{"id":71504,"date":"2024-03-25T11:47:25","date_gmt":"2024-03-25T10:47:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=71504"},"modified":"2024-12-04T10:58:50","modified_gmt":"2024-12-04T09:58:50","slug":"wir-haben-die-macht-ueber-macht-machtmissbrauch-und-widerstand","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wir-haben-die-macht-ueber-macht-machtmissbrauch-und-widerstand\/","title":{"rendered":"We have the power"},"content":{"rendered":"<p>Den Themen Macht, Machtmissbrauch und Widerstand n\u00e4hert sich der Vortrag in zehn Schritten.<\/p>\n<h3>I.\u00a0K\u00f6nnen Unm\u00e4chtige mit legalen Mitteln einem Machtmissbrauch abhelfen?<\/h3>\n<p>Antwort: Im Prinzip ja \u2013 nie war das leichter als bei uns heute \u2013, aber sie tun es viel zu selten. Auf dieses Problem kam ich durch einen Fall in meiner eigenen Szene, in einer angesehenen Schriftstellerinstitution, deren Mitglied ich bin. Dort wurde sozusagen \u00fcber Nacht ein unsinniges Dichterlesungsverbot eingef\u00fchrt. Au\u00dfenstehenden ist die Bedeutung der Details kaum vermittelbar, doch im Kern geht es um die Frage, ob Schriftsteller formale Befehle oder Verbote befolgen m\u00fcssen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass nicht: Die Hierarchiefreiheit ist ja gerade der Witz der Sch\u00f6nen Literatur, und darin besteht auch ihre gesellschaftliche Funktion: zu einer Welt der kollektiven Strukturen, Abh\u00e4ngigkeiten und Tabus eine freie Deutung des Lebens beizutragen. Diese Deutung ist weder richtiger noch wichtiger als andere Deutungen, bildet aber ein Gegengewicht, gewisserma\u00dfen als Anw\u00e4ltin der Seele. Aus gesellschaftlicher Perspektive ist die Seele vielleicht nur die kleinste humane Einheit, doch ihr entspringen wesentliche Antriebe: die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Vertrauen, Liebe, Sch\u00f6nheit, Sinn; und idealerweise nach einer Wahrhaftigkeit, die nicht von Machtinteressen bestimmt wird. Deswegen wirkt die Seele in die Gesellschaft zur\u00fcck, und deswegen wird die Literatur, ihre Anw\u00e4ltin, sogar vom Grundgesetz ausdr\u00fccklich vor Machteingriffen gesch\u00fctzt: Artikel 5 Absatz 3, Die Kunst ist frei. Das muss innerhalb von Institutionen ebenso gelten wie au\u00dferhalb.<\/p>\n<p>Meine Kollegen h\u00e4tten also das Dichterlesungsverbot leicht zur\u00fcckweisen k\u00f6nnen. Wir waren in dieser ehrenamtlichen Institution ja keine Angestellten, sondern unk\u00fcndbar auf Lebenszeit ernannt, und wir selbst hatten die Funktion\u00e4re aus unserem Kreis zu Sprechern gew\u00e4hlt, nicht zu Chefs. Wir h\u00e4tten ihnen einfach sagen k\u00f6nnen: \u201eDas muss ein Irrtum sein\u201c oder, nachdr\u00fccklicher: \u201eSorry, aber diesen Unfug machen wir nicht mit.\u201c Doch zu meinem Erstaunen wurde das Verbot akzeptiert. Einige Kollegen missbilligten es zwar, meinten aber, machtlos zu sein. Andere verteidigten es aggressiv. Meine Gespr\u00e4chsversuche scheiterten: Je sorgf\u00e4ltiger und logischer ich argumentierte (ich gab mir wirklich M\u00fche), desto mehr Peinlichkeit, Unwillen und sogar Wut erzeugte ich und desto fanatischer unterwarf man sich dem Verbot. Obwohl nach Protesten formal abgeschw\u00e4cht, wurde es zw\u00f6lf Jahre lang befolgt.<\/p>\n<p>Das hat mich aufgew\u00fchlt, aus zwei Gr\u00fcnden. Erstens dachte ich: Seit tausenden Jahren ist bekannt, dass Macht das Verhalten und die Pers\u00f6nlichkeit der Menschen zum Unguten ver\u00e4ndert. Ebenso lange ringt die Menschheit um L\u00f6sungen. Jetzt haben wir, nach f\u00fcrchterlichen Katastrophen und Opfern, eine liberale Gesellschaftsordnung, die den Unm\u00e4chtigen erlaubt, M\u00e4chtige zu kontrollieren. Aber sie tun es nicht. Sie trauen sich einfach nicht. Offenbar liegt die Wurzel des Problems (derzeit, bei uns) weniger bei den M\u00e4chtigen als bei den Unm\u00e4chtigen. Zweitens w\u00fchlte mich auf, dass die L\u00f6sung so einfach schien. Kein Schaden drohte. Aber eine hermetische Magie schien alle Vernunft au\u00dfer Kraft zu setzen. Mit hermetisch meine ich unzug\u00e4nglich: Verdeckte Gewalt wurde mit gro\u00dfer Selbstverst\u00e4ndlichkeit ausge\u00fcbt und hingenommen, indem man einfach nicht dar\u00fcber sprach. So bildete sich ein Mikroklima, in dem die Normverletzung zur geheimen Norm wurde. Wer wagte, den Missbrauch anzusprechen, wurde selbst als Normverletzer behandelt. Das Ph\u00e4nomen schien so allgemein und \u00fcberpers\u00f6nlich zu sein, dass ich es untersuchen wollte; denn seine Bedeutung ging weit \u00fcber unsere Akademie hinaus.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Wie untersucht man so etwas?<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Antwort: Indem man genau hinschaut. Ich nahm mir drei F\u00e4lle von Machtmissbrauch und Widerstand aus unserer j\u00fcngeren Vergangenheit vor. Sie spielen in unterschiedlichen Milieus, sind kurz und \u00fcbersichtlich und sehr gut dokumentiert \u2013 das ist wichtig, denn in den Dokumenten liegt der Schl\u00fcssel. Das Ergebnis der Forschung war mein Essay\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Der Elefant im Zimmer<\/span>, der 2020 im Penguin Verlag erschien. Der titelgebende Elefant ist eine Metapher f\u00fcr den Machtmissbrauch, \u00fcber den man nicht spricht, obwohl er das Zimmer beherrscht. Warum ist es so schwer, ihn sichtbar zu machen? Theoretisch wei\u00df jeder, wie ein Elefant aussieht, und jeder erkennt Elefanten in anderen Zimmern. Wenn man Leute allgemein auf Zimmerelefanten anspricht, sagen sie: \u201eNa klar, wissen wir doch l\u00e4ngst!\u201c und sch\u00fctteln Beispiele aus dem \u00c4rmel, in denen solche Elefanten enorme Sch\u00e4den angerichtet haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man aber sagt: \u201eIn unserem Zimmer \u2026\u201c, antworten sie: \u201eWelcher Elefant?\u201c Und wer auf den R\u00fcssel hinweist, den Fu\u00df, das Ohr, erntet einen Sturm der Entr\u00fcstung. \u201eDu willst uns wohl beleidigen \/ f\u00fcr dumm verkaufen \/ verleumden? Wer glaubst du, dass du bist? \u2013 Unversch\u00e4mtheit\u201c \u2013 Er oder sie wird niedergebr\u00fcllt. Einzelne verst\u00e4ndige Leute fl\u00fcstern vielleicht: \u201ePsst, ja, ich sehe ihn auch, aber gegen die Mehrheitsmeinung kommen wir nicht an.\u201c Auf dem H\u00f6hepunkt der Krise wird jemand schreien: \u201eDas ist kein Elefant, der war immer schon da!\u201c, und hier kippt das Ganze ins Kabarett. Die Elefantenblindheit im eigenen Zimmer greift so konsequent, als w\u00e4re sie in unseren Genen verankert; das zeigen alle F\u00e4lle, die ich erlebt und von denen ich geh\u00f6rt habe. In meinem Essay untersuche ich wie gesagt drei Geschichten. Eine spielt im katholischen Klerus, eine in der Politik, eine in der Kultur. Ich beginne jeweils an dem Punkt, an dem jemand auf den Elefanten hinwies. Dann beschreibe ich den folgenden Tumult.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Tumult bestand darin, dass ein paar kritische Leute sich nicht einsch\u00fcchtern lie\u00dfen, w\u00e4hrend die Mehrzahl von M\u00e4chtigen und Zeugen mit allen Mitteln versuchte, den Elefanten f\u00fcr nicht vorhanden zu erkl\u00e4ren. Es war ein Ringen um Deutung, also ein Sprachkrimi. Da er mit Worten, nicht mit physischer Gewalt ausgetragen wurde, hinterlie\u00df er spannende Schriftwechsel. Deswegen f\u00fchlte ich mich als Schriftstellerin zust\u00e4ndig: Diese Dokumente speichern die volle Energie des Konflikts und halten gleichzeitig still, so dass man sie ohne Hast betrachten kann. Meine These war immer, dass die Sprache mehr wei\u00df als der Mensch. Und tats\u00e4chlich weist die Sprache der Verleugner in allen meinen F\u00e4llen so typische Verleugnungssignale auf, dass man von der Rhetorik auf die Wirklichkeit schlie\u00dfen kann, ohne weitere Fakten zu kennen. Im Folgenden drei Beispiele aus meinem ersten Fall.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Eine reale Geschichte<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Ihr Protagonist war der \u00f6sterreichische katholische Kardinal Gro\u00ebr, der jahrzehntelang ungehindert Knaben, Novizen und junge M\u00f6nche sexuell missbraucht hatte. Erst 1995 \u2013 der Kardinal war inzwischen 76 Jahre alt \u2013 beschuldigte ihn ein ehemaliges Opfer in einem Zeitungsinterview. Die erste offizielle Stellungnahme der Kirche lautete, stark gek\u00fcrzt, so: \u201eWo sind wir hingekommen? [\u2026] Auf das Entschiedenste mu\u00df ein sogenannter \u201aEnth\u00fcllungsjournalismus\u2018 zur\u00fcckgewiesen werden, der den Angeschuldigten wehrlos entehrenden Verd\u00e4chtigungen ausliefert.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das ist wie gesagt nur ein Auszug, aber die ganze Verlautbarung folgt diesem Muster: Die Kirchensprecher, zwei Weihbisch\u00f6fe, tun so, als beschuldigten sie die Zeitschrift und verteidigten den Kardinal. Doch wer genau liest merkt, dass sie weder das eine, noch das andere tun. Sie verurteilen nur allgemein einen \u201esogenannten Enth\u00fcllungsjournalismus\u201c mit der Begr\u00fcndung, der Angeschuldigte k\u00f6nne sich gegen \u201eentehrende Verd\u00e4chtigungen\u201c nicht wehren; was nicht mal stimmt, denn der Angeschuldigte\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">kann<\/span>\u00a0sich wehren, substanzlose Vorw\u00fcrfe w\u00e4ren Verleumdung und somit strafbar. Das Publikum soll denken, es gehe in dem Satz um die Zeitschrift\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">profil\u00a0<\/span>und um den Kardinal, doch die Autoren halten sich komplett raus. Die scheinbar hohe Temperatur des Textes \u2013 der autorit\u00e4re Stil, der Gestus der Emp\u00f6rung, die Drohgeb\u00e4rden \u2013 soll die Gehirne benebeln. Nur wer keine Argumente hat, gebraucht diese Technik, die ich \u201eWutbrief\u201c nenne. Wutbriefe sind Bluff. Schon nach der Lekt\u00fcre nur dieser Stellungnahme h\u00e4tte man wissen k\u00f6nnen, dass die Vorw\u00fcrfe zutrafen und der Kardinal von den Klerikern gedeckt wurde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wutbriefe haben oft Erfolg, weil ein emotionalisiertes Publikum nicht auf den Wortlaut achtet. Auch hier w\u00e4re es fast so gekommen: Beim n\u00e4chsten Gottesdienst im St. Stefansdom wurde Kardinal Gro\u00ebr mit minutenlangem Applaus empfangen. Doch danach meldeten sich immer mehr ehemalige Sch\u00fcler, Novizen und Priester, die selbst von Gro\u00ebr missbraucht worden waren oder vom Missbrauch wussten. Und es ist zum Staunen, wie akrobatisch die Kirchenvertreter jederzeit an der Linie des aktuellen Ermittlungsstandes entlangfabulierten: drohend und herablassend, solange sie glaubten sich das leisten zu k\u00f6nnen, schmeichelnd und wehleidig, wenn es eng wurde. Was die Bisch\u00f6fe vereinte, war die Furcht vor Aufkl\u00e4rung, da sie mutma\u00dflich seit langem vom Missbrauch gewusst und ihn geduldet hatten. Nur ihre Taktiken unterschieden sich. Einer von ihnen, der rechtspopulistische Bischof Krenn, verdrehte geradezu aberwitzig die Tatsachen, indem er sagte: \u201eViele Menschen erliegen l\u00e4ngst \u00fcbelsten Vorurteilen und haben Kardinal Gro\u00ebr abgeurteilt. Ihm werden heute die elementarsten Menschenrechte verweigert.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wirklich alles daran ist falsch: Wer soliden Informationen glaubt, \u201eerliegt\u201c keinen \u201eVorurteilen\u201c und hat noch l\u00e4ngst nicht \u201eabgeurteilt\u201c. Und eine Beschuldigung bedeutet keine Verweigerung von Menschenrechten, solange der Beschuldigte Gelegenheit hat, sich zu verteidigen. Auch Bischof Krenn verdeckt einen Mangel an Argumenten durch Aggressivit\u00e4t. Nebenbei: Superlative \u2013 wie \u201e\u00fcbelste\u201c Vorurteile und \u201eelementarste\u201c Menschenrechte \u2013 sind immer verd\u00e4chtig, denn sie entspringen entweder der Dummheit oder der L\u00fcge. Auch Krenn wird von seiner Sprache entlarvt. Da aber Menschen angesichts von Machtdemonstrationen dazu neigen, sich von ihrer Vernunft zu verabschieden, hatte er seine Fans. Dass hemmungslose L\u00fcgner halbe V\u00f6lker fanatisieren k\u00f6nnen, haben soeben wieder Donald Trump und Wladimir Putin bewiesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wusste Krenn, dass er log? Wussten die Bisch\u00f6fe, dass sie t\u00e4uschten? Wusste Gro\u00ebr, dass er schuldig war? Das ist eine \u00fcberaus spannende psychologische Frage. Ein H\u00f6hepunkt der Aff\u00e4re war, dass nach einer abenteuerlichen kirchenpolitischen Wendung ein j\u00fcngerer Benediktinerm\u00f6nch wagte, in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch den S\u00fcnder mit seinen Taten zu konfrontieren. Da dieser M\u00f6nch vor Jahren selbst von Gro\u00ebr missbraucht worden war, gab es nichts abzustreiten. Gro\u00ebr antwortete geistesgegenw\u00e4rtig: Er habe nie \u201eBegierde\u201c versp\u00fcrt, daher seien seine \u00dcbergriffe \u201emoralisch ein Nichts\u201c. Seine Manipulation von Knabenpenissen unter der Dusche gab er als Reinlichkeitserziehung aus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gro\u00ebr deutete sozusagen eine schmutzige Handlung in ihr Gegenteil um: Solchen paradoxen Rationalisierungen begegnen wir in allen unseren F\u00e4llen. Es scheint, als suchten die T\u00e4ter, ob bewusst oder unbewusst, den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abstand zum Kern ihres Vergehens, was darauf hindeutet, dass sie ihre Schuld auf eine hysterische Weise ahnen. Aber zu klaren Gest\u00e4ndnissen sind sie nicht in der Lage. Das Gewissen von Betr\u00fcgern scheint hochempfindlich zu sein, suggestiv und autosuggestiv zwischen Anspruch und Angst, Dominanz und Feigheit schwirrend. Man kann es nicht packen, doch es verr\u00e4t sich unentwegt.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">IV. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Wenn nun die T\u00e4ter sich unentwegt verraten \u2013 warum merkt es keiner?<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Nochmal zugespitzt: Verlautbarungen wie jene der Weihbisch\u00f6fe (\u201eWo sind wir hingekommen?\u201c) und von Bischof Krenn (\u201e\u00fcbelste Vorurteile\u201c, \u201eelementarste Menschenrechte\u201c) sind maximal selbstentlarvend. Sie bieten sozusagen freien Blick direkt in den Maschinenraum. Doch die absolute Mehrheit der Betrachter schaut nicht hin. Warum? Offenbar stresst eine Machtmissbrauchssituation das Selbstverst\u00e4ndnis nicht nur der Opfer, sondern auch der Zeugen \u00fcber die Ma\u00dfe. Der Impuls, gegen Autorit\u00e4ten aufzubegehren, scheint so starke \u00c4ngste auszul\u00f6sen, dass die Betroffenen nicht mal auskunftsf\u00e4hig sind. Thesen gibt es zwar zuhauf. Eine Auswahl:<\/p>\n<p class=\"fliess\">1. Tiefenpsychologischer Ansatz: Von Mama und Papa h\u00e4ngt das eigene \u00dcberleben ab, seien sie gut oder b\u00f6se.<\/p>\n<p class=\"fliess\">2. Soziobiologischer Ansatz: Ohne Gruppenbindung \u00fcberlebt man nicht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">3. Philosophischer Ansatz: Der nichtige, verg\u00e4ngliche Mensch sucht Selbstvergewisserung in der Identifikation mit Macht. Wankt die Macht, wankt auch er.<\/p>\n<p class=\"fliess\">4. Pragmatischer Ansatz: In Konfliktsituationen zieht der Mensch die Sicherheit der Freiheit vor.<\/p>\n<p class=\"fliess\">All das ist plausibel. Solche Impulse sind weder falsch noch schlecht; wir sind so. Da sie aber unser rationales Selbstbild in Frage stellen, neigen wir dazu sie zu unterdr\u00fccken, und je mehr wir sie unterdr\u00fccken, desto kraftvoller wirken sie im Untergrund. In Stresssituationen \u00fcberw\u00e4ltigen sie das Bewusstsein m\u00fchelos. Dann vergisst man, dass M\u00e4chtige nur Funktionstr\u00e4ger sind, die der Korrektur bed\u00fcrfen, und ger\u00e4t in eine metaphysische Woge, in der man sich nur noch nach oben orientiert, um nicht verschluckt zu werden. Wer andere L\u00f6sungen vorschl\u00e4gt, wird beiseitegesto\u00dfen, als bedeute Besinnung Lebensgefahr. Mit metaphysisch meine ich, dass noch bis in die Agonie hinein moralisiert wird, freilich auf eine hektische Weise, die Fakten und Bewertungen nach Bed\u00fcrfnis vermengt. Fast alle Menschen neigen dazu, und je weniger soziale Kontrolle sie erfahren, desto mehr. Moralische Motive spielen eine Riesenrolle, obwohl oder weil sie oft verdreht werden. Auch die Verdreher verraten sich, und an der Wut, mit der sie Aufdeckung von sich weisen, erkennt man paradoxerweise den moralischen Duck, unter dem sie stehen, und die lauernde Scham. Der Mensch ist widerspr\u00fcchlich bis in seine Atome hinein.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">V. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Dennoch kommt Widerstand vor, und er wirkt.<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Die Bischofszitate habe ich einer Dokumentation entnommen, die der \u00f6sterreichische Journalist Hubertus Czernin erstellt hat. Titel:\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Das Buch Gro\u00ebr<\/span>. W\u00e4hrend des Skandals in den Jahren 1995\u201398, also mitten im L\u00e4rm der Meinungen, sammelte Czernin Dokumente und Fakten, ordnete sie chronologisch und schuf Orientierung, damit man sp\u00e4ter aus der Geschichte lernen k\u00f6nne. Das Besondere: Er zitiert nicht nur die offiziellen Enth\u00fcllungen und Verlautbarungen, sondern auch die stille klerikale Korrespondenz hinter den Kulissen, und die ist mindestens ebenso spannend. Denn nach der Offenbarung jenes ersten Opfers \u00e4u\u00dferten sich zunehmend auch interne Zeugen, die Informationen austauschten, Erfahrungen zusammentrugen und glaubten, die Bisch\u00f6fe aufkl\u00e4ren zu m\u00fcssen (oder zu k\u00f6nnen).<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG ParaOverride-4\">Und hier, von normalen Priestern, M\u00f6nchen und Ex-M\u00f6nchen, wird eine ganz andere Sprache gesprochen: eine, die sich um Wahrhaftigkeit bem\u00fcht, zun\u00e4chst unbeholfen und \u00fcbervorsichtig, doch dann zunehmend kraftvoll und furchtlos. Ohne die Presse h\u00e4tte die Aufkl\u00e4rung nicht begonnen, doch ohne mutige Kirchenangeh\u00f6rige und Kleriker w\u00e4re sie nicht weitergegangen. \u201eIch habe christlichen, nicht milit\u00e4rischen Gehorsam gelobt\u201c, schrieb ein M\u00f6nch an seinen Abt. \u201eNur allzu lang habe ich das in meinem Leben unter Gro\u00ebr missverstanden, worunter ich heute noch leide.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG ParaOverride-4\">Zw\u00f6lf ausgetretene M\u00f6nche schilderten in einem Brief an einen vatikanischen Visitator das sektenhafte Regiment von Gro\u00ebr, der die Beichte als Herrschaftsinstrument missbraucht, absoluten geistigen Gehorsam gefordert und missliebige oder andersdenkende Personen ge\u00e4chtet habe, worauf diese auch von den Mitbr\u00fcdern geschnitten wurden. Ein anderer schrieb: \u201eWie weit bin ich, als ich dieses System unterst\u00fctzte \u2013 und diese Zeit gab es sehr wohl \u2013 an anderen schuldig geworden?\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein anr\u00fchrendes Bekenntnis: Er, damals ein unreifer, Autorit\u00e4t suchender und zu Gehorsam verpflichteter Novize, f\u00fchlt sich verantwortlich, w\u00e4hrend die m\u00e4chtigen Bisch\u00f6fe, die Gro\u00ebr h\u00e4tten bremsen k\u00f6nnen, bis zuletzt jede Verantwortung von sich wiesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch Solidarit\u00e4t der Unm\u00e4chtigen kam endlich zustande. Als ein kritischer Gemeindepfarrer von seiner Pfarrei entfernt werden sollte, organisierten jene Ex-M\u00f6nche eine Demo, an der auch die Gemeinde teilnahm. Das geschah wohlgemerkt\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">nach\u00a0<\/span>Beginn der Aff\u00e4re, und jener Kritiker war der einzige Priester, der in diesem Skandal um jahrzehntelangen, auf allen Hierarchieebenen geduldeten Missbrauch bestraft werden sollte. Nur wegen der Demo und eines besonders klugen Protestbriefs wurde die Ma\u00dfnahme ausgesetzt. Der Wortf\u00fchrer der Demonstranten ermahnte einen Bischof: \u201eOb Bischof oder nicht, wir alle sind der Wahrheit verpflichtet.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Deswegen ist Hubertus Czernins\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Buch Gro\u00ebr\u00a0<\/span>auch eine ermutigende Lekt\u00fcre. \u00c4u\u00dferlich kam bei dem Aufruhr wenig heraus: Nach epischem Ringen wurde der inzwischen 78-j\u00e4hrige T\u00e4ter in einem Nonnenkloster untergebracht, ohne Anklage und ohne Strafe; das war alles. Doch die Erleichterung derjenigen, die auf einmal offen zu sprechen und zu denken wagten, ist fast k\u00f6rperlich sp\u00fcrbar. Heute, 25 Jahre sp\u00e4ter, kommt die Kirche mit hoheitlichem Schweigen nicht mehr durch. Sexueller Missbrauch durch Kleriker ist kein Tabuthema mehr, er wird erforscht, aufgearbeitet, teilweise sanktioniert \u2013 ein Weg, der mit der Aff\u00e4re Gro\u00ebr begonnen hat.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">VI. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Wie misst man die Wirkung von Widerstand?<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Es gibt keine allgemein g\u00fcltigen Kriterien, die Bewertung h\u00e4ngt von der Perspektive ab. Nimmt man die Machtverteilung als Ma\u00dfstab, \u00e4ndert Widerstand fast nichts: Allenfalls werden an der Spitze ein paar Figuren ausgetauscht, und der Kreislauf von Versuchung, Missbrauch, Schaden und Protest beginnt von vorn. Aus Perspektive der Unm\u00e4chtigen bleibt oft ein Gef\u00fchl der Hilflosigkeit. Man verursacht zwar erheblichen Aufruhr, doch nicht wegen der \u00fcberlegenen Agenda, sondern weil man nach allgemeinem Verst\u00e4ndnis die Hierarchie destabilisiert. Die Chefs schie\u00dfen mit dicksten Kugeln zur\u00fcck, die Kollegen fl\u00fcchten aus der Schusslinie. Dass die Selbsterfahrung von Mut und Integrit\u00e4t die Strapazen rechtfertigt, behaupten manche \u2013 auch ich \u2013, doch es ist objektiv nicht nachweisbar. Und was \u201edie Verh\u00e4ltnisse\u201c angeht, so gibt es bestenfalls minimale Korrekturen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich empfehle nun, diese minimalen Korrekturen nicht als Kompromiss, sondern als Erfolg anzusehen. Wer glaubt, dass die Meldung eines Missstands zu Abhilfe f\u00fchrt, wird entt\u00e4uscht werden, denn die Meldung er\u00f6ffnet \u00fcberhaupt erst die Kampfhandlungen. Das Missverh\u00e4ltnis von Aufwand und Ergebnis ist auf den ersten Blick schockierend. Wer sich aber klar macht, dass er nicht k\u00e4mpft um zu gewinnen, sondern damit die Verh\u00e4ltnisse nicht schlechter werden, kommt auf eine andere Bilanz. Letztlich werden die meisten Entscheidungen zwischen Eigennutz und Verantwortung vom sozialen Klima bestimmt. Und zu einem liberalen Klima tr\u00e4gt jeder bei, der sich nicht einsch\u00fcchtern l\u00e4sst. Wir haben (hier, derzeit) gerechtere Verh\u00e4ltnisse als je zuvor, weil unser System Kritik und Widerstand erlaubt. Was geschieht, wenn man Systeme den M\u00e4chtigen \u00fcberl\u00e4sst, sieht man ringsum: Sie werden ausger\u00e4ubert. Auch hier ein Paradox: Wenn wir glauben, alles sei in Ordnung, ist es nicht in Ordnung. Wenn wir Fehler sehen und uns k\u00fcmmern, verhindern wir zumindest die \u00e4rgste Unordnung. Aus dieser M\u00fche ersteht eine gewisse Ordnung, die allerdings sofort degradiert, wenn wir sie f\u00fcr gen\u00fcgend halten.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">VII. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Welche Rolle spielt die Vernunft?<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Augenscheinlich verfl\u00fcchtigt sie sich angesichts der Macht. Upton Sinclair schrieb: \u201eEs ist schwierig, jemanden etwas verstehen zu machen, wenn sein Einkommen davon abh\u00e4ngt, es nicht zu verstehen.\u201c Richtig, der Eigennutz setzt die Vernunft au\u00dfer Kraft. Die Erkl\u00e4rung reicht dennoch nicht aus, denn die Hinnahme von Machtmissbrauch bedeutet oft direkten Schaden. Man opfert die Vernunft also keinem realen Vorteil, sondern den instinktiven und irrationalen Impulsen der Macht. Vernunft ist die F\u00e4higkeit zu selbst\u00e4ndiger Wahrnehmung und Erkenntnis unabh\u00e4ngig vom eigenen Vorteil. Sofern sie in Widerspruch zur Hierarchie ger\u00e4t, erfordert vern\u00fcnftiges Handeln Mut, weil ein autorit\u00e4res Klima offene Kommunikation unterdr\u00fcckt. Gro\u00ebrs Unwesen konnte sich \u00fcber Jahrzehnte deswegen ausbreiten, weil nicht dar\u00fcber gesprochen wurde. Als aber durch die ersten offenen Worte wieder Sauerstoff in den Fall kam, erwachte das individuelle geistige Leben, und die Urteilsf\u00e4higkeit kehrte zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wirklich alles ist paradox. Ich habe gezeigt, wie T\u00e4ter sich gegen ihren Willen verraten und wie Unm\u00e4chtige darauf hereinfallen (wollen), wobei sie sich ebenfalls verraten. Gegen die Aufdeckung dieses Selbstverrats str\u00e4uben sich alle so sehr, als ginge es um ihre arme Seele. Vielleicht geht es wirklich um ihre arme Seele? Vielleicht ist die Wahrheit dem Menschen viel weniger zumutbar, als er meint? Denn sie konfrontiert ihn ja immer auch mit seiner existentiellen Unzul\u00e4nglichkeit. Jedenfalls dominieren Macht und T\u00e4uschung den sichtbaren Teil des sozialen Lebens. Mit der Vernunft ist es umgekehrt. Sie verstellt sich nicht und verr\u00e4t sich nicht, dr\u00e4ngt zur Wahrhaftigkeit und widersetzt sich der hierarchischen Manipulation. Wo Widerspruch gef\u00f6rdert wird, ist das f\u00fcr beide Seiten befruchtend. In einem kritikfeindlichen Klima hingegen f\u00fchrt Vernunft zu sozialer Isolation; dann hat sie nichts mehr zu melden und l\u00f6st sich, ob bewusst oder unbewusst, in Anpassung auf.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">VIII. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Trotzdem: Nicht dass die Vernunft unterliegt, ist der Thriller, sondern dass es sie \u00fcberhaupt gibt.<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Vernunft ist ein individuelles Wagnis. Sie kann, gerade durch ihre Unabh\u00e4ngigkeit, eine besonders kraftvolle und freudige Verbindung erzeugen. Und durch das Wunder der Schriftsprache ist sie nicht auf kurzfristigen Respons angewiesen, sondern kann langfristig \u00fcberleben. Indem sie die Vereinzelung \u00fcberwindet, erzeugt sie soziale Kraft. Deswegen f\u00fcrchten autorit\u00e4re Systeme offene (also nicht l\u00fcgende) Worte so sehr.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein sch\u00f6nes Beispiel ist Plutarchs Solon-Buch. Zur Auffrischung: Plutarch, ein griechischer Historiker des ersten Jahrhunderts nach Christus, beschrieb das Leben des ebenfalls griechischen Staatsmannes und Weisen Solon. Solon hatte zirka 700 Jahre vor Plutarch versucht, durch ein Gesetzeswerk Gerechtigkeit zu schaffen. Das misslang: Kaum lagen die Gesetze vor, verlangten die Reichen und M\u00e4chtigen \u00c4nderungen. Solon weigerte sich und ging f\u00fcr zehn Jahre auf Reisen. Als er zur\u00fcckkehrte, herrschte Chaos: Theoretisch achtete man zwar die Gesetze, hielt sich aber nicht daran. Ein Charismatiker namens Peisistratos griff nach der Macht. Peisistratos agitierte wie die heutigen Populisten mit Schmierenkom\u00f6die, Drohungen und Fake News, und Solon warnte vergeblich vor ihm. Als Peisistratos zum Tyrannen geworden war, legte Solon seine Waffen vor die Haust\u00fcr mit der Bemerkung, er habe das Seine getan.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u00c4u\u00dferlich ist es die Geschichte einer andauernden Niederlage der Vernunft. Aber, Paradox: Die Lekt\u00fcre ist ein reines Vergn\u00fcgen. Plutarch schrieb ruhig, freundlich und lebendig, mit klugem, nie angeberischem Witz. Man staunt, wie klar schon damals all die Probleme, um deren L\u00f6sung wir heute ringen, diskutiert wurden. Zum Beispiel hatte Solon, w\u00e4hrend er an seinen Gesetzen arbeitete, einen pfiffigen Logiergast namens Anacharsis. Ich zitiere leicht gek\u00fcrzt: \u201eAnacharsis [\u2026] lachte \u00fcber die Bem\u00fchungen Solons, wenn er meine, durch den Buchstaben dem Unrecht und der Habsucht bei seinen Mitb\u00fcrgern Einhalt tun zu k\u00f6nnen. Der Buchstabe sei gerade wie ein Spinngewebe: Wie dieses k\u00f6nne er nur den Schwachen und Kleinen festhalten [\u2026]; von den M\u00e4chtigen und Reichen werde er zerrissen. Solon soll [\u2026] erwidert haben, da\u00df die Menschen ja wohl auch Vertr\u00e4ge halten, deren Verletzung keinem der paktierenden Teile von Nutzen sei. Und die Gesetze passe er dem Interesse der B\u00fcrger so vollst\u00e4ndig an, da\u00df er jedermann dadurch zeige, wie viel besser ein rechtschaffenes Handeln sei als die \u00dcbertretung.\u201c Plutarch kommentiert mit sanftem Humor: \u201eFreilich entsprach der sp\u00e4tere Erfolg mehr den Vermutungen des Anacharsis als den Hoffnungen Solons.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine farbige Episode gilt Solons Besuch bei Kroisos, dem schon damals legend\u00e4r reichen K\u00f6nig von Lydien. Kroisos hatte, um Solon zu imponieren, sich \u201ealles, was er in Steinen, Purpurgew\u00e4ndern, in goldenen Kunstarbeiten irgend Kostbares an Schmucksachen, Prachtvolles oder Beneidenswertes zu besitzen glaubte, an seinen Leib geh\u00e4ngt,\u201c um auf Solon Eindruck zu machen. Als Solon nicht reagierte, lie\u00df Kroisos ihn noch durch seine Schatzkammern f\u00fchren, \u201ewas \u00fcbrigens bei Solon gar nicht n\u00f6tig war. Denn der K\u00f6nig selbst gen\u00fcgte schon an sich, um von seiner Denkungsart eine v\u00f6llig klare Vorstellung zu geben.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Jetzt fragte Kroisos, dem Solons Schweigen missfiel, ob Solon einen Menschen kenne, der gl\u00fccklicher sei als er. Solon nannte zuerst einen rechtschaffenen, in der Schlacht gefallenen Mitb\u00fcrger, dann, als Kroisos nachhakte, zwei junge M\u00e4nner, die ihre alte Mutter selbst im Ochsenkarren zum Tempel zogen, nachdem die Ochsen ausgefallen waren. An dieser Stelle zieht Plutarch, ein exzellenter Schriftsteller, \u00fcbergangslos das Tempo an, ohne den gem\u00fctlichen Duktus aufzugeben: \u201eSodann opferten und tranken sie, aber am anderen Tage \u2013 standen sie nicht mehr auf, sondern waren gestorben.\u201c Kroisos wurde zornig: \u201eUnd mich willst du gar nicht unter die gl\u00fccklichen Menschen rechnen?\u201c Solon antwortete: \u201eEinen selig zu preisen, der [\u2026] noch in den Gefahren des Lebens steht: das hei\u00dft, einem K\u00e4mpfer den Sieg zuerkennen [\u2026] mitten im Kampfe. Und darum ist es unsicher und eitel.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zuf\u00e4llig war damals auch der Fabeldichter Aisopos bei Kroisos zu Gast. Er glaubte Solon warnen zu m\u00fcssen: \u201eLieber Solon, mit K\u00f6nigen mu\u00df man reden \u2013 m\u00f6glichst selten oder m\u00f6glichst ohne Schelten.\u201c Solon antwortete: \u201eNein, [\u2026] nicht m\u00f6glichst selten und rar, sondern m\u00f6glichst wahr.\u201c Kroisos blieb bei seiner Geringsch\u00e4tzung Solon gegen\u00fcber. Plutarch erz\u00e4hlt, ein weiteres Mal souver\u00e4n beschleunigend: \u201eSp\u00e4ter war es anders: [Kroisos] lie\u00df sich mit Kyros in eine Schlacht ein, wurde geschlagen und verlor seine Hauptstadt, ja er selbst wurde lebendig gefangen und sollte verbrannt werden. Der Scheiterhaufen war fertig; man schleppte ihn in Fesseln hinauf.\u201c Auf dem Scheiterhaufen schrie Kroisos verzweifelt: \u201eO Solon! O Solon! O Solon!\u201c Als Kyros wissen wollte, wer denn dieser Solon sei, erz\u00e4hlte der todgeweihte Kroisos von dem griechischen Weisen, \u201eden ich kommen lie\u00df, aber nicht um etwas zu h\u00f6ren oder zu lernen [\u2026]. Nein, er sollte mich nur angaffen und dann als Zeuge meines hohen Gl\u00fcckes wieder abreisen \u2013 ach, meines Gl\u00fcckes, dessen Verlust eben ein weit gr\u00f6\u00dferer Jammer war als der Besitz ein Segen!\u201c Kroisos wurde begnadigt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Plutarchs Solon-Erz\u00e4hlung verwandelt das reale Scheitern der Gerechtigkeit in eine Fabel des menschlichen Geschicks, indem sie das Kurzzeitkriterium von Sieg und Niederlage nur als Stoff, nicht als Basis des Geschickes gelten l\u00e4sst. Der Autor versetzt durch Wahrhaftigkeit und Humor unsere milderen Saiten in Schwingung \u2013 zumindest f\u00fcr die Dauer, in der wir das lesen und verstehen. Vielleicht behalten wir den Klang im Ohr.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Solon lebte 700 Jahre vor Plutarch. Trotzdem kursierten seitdem so viele Solon-Geschichten und -Fabeln, dass Plutarch aus dem Vollen sch\u00f6pfen konnte. Inzwischen hatte es serienweise Kriege und Tyranneien gegeben, regelm\u00e4\u00dfig beendeten Hybris und Gewalt die Phasen von Besinnung und Frieden, die Demokratie war in der Praxis kaum mehr als eine PR-Formel, deren geschickte Anwendung mal diesen, mal jenen Ausbeuter ans Ruder brachte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Alles ist eng verwoben, Hybris, Egoismus und Gewalt sind nicht die Antagonisten von Erkenntnis und R\u00fccksicht, sondern erzeugen sie auch. Von au\u00dfen gesehen ist das frappierend. Von innen erlebt, ist es furchterregend. Ein Beispiel: Unsere aktuelle Demokratie, um die uns die halbe Welt beneidet, ist auch ein Ergebnis der H\u00f6llenfahrt des \u201eDritten Reichs\u201c: Unwahrscheinlich, dass wir ohne dieses Desaster die Disziplin f\u00fcr dieses differenzierte politische Konstrukt aufgebracht h\u00e4tten. Derzeit gewinnen wieder antiliberale Tendenzen an Kraft mit den Symptomen Anti-Intellektualismus, Geschichtsvergessenheit, Schwarzwei\u00dfdenken und der Sucht nach primitiven L\u00f6sungen. Wer wei\u00df, welche Katastrophe diesmal n\u00f6tig sein wird, um uns \u00adzur Besinnung zu bringen.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">IX. <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Vernunft h\u00e4lt die Gerechtigkeit im Spiel.<\/span><\/h3>\n<p class=\"ZWISCHEN\">Insofern verbessert sie das Gesamtbild und bietet Orientierung nach den Exzessen der Korruption, Ungerechtigkeit, Raserei und Zerst\u00f6rung, die anscheinend Teil des Menschen sind. Solon wurde regelm\u00e4\u00dfig missachtet oder missverstanden und behielt doch immerzu Recht. Best\u00e4tigt wurde das zuletzt im 21. Jahrhundert ironischerweise durch eine Biografin, die ihn f\u00fcr \u201egescheitert\u201c erkl\u00e4rte, weil er Peisistratos nicht habe verhindern \u201ek\u00f6nnen\u201c. Seltsames Kriterium. Ist Jesus Christus \u201egescheitert\u201c? Die ethische Position unterliegt kurzfristig immer gegen\u00fcber der auftrumpfenden Macht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meinen Essay\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Der Elefant im Zimmer\u00a0<\/span>habe ich unter dem Eindruck geschrieben, dass sich in unserem Land nach einer jahrzehntelangen Periode der Liberalit\u00e4t und Prosperit\u00e4t eine Woge der Unvernunft aufbaut. Die ersten Symptome, die ich in meinem Umfeld beobachtete, waren Autorit\u00e4tsh\u00f6rigkeit, Denkschw\u00e4che und Sprachverlust. Vor allem Letzteres fand ich best\u00fcrzend, vergleichbar dem Anblick eines Menschen, der sich ohne Not vor deinen Augen den Kopf abschneidet. Ich dachte: Wenn die Leute sich bereits angesichts solcher Lappalien k\u00f6pfen, wie werden sie dann echten Herausforderungen begegnen k\u00f6nnen? Meine Bef\u00fcrchtungen von damals sind durch die weitere Entwicklung best\u00e4tigt worden.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">X. Offener Schluss<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Paradoxa zum Ende: Je gr\u00fcndlicher man nachdenkt, desto leichter verliert man sich in Aporien. In diesen Aporien liegen die entscheidenden R\u00e4tsel. Sie sind unl\u00f6sbar, doch wenn man sich ihnen nicht stellt, findet man keine Antwort auf die Probleme, die sich<br \/>\ndaraus ergeben.<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-21\">\u2013\u2013<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Dies ist die leicht bearbeitete Version<br \/>\neines Vortrags, den ich vor zwei Jahren geschrieben habe. Damals beendete ich ihn mit einem leidlich optimistischen Zitat von George Eliot, dem letzte Absatz aus ihrem Roman\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Middlemarch<\/span>. Heute ersetze ich es durch ein anderes, etwas k\u00fcrzeres Zitat: \u201ePessimisten sind Feiglinge, und Optimisten sind<br \/>\nDummk\u00f6pfe.\u201c (Heinrich Bl\u00fccher)\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-2\" src=\"debatte_2024-1-web-resources\/image\/7.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The lecture approaches the topics of power, abuse of power and resistance in ten steps. I. Can the powerless use legal means to remedy an abuse of power? Answer: In principle, yes - it has never been easier than it is today - but they do it far too rarely. 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