. Ausgef\u00fchrt wurde die Arbeit in Echternach im heutigen Luxemburg. Dort gab es ein bedeutendes Benediktinerkloster, das wiederum f\u00fcr seine Schreibwerkstatt bekannt war. Hier entstanden im Hochmittelalter auch mehrere Meisterwerke der Buchmalerei; man spricht hier auch von Prachthandschriften. Gedacht war das Evangeliar als Schenkung Heinrichs III. an die neu erbaute Stiftskirche bei der Pfalz Goslar. Dort befand sich das Evangeliar bis zum Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg, dann wurde es nach Schweden verschleppt und befindet sich nun in Uppsala. In solchen Handschriften befinden sich zu Beginn \u00fcblicherweise Miniaturen der Stifter, sogenannte Dedikationsbilder. So sehen wir auf einem Blatt Heinrich III., wie er den beiden Aposteln Simon und Juda das Evangeliar \u00fcberreicht. Denn die Stiftskirche war Simon und Juda geweiht. Wie bei solchen Stifterbildern \u00fcblich, wird der Stifter gegen\u00fcber den Beschenkten klein und dem\u00fctig dargestellt, auch wenn er ein Herrscher ist. Oben die Inschrift: \u201eKaiser Heinrich erh\u00f6ht die Mauern von Goslar\u201c \u2013 gemeint ist, er erh\u00f6ht sie durch die Gr\u00fcndung des Stifts.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns interessanter ist aber die hier abgebildete, gegen\u00fcberliegende Miniatur. In der Mitte sehen wir Christus als Weltenherrscher; seine F\u00fc\u00dfe ruhen auf dem Kosmos, in der Mitte die Erdkugel. Am Rand die Symbole der vier Evangelisten: Adler = Johannes, Stier = Lukas, Mensch = Matth\u00e4us, L\u00f6we = Markus. Zur Rechten Christi sehen wir Heinrich III. mit einem Adlerszepter, zur Linken seine Frau Agnes von Poitou mit einem Lilienszepter. Niemand anderes wird dargestellt, nur das Kaiserpaar mit Christus. Die Hand Christi ruht auf dem Paar, wobei wir es sicher mit einer bewusst doppeldeutigen Gestik zu tun haben, n\u00e4mlich Kr\u00f6nung und Segnung. Oben finden sich folgende Worte: PER ME REGNANTES VIVANT HEINRICVS ET AGNES. \u2013 \u201eDurch mich regieren sie, Heinrich und Agnes, sie sollen leben.\u201c Die Worte werden der einen oder dem anderen vielleicht bekannt vorkommen, sie stehen n\u00e4mlich so \u00e4hnlich auf der Reichskrone: PER MES REGES REGNANT \u2013 \u201edurch mich regieren die K\u00f6nige\u201c, ein biblisches Zitat aus den so genannten Spr\u00fcchen Salomos (Buch der Sprichw\u00f6rter). In der oberen Mandorla um Christus steht die Umschrift: CAELVM CAELI D(omi)NO \u2013 \u201eDer Himmel geh\u00f6rt dem Herrn des Himmels.\u201c In der unteren Mandorla finden wir die Worte \u201eFILIIS HOMINVM TERRAM AUTEM DED(it) \u2013 \u201eDie Erde aber gab er den Menschens\u00f6hnen.\u201c \u2013 Beides ist ein zusammengeh\u00f6riges Zitat aus den Psalmen. Himmlische und irdische Sph\u00e4re sind zwar durch Wort und Darstellung klar geschieden. Aber sie sind nicht undurchdringlich. Die H\u00e4upter des Kaiserpaares ragen in die himmlische Sph\u00e4re hinein. Diese Bildsprache m\u00f6chte aussagen: Der Herrscher ist zwar ein blo\u00dfer Mensch, aber ein Mensch, der in einer besonderen Beziehung zum G\u00f6ttlichen steht. Mochte er auch durch die sichtbare Hand des Papstes gekr\u00f6nt worden sein \u2013 letztlich ist er ein unmittelbar von Gott Beauftragter. Und wer sollte einem von Gott Eingesetzten schon verwehren, sich auch in kirchliche Belange einzumischen, nat\u00fcrlich zum Besten der Kirche? Diese Art der Darstellung steht nicht allein. So gibt es ein \u00e4hnliches Kr\u00f6nungsbild seines Vorvorg\u00e4ngers, Heinrichs II., vom Jahrhundertanfang aus dem Regensburger Sakramentar, das man heute in der bayerischen Staatsbibliothek findet,\u00a0oder ein Kr\u00f6nungsbild Ottos III. von ca. 1000, das den Herrscher sogar selbst in einer Mandorla zeigt (Liuthar-Evangeliar in der Aachener Domschatzkammer).<\/p>\n<p>Dass es diese anderen Beispiele gibt, ist nicht erstaunlich, stand doch Heinrich III. in einer \u00e4lteren Tradition einer stark sakralen Herrschaftsvorstellung. Bemerkenswert ist aber, dass es nach Heinrich III. derartige Darstellungen nicht mehr gab.<\/p>\n<p>Allerding sollten wir solche Darstellungen nicht vorschnell als unmittelbare \u00c4u\u00dferungen kaiserlichen Selbstverst\u00e4ndnisses betrachten. Auch wenn sie solcherart Handschriften in Auftrag gaben, hei\u00dft das nicht zwingend, dass sie unmittelbaren Einfluss auf die k\u00fcnstlerische Umsetzung nahmen. Ebenso gut lie\u00dfen sich derlei Kr\u00f6nungsbilder als Ausdruck der Vorstellungen im klerikalen Umfeld des Herrschers sehen \u2013 oder gar nur im ausf\u00fchrenden Kloster selbst. Handelte es sich auch um bildgewordene Herrschermahnungen, um Entw\u00fcrfe, wie sich der Kaiser zu sehen habe?<\/p>\n<h3>Erste Risse im \u201aSystem\u2018<\/h3>\n<p>Gleichsam als Epilog m\u00f6chte ich \u00fcber Anf\u00e4nge der Kritik zu Heinrichs Lebzeiten bzw. unmittelbar danach sprechen. 1047\/48, vermutlich in Burgund, entstand ein Traktat eines namentlich unbekannten Geistlichen \u00fcber die rechtm\u00e4\u00dfige \u00ad<br \/>\n\u2013 oder genauer: unrechtm\u00e4\u00dfige \u2013 Ein- und Absetzung von P\u00e4psten (De ordinando pontifice).\u00a0Darin gei\u00dfelt er mit \u00adheftigen Worten die Einmischung Heinrichs III.; es sei eine Anma\u00dfung, \u00fcber den R\u00f6mischen Stuhl zu richten. Er versteigt sich gar zu den Worten: \u201eWer aber das Haupt ist, darf vom Schwanz nicht geschlagen werden [\u2026]\u201c; auch seien \u201edie Kaiser den Bisch\u00f6fen untertan\u201c.\u00a0Geradezu revolution\u00e4re Worte (zumal der Verfasser eine Papstwahl durch s\u00e4mtliche Bisch\u00f6fe der Christenheit empfiehlt), auch wenn sie zu dieser Zeit kaum Verbreitung fanden (es ist nur eine einzige Handschrift \u00fcberliefert).<\/p>\n<p>Interessant ist auch eine Stelle aus einem Tatenbericht der Bisch\u00f6fe von L\u00fcttich, niedergeschrieben wohl sehr bald nach Heinrichs Ende. Wir hatten schon von Bischof Wazo geh\u00f6rt, dessen Wahl Heinrich III. akzeptieren musste. Wazo kritisierte sp\u00e4ter Heinrichs Einmischung in die Papstwahl mit grunds\u00e4tzlicher Kritik:<\/p>\n<p>\u201eDer Kaiser aber, der bekanntlich ein so beschaffener Mensch war, dass er sich die Gewalt \u00fcber die Bisch\u00f6fe auf \u00fcberaus weltliche \u2013 um nicht zu sagen \u2013 ruhms\u00fcchtige Weise zu verschaffen suchte, sagte: \u201aAber ich bin auf gleiche Weise mit heiligem \u00d6l gesalbt, und mir ist deshalb Befehlsgewalt vor allen anderen gegeben.\u2018 Der Bischof meinte nun umgekehrt \u2013 durch den Wahrheitseifer und die Glut der Gerechtigkeit erhitzt \u2013, den anderen durch Worte von derselben Art kurz belehren zu m\u00fcssen. Er sagte: \u201aEine andere ist sie und weit von der priesterlichen unterschieden, diese Eure Weihe, die ihr das f\u00fcr euch in Anspruch nehmt, weil ihr ja schlie\u00dflich durch diese zum T\u00f6ten, wir aber auf Gehei\u00df Gottes zum Lebendigmachen gesalbt worden sind; von daher ergibt sich der Schlu\u00df: um wieviel mehr das Leben st\u00e4rker ist als der Tod, umso besser ist ohne Zweifel unsere Weihe als die Eure\u2018 [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig beruft sich laut dieser Darstellung auf seine Herrschersalbung, um seine Autorit\u00e4t auch in der Kirche zu legitimieren. Wazo habe das nicht gelten lassen: Die Herrscherweihe habe mit der Bischofsweihe nichts zu tun; auf sie zu setzen sei Anma\u00dfung. Wir Heutige k\u00f6nnen das teilweise nachvollziehen \u2013 f\u00fcr uns ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass eine weltliche Macht sich m\u00f6glichst aus kirchlichen Angelegenheiten heraushalten soll. Aber um die Mitte des 11. Jahrhunderts waren solche Gedanken revolution\u00e4r. Weniger nachvollziehen k\u00f6nnen wir das bisch\u00f6fliche Selbstbewusstsein. Implizit wird n\u00e4mlich gesagt, dass das umgekehrt gar nicht gelten muss. Papst Gregor VII. brachte sp\u00e4ter dann ein solches \u00dcberlegenheitsbewusstein zur Vollendung.<\/p>\n<p>Wir werden nicht erfahren inwiefern diese Stelle stilisiert ist, ob es Wazo tats\u00e4chlich wagte, seinem weltlichen Herrn so schroff zu widersprechen. Aber eines sehen wir: Die Lunte an das weit gehende sakrale Herrschaftsverst\u00e4ndnis war gelegt.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Im Umfeld Heinrichs III. gab es zweifellos theokratische Herrschaftsvorstellungen. Das Zielpublikum dieser Vorstellungen war jedoch \u00fcberschaubar; inwieweit sich der K\u00f6nig bzw. Kaiser diese selbst in solchem Ausma\u00df zu eigen machte, k\u00f6nnen wir letztlich nicht wissen. Vor allem aber: Seine Herrschaft war keine tats\u00e4chliche Theokratie. Der Herrscher war kein Priesterk\u00f6nig. Er verwaltete keine Sakramente, und die Rechtsprechung gr\u00fcndete nicht unmittelbar auf der Bibel. Ich m\u00f6chte behaupten, dass das Christentum ohnehin nicht geeignet ist f\u00fcr theokratische Versuche, insbesondere da im Neue Testament eine spezifische Gesetzgebung fehlt. Wurden solche Versuche unternommen, waren sie kurzer Natur (etwa Savonarolas Regime in Florenz oder das T\u00e4uferreich in M\u00fcnster). Aber es bleibt festzuhalten:\u00a0Sacerdotium\u00a0und\u00a0Regnum, Priestertum und K\u00f6nigtum, geistliche Gewalt und herrscherliche Gewalt, bildeten unter Heinrich III. eine Symbiose \u2013 aufgrund des l\u00e4ngerfristigen Zugriffs auf das Papsttum sicherlich st\u00e4rker als zuvor. Doch trotz aller Reformunterst\u00fctzung durch Heinrich blieb es nicht aus, dass sich bereits unter ihm erster Widerspruch zur Art und Weise seines Vorgehens regte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Zitate m\u00f6chte ich an den Anfang meines Vortrages stellen. \u201eOpposition ist Mist. Lasst das die anderen machen \u2013 wir wollen regieren.\u201c \u2013 \u201eEs ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.\u201c \u2013 \u201eGott zu dienen, bedeutet regieren.\u201c Drei Zitate, drei v\u00f6llig unterschiedliche Aussagen. Die beiden ersten kennen Sie vermutlich. 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