{"id":71542,"date":"2024-03-25T12:28:55","date_gmt":"2024-03-25T11:28:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=71542"},"modified":"2024-12-04T11:09:23","modified_gmt":"2024-12-04T10:09:23","slug":"argumente-fuer-den-theismus-pascals-wette-und-kants-moralischer-gottesbeweis","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/argumente-fuer-den-theismus-pascals-wette-und-kants-moralischer-gottesbeweis\/","title":{"rendered":"Arguments in favour of theism"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-5\">D<\/span>ie meisten der herk\u00f6mmlichen Argumente f\u00fcr den Theismus versuchen zu beweisen, dass Gott existiert. Daneben gibt es eine Reihe anderer Argumente, die uns dar\u00fcber nachdenken lassen, welche Vorz\u00fcge es h\u00e4tte, aus irgendeinem praktischen Interesse Theisten zu werden. Zu diesen Argumenten geh\u00f6ren vor allem die pascalsche Wette und Kants moralischer Gottesbeweis.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man k\u00f6nnte annehmen, dass mit dem Hinweis auf das praktische Interesse die Gemeinsamkeiten zwischen Pascal und Kant auch schon enden. Denn w\u00e4hrend Pascals Wette auf der Grundlage unseres vern\u00fcnftigen Eigeninteresses sowie der Mathematik des unendlichen erwartbaren Nutzens f\u00fcr den Theismus eintritt, l\u00e4sst uns das kantische Argument angesichts eines moralischen Bed\u00fcrfnisses zu Theisten werden. Doch gibt es, wie ich im Folgenden darlegen m\u00f6chte, eine viel tiefere philosophische Beziehung zwischen beiden. Obwohl beispielsweise Kants Argument f\u00fcr den Theismus letztlich auf unseren moralischen Interessen beruht, steht in seinem Mittelpunkt die Forderung, unserem Eigeninteresse Gen\u00fcge zu tun, indem wir Glaubens\u00fcberzeugungen annehmen, wie wir sie gem\u00e4\u00df der pascalschen Wette ebenfalls annehmen sollten: dass n\u00e4mlich im Jenseits belohnt wird, wer \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Ziel meiner \u00dcberlegungen ist daher, diese beiden ber\u00fchmtesten praktischen Argumente f\u00fcr den Theismus miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen, was dann zu einer Neuformulierung der pascalschen Wette im Lichte des kantischen moralischen Arguments f\u00fchren wird. Wie ich zeigen m\u00f6chte, bringt eine solche Neuformulierung eine Reihe von Vorteilen mit sich, und zwar ohne dass der urspr\u00fcngliche Charakter der Wette als einer \u201eEntscheidung unter Unwissenheit\u201c verletzt w\u00fcrde. Dazu geh\u00f6rt die \u00dcberwindung des Einwandes der vielen G\u00f6tter ebenso wie der von Kant gegen die Wette erhobenen Einw\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich beginne mit einem kurzen \u00dcberblick \u00fcber die pascalsche Wette und ihre entscheidungstheoretische Matrix. Danach wende ich mich Kants moralischem Gottesbeweis und seiner philosophischen Beziehungen zur traditionellen Wette zu. Von dort aus werde ich eine moralische Version der Wette entwickeln und kl\u00e4ren, wie sie mit dem Einwand der vielen G\u00f6tter umgeht. Anschlie\u00dfend werde ich die evidentialistische Kritik an solchen Argumenten er\u00f6rtern. Sie ist in dem sogenannten Cliffordschen Prinzip enthalten. Demnach ist es immer, \u00fcberall und f\u00fcr jeden falsch, irgendetwas auf der Grundlage unzureichender Belege zu glauben. Ich m\u00f6chte eine Reihe von Bedenken gegen diesen Grundsatz des Evidentialismus vorbringen, einschlie\u00dflich der Frage, ob er seinem eigenen Standard gerecht wird oder ob Cliffords Prinzip sich selbst widerspricht.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Pascals Wette<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die \u00fcblichen entscheidungstheoretischen Formulierungen machen die traditionelle Wette zu einer \u201eEntscheidung unter Unwissenheit\u201c. Das bedeutet, dass wir die relevanten Wahrscheinlichkeiten nicht kennen oder nicht zu kennen brauchen, abgesehen von der Behauptung, dass sie gr\u00f6\u00dfer als Null sind. Dementsprechend l\u00e4sst sich die Entscheidungsmatrix der Wette wie im folgenden Kasten darstellen.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"MARKER\">Die Wahl des Theismus ergibt entweder\u00a0<\/span>+\u00a0\u221e (ein himmlisches Leben nach dem Tod von unendlichem Wert), wenn man richtigliegt, oder, wenn man falschliegt (P<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>), den endlichen Wert, den unser sterbliches Leben f\u00fcr gew\u00f6hnlich hat. Die Wahl des Atheismus f\u00fchrt, falls sie verkehrt ist (P<span class=\"CharOverride-64\">3<\/span>), zu ewigem Leiden, wenn jemand an die H\u00f6lle glaubt, oder zu einem endlichen Wert, wenn unsere Existenz mit dem eigenen Tod endet. Falls die atheistische Wahl zutrifft (P<span class=\"CharOverride-64\">2<\/span>), f\u00fchrt sie zu dem Wert, den unsere diesseitige Existenz normalerweise besitzt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Geht man davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes &gt; 0 ist, betr\u00e4gt der erwartbare Nutzen der Entscheidung, Theist zu sein, + \u221e, w\u00e4hrend der erwartbare Nutzen der Entscheidung, kein Theist zu sein, entweder \u2013 \u221e betr\u00e4gt, wenn man an die H\u00f6lle glaubt, oder einen positiven endlichen Wert, wenn keine Fortexistenz nach dem Tod angenommen wird. Somit liefert die Wette ein Klugheitsargument f\u00fcr den Theismus: Wie unwahrscheinlich die Existenz Gottes auch sein mag, solange sie nicht unm\u00f6glich ist, verdient bei der geringsten Chance auf eine unendliche Belohnung nach ihr zu streben den Vorzug gegen\u00fcber der Entscheidung, nicht an Gott zu glauben.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Kant \u00fcber die Pascalsche Wette<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Kant erw\u00e4hnt Pascal etwa ein Dutzend Mal namentlich. Bei mindestens einer Gelegenheit bringt er beil\u00e4ufig seine Bedenken gegen\u00fcber Pascals apologetischer Strategie zum Ausdruck. Die aufschlussreichste Stelle findet sich jedoch in der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Metaphysik der Sitten<\/span>, wo Kant von den Pflichten gegen\u00fcber uns selbst schreibt. Die Stelle beginnt mit der Bemerkung: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Verletzung der Pflicht des Menschen gegen sich selbst, blo\u00df als moralisches Wesen betrachtet [\u2026], ist das Widerspiel der Wahrhaftigkeit: die L\u00fcge\u201c (AA 6:429). Als Beispiel f\u00fcr eine \u201einnere\u201c L\u00fcge f\u00fchrt er dann an, \u201eden Glauben an einen zuk\u00fcnftigen Weltenrichter [\u2026] zu bekennen, um auf allen Fall seine Gunst zu erheucheln\u201c (AA 6:430).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nat\u00fcrlich kann man einwenden, dass Pascal nicht meint, um Gottes Gunst zu erlangen bel\u00fcge der Wettende sich selbst hinsichtlich seiner Glaubens\u00fcberzeugungen. Nach der \u00fcblichen Auslegung bezweckt die Wette vielmehr, Freigeister zu bewegen, dass sie dem Theismus die T\u00fcr \u00f6ffnen, zun\u00e4chst durch die Einsicht, dass dies in ihrem Eigeninteresse liegen k\u00f6nnte, doch mit dem Ziel, sie letztlich auf den Weg zu einem aufrichtigen Glauben zu bringen. Aber selbst nach dieser Kl\u00e4rung gibt es mindestens zwei weitere kantische Einw\u00e4nde, die gegen sich die Wette vorbringen lassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der erste Einwand besagt, dass die Wette die religi\u00f6se Zustimmung als zu subjektiv, zu nahe am Wunschdenken, darstellt. Der zweite Einwand lautet, dass durch die Wette unser Bem\u00fchen, \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c zu werden, in Fremdbestimmung verwandelt w\u00fcrde. Wie wir noch sehen werden, wurden diese Einw\u00e4nde ebenfalls gegen Kants moralisches Argument vorgebracht. Bevor ich mich mit den beiden Einw\u00e4nden befasse, soll noch mehr \u00fcber den moralischen Gottesbeweis gesagt werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Kanon der\u00a0<span class=\"GELB CharOverride-6\">Kritik der reinen Vernunft<\/span> stellt Kant dem, was er \u201e\u00dcberzeugung\u201c nennt, das gegen\u00fcber, was er \u201e\u00dcberredung\u201c nennt. Dabei beschreibt er die \u00dcberzeugung als eine g\u00fcltige Form der Zustimmung, weil sie auf einem objektiven Grund beruht, und die \u00dcberredung als eine unerlaubte Form der Zustimmung, weil ihre Gr\u00fcnde nur subjektiv g\u00fcltig sind (A 820 \/ B 848). Nach dem gerade Ausgef\u00fchrten besteht der Fehler der traditionellen Wette also wesentlich in ihrer Berufung auf unser Eigeninteresse als einen blo\u00df subjektiven Grund des Glaubens. Kann man nun dasselbe von Kants moralischem Argument sagen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">In einer wichtigen Fu\u00dfnote zur\u00a0<span class=\"GELB CharOverride-6\">Kritik der praktischen Vernunft\u00a0<\/span>antwortet Kant auf seinen j\u00fcngeren Zeitgenossen Thomas Wizenmann, der an Kants Berufung auf den Glauben kritisiert, sie unterscheide sich nicht von dem Bed\u00fcrfnis eines Verliebten, zu glauben, dass seine Gef\u00fchle erwidert werden. In seiner Erwiderung weist Kant die Analogie des Verliebten zur\u00fcck und erkl\u00e4rt stattdessen, im Gegensatz zu dem eigenn\u00fctzigen und subjektiven Bed\u00fcrfnis, etwas f\u00fcr wahr zu halten, sei der rationale Glaube \u201eein Vernunftbed\u00fcrfnis, aus einem objektiven Bestimmungsgrund des Willens, n\u00e4mlich dem moralischen Gesetz, entspringend\u201c (AA 5:143). Das hei\u00dft, w\u00e4hrend Kant den Glauben genauso als eine Angelegenheit der Wahl betrachtet, ist der Grund der Wahl ein ganz anderer. Anstelle von Wunschdenken oder irgendeinem anderen subjektiven pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnis ist der Glaube rational gerechtfertigt. Die Rechtfertigung erfolgt mehr aus praktischer als aus theoretischer Vernunft, so dass den Theismus abzulehnen von einer Person moralisch verkehrt w\u00e4re. Wie ich in den beiden n\u00e4chsten Abschnitten ausf\u00fchrlicher darlegen m\u00f6chte, (a) liefert Kants moralisches Argument f\u00fcr den Glauben an Gott und die Unsterblichkeit der Seele das Argument f\u00fcr diesen objektiven Bestimmungsgrund und (b) l\u00e4sst sich die Wette vielleicht so reinszenieren, dass sie Kants Forderung entspricht, dass auch der Glaube einen objektiven Bestimmungsgrund braucht.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Kants moralisches Argument<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Kant tritt f\u00fcr die moralische Bedeutung des Glaubens in allen drei\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Kritiken<\/span>\u00a0und in zahlreichen k\u00fcrzeren Werken w\u00e4hrend der gesamten kritischen Periode (seit 1781) ein. Dahinter steht Kants Behauptung, dass es bestimmte Grenzen des Wissens geben muss, um \u201ezum Glauben Platz zu bekommen\u201c (B\u00a0XXX). Solche Grenzen werden oft als die \u201eRestriktionsthese\u201c des transzendentalen Idealismus bezeichnet: Wir besitzen weder Wissen noch theoretische Erkenntnis von Gegenst\u00e4nden, die jenseits der Grenzen m\u00f6glicher Erfahrung liegen. W\u00e4hrend Kant sonst daran festh\u00e4lt, dass wir keinen Behauptungen zustimmen sollten, die nicht durch \u201eobjektive Bestimmungsgr\u00fcnde\u201c gerechtfertigt wurden, die anderen rationalen Akteuren \u00fcberzeugend mitgeteilt werden k\u00f6nnen (A\u00a0820 \/ B\u00a0848), wird diese Regel ausgesetzt (oder man k\u00f6nnte sagen, umgedeutet), wenn es um Behauptungen \u00fcber das \u00dcbersinnliche geht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In Bezug auf den durch die Restriktionsthese freigewordenen \u201ePlatz\u201c zum Glauben argumentiert Kant, es gebe g\u00fcltige nicht-epistemische Gr\u00fcnde, an Gott zu glauben. Welcher dieser Gr\u00fcnde hervorgehoben wird, ist von Text zu Text unterschiedlich, aber allen gemeinsam ist die weitere These, dass sich endlichen rationalen Akteuren verschiedene \u201eHindernisse\u201c der Befolgung der Moral entgegenstellen. Dazu geh\u00f6ren: Eigeninteresse, Neigung, Verzweiflung aufgrund unserer Begegnungen mit den \u00dcbeln der Welt und unser Interesse an der Wirksamkeit unserer moralischen Bem\u00fchungen. Damit kann die allgemeine Form des moralischen Arguments wie folgt dargestellt werden:<\/p>\n<p class=\"fliess\">(1) Wir sollten die Gesetze der Moral befolgen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">(2) Dennoch stellen sich unserer moralischen Entschlossenheit verschiedene Hindernisse entgegen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">(3) Diese Hindernisse lassen sich leichter \u00fcberwinden, wenn jemand glaubt, dass jeder Mensch durch Gott und in einem Leben nach dem Tod das seinem moralischen Wert angemessene Gl\u00fcck erh\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">(4) W\u00e4hrend es in den meisten F\u00e4llen falsch ist, \u00dcberzeugungen anzunehmen, f\u00fcr die es keine hinreichenden epistemischen Gr\u00fcnde gibt, gilt dieser Grundsatz nicht f\u00fcr Behauptungen \u00fcber Gegenst\u00e4nde, die au\u00dferhalb der Grenzen m\u00f6glicher Erfahrung liegen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">(5) Also haben wir triftige moralische Gr\u00fcnde, den Glauben an Gott und ein Leben nach dem Tod anzunehmen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Jetzt k\u00f6nnte man einwenden, dass Kant durch die Bindung unserer moralischen Folgsamkeit an die Idee einer Belohnung nach dem Tod von der Art sittlicher Reinheit abweicht, die er in der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Grundlegung<\/span>\u00a0herausstellt, wonach wir aus Pflicht und nicht gem\u00e4\u00df fremdbestimmten Interessen handeln sollen. Dieser Einwand erinnert insofern an einen Aspekt von Kants eigener Kritik an der Wette, als beiden zufolge die praktische Zustimmung zum Theismus (ganz oder teilweise) von dem eigenn\u00fctzigen Verlangen angetrieben wird, \u201eauf allen Fall seine Gunst zu erheucheln\u201c (AA 6:430).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Freilich besteht diesbez\u00fcglich ein ausschlaggebender Unterschied zwischen der traditionellen Wette und dem moralischen Argument. Wie schon erw\u00e4hnt, w\u00fcrde die Wette, wie sie gemeinhin verstanden wird, dazu f\u00fchren, dass wir uns aus Eigeninteresse dem Theismus zuwenden. Das ist sicherlich eine Ebene oder Stufe, die sich in dem moralischen Argument finden l\u00e4sst, aber es ist nicht das Ende der Geschichte. Vielmehr h\u00e4lt Kant die menschliche Natur f\u00fcr so \u00adbeschaffen, dass unser eigenn\u00fctziges Bed\u00fcrfnis nach Gl\u00fcck nicht ausgel\u00f6scht werden kann. W\u00e4hrend die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Grundlegung<\/span> ein eher idealisiertes Bild unseres Handelns zu zeichnen scheint, ist Kants umfassendere Sichtweise, dass wir einen Weg des Umgangs mit dem widerstreitenden Einfluss des Eigeninteresses finden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Gegensatz zur traditionellen Wette wird der kantische moralische Gottesbeweis allerdings nicht von diesem Interesse angetrieben, sondern durch die vielschichtigere Annahme, dass wir zu moralischen Zwecken eine Weltanschauung \u00fcbernehmen sollten, der gem\u00e4\u00df unser Eigeninteresse uns nicht l\u00e4nger von der Moral abh\u00e4lt. Es geht nicht darum, dass sich unser moralisches Interesse ersch\u00f6pft und das Eigeninteresse an seine Stelle tritt, um die zum Handeln erforderliche Energie bereitzustellen (wodurch unser Wille unrein oder fremdbestimmt w\u00fcrde). Sondern wir sind durch die \u00dcbernahme einer religi\u00f6sen Weltsicht besser imstande, unsere moralischen Hindernisse zu durchbrechen, da die Religion uns einen sehr konkreten Weg weist, den unabl\u00e4ssigen Druck auf unser Wollen zum Verschwinden zu bringen.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Moralisierung der Wette<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Kernaussage der traditionellen Wette besagt, dass wir aus unserem rationalen Eigeninteresse heraus Theisten werden sollten. Im Gegensatz dazu sollen wir gem\u00e4\u00df Kants moralischem Argument um unserer moralischen Entschlossenheit willen Theisten werden. Und doch gibt es eine wichtige Ebene, auf der sich die beiden Argumente \u00fcberschneiden. Denn obwohl Kant die Wette als eigenst\u00e4ndiges Argument f\u00fcr den Theismus ablehnt, enth\u00e4lt sein moralisches Argument dieselbe \u00dcberlegung wie die Wette: dass es n\u00e4mlich in unserem rationalen Eigeninteresse liegt, das Gl\u00fcck in diesem Leben aufzugeben um eines gr\u00f6\u00dferen Gl\u00fccks im n\u00e4chsten Leben willen. Um es klar zu sagen, das ist nicht das ganze moralische Argument, sondern nur ein Schritt darin, denn es rechtfertigt den Theismus nicht damit, dass er in unserem Eigeninteresse liege, sondern aus moralischen Gr\u00fcnden, weil er uns eine M\u00f6glichkeit gibt, den Einfluss des Eigeninteresses auf unsere moralische Entschlossenheit zu mindern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nat\u00fcrlich dr\u00fcckt Kant den Hinweis auf das Eigeninteresse nicht gleicherma\u00dfen in der Logik des unendlichen Nutzens aus, aber dies ist, so k\u00f6nnen wir sagen, die Maximierung dessen, wie der Theismus eine St\u00fctze im Eigeninteresse findet; und das Eigeninteresse war der von Pascal im Blick auf sein Zielpublikum, die Freidenker seiner Zeit, eingesetzte Hebel. Aber nun stellen Sie sich vor, das Argument f\u00fcr ein anderes Publikum umzuwidmen: eine Gemeinschaft von Nicht-Theisten, die sich der Moralit\u00e4t verpflichtet f\u00fchlen und nach einem Weg suchen, die hinderlichen Auswirkungen ihres Eigeninteresses zu beherrschen. Wie k\u00f6nnte ein Argument f\u00fcr den Theismus im Stil der Wette aussehen, das sich an die letztgenannte Gruppe richtet?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Stellen wir zu diesem Zweck die traditionelle Wette ihrer moralisierten Version gegen\u00fcber. Dabei bedeutet \u201aw\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>\u2018 so viel wie \u201aw\u00e4hlt aufgrund von Eigeninteresse\u2018, \u201aw\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">2<\/span>\u2018 so viel wie \u201aw\u00e4hlt aufgrund der Moral\u2018 und \u201aTH\u2018 die theologische Hypothese, dass man eine ewige Belohnung im Jenseits erhalten wird, wenn man \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c lebt.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"MARKER\">Ich beginne mit ein paar kurzen Bemerkungen zur M<\/span>athematik der obigen Matrix. Erstens ist bemerkenswert, dass wir sowohl bei der traditionellen (\u201aw\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>\u2018) als auch bei der moralischen (\u201aw\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">2<\/span>\u2018) Version denselben erwartbaren Nutzen haben k\u00f6nnen. Zweitens h\u00e4ngt Kants moralisches Argument zwar nicht unbedingt von der Mathematik des unendlichen Nutzens ab, aber er verbindet unser jenseitiges Gl\u00fcck mit dem seligen Zustand, den er als \u201evollst\u00e4ndiges Wohl\u201c beschreibt (5:123). Letztlich soll die obige Entscheidungstabelle jedoch veranschaulichen, was mit einer moralisierten Version der Wette beabsichtigt ist: dieselbe Entscheidungstabelle, insgesamt dieselbe Struktur, lediglich eine Verschiebung von einem Prinzip der Wahl zu einem anderen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daher mag man fragen, ob die moralisierte Version der Wette von ihrem herk\u00f6mmlichen Gegenst\u00fcck noch auf irgendeine andere Weise abweicht als durch die Verschiebung von w\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>\u00a0zu w\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">2<\/span>? Aus Platzgr\u00fcnden werde ich dieses Thema nicht vertiefen, sondern begn\u00fcge mich mit der Bemerkung, dass viel davon abh\u00e4ngt, was man sonst f\u00fcr einen Baustein der traditionellen Wette h\u00e4lt. Aber das ist ein strittiges Gebiet. Denn sowohl nach der Darstellung Pascals als auch nach der allgemeinen Auffassung in der Literatur scheint die traditionelle Wette unbestimmt zu lassen, was genau erfordert wird, um \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c zu werden. Ist es nur der Akt der Festlegung auf den Theismus? Ist es eine bestimmte (kontingente?) innere Wandlung im Wettenden, die sich aus diesem Akt ergibt? Gibt es irgendwelche Praktiken oder Rituale, die zur Erl\u00f6sung notwendig sind, wie die Taufe oder die Befolgung der Scharia?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das f\u00fchrt uns zu den wichtigsten drei Bestreitungen der G\u00fcltigkeit der Wette: der sogenannte Einwand der gemischten Strategien, der Einwand der vielen Praktiken und der Einwand der vielen G\u00f6tter. Das hei\u00dft, solange man die Wette streng als eine Entscheidung unter Unwissenheit betrachtet, scheinen uns die n\u00f6tigen Mittel zu fehlen, um festzulegen, welche der Vielzahl verschiedener m\u00f6glicher Optionen der Wettende w\u00e4hlen sollte. Ich werde die ersten beiden Einw\u00e4nde beiseitelassen und mich auf den Einwand der vielen G\u00f6tter konzentrieren, da die L\u00f6sung, die ich daf\u00fcr anbieten werde, meiner Meinung nach auch auf die ersten beiden Einw\u00e4nde angewendet werden kann. Wie ich zeigen m\u00f6chte, bietet die moralisierte Version der Wette eine L\u00f6sung f\u00fcr die \u00fcblichen aporetischen Konsequenzen des Einwands der vielen G\u00f6tter.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Der Einwand der vielen G\u00f6tter<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Betrachten wir zun\u00e4chst die Standardformulierung des Einwands, der zufolge das Verhalten, das nach einer TH erforderlich ist, um \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c zu werden, von der Gottheit einer anderen TH verurteilt wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nehmen wir etwa an, TH1 sei die \u00fcberlieferte theologische Hypothese und TH2 sei die \u201eerfundene\u201c theologische Hypothese einer Gottheit, die verlangt, dass wir immer lila Pantoffel tragen, w\u00e4hrend wir uns im Haus befinden. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte sich eine Entscheidungsmatrix, die den Einwand der vielen G\u00f6tter ber\u00fccksichtigt, theoretisch bis ins Unendliche erstrecken, wenn man alle theologischen Hypothesen ber\u00fccksichtigt, die jemand \u201eerfinden\u201c k\u00f6nnte. Aber der Einfachheit halber beschr\u00e4nke ich mich bei der Darstellung auf drei (sich gegenseitig ausschlie\u00dfende) Optionen, dargestellt in untenstehendem Kasten.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"MARKER\">Wenn die Wahrscheinlichkeiten von TH<\/span><span class=\"CharOverride-64\">1<\/span><span class=\"MARKER\">\u00a0und TH<\/span><span class=\"CharOverride-64\">2<\/span><span class=\"MARKER\">\u00a0j<\/span>eweils &gt;\u00a00 sind und P<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>\u00a0bis P<span class=\"CharOverride-64\">7<\/span>\u00a0gleich dem einen oder anderen endlichen Wert sind, dann ist gem\u00e4\u00df dem Einwand der vielen G\u00f6tter der erwartbare Nutzen der beiden oberen Zeilen gleich. Wenn wir, um die Rechnung zu vereinfachen, ferner von der Nichtexistenz und nicht von der H\u00f6lle ausgehen, falls jemand falsch liegt, ergeben die beiden oberen Zeilen jeweils +\u00a0\u221e und die dritte Zeile ergibt einen endlichen Wert. Somit wird der Theismus gegen\u00fcber dem Atheismus best\u00e4tigt. Es scheint freilich keine entscheidungstheoretische L\u00f6sung zu geben, welche Gottheit, Religion oder Menge von Ritualen jemand w\u00e4hlen soll, so dass dem Wettenden die Mittel fehlen, um festzustellen, welche theologische Hypothese seinem Interesse am meisten entspricht. Beschr\u00e4nkt man sich blo\u00df auf den Inhalt der Wette, sieht es so aus, als stecke der Wettende in der Klemme, weil er nicht zwischen einer \u00fcberlieferten theologischen Hypothese und einer seltsamen \u201eerfundenen\u201c Hypothese \u00fcber das Tragen von lila Pantoffeln w\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Obgleich verschiedene Strategien zur Verteidigung der Wette gegen diesen Einwand vorgebracht wurden, erwies sich keine als zufriedenstellend. Sie verletzen entweder den Grundsatz, dass die Wette eine Entscheidung unter Unwissenheit sein soll, sie beschr\u00e4nken die Wette auf ein bestimmtes Publikum, das konkurrierende theologische Hypothesen nicht in Betracht zieht (was dem Ziel der Wette zuwiderl\u00e4uft, den Ungl\u00e4ubigen zu \u00fcberzeugen), oder sie k\u00f6nnen einige Hypothesen aus formalen entscheidungstheoretischen Gr\u00fcnden blockieren, aber nicht alle. Die moralische Wette kann es besser.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was w\u00e4re demnach, wenn wir jede TH nicht in Bezug auf ihren Nutzen f\u00fcr das Eigeninteresse beurteilen, sondern danach, ob sich eine TH mit dem moralischen Interesse vertr\u00e4gt oder nicht? Das hei\u00dft, was w\u00e4re, wenn das Prinzip der Wahl w\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">2<\/span>\u00a0statt w\u00e4hlt<span class=\"CharOverride-64\">1<\/span>\u00a0w\u00e4re? Gibt es mit dieser Verschiebung, das hei\u00dft mit einer moralisierten Version der Wette, eine M\u00f6glichkeit, den Einwand der vielen G\u00f6tter zu widerlegen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bedenken wir zun\u00e4chst, dass die Wahl des Theismus statt des Atheismus mit der Begr\u00fcndung, dass diese Entscheidung erforderlich ist, um \u00adverschiedene moralische Hindernisse zu \u00fcberwinden, nicht mit solchen Gottheiten wie dem Gott der lila Pantoffeln vereinbar w\u00e4re. Da es bei der moralischen Wette darum geht, Eigeninteresse an Moralit\u00e4t auszurichten, w\u00fcrde eine TH gew\u00e4hlt, deren Gottheit Belohnungen aufgrund sittlicher Verdienste und nicht aufgrund irgendeines beliebigen Akts der Fr\u00f6mmigkeit verteilt. Zwar k\u00f6nnte das Eigeninteresse theoretisch durch jedwede theologische Hypothese befriedigt werden, aber da die moralisierte Wette darauf abzielt, das Eigeninteresse dergestalt zu befriedigen, dass es ein Hindernis f\u00fcr die moralische Entschlossenheit \u00fcberwindet, m\u00fcssen die daf\u00fcr in Betracht kommenden theologischen Hypothesen auf diejenigen eingegrenzt werden, die unser Eigeninteresse auf eine Weise einbeziehen, die uns zur Moral f\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dies w\u00e4re bei dem Theismus der lila Pantoffeln allerdings nicht der Fall. Denn auch wenn ein solcher Wettender um der k\u00fcnftigen unendlichen Belohnung willen auf diesseitiges Gl\u00fcck verzichten mag, hat er doch keinen Grund, sein Verhalten an der Moralit\u00e4t auszurichten. Nicht-moralische \u201eerfundene\u201c Hypothesen werden wahrscheinlich sogar dazu tendieren, den Vorrang des Eigeninteresses gegen\u00fcber der Moral zu verstetigen, und sind daher keine geeigneten Kandidaten f\u00fcr eine Wahl vom Typ 2. Anders ausgedr\u00fcckt: Genau wie bei der Wahl vom Typ 1 jede TH, die nicht f\u00fcr das Eigeninteresse optimiert ist, von der traditionellen Wette aufgrund ihres Entscheidungsprinzips abgelehnt w\u00fcrde, w\u00fcrde bei der Wahl vom Typ 2 der moralisch Wettende entsprechend jede TH ablehnen, die nicht zu dem moralischen Interesse passt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie sieht es, statt der \u201eerfundenen\u201c Hypothesen aus der j\u00fcngeren Literatur \u00fcber die pascalsche Wette, mit dem Feld der verschiedenen religi\u00f6sen Traditionen, mit Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und so weiter aus? Welche Religion sollen wir w\u00e4hlen? Nach Ansicht vieler Christen ist unsere \u201eS\u00fcndenschuld\u201c unendlich und kann daher nur durch die zur Teilhabe an der durch die Kreuzigung Jesu bewirkten Wiedergutmachung getilgt werden. Dazu m\u00f6gen die Taufe, die Aufnahme Christi \u201ein das eigene Herz\u201c oder andere Handlungen geh\u00f6ren, die jenseits des Bereichs der Moral liegen. \u00c4hnlich glauben einige Muslime, dass die fromme Befolgung gewisser Rituale notwendig ist, und Buddhisten d\u00fcrften sich die Erleuchtung in einer Art vorstellen, die sich von der Moralit\u00e4t unterscheidet. Es hat also den Anschein, als blieben einige Aspekte des Einwands der vielen G\u00f6tter bestehen. Beispielsweise k\u00f6nnte ein moralischer Atheist oder ein Muslim wom\u00f6glich nicht in den christlichen Himmel gelangen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber es gibt eine kantische Entgegnung. Eines der zentralen Motive von Kants\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Religion innerhalb der Grenzen der blo\u00dfen Vernunft<\/span>\u00a0besagt, dass alle \u201ewahren\u201c Religionen, anders als \u201eblo\u00dfe Kulte\u201c, mit dem einzigen \u201ereinen Vernunftsystem der Religion\u201c (AA 6:12) \u00fcbereinstimmen. Sie sind \u201eVehikel\u201c f\u00fcr moralische Wahrheiten und vermitteln diese Wahrheiten \u201ewegen des nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnisses aller Menschen, zu den h\u00f6chsten Vernunftbegriffen und Gr\u00fcnden immer etwas Sinnlich-Haltbares [\u2026] zu verlangen\u201c (AA 6:109). Obwohl Religionen auch verschiedene Gebote der Fr\u00f6mmigkeit enthalten, sind solche Merkmale einer Religion allesamt \u201ean sich zuf\u00e4llig\u201c und \u201ewillk\u00fcrliche Vorschriften\u201c (AA 6:105f.). Sie k\u00f6nnen zur Bildung einer Religionsgemeinschaft beitragen, aber keine Fr\u00f6mmigkeitsregel (z.\u00a0B. Speisevorschriften) und kein Ritual (z.\u00a0B. die Taufe) sind notwendig, um \u201eGott wohlgef\u00e4llig\u201c zu werden. Kant betont diesen Punkt nachdr\u00fccklich im Vierten St\u00fcck der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Religionsschrift<\/span>, wenn er den Wert und die Funktion kirchlicher Praktiken kritisiert: \u201eAlles, was au\u00dfer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu k\u00f6nnen vermeint, um Gott wohlgef\u00e4llig zu werden, ist blo\u00dfer Religionswahn und Afterdienst Gottes.\u201c (AA 6,170f.).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Demzufolge mag der moralisch Wettende eine Religion aufgrund der Anziehungskraft ihrer besonderen Bekenntnisse und Praktiken w\u00e4hlen, aber worauf es bei einer Religion ankommt, ist Ihre Hilfestellung bei den eigenen moralischen Bem\u00fchungen. Deshalb gibt es hier keine Aporie, da sich die Wahl letztlich um die Annahme einer religi\u00f6sen Perspektive dreht, die einem moralisch weiterhilft, und nicht um die gegenseitige Ausschlie\u00dflichkeit traditioneller Lehren oder Praktiken, die den Einwand der vielen G\u00f6tter befeuern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der formale Grund, warum die traditionelle Wette f\u00fcr den Einwand der vielen G\u00f6tter anf\u00e4llig ist (ebenso wie f\u00fcr die Einw\u00e4nde der gemischten Strategien und der vielen Praktiken), liegt darin, dass kein innerer Zusammenhang besteht zwischen dem Ziel des Wettenden (dem Eigeninteresse) und dem f\u00fcr das Erlangen der Belohnung geforderten Verhalten. Die moralisierte Wette hingegen bietet einen solchen Zusammenhang. Denn wenn der Grund f\u00fcr die Wahl darin besteht, die Moralit\u00e4t zu bef\u00f6rdern, muss das f\u00fcr die Belohnung erforderliche Verhalten dies widerspiegeln. H\u00e4tte Pascal die Wette f\u00fcr rechtschaffene Atheisten und nicht f\u00fcr Freidenker entworfen, k\u00f6nnen wir uns ausmalen, dass er stattdessen die moralisierte Wette vorgeschlagen h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber was ist mit anderen Einw\u00e4nden? Bereits er\u00f6rtert habe ich, neben dem Einwand der vielen G\u00f6tter, Kants eigene Kritik an der Wette als intellektuell unredlich sowie den h\u00e4ufig gegen das moralische Argument erhobenen Vorwurf, es beflecke die kantische Moralit\u00e4t mit einer Portion Fremdbestimmung. Im Folgenden will ich einen weiteren Einwand diskutieren, die vielleicht bekannteste Einrede gegen praktische Argumente f\u00fcr den Glauben im Allgemeinen, das Prinzip des englischen Mathematikers und Philosophen William Clifford.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Cliffords Prinzip<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ich wiederhole noch einmal das\u00a0<span class=\"GELB\">Cliffordsche Prinzip:\u00a0<\/span>\u201eEs ist immer, \u00fcberall und f\u00fcr jeden falsch, irgendetwas auf der Grundlage unzureichender Belege zu glauben.\u201c \u00dcber zwei Punkte m\u00f6chte ich nachdenken. Der erste ist, ob Clifford ein zufriedenstellendes Argument f\u00fcr sein Prinzip vorgelegt hat, genauer ob sein Argument in sich schl\u00fcssig ist oder nicht; und zweitens, selbst wenn Cliffords Prinzip auf die Mehrzahl der F\u00e4lle anwendbar ist, l\u00e4sst Cliffords eigene Begr\u00fcndung f\u00fcr es vielleicht mehr Ausnahmen zu, als er bemerkte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie der Titel seines Aufsatzes andeutet, stellt Clifford sein Prinzip nicht als eine Tatsache oder einen Sachverhalt dar, sondern als eine normative Behauptung. Wenn es aber immer und \u00fcberall falsch ist, etwas ohne hinreichende Belege zu glauben, sollte dies auch f\u00fcr normative Behauptungen gelten. Wie also argumentiert Clifford f\u00fcr sein Prinzip? Eigentlich ist sein Argument konsequentialistisch und st\u00fctzt sich auf die erwartbaren Auswirkungen des Glaubens aus anderen Gr\u00fcnden als von Belegen. Als Beispiel nennt er ein Schiff, das sinkt \u2013 trotz des \u201eWillens zum Glauben\u201c des Besitzers, es werde nicht sinken. Ein weiteres Beispiel bildet die ungerechte Verfolgung von Personen aufgrund unbegr\u00fcndeter Anschuldigungen. Clifford zieht daraus die allgemeine Folgerung, dass, wenn unsere Gesellschaft eine Gewohnheit entwickelte, \u201eaus unangemessenen Gr\u00fcnden zu glauben\u201c (Clifford 1877: 173), die negativen Auswirkungen tendenziell zunehmen w\u00fcrden. Er f\u00fcgt ferner hinzu, dass, wenn wir \u201edie Gewohnheit verl\u00f6ren, Dinge zu pr\u00fcfen und zu untersuchen\u201c, die Gesellschaft dazu verdammt w\u00fcrde, \u201ein die Wildheit zur\u00fcckzufallen\u201c (Clifford 1877: 174).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meines Erachtens ist leicht zu sehen, wie Cliffords Sorgen best\u00e4tigt werden, wenn wir Zeiten in der Geschichte betrachten, zu denen eine Bev\u00f6lkerung gewisse bestimmte Dogmen gelten l\u00e4sst, die mehr der Ideologie als empirischen Studien entspringen und die sich durch Gruppendenken oder andere psychologische Mechanismen gegen die Normen des kritischen Denkens durchgesetzt haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch bleibt Cliffords \u201eEthik des Glaubens\u201c in sich schl\u00fcssig? Die Form des Arguments ist empirisch und konsequentialistisch. Clifford erw\u00e4hnt verschiedene (reale und hypothetische) Beispiele f\u00fcr nicht belegte \u00dcberzeugungen und betrachtet die Auswirkungen. Aber wie gut ist sein eigener Evidentialismus hier? Sein Vorgehen ist anekdotisch. Gest\u00fctzt auf einige wenige Beispiele versucht er ein allgemeing\u00fcltiges Argument gegen nicht belegte \u00dcberzeugungen zu liefern. Das verdient sicherlich als voreilige und sogar einseitige Verallgemeinerung kritisiert zu werden. Was w\u00e4re hingegen, wenn es zutr\u00e4fe, dass praktische \u00dcberzeugungen in einigen Bereichen des Lebens die Auswirkungen der eigenen Bem\u00fchungen verbessern? Und was w\u00e4re, wenn eine Regel aufgestellt w\u00fcrde, die praktische \u00dcberzeugungen auf einen Bereich eingrenzt, wo solche \u00dcberzeugungen den Ausgang eher zu verbessern als verschlechtern neigen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man denke an das klassische Beispiel von William James, dass man mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit erfolgreich \u00fcber einen Abgrund springt, wenn man glaubt es zu schaffen. Entsprechend gibt es viele Studien, die zeigen, dass eine \u201epositive Einstellung\u201c den Ausgang einer Heilbehandlung um rund 5 bis 10 Prozent verbessert. Wenn wir Versuchspersonen mit \u00e4hnlichen Diagnosen vergleichen (und St\u00f6rfaktoren ausschalten), hat sich gezeigt, dass Optimismus die Rate des Behandlungserfolgs verbessert. Warum sollte man folglich die Bereiche, in denen praktischer Glaube zul\u00e4ssig ist, nicht darauf beschr\u00e4nken, wo solche psychologischen Mechanismen wirksam sind? Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen wir durch Cliffords eigene evidentialistische und konsequentialistische \u00dcberlegung den Einsatz des praktischen Glaubens in solchen F\u00e4llen st\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nun zum Kern unserer Diskussion \u00fcber Pascal und Kant: Was ist mit Gegenst\u00e4nden, die au\u00dferhalb des Bereichs m\u00f6glicher Erfahrung liegen? Clifford k\u00f6nnte geltend machen, dass die einzig richtige Position die des Agnostizismus ist. Insofern er die Begr\u00fcndung seines Prinzips auf den erwartbaren Nutzen st\u00fctzt, braucht es freilich nicht viel zu dem Schluss, dass die Entscheidungsmatrix der traditionellen Wette uns sagt, der Theismus sei die bessere Wahl. Schlie\u00dflich geht es darum, dass seine TH einen unendlichen Erwartungsnutzen mitbringt. Sowohl die moralisierte Wette als auch Kants eigentliches moralisches Argument gehen davon aus, dass unsere sittliche St\u00e4rke durch den Theismus vermehrt wird. Gewiss ist dies ein Ergebnis, das Clifford w\u00fcrdigen sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine Sorge Cliffords ist nat\u00fcrlich, dass die religi\u00f6se Zustimmung Bestandteil einer systematischeren Schw\u00e4chung unserer epistemischen Skrupel ist. Denn wenn uns gesagt wird, wir sollten etwas von der h\u00f6chsten Wichtigkeit in blindem Glauben annehmen, kann dies ebenso gut ein Misstrauen gegen\u00fcber der Vernunft und die Gew\u00f6hnung an die Anerkennung des von religi\u00f6sen (und politischen) Autorit\u00e4ten Gesagten bef\u00f6rdern. Aber gerade hier ist Kants Unterscheidung zwischen den m\u00f6glichen Gegenst\u00e4nden des Wissens und des Meinens auf der einen und des Glaubens auf der anderen Seite so wichtig.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie oben erw\u00e4hnt, verallgemeinert Clifford von einer Handvoll Beispielen zu einem universellen Prinzip. Diese Schlussfolgerung gehorcht selbst auch nicht Cliffords Prinzip und wirft somit die Frage auf, welche Ausnahmen es geben k\u00f6nnte. Was Kant vertritt, ist erstens, dass es nach der Festlegung einer Grenze des Wissens (zumindest der M\u00f6glichkeit nach) \u201ePlatz\u201c zum Glauben gibt; und, was sehr wichtig ist, er vertritt zweitens, dass es nicht so ist, als ob irgendetwas jenen Platz einn\u00e4hme. Es gibt sowohl \u201eangemessene\u201c als auch \u201eunangemessene\u201c Gr\u00fcnde f\u00fcr den Glauben, \u00dcberzeugungen, die auf \u201eblo\u00df subjektiven Gr\u00fcnden\u201c beruhen, und \u00dcberzeugungen, die auf dem \u201eobjektiven Grund\u201c des Moralgesetzes beruhen. \u00dcberzeugungen, die auf subjektiven Gr\u00fcnden beruhen, sind abzulehnen, weil auch Kant will, dass wir epistemische Tugenden ausbilden. Im Gegenteil, mittels des moralischen Arguments vertritt Kant, dass es in diesem Fall einen objektiven Grund f\u00fcr eine praktische Zustimmung gibt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Demgem\u00e4\u00df (a) liefert Kant ein Argument f\u00fcr den Wert des Theismus; auf der Grundlage von Cliffords Interesse am erwartbaren Nutzen (b) k\u00f6nnte das Argument durchaus Cliffords eigene Anforderungen f\u00fcr \u201eangemessene\u201c Gr\u00fcnde erf\u00fcllen; und am \u00fcberzeugendsten, denke ich, (c) haben wir bei Kant statt der Beliebigkeit, vor der Clifford sich f\u00fcrchtet (vornehmlich wegen eines ungenauen Verst\u00e4ndnisses von James\u2019 \u201eWille zum Glauben\u201c), die Eingrenzung des Glaubens auf allein jene Gegenst\u00e4nde, die mit unserem Interesse an der \u00dcberwindung moralischer Hindernisse im Einklang stehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser Punkt ist f\u00fcr Kants Einstellung gegen\u00fcber der Religion im Ganzen entscheidend und das leitende Thema seiner\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Religion innerhalb der Grenzen der blo\u00dfen Vernunft<\/span>. Denn durch die Untersuchung, welche christlichen Lehren \u201eEinigkeit\u201c oder \u201eVertr\u00e4glichkeit\u201c mit der moralischen Religion besitzen (AA 6:13), liefert Kant tats\u00e4chlich eine Landkarte dieser Lehren und kl\u00e4rt, welche von ihnen unserem moralischen Interesse zutr\u00e4glich sind und welche nicht. Derart bewertet Kant die Lehren von der Erbs\u00fcnde, dem Empfang der Gnade, der Inkarnation, der stellvertretenden Genugtuung, der Rolle kirchlicher Rituale, der Funktion des Gebets und so fort. Einige dieser Lehren erweisen sich als vertr\u00e4glich mit dem, was er als \u201ewahre\u201c moralische Religion bezeichnet, w\u00e4hrend andere eher einer Religion \u201eder Gunstbewerbung\u201c oder einem \u201eblo\u00dfen Kult\u201c gleichen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf diese Weise werden Cliffords praktische Bedenken und mit ihnen sein praktisches Argument gegen den Glauben ohne Belege blockiert. Nur diejenigen Gegenst\u00e4nde oder Behauptungen eignen sich f\u00fcr den \u201ePlatz\u201c zum Glauben, die (a) nicht in den Bereich der evidentialistischen Nachforschung fallen und (b) dem angemessensten aller Gr\u00fcnde entsprechen, n\u00e4mlich unserem Interesse an der \u00dcberwindung der Hindernisse f\u00fcr die Einhaltung der Moralit\u00e4t und unserem Streben nach sittlicher Vervollkommnung.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Schluss<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ich habe drei Ziele verfolgt: erstens, die ausdr\u00fccklichen und die angedeuteten Bedenken Kants gegen\u00fcber Pascals Wette zu umrei\u00dfen; zweitens, einige begriffliche Zusammenh\u00e4nge zwischen der traditionellen Wette und Kants moralischem Gottesbeweis zu er\u00f6rtern; und drittens, eine meiner Meinung nach neuartige und interessante Schwester der traditionellen Wette vorzustellen, die sogar Pascal gefallen h\u00e4tte. Nach dieser richtete sich die Apologetik der Wette nicht an die Freidenker, sondern an diejenigen, die Kant in der\u00a0<span class=\"GELB CharOverride-6\">Kritik der Urteilskraft<\/span>\u00a0als \u201erechtschaffene\u201c Atheisten bezeichnet (AA 5:452). Ferner hat sich gezeigt, dass die moralisierte Version der Wette gegen\u00fcber ihrem herk\u00f6mmlichen Gegenst\u00fcck eine Reihe von Vorz\u00fcgen besitzt: (a) es scheint weniger \u201egewinns\u00fcchtig\u201c, wenn der religi\u00f6sen Zustimmung statt des Eigeninteresses unsere moralische Besserung zugrunde liegt; (b) die moralisierte Version kann auf Kants Bedenken gegen\u00fcber der traditionellen Wette eingehen; und (c) die moralisierte Wette bietet einen Weg des Umgangs mit dem Einwand der vielen G\u00f6tter, ohne das Argument als \u201eEntscheidung unter Unwissenheit\u201c zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Schlie\u00dflich habe ich dargelegt, dass Cliffords eigenes Argument f\u00fcr den Evidentialismus in sich unschl\u00fcssig ist, da es aufgrund seiner konsequentialistischen Rahmung \u2013 entgegen Cliffords Absicht \u2013 Raum f\u00fcr praktischen Glauben l\u00e4sst. Denn obwohl viele von uns beipflichten w\u00fcrden, dass der Evidentialismus intuitiv anziehend ist und zumindest in einigen Zusammenh\u00e4ngen die angemessene Norm darstellt, w\u00e4re es solange verkehrt, ihn als universelle Norm f\u00fcr den Glauben anzuerkennen, wie ein besseres Argument als das von Clifford angef\u00fchrte fehlt.\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">(\u00dcbersetzung: Georg Sans SJ<\/span><span class=\"CharOverride-6\">)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten der herk\u00f6mmlichen Argumente f\u00fcr den Theismus versuchen zu beweisen, dass Gott existiert. Daneben gibt es eine Reihe anderer Argumente, die uns dar\u00fcber nachdenken lassen, welche Vorz\u00fcge es h\u00e4tte, aus irgendeinem praktischen Interesse Theisten zu werden. Zu diesen Argumenten geh\u00f6ren vor allem die pascalsche Wette und Kants moralischer Gottesbeweis. 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