{"id":71587,"date":"2024-03-25T13:27:28","date_gmt":"2024-03-25T12:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=71587"},"modified":"2024-12-04T11:19:48","modified_gmt":"2024-12-04T10:19:48","slug":"hoffen-wider-die-hoffnung-kann-hoffnung-bleiben-auch-wenn-optimismus-geht","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/hoffen-wider-die-hoffnung-kann-hoffnung-bleiben-auch-wenn-optimismus-geht\/","title":{"rendered":"Hoping against hope"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"ZWISCHEN\">Einleitung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CharOverride-6\">Zeitenwende<\/span>\u00a0\u2013 dieser Titel des Guardini-Tages 2023 zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Antrittsvorlesung Romano Guardinis in Berlin\u00a0ist f\u00fcr sich genommen neutral. Wenden k\u00f6nnen zum Guten oder zum Schlechten geschehen oder auch hin zu etwas, das weder besser noch schlechter, sondern nur anders ist als das derzeit Vorhandene. Im vorliegenden Kontext allerdings beschreiben Politiker mit dem Begriff die Situation, in die der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine die Welt versetzt hat. Erweiterte Bedeutung gewinnt er derzeit auch im Blick auf die sich unaufhaltsam versch\u00e4rfende Klimakrise, rechtspopulistische Attacken auf bisher stabil geglaubte Demokratien, schmerzliche Pandemie-Erfahrungen mit den Leistungsgrenzen unserer Gesundheitssysteme, wachsende, durch Hunger und Krieg verursachte Migrationsbewegungen sowie inzwischen auch die Angst vor einem Fl\u00e4chenbrand im Nahen Osten. Zeitenwende, so scheint es, bedeutet zurzeit vor allem Desillusionierung, Verlust von Optimismus und das erschrockene Bewusstsein, dass die Zeit knapp wird, um uns grunds\u00e4tzlich neu aufzustellen und zuk\u00fcnftigen Generationen noch eine bewohnbare Welt zu hinterlassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Folgenden er\u00f6rtere ich, welche Bedeutung Hoffnung in einer solchen Zeit haben kann. Ich werde das Ph\u00e4nomen der Hoffnung philosophisch n\u00e4her beleuchten und insbesondere den Unterschied zwischen Hoffnung und Optimismus analysieren. Kann Hoffnung bleiben, auch wenn Optimismus geht?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit diesem Thema verbunden ist die Frage, welche Rolle Hoffnung, auch und gerade in Krisenzeiten, f\u00fcr unser Handeln spielt. Hier liegt eine der \u00e4ltesten und sch\u00e4rfsten Kontroversen philosophischer Hoffnungstheorien. Viele zeitgen\u00f6ssische Autoren sprechen der Hoffnung konative, handlungsleitende Kraft zu (s. etwa Pettit 2004, Meirav 2009, Chignell 2023). Andererseits gibt es eine einflussreiche Tradition, die Hoffnung vor allem als Hemmschuh des Handelns und gef\u00e4hrliche Verf\u00fchrerin zu illegitimer Flucht aus der Gegenwart sieht. Hoffnung, so ein traditioneller Einwand, vertr\u00f6stet uns auf die Zukunft und leistet Passivit\u00e4t und Fatalismus Vorschub. Wer hofft, legt die H\u00e4nde in den Scho\u00df und \u00fcberl\u00e4sst es anderen, aktiv auf das Hier und Jetzt Einfluss zu nehmen, deshalb ist Hoffnung ein \u00dcbel. So jedenfalls der Vorwurf. Nietzsche etwa, einer der wortgewaltigsten Hoffnungshasser, greift an einer oft zitierten Stelle in\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Menschliches, Allzumenschliches<\/span>\u00a0jenen ber\u00fchmten Mythos Hesiods auf, mit dem dieser die anthropologische Rolle der Hoffnung (elpis) in der Figur der Pandora illustriert. Hoffnung, so Nietzsche, sei nicht etwa ein Gut, sondern das gr\u00f6\u00dfte \u00dcbel, das der Menschheit je widerfahren sei:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201e[D]a schlug Pandora nach Zeus\u2019 Willen den Deckel zu. F\u00fcr immer hat der Mensch nun das Gl\u00fccksfa\u00df im Hause und meint Wunder, was f\u00fcr einen Schatz er in ihm habe; \u2026 denn er wei\u00df nicht, da\u00df jenes Fa\u00df, welches Pandora brachte, das Fa\u00df der \u00dcbel war, und h\u00e4lt das zur\u00fcckgebliebene \u00dcbel f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fccksgut \u2013 es ist die Hoffnung. \u2026 [S]ie ist in Wahrheit das \u00fcbelste der \u00dcbel, weil sie die Qual der Menschen verl\u00e4ngert\u201c (Nietzsche 1878, Nr. 71, Berliner Ausgabe, S. 79 f.).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nietzsches Kritik reiht sich ein in eine lange Tradition der Hoffnungskritik. Platon nennt Hoffnung im Timaios kritisch \u201everf\u00fchrerisch\u201c, und Aristoteles zufolge tritt sie haupts\u00e4chlich bei der unerfahrenen Jugend auf, weil f\u00fcr sie (und nur f\u00fcr sie) \u201edie Zukunft noch lang und die Vergangenheit kurz ist\u201c (Rhetorik, 110\u201311). Seneca sieht Hoffnung (spes) eng mit der Furcht verschwistert und h\u00e4lt beide f\u00fcr \u201eRegungen eines schwankenden Gem\u00fcts\u201c, das sich beunruhigt durch den Blick in die Zukunft:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie wichtigste Ursache von beiden [Hoffnung und Furcht] aber liegt darin, dass wir uns nicht in die Gegenwart schicken, sondern unsere Gedanken voreilig in die Ferne schweifen lassen. Daher kommt es, dass das Verm\u00f6gen der Vorausschau, dieses gr\u00f6\u00dfte Gut des beschr\u00e4nkten Menschentums, sich zum \u00dcbel verkehrt\u201c (Seneca, Epistulae, 5.7\u20135.8).<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der Philosophie der fr\u00fchen Neuzeit st\u00f6\u00dft Pascal in dasselbe Horn, wenn er sagt, mit der Hoffnung versuchten wir \u2013 unvern\u00fcnftigerweise \u2013, die Zukunft vorwegzunehmen, \u201eals wollten wir ihren Gang beschleunigen\u201c:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eSo leben wir nie, sondern hoffen zu leben, und so ist es unvermeidlich, dass wir in der Bereitschaft, gl\u00fccklich zu sein, es niemals sind\u201c (Pascal,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Pens\u00e8es<\/span>, 47\u2013172).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im 20. Jahrhundert nennt Albert Camus in\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Der Mythos des Sisyphos<\/span>\u00a0(Essay 1,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Das Absurde und der Selbstmord<\/span>), Hoffnung, speziell die Hoffnung auf ein anderes Leben, eine \u201eBetr\u00fcgerei jener, die nicht f\u00fcr das Leben leben\u201c (\u201etricherie de ceux qui vivent non pour la vie elle-m\u00eame\u201c, Camus 2022\/1965, S. 20). Und G\u00fcnther Anders fordert unumwunden,<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eHoffnung [\u2026] zu vermeiden. Denn durch Hoffnung wird niemand agieren. Jeder Hoffende \u00fcberl\u00e4\u00dft das Besserwerden einer anderen Instanz\u201c (Anders 1987, 151f.).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Vorwurf ist keineswegs auf stoische, nihilistische oder existenzialphilosophische Traditionen beschr\u00e4nkt. Victoria McGeer etwa, Vertreterin der j\u00fcngeren anglo-amerikanischen Philosophie, sagt ebenfalls, Hoffnung trete offenbar in Situationen auf, in denen gelte:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201e[O]ur own agency is irrelevant to the occurrence of the hoped-for end. We hope for something that could not be in any way affected by our efforts to bring it about, e.g., we hope that the weather will improve, we hope that our friend\u2019s test results will be good, we hope that no one was injured in yesterday\u2019s fire, and so on\u201d (McGeer 2008, S. 244).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Liste von Hoffnungsanalysen dieses Tenors k\u00f6nnte lang fortgesetzt werden. Nennen wir den Kerneinwand von Hoffnungskritiken, die sich auf die angebliche handlungshemmende Kraft der Hoffnung st\u00fctzen, kurz den\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Passivit\u00e4tseinwand:<\/span>\u00a0Hoffnung, so die Idee, ist deshalb (moralisch) schlecht, weil sie ihre Tr\u00e4ger:innen zum Unt\u00e4tigsein verdammt. Im Folgenden werde ich diesen Einwand ein St\u00fcck weit analysieren und zur\u00fcckweisen. Genauer gesagt, wird er sich als allgemeiner Einwand gegen die Hoffnung als verfehlt erweisen. Bestimmte Hoffnungen laden in der Tat nicht zu Handlungen ein, die auf sie bauen: Wer ein Lotterielos gekauft hat, hofft, den Hauptgewinn gezogen zu haben, aber wird davon Abstand nehmen, allein aufgrund dieser Hoffnung einen Kredit f\u00fcr seine Traumimmobilie aufzunehmen. Nach dem Loskauf gibt es nichts mehr, was wir tun k\u00f6nnten, um das Erhoffte herbeizuf\u00fchren. Spezifische Handlungsmotivationen fehlen, die Hoffnung bleibt. Hoffnungen, soviel ist weitgehend unkontrovers, beinhalten W\u00fcnsche.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch obwohl W\u00fcnsche einer verbreiteten, der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">handlungsbasierten Wunschanalyse<\/span>\u00a0zufolge grunds\u00e4tzlich handlungsmotivierend sind, haben sie als Bestandteile von Hoffnung offenbar oft keine konative Kraft. Dies scheinen Verfechter des Passivit\u00e4tseinwands im Auge zu haben. Doch, so behaupte ich, sie begehen damit einen Fehlschluss der unzul\u00e4ssigen Verallgemeinerung<span class=\"Minion-Italic\">.<\/span>\u00a0Denn was hier f\u00fcr bestimmte F\u00e4lle von Hoffnung gelten mag, gilt f\u00fcr andere F\u00e4lle nicht. Oft ist Hoffnung sogar eine besonders starke Triebfeder des Handelns. Diese These jedenfalls werde ich im Folgenden ein St\u00fcck weit begr\u00fcnden und verteidigen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Insgesamt ergeben sich damit zun\u00e4chst vor allem die folgenden drei Fragen:<\/p>\n<p class=\"fliess\">(i) Die Explikationsfrage: Was ist Hoffnung? Genau worauf bezieht sich der Begriff, und welche Rolle spielt Hoffnung im menschlichen Seelenleben?<\/p>\n<p class=\"fliess\">(ii) Die axiologische Frage: Hat Hoffnung einen positiven Wert oder ist sie ein \u00dcbel? Genauer: Ist Hoffnung zumindest manchmal etwas Gutes, oder ist sie generell eine schlechte Haltung, weil sie uns stets dazu verleitet, sich aus der Verantwortung f\u00fcr die Gegenwart zu stehlen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">(iii) Die praxeologische Frage: Hat Hoffnung eine konative, handlungsleitende Rolle?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Fragen h\u00e4ngen eng zusammen, Antworten auf eine von ihnen haben Implikationen f\u00fcr Antworten auf die \u00adanderen. \u00adDie Wertfrage steckt Bedingungen f\u00fcr eine Explikation ab: Eine Charakterisierung dessen, was Hoffnung ist, sollte erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, was Hoffnung gut und wertvoll macht, wenn sie es denn ist, oder eben, warum sie es nicht ist. Ferner f\u00fchrt die Explikationsfrage auch auf die praxeologische Frage und, wenn diese positiv zu beantworten sein sollte, hat dies Auswirkungen auf die Wertfrage. Vielleicht ist Hoffnung nicht \u00fcberall dort, wo sie handlungsmotivierende Kraft hat, etwas Gutes. (Der Massenm\u00f6rder hofft darauf, bald neue Opfer zu finden.) Aber es liegt nahe zu sagen, dass zumindest Hoffnungen dort, wo sie zu guten Handlungen motivieren, auch gute Hoffnungen sind.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich beginne mit einer scheinbar paradoxen Empfehlung Romano Guardinis, der zufolge wir \u2013 auch und gerade in schlechten Zeiten \u2013 \u201ewider die Hoffnung hoffen\u201c sollten. Hiervon ausgehend skizziere ich den Kern der philosophischen Standardanalyse der Hoffnung, der zufolge Hoffnung eine Wunsch- und eine \u00dcberzeugungsbedingung \u2013 eine volitive und eine probabilistisch-doxastische Bedingung \u2013 erf\u00fcllen muss, und erl\u00e4utere einen wichtigen begrifflichen Unterschied zwischen Hoffnung und Optimismus (Abschnitt 2). Sodann argumentiere ich, dass sowohl Hoffnung als auch Optimismus neben einem Wunsch und einer Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung, dass sich das Erw\u00fcnschte einstellt, au\u00dferdem die \u00dcberzeugung voraussetzen, dass das Gew\u00fcnschte nicht allein aus eigener Kraft erreicht werden kann. Ich schlie\u00dfe mich damit einer Position an, die in der Hoffnungs-Literatur als \u201eTheorie des externen Faktors\u201c (<span class=\"Minion-Italic\">external factor account<\/span>) diskutiert wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vertreter des Passivit\u00e4tseinwands, so meine These, st\u00fctzen sich implizit auf die Beobachtung, dass das Bewusstsein der Wirksamkeit eines \u201eexternen Faktors\u201c zur Erf\u00fcllung der Hoffnung konstitutiv f\u00fcr sie ist; doch sie haben diese Beobachtung missverstanden bzw. rekurrieren auf eine falsche Version der Theorie. Denn es gilt keineswegs, dass Hoffende generell niemals etwas dazu beitragen k\u00f6nnen, dass das Erw\u00fcnschte Wirklichkeit wird. Oftmals k\u00f6nnen wir, trotz Wissens um die Begrenztheit unserer Einflussnahme, die Realisierung des Erhofften sehr wohl direkt oder indirekt bef\u00f6rdern und tun dies auch gerade aufgrund der Hoffnung. Folglich ist der Passivit\u00e4tseinwand, uneingeschr\u00e4nkt, wie er bei vielen Kritikern daherkommt, verfehlt. Anhand einer Fallunterscheidung verschiedener Formen von Hoffnung entwickle ich eine Diagnose des Passivit\u00e4tseinwands und eine Irrtumstheorie, die erkl\u00e4rt, warum Verfechter des Einwands ihn vertreten. Meine Diagnose lautet, dass sie sich einseitig auf eine bestimmte Art von Beispielen fokussieren, sich den richtigen Blick durch eine einseitige Beispieldi\u00e4t verstellen und sich daher zu einer vorschnellen Verallgemeinerung hinrei\u00dfen lassen (Abschnitt 3). Abschlie\u00dfend fasse ich die Ergebnisse meiner Diskussion zusammen und benenne offene Fragen f\u00fcr zuk\u00fcnftige philosophische Forschungen zum Thema Hoffnung (Abschnitt 4).<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">\u201eHoffen wider die Hoffnung\u201c, die Wunsch-\u00dcberzeugungs-Analyse und der Begriff des Optimismus<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Unsere Umgangssprache ist reich an Wendungen, mit denen wir Hoffnungen und unseren Umgang mit ihnen beschreiben. Wir haben Hoffnungen, entwickeln, hegen, n\u00e4hren oder behalten sie; wir machen oder nehmen sie uns und anderen, schwelgen in ihnen oder verlieren sie, geben sie auf, zerst\u00f6ren, zerschlagen sie, lassen sie sterben, sind ohne oder frei von Hoffnung. Hoffnungen k\u00f6nnen sicher oder unsicher, unbestimmt, vage, begr\u00fcndet, legitim, sch\u00f6n, gro\u00df oder klein, trivial, bedeutsam oder existenziell sein, sie k\u00f6nnen sich erf\u00fcllen oder frustriert werden. Es gibt unvern\u00fcnftige, leere, falsche, wahnwitzige, eitle, naive, tr\u00fcgende, t\u00e4uscherische, illegitime, illusion\u00e4re und blinde Hoffnungen. Wir sind guter (aber nicht schlechter) Hoffnung, hoffnungsvoll, hoffnungsschwanger, hoffnungstrunken, hoffnungsfroh, reich an Hoffnung oder arm an ihr, hoffnungsverloren, hoffnungslos oder bar jeder Hoffnung. Die Liste der Beispiele k\u00f6nnte lang fortgesetzt werden. Dies ist nicht der Ort, systematisch in linguistische und etymologische Analysen dieser und anderer Beispiele unseres sprachlichen Umgangs mit Hoffnung einzutauchen. Ausgehen m\u00f6chte ich jedoch von einer Redensart \u00fcber die Hoffnung, die Guardini in einem Brief verwendet und die in der obigen Aufz\u00e4hlung nicht vorkommt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini hat sein theologisches Werk unter dem Eindruck von Zeitenwenden entwickelt. Interessant f\u00fcr die vorliegende Fragestellung ist eine Reflexion \u00fcber die Hoffnung, die er in den 1960er Jahren im R\u00fcckblick auf die Katastrophen der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, vor allem vermutlich die Schoa und die Weltkriege, anstellt. \u201eWas ist nun das Gute?\u201c, schreibt er 1963 an seinen Freund Josef Weiger:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie sittliche Aufgabe? Aus der Kraft der Erl\u00f6sung heraus aufs neue die Welt \u201abebauen und bewahren\u2018. Nicht blo\u00df in der Welt \u201aseine Pflicht tun\u2018. [\u2026] Vielmehr die Welt in die Verantwortung nehmen. Und im Einvernehmen mit dem Erl\u00f6ser die Welt aufs neue \u201abebauen und bewahren\u2018.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Allerdings, so f\u00e4hrt Guardini fort:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eFast verzweifelte Aufgabe, nachdem in allem, im Menschen, im Menschenleben und im Menschenwerk die Verst\u00f6rung sitzt. Hoffen wider die Hoffnung\u201c (Guardini 1977\/1963, 33\u201334).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Wortwahl ist bedeutsam. Die Rede vom neuerlichen Bebauen und Bewahren legt im vorliegenden Kontext nahe, die Diagnose der \u201everzweifelten Aufgabe\u201c und der \u201eVerst\u00f6rung\u201c genauer zu beschreiben als eine Aufgabe angesichts von Verst\u00f6rung \u00fcber Zerst\u00f6rung. Gleichwohl handelt es sich bei der Rede vom Hoffen wider die Hoffnung, zumindest auf den ersten Blick, um eine widersinnige Empfehlung. Was ist gemeint?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Topos vom Hoffen wider die Hoffnung stammt von Paulus, der diese scheinbar paradoxe Haltung Abraham zuschreibt. Abraham, so hei\u00dft es im\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">R\u00f6merbrief<\/span>, hat \u201egegen alle Hoffnung voll Hoffnung\u201c geglaubt, dass er der Vater vieler V\u00f6lker werde (Paulus, R\u00f6m 4,18, Einheits\u00fcbersetzung). Die Paradoxie ist eine scheinbare. Sie l\u00f6st sich auf, wenn man sich klar macht, dass Paulus und, ihm folgend, auch Guardini, in der Wendung vom \u201eHoffen wider die Hoffnung\u201c oder der \u201eHoffnung gegen alle Hoffnung\u201c mit einer doppelten Bedeutung des Begriffs spielen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zun\u00e4chst ein Blick auf einige wichtige Unterscheidungen. (i) Eine betrifft die psychische T\u00e4tigkeit des Hoffens, oder\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">episodisches<\/span>\u00a0Hoffen, im Gegensatz zu Hoffnung im Sinne eines\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">psychischen<\/span>\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Zustands<\/span>. Beides h\u00e4ngt zusammen: Hoffnung als Zustand l\u00e4sst sich auffassen als Disposition, in geeigneten Situationen in die oft bewusste T\u00e4tigkeit episodischen Hoffens einzutreten. Hoffnung als Zustand muss indessen nicht bewusst sein: Auch wenn wir nicht aktuell an das, worauf wir hoffen, denken, bleiben unsere Hoffnungen Bestandteile unseres psychischen Gesamtprofils. (ii) Eine zweite \u00fcbliche Unterscheidung ist die zwischen\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">spezifischen<\/span>\u00a0und\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">basalen<\/span>\u00a0Hoffnungen.\u00a0Spezifische Hoffnungen haben als Inhalte oder intentionale Gegenst\u00e4nde spezifische Sachverhalte (etwa, dass morgen die Sonne scheint); basale Hoffnungen (wie etwa die Hoffnung auf ein gutes Leben) sind inhaltlich unbestimmter. (iii) Drittens wird in der Literatur oft unterschieden zwischen\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">banalen<\/span>\u00a0Hoffnungen (\u201eHoffentlich ist mein Lieblingseis in der Eisdiele verf\u00fcgbar\u201c) und\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">bedeutsamen<\/span>\u00a0Hoffnungen (\u201eHoffentlich \u00fcbersteht mein Freund die OP\u201c).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dabei ist jedoch zu beachten, dass Banalit\u00e4t und Bedeutsamkeit keine kategorischen, sondern gradierbare Begriffe sind: Hoffnungen k\u00f6nnen mehr oder weniger banal oder bedeutsam sein. Die Hoffnung, die Modulabschlusspr\u00fcfung im Hauptstudienfach zu bestehen, ist bedeutsamer als die auf das Lieblingseis, aber weniger bedeutsam als die, dass ein Freund die OP \u00fcberlebt. (iv) Wichtig ist schlie\u00dflich auch, viertens, dass Hoffnungen stark oder schwach bzw. auch in diesem Fall: st\u00e4rker oder schw\u00e4cher, intensiver oder weniger intensiv sein k\u00f6nnen. Die Intensit\u00e4t steigt dabei typischerweise proportional mit der Bedeutsamkeit: Je wichtiger die Hoffnung wird, desto st\u00e4rker wird sie. Kombinationen der obigen Differenzierungen liefern entsprechende Beschreibungen: Wenn jemand bewusst hofft, nach vielen Jahren Studium das Abschlussexamen gut zu bestehen, so ist dies eine episodische, spezifische und relativ bedeutsame Hoffnung, die daher typischerweise auch einigerma\u00dfen stark oder intensiv sein wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">L\u00e4sst sich Guardinis Rede vom \u201eHoffen wider die Hoffnung\u201c wom\u00f6glich im R\u00fcckgriff auf die Differenzierungen (i) bis (iv) rekonstruieren? Obwohl diese wichtig und angebracht sind, ist dies nicht der Fall. Dem Buchstaben nach ist in Guardinis Empfehlung einmal von episodischem Hoffen und sodann vom Zustand der Hoffnung die Rede. Doch wie oder in welchem Sinne k\u00f6nnte eine Aktivit\u00e4t, in der sich eine bestimmte Disposition aktualisiert, \u201egegen\u201c diese Disposition ausgef\u00fchrt werden? Tats\u00e4chlich, so behaupte ich, h\u00e4tte Guardini seine Aufforderung auch mit den Worten formulieren k\u00f6nnen: \u201eHoffen wider das Hoffen!\u201c, \u201eHoffnung wider die Hoffnung!\u201c oder \u201eHoffnung wider das Hoffen!\u201c Solche Variationen haben, was die vorliegende Paradoxie angeht, allenfalls stilistische Bedeutung und sind inhaltlich irrelevant.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch Lesarten, nach denen hier spezifisches, bedeutsames oder starkes Hoffen bzw. das entsprechende Haben von Hoffnung (oder andere Kombinationen) gegen basale, banale oder schwache Hoffnung (oder andere Kombinationen) ausgespielt werden soll, erweisen sich bei genauerem Hinsehen als nicht sinnvoll: Der Kontext von Guardinis Empfehlung macht deutlich, dass es offensichtlich auch nicht um spezifisches Hoffen wider basale Hoffnung, bedeutsames Hoffen wider banale Hoffnung usw. geht. Worum aber geht es dann? Der Schl\u00fcssel, so meine These, liegt in einer Unterscheidung zwischen Hoffnung und Optimismus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Einer traditionellen Analyse des Begriffs der Hoffnung zufolge haben Hoffen bzw. das Haben von Hoffnung eine Wunsch- und eine \u00dcberzeugungskomponente. Einige Autoren betrachten diese Bedingungen als notwendig und zugleich hinreichend (Downie 1963, Day 1969), was oft als die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">orthodoxe Definition<\/span>\u00a0oder\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Standardtheorie<\/span>\u00a0von Hoffnung bezeichnet wird (z. B. Meirav 2009, Martin 2013, Rioux 2021, Bl\u00f6ser und Stahl 2022).\u00a0Andere bezeichnen \u00addiejenigen Ans\u00e4tze als Standardtheorie, die diese Bedingungen lediglich als notwendige Bedingungen auszeichnen (z. B. Chignell 2023, S. 48), oder sehen in ihnen den \u201ekleinsten gemeinsamen Nenner\u201c verschiedener Hoffnungstheorien (Pettit 2004, S. 154). Aus inhaltlichen Gr\u00fcnden, die unten deutlich werden, werde ich zun\u00e4chst mit dieser moderateren Variante arbeiten, die Wunsch und \u00dcberzeugung zusammen nicht bereits als hinreichende Bedingungen f\u00fcr Hoffnung betrachtet. Ihr zufolge gilt:<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">Hoffnung: Ein Subjekt\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u00a0hofft nur dann, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, wenn<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(i)\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u00a0w\u00fcnscht, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(volitive Bedingung), und<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(ii) es f\u00fcr m\u00f6glich, aber nicht sicher h\u00e4lt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(doxastische Bedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Betrachten wir zun\u00e4chst die doxastische Bedingung (ii). Diese l\u00e4sst sich probabilistisch beschreiben: Wer hofft, schreibt demnach dem Eintreten des Erhofften eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu, die jedoch weder minimal noch maximal ist (also weder bei 0 noch bei 1 liegt), sondern deren Wert sich zwischen diesen Extremen befindet. Etwas technischer gesprochen, ist Hoffnung eine Haltung, deren doxastische Komponente einen graduellen oder partiellen Glauben erfordert. Oft glauben wir nicht kategorisch, dass etwas Bestimmtes der Fall oder nicht der Fall ist: Wir glauben z.\u00a0B. in einem gewissen Ma\u00dfe oder zu einem gewissen Grad, dass morgen die Sonne scheinen wird, wir den Anschlusszug noch bekommen oder die Bergtour noch vor dem Gewitter beenden werden. Alltagssprachlich weisen wir auf solche Einsch\u00e4tzungen hin, indem wir etwa sagen, dass wir etwas f\u00fcr \u201em\u00f6glich\u201c oder \u201erecht wahrscheinlich\u201c halten, \u201erelativ fest\u201c, \u201estark\u201c oder aber auch \u201eeher nicht\u201c oder \u201ekaum\u201c glauben, dass es eintritt; wir sagen, dass wir in einer Sache \u201enicht sicher\u201c oder aber \u201eziemlich sicher\u201c, \u201esehr gewiss\u201c sind, usw. Ich glaube, dass Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschlands ist und dass Mexiko City mehr Einwohner hat als Mumbai. Diesen letztgenannten Sachverhalt glaube ich jedoch deutlich weniger fest als den \u00fcber Berlin, bei dem ich mir sicher bin.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der formalen Erkenntnistheorie werden gradierte doxastische Zust\u00e4nde oder partielle Glaubenszust\u00e4nde standardm\u00e4\u00dfig als sogenannte\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credences\u00a0<\/span>modelliert und als Wahrscheinlichkeitszuschreibungen repr\u00e4sentiert, die prinzipiell jeden Wert von 0 bis 1 annehmen k\u00f6nnen. Einer\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0von 0 bzgl. eines Sachverhalts\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0entspricht die sichere Annahme oder maximal feste \u00dcberzeugung, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0nicht der Fall (und nicht-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0der Fall) ist; einer\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0von 1 entspricht die sichere Annahme oder maximal feste \u00dcberzeugung, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0der Fall ist. Glaubenszust\u00e4nde zwischen diesen Extremen repr\u00e4sentieren (mehr oder weniger gro\u00dfe)\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">epistemische Unsicherheit<\/span>\u00a0des Subjekts bzgl.\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0oder nicht-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>. Es sei betont, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Credence<\/span>-Theoretiker dies als Modell verwenden und nicht behaupten, dass wir unsere Alltags\u00fcberzeugungen stets in pr\u00e4zisen Wahrscheinlichkeitswerten oder -intervallen angeben k\u00f6nnten oder dass der alltagssprachlichen Rede vom Vermuten, Glauben, (mehr oder weniger) \u00dcberzeugtsein usw. stets exakte numerische Wahrscheinlichkeitswerte entsprechen, die das Subjekt bewusst kalkulieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Pointe dieser Hinweise f\u00fcr die orthodoxe Analyse des Begriffs der Hoffnung liegt darin, dass demnach Hoffnung (oder hoffen), dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, eine Einstellung unter epistemischer Unsicherheit mit gro\u00dfem doxastischen Spielraum ist. Sie erfordert einen gradierten Glauben, dessen Wert \u2013 die Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung des Subjekts f\u00fcr den erhofften Sachverhalt \u2013 lediglich irgendwo zwischen 0 und 1 liegt. Die einzige Restriktion ist, dass der oder die Hoffende das Eintreten des Erhofften weder f\u00fcr ausgeschlossen h\u00e4lt (was einer Wahrscheinlichkeit von 0 entspr\u00e4che) noch f\u00fcr sicher (was einer Wahrscheinlichkeit von 1 entspr\u00e4che). Wer etwas sicher f\u00fcr ausgeschlossen h\u00e4lt, hofft nicht mehr darauf, dass es eintritt; und wer sicher ist, dass es eintritt oder bereits eingetreten ist, kann ebenfalls nicht mehr sinnvollerweise hoffen, dass es eintritt. Etwas formaler ausgedr\u00fcckt, gilt f\u00fcr die in einer Hoffnung, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, enthaltene Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung des Subjekts, oder seine\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0gegen\u00fcber\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(cr(p)) somit: 0&lt;cr(p)&lt;1.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Genau hier wird nun ein zentraler Unterschied zu jener Haltung sichtbar, die wir \u201eOptimismus\u201c nennen. Auch Optimismus gegen\u00fcber einem Sachverhalt, so meine These, ist eine Einstellung unter epistemischer Unsicherheit. Wie die Hoffnung beinhaltet auch sie erstens (i) den Wunsch, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt (oder eingetreten ist): Wir sind nicht optimistisch im Hinblick auf Dinge, von denen wir w\u00fcnschen, sie m\u00f6gen ausbleiben. Zweitens (ii) beinhaltet Optimismus auch einen gradierten Glauben mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung daf\u00fcr, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt (oder eingetreten ist). Anders als bei der Hoffnung aber ist man bzgl. eines Sachverhalts\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0nur dann optimistisch, wenn man eher glaubt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt (oder eingetreten ist), als dass dies nicht der Fall ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der probabilistische Spielraum ist hier kleiner als bei Hoffnung. Abk\u00fcrzend k\u00f6nnen wir dies auch ausdr\u00fccken, indem wir sagen, dass die Haltung des Optimismus einen \u201epositiven Glauben\u201c an das Erw\u00fcnschte involviert. Ich kann auf der Bergtour hoffen, das Tal noch vor dem Gewitter zu erreichen, auch wenn ich dies f\u00fcr unwahrscheinlich halte; optimistisch dagegen, das Tal noch rechtzeitig zu erreichen, bin ich nur dann, wenn ich dies f\u00fcr wahrscheinlich halte. Da Optimismus gleichwohl keine maximale Sicherheit, sondern auch Zweifel daran beinhaltet, dass der betreffende Sachverhalt eintritt, bleibt die f\u00fcr ihn konstitutive Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung indessen ebenfalls unter 1. F\u00fcr die f\u00fcr Optimismus konstitutive\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0gilt somit 0,5&lt;cr(p)&lt;1.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Da die Summe der Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr einen Sachverhalt\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0und sein Komplement non-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a01 betr\u00e4gt, gilt f\u00fcr eine rationales Subjekt, wenn es eine\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0gr\u00f6\u00dfer als 0,5 f\u00fcr\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0hat, dass seine\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0f\u00fcr non-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0kleiner als 0,5 ist (cr(p)&gt;0,5 und cr(~p)&lt;0,5). Entsprechend k\u00f6nnen wir die Haltung des Optimismus in einem ersten Schritt auch wie folgt charakterisieren:<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">Optimismus: S ist optimistisch bzgl. des Eintretens von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0nur dann, wenn<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(i) S w\u00fcnscht, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(volitive Bedingung), und<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(ii) es f\u00fcr wahrscheinlicher h\u00e4lt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, als dass nicht-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(doxastische Bedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Halten wir es beispielsweise nur im Grade 0,1 (oder in einem Grad, der einem Intervall entspricht, dessen oberer Grenzwert &lt;0,5 ist) f\u00fcr wahrscheinlich, dass morgen die Sonne scheinen wird, dann sind wir nicht optimistisch, sondern pessimistisch bzgl. dieses Sachverhalts, und je n\u00e4her wir an 0 r\u00fccken, desto pessimistischer werden wir. Wenn wir einen Sachverhalt \u201eeher optimistisch (als pessimistisch)\u201c beurteilen, dann liegt die Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung \u00fcber 0,5, aber noch nicht nahe an 1; ist man \u201eziemlich optimistisch\u201c, dann liegt sie n\u00e4her an 1; sind wir \u201esehr optimistisch\u201c, dann liegt sie nahe an 1. Man beachte wieder, dass all dies nicht besagen soll, dass sich allt\u00e4gliche Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzungen oder Haltungen, die wir als optimistisch oder pessimistisch beschreiben, stets in exakten numerischen Werten ausdr\u00fccken lassen, sondern dass es sich um ein Modell handelt, mit dem wir Haltungen wie Optimismus (oder Zuversicht) und Hoffnung f\u00fcr rationale Akteure repr\u00e4sentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aus diesen \u00dcberlegungen ergibt sich nun zun\u00e4chst die folgende Aufl\u00f6sung der scheinbar paradoxen Rede vom Hoffen (oder der Hoffnung) wider die Hoffnung. Das erste Vorkommnis des Begriffs, so meine These, legt die orthodoxe Analyse oder Standardauffassung zugrunde, der zufolge Hoffnung bzw. Hoffen keinen positiven Glauben an den erhofften Sachverhalt erfordert, d. h. keinen Glauben, der dem Sachverhalt eine Wahrscheinlichkeit gr\u00f6\u00dfer als 0,5 zuschreibt. Beim zweiten Vorkommnis indessen, in der Phrase \u201ewider die Hoffnung\u201c, ist nicht von Hoffnung im \u201eorthodoxen\u201c Sinne die Rede. Vielmehr wird \u201eHoffnung\u201c hier, aus rhetorischen Gr\u00fcnden, f\u00fcr jene Haltung verwendet, die ich als Optimismus beschrieben habe, und damit f\u00fcr eine Haltung,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">die<\/span>\u00a0dem erw\u00fcnschten Sachverhalt eine Wahrscheinlichkeit &gt;0,5 zuschreibt. \u201eWider die Hoffnung\u201c hei\u00dft hier: \u201ewider das, was wir optimistischerweise erwarten k\u00f6nnen\u201c oder \u201egegen etwas, bei dem wir eine Haltung von Optimismus einnehmen\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Obwohl dies nicht der orthodoxen Verwendung entspricht, verwenden wir den Begriff der Hoffnung bisweilen in diesem, eigentlich Optimismus denotierenden Sinne. Denken wir beispielsweise an die Not\u00e4rztin oder den Rettungssanit\u00e4ter, die einen Patienten behandeln, von dem sie wissen, dass die Chancen, ihn zu retten, gering sind. Sie m\u00f6gen ihr Handeln mit den Worten (oder Gedanken) kommentieren: \u201eIch habe wenig Hoffnung, aber wir versuchen es!\u201c, \u201eAuch wenn es gegen alle Hoffnung ist, wir tun unser Bestes!\u201c Die Sprecher w\u00fcrden damit etwas Verst\u00e4ndliches und Sinnvolles \u00e4u\u00dfern, jedoch\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">nicht<\/span>\u00a0zum Ausdruck bringen, dass sie gegen ihren Wunsch handeln, der Patient m\u00f6ge \u00fcberleben. Diesen Wunsch (so darf man im Normalfall unterstellen) haben sie. Da sie es nicht f\u00fcr v\u00f6llig ausgeschlossen halten, dass er \u00fcberlebt, erf\u00fcllen sie auch die doxastische Komponente von Hoffnung im klassischen Sinn. Was sie sagen und durch ihre Handlungen zeigen, ist somit dieses: Auch wenn sie w\u00fcnschen und sehr wohl im klassischen, orthodoxen Sinne hoffen, dass der Patient \u00fcberlebt, halten sie dies f\u00fcr unwahrscheinlich und sind in dieser Frage somit eher pessimistisch als optimistisch.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man beachte, dass dieser Analyse zufolge sich die Haltungen der Hoffnung und des Optimismus keineswegs ausschlie\u00dfen. Denn in der probabilistischen Bandbreite von Hoffnung (mit einer\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a00&lt;cr(p)&lt;1) ist die von Optimismus (mit einer\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a00,5&lt;cr(p)&lt;1) enthalten. Dieses Ergebnis ist erw\u00fcnscht und von unserer Alltagssprache gedeckt. Wir sagen (z. B. am Tag vor der Gipfelbesteigung): \u201eIch hoffe, dass morgen gutes Wetter sein wird \u2013 und bin auch optimistisch, dass es so sein wird!\u201c Wir tr\u00f6sten den Kranken mit Worten wie: \u201eIch hoffe, dass Du es bald \u00fcberstanden haben wirst, und bin auch optimistisch, dass es so sein wird!\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Solche Aussagen w\u00e4ren pleonastisch, weil die zweite Teilaussage der ersten nichts hinzuf\u00fcgen w\u00fcrde, wenn nicht Optimismus eine andere, h\u00f6here\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0fordern w\u00fcrde als Hoffnung. Zugelassen sind somit auch, was man (in gr\u00f6\u00dferem oder geringerem Ma\u00dfe) \u201eoptimistische Hoffnungen\u201c nennen kann: Liegt die doxastische Komponente im Bereich des \u201epositiven\u201c Glaubens, d. h., ist die involvierte\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credence<\/span>\u00a0cr(p)&gt;0,5, dann ist die Hoffnung optimistisch. Entscheidend ist, dass eine Haltung jedoch nicht optimistisch sein\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">muss<\/span>, um eine Hoffnung zu sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Als Zwischenergebnis halten wir fest, dass sich aufgrund dieser Eigenschaften von Hoffnung das scheinbare \u00adParadox in Paulus und Guardinis Rede vom \u201eHoffen wider die Hoffnung\u201c aufl\u00f6st. Trotz des \u201everst\u00f6rten\u201c Einhegens von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Optimismus<\/span>\u00a0auf dem Boden der Tatsachen, meint Guardini, d\u00fcrfen wir, auch und gerade in Krisenzeiten, hoffen (auf \u201edas Gute\u201c, die Bew\u00e4ltigung der Krisen, usw.). Denn Hoffnung ist nicht Optimismus. Abraham mag nicht optimistisch gewesen sein, dass er als Hundertj\u00e4hriger noch Kinder mit seiner neunzigj\u00e4hrigen Frau Sara bekommen w\u00fcrde; aber er hoffte es, aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz. Guardini mag nicht optimistisch gewesen sein, dass es gelingen w\u00fcrde, die Welt langfristig weiterhin so \u201ezu bebauen und zu bewahren\u201c, dass sie ein (auch und besonders im Sinne christlicher Werte) lebenswerter Ort f\u00fcr kommende Generationen sein w\u00fcrde. Aber er hoffte es, aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz. Denn Hoffnung ist probabilistisch toleranter als Optimismus. Guardinis Empfehlung \u2013 ausgesprochen unter dem Eindruck von \u201eZeitenwenden\u201c\u00a0\u2013 l\u00e4sst sich paraphrasieren mit den Worten: \u201eLasst uns hoffen, auch wenn es kaum gute Gr\u00fcnde gibt, optimistisch zu sein.\u201c Ob Hoffnung, wie das Sprichwort sagt, stets zuletzt stirbt, sei dahingestellt. Doch wenn meine Analyse richtig ist, dann stirbt sie jedenfalls deutlich sp\u00e4ter als Optimismus.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Eine Drei-Faktor-Analyse und Hoffnung als Handlungsgrund<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Kehren wir vor diesem Hintergrund zur\u00fcck zu den skizzierten Hoffnungskritiken. Inwieweit sind sie angebracht? Ist Hoffnung ein \u00dcbel, weil sie zu Passivit\u00e4t, Flucht aus der Gegenwart und dem Abschieben von Verantwortung auf andere verleitet? Tats\u00e4chlich, so behaupte ich, liegen die Dinge anders. Nicht nur behindert Hoffnung unser Handeln nicht; entgegen den Unkenrufen vieler Hoffnungskritiker sind zumindest bestimmte Hoffnungen wichtige Triebfedern des Handelns. Obwohl einige Hoffnungsapologeten dies entgegen dem Passivit\u00e4tseinwand bisweilen geltend machen, fehlt bei ihnen meist eine ausf\u00fchrlichere Auseinandersetzung mit besagter Hoffnungskritik. Dies ist jedoch eine wichtige Frage, wenn man Hoffnung verstehen will: Was motiviert die Kritiker zu ihrem Passivit\u00e4tseinwand? Im vorliegenden Abschnitt schlage ich eine Diagnose vor. Diese erfordert einige weitere Differenzierungen. Werfen wir dazu einleitend wieder einen Blick auf Guardinis Haltung zum Thema, die bei ihm zwar eher implizit durchscheint, sich bei genauerem Hinsehen jedoch relativ klar aus seinen theologisch inspirierten Andeutungen erschlie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch Guardini lehnt den Passivit\u00e4tseinwand ab. Im obigen Zitat etwa verweist er auf das Potenzial von Hoffnung, Neues zu schaffen. Die \u201esittliche Aufgabe\u201c, so haben wir ferner geh\u00f6rt, bestehe darin, (\u201eaus der Kraft der Erl\u00f6sung heraus\u201c) nicht nur in der Welt seine Plicht zu tun, sondern \u201edie Welt in die Verantwortung zu nehmen\u201c. Auch diese Stelle ist zun\u00e4chst einigerma\u00dfen dunkel. Man nimmt jemanden oder etwas f\u00fcr etwas in die Verantwortung, was \u00fcblicherweise bedeutet, dem Verantwortungssubjekt bestimmte Sachverhalte oder Ereignisse moralisch zuzurechnen, es f\u00fcr die Konsequenzen in die Pflicht zu nehmen, usw. Wie aber kann man \u201edie Welt\u201c in diesem Sinne in die Verantwortung nehmen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sinnvoll erscheint hier meines Erachtens die folgende, sprachlich zun\u00e4chst weniger nahe liegende, jedoch inhaltlich verst\u00e4ndlichere Deutung: Guardinis Mahnung kann gelesen werden als die Aufforderung, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern Verantwortung zu<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0\u00fcber<\/span>nehmen, auch f\u00fcr Dinge, die \u00fcber den unmittelbaren Bereich unserer privaten Lebenswelt hinausgehen. So gelesen, sieht Guardini die \u201esittliche Aufgabe\u201c darin, auch und gerade in Krisenzeiten \u201edie Welt\u201c in den eigenen Verantwortungsbereich mit\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">auf<\/span>zunehmen und handelnd in den Gang der Dinge einzugreifen. Mit \u201eWelt\u201c d\u00fcrfte er sich dabei auf Ereignisse und Zust\u00e4nde z. B. politischer und sozialer Art beziehen; doch hier\u00fcber weiter zu spekulieren, er\u00fcbrigt sich im vorliegenden Kontext. Klar zu sein scheint, dass Guardini, so verstanden, mit seinem Appell, hoffend aktiv zu werden und Neues zu schaffen, dem allgemeinen Passivit\u00e4tseinwand widerspricht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini bel\u00e4sst es bei diesen Andeutungen, ohne sie n\u00e4her zu begr\u00fcnden und auch ohne zu erkl\u00e4ren, warum Hoffnungskritiker mit dem Passivit\u00e4tseinwand falsch liegen. Diese Frage gilt es nun zu kl\u00e4ren. Genau wo liegen jene Hoffnungskritiker, die Hoffnung aufgrund des Passivit\u00e4tseinwands ablehnen, falsch, wenn sie denn falsch liegen, und was k\u00f6nnte sie zu ihrer Fehleinsch\u00e4tzung verleitet haben?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Standardanalyse zufolge muss der Zustand der Hoffnung eine volitive und eine doxastische Bedingung erf\u00fcllen. Wie erw\u00e4hnt, oszillieren die Hinweise in der Literatur auf die Standardtheorie oder die orthodoxe Analyse zwischen Deutungen, die diese Bedingungen als blo\u00df notwendige rekonstruieren (z. B. Chignell 2023), und solchen, die sie als notwendige und hinreichende Bedingungen pr\u00e4sentieren (z. B. Downie 1963, Day 1969, Meirav 2009). Ich hatte die Bedingungen zun\u00e4chst als notwendige<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0<\/span>interpretiert. Sind sie wom\u00f6glich zusammen auch hinreichend?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gegen diese Auffassung spricht verschiedenes. Das folgende Gegenbeispiel von Bovens (1999), entnommen aus dem Film\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">The Shawshank Redemption<\/span>, ist in der Literatur in den letzten Jahrzehnten immer wieder diskutiert worden: Zwei Gefangene, Andy und Red, w\u00fcnschen sich, zu entkommen, und sch\u00e4tzen auch die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr, dass dies gelingen k\u00f6nnte, ann\u00e4hernd gleich ein; doch der eine hofft, w\u00e4hrend der andere verzweifelt. Ein anderes Beispiel stammt von Adrienne Martin (2013): Zwei schwer kranke Patienten, Bess und Alan, nehmen an einem Testprogramm f\u00fcr ein neues Medikament teil, von dem ihnen mitgeteilt wird, dass die Wirkungschance bei 1 % liegt. Beide glauben dieser medizinisch gut begr\u00fcndeten Prognose, und beide w\u00fcnschen sich, die Krankheit mit Hilfe der Medikamentierung erfolgreich zu bek\u00e4mpfen. Alan aber bleibt verzweifelt; Bess dagegen hofft. W\u00e4ren die volitive und die doxastische Komponente nicht nur notwendige, sondern zusammen auch bereits hinreichende Bedingungen f\u00fcr Hoffnung, dann w\u00fcrden beide hoffen (denn\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ex hypothesi<\/span>\u00a0haben sie die gleichen W\u00fcnsche bzgl. ihrer Krankheit und teilen dieselbe probabilistische Prognose). Doch nur Bess hofft, w\u00e4hrend Alan verzweifelt. Da sich Hoffnung und Verzweiflung ausschlie\u00dfen, so das Argument, zeigen solche Beispiele, dass Hoffnung nicht einfach eine Kombination aus Wunsch und \u00dcberzeugung ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Beobachtung hat zahlreiche Reaktionen provoziert, von denen ich an dieser Stelle eine besonders einflussreiche aufgreife, die f\u00fcr die vorliegende Fragestellung von zentraler Bedeutung ist. Die Hoffnung, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, geht neben (i) dem Wunsch und (ii) dem F\u00fcr-m\u00f6glich-aber-nicht-sicher-Halten, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, wesentlich auch (iii) mit dem Bewusstsein einher, dass die Realisierung des Gew\u00fcnschten die eigenen M\u00f6glichkeiten \u00fcbersteigt und von einem als \u201egut\u201c oder kooperativ angesehenen \u201eexternen Faktor\u201c abh\u00e4ngt. Andernfalls m\u00fcssten wir in den relevanten Situationen nicht hoffen, sondern k\u00f6nnten erwarten, planen, uns fest darauf einstellen, dass das Erw\u00fcnschte eintritt, wenn wir nur selbst die richtigen Schritte einleiten. Claudia Bl\u00f6ser (2022) spricht in diesem Zusammenhang vom Bewusstsein von etwas \u201eUnverf\u00fcgbarem\u201c, Victoria McGeer von einer \u201ebegrenzten Handlungsf\u00e4higkeit\u201c in Bezug auf das Erw\u00fcnschte (<span class=\"Minion-Italic\">limits to our agential powers,<\/span>\u00a02008, S. 245). An anderer Stelle schreibt sie:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eWe hope for something that could not be in any way affected by our efforts to bring it about\u201d (McGeer 2004, S. 103).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zentral ist dieser Aspekt insbesondere auch f\u00fcr religi\u00f6se, speziell auch die christliche Hoffnung auf Erl\u00f6sung und Vers\u00f6hnung. Josef Pieper (1997\/1935) etwa verweist in diesem Zusammenhang auf das \u201eGeschenk der Hoffnung\u201c als einer christlichen Tugend, die Demut beinhalte und das Bewusstsein, Kreatur zu sein. Zur Hoffnung geh\u00f6re das Bewusstsein, das \u201eEntscheidende auf keine Weise selber tun\u201c zu k\u00f6nnen. Sehr einflussreich in der neueren philosophischen Diskussion ist die Analyse Ariel Meiravs (2009), der in kritischer Auseinandersetzung mit der Standardanalyse argumentiert, dass Hoffnung keineswegs beliebige W\u00fcnsche, sondern nur solche W\u00fcnsche involviere, die die Annahme eines als positiv betrachteten \u201eexternen Faktors\u201c voraussetzen, dem man zutraue, den Gang der Dinge positiv zu beeinflussen:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eWhen I hope for a prospect, I desire it while viewing it as beyond the reach of my causal or epistemic powers. \u2026 If I say I hope, I imply such inability\u201d (Meirav 2009, 228).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eWhat does determine [whether one hopes for or despairs of a prospect] (in combination with desire and probability assignment) is one\u2019s attitude to a relevant external factor: If one views the external factor as good, then one hopes for the prospect. If one views it as not good, then one despairs of it\u201d (Meirav 2009, 230).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Andere Autoren haben in diesem Zusammenhang auch auf die \u201epositive Ph\u00e4nomenologie\u201c der Hoffnung hingewiesen (Kwong 2022, S. 313).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Jener \u201eexterne Faktor\u201c kann unterschiedlicher Natur sein und vom Hoffnungssubjekt unterschiedlich repr\u00e4sentiert werden. Als Beispiele nennt Meirav andere Personen oder Gruppen von Personen, Institutionen, \u201edas Schicksal\u201c oder Entit\u00e4ten, die in supranaturaler oder religi\u00f6ser Weise konzeptualisiert werden (ibid.). Hinzuzuf\u00fcgen w\u00e4re, dass auch Kombinationen aus verschiedenen solcher Faktoren zur Erf\u00fcllung von Erw\u00fcnschtem n\u00f6tig sein k\u00f6nnen. Die erhoffte Genesung einer Patientin mag von guten \u00c4rztinnen, guten Pflegern usw., aber auch vom Zufall abh\u00e4ngen. Zu beachten ist ferner, dass nicht alles, was dem Hoffnungssubjekt im umgangsprachlichen Sinne \u201eextern\u201c ist, au\u00dferhalb seiner Kontrolle liegen muss. Die Genehmigung meines Forschungsprojekts h\u00e4ngt von externen Faktoren wie insbesondere der Zustimmung anderer Personen ab, doch wenn ich diese durch Bestechung erreichen k\u00f6nnte, dann handelte es sich zwar um externe Faktoren, aber nicht um welche, die au\u00dferhalb meiner kausalen Kontrolle liegen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese \u00dcberlegungen legen zun\u00e4chst die folgende, erweiterte Charakterisierung von Hoffnung nahe. Ich nenne sie die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Drei-Faktor-Analyse<\/span>:<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">Hoffnung*: S hofft nur dann, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, wenn<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\"><span class=\"Minion-Italic CharOverride-61\">(i)\u00a0<\/span><span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u00a0w\u00fcnscht, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(volitive Bedingung),<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(ii) es f\u00fcr m\u00f6glich, aber nicht sicher h\u00e4lt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(doxastische Bedingung), und<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(iii) glaubt, dass, falls\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt, dies von kooperativen externen Faktoren abh\u00e4ngt, die au\u00dferhalb von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u2019s Kontrolle liegen (Kooperationsbedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Rede von \u201ekooperieren\u201c ist dabei in einem weiten Sinne so zu verstehen, dass sie nicht voraussetzt, dass es sich um intentionale Kooperation seitens anderer Personen handelt. Auch der nat\u00fcrliche Verlauf der Dinge, die Welt, \u201edas Schicksal\u201c usw. k\u00f6nnen in diesem Sinne mit dem hoffenden Subjekt \u201ekooperieren\u201c, wenn sie die Realisierung des Erhofften bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Analyse erlaubt nun eine plausible Erkl\u00e4rung des Passivit\u00e4tseinwands: Seine Vertreter st\u00fctzen sich offenbar auf Bedingung (iii), die These des externen Faktors. Hoffnung, so meinen die Kritiker, h\u00e4lt uns deshalb davon ab, \u201eselbst zu agieren\u201c, weil sie die Umsetzung des Erw\u00fcnschten notgedrungen in fremde H\u00e4nde legt. Andernfalls w\u00e4re es keine Hoffnung. Hoffende m\u00fcssen \u2013 aus begrifflichen Gr\u00fcnden \u2013 das Erhoffte aus dem eigenen Verantwortungsbereich auslagern, womit nur das bange Abwarten bleibt, ob die relevanten externen Faktoren sich tats\u00e4chlich \u00adkooperativ zeigen und die Zukunft das Erhoffte bringen wird oder nicht. Auf diese Weise bleibt Hoffenden nichts anderes \u00fcbrig als sich auf andere Kr\u00e4fte statt auf sich selbst zu verlassen und ihre Gedanken, mit Seneca gesprochen, \u201ein die Ferne schweifen zu lassen\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei genauerem Hinsehen wird jedoch schnell klar, dass dieser Einwand auf einem eklatanten Missverst\u00e4ndnis der Rolle des externen Faktors beruht, der zur Realisierung von Hoffnungen erforderlich ist. Tats\u00e4chlich ist die obige Formulierung der Bedingung (iii) an einer entscheidenden Stelle unscharf und potenziell missverst\u00e4ndlich, und es ist zu vermuten, dass genau dieses Missverst\u00e4ndnis Hoffnungskritiker zu ihrem verfehlten Passivit\u00e4tseinwand verleitet. Bedingung (iii) besagt in der vorliegenden Formulierung, dass das Eintreten von Erhofftem von kooperierenden externen Faktoren abh\u00e4ngt. Das l\u00e4sst jedoch offen, ob der Erfolg stets\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ausschlie\u00dflich<\/span>\u00a0oder generell lediglich\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">auch<\/span>\u00a0von solchen Faktoren abh\u00e4ngt. Hoffnungskritiker der beschriebenen Couleur optieren f\u00fcr die erstgenannte Lesart. Doch genau damit liegen sie falsch. Denn zumindest in vielen F\u00e4llen setzt Hoffnung auch den Glauben und das Wissen darum voraus, dass \u2013 neben \u201ekooperierenden externen Faktoren\u201c \u2013 eigene Handlungen notwendig sind, um das Erhoffte zu erreichen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese These l\u00e4sst sich durch einfache Beispiele illustrieren. Wenn Erwin Lindemann darauf hofft, mindestens einmal im Leben einen gr\u00f6\u00dferen Lottogewinn zu machen, dann wei\u00df er zwar, dass es insofern au\u00dferhalb seiner Macht liegt, dies zu bewerkstelligen, als er durch nichts, was er tut, einen solchen Gewinn\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">sicherstellen<\/span>\u00a0kann. Gleichwohl wei\u00df er auch, dass er\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">nur<\/span>\u00a0dann gewinnen kann, wenn er selbst bestimmte Dinge tut. Er muss z. B. ein Lotterie-Ticket kaufen, es bei der Ziehung der Gewinnzahlen mit diesen abgleichen, usw. Auch wenn all dies nicht garantiert, dass er gewinnt, sondern andere Faktoren mitspielen m\u00fcssen, und auch wenn die Chancen trotz Ticketerwerbs minimal bleiben, wird Erwin sicher nicht gewinnen,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ohne<\/span>\u00a0ein Ticket zu kaufen. Oder angenommen, mit einem Beispiel Meiravs illustriert, es liegt eine schwere Pr\u00fcfung vor mir. Ich wei\u00df, dass die mir zur Verf\u00fcgung stehende Vorbereitungszeit, gegeben meine physischen und intellektuellen Kapazit\u00e4ten, nicht ausreicht um sicherzustellen, dass ich die Pr\u00fcfung bestehen werde. Mein Erfolg wird teilweise von der Auswahl der Fragen, ggf. Ermessensspielr\u00e4umen der Pr\u00fcfer abh\u00e4ngen, usw. Aber eben nur teilweise. Ich wei\u00df auch, dass, wenn ich z. B. \u00fcberhaupt nicht zur Pr\u00fcfung erscheinen werde, ich sie sicher nicht bestehen werde. Die Liste der Beispiele lie\u00dfe sich beliebig verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meirav selbst betont diesen Punkt und sagt, dass eine Externe-Faktor-Analyse nicht bedeute, \u201ethat one takes oneself to lack all causal influence over the realization of the relevant prospect. In saying that I hope to succeed in the exam, I am only implying that even if I do my best, this will not guarantee success. I am not denying that my success will depend on my action\u201d (Meirav 2009, S. 229).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich auch Bl\u00f6ser:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie f\u00fcr Hoffnung charakteristische epistemische Unsicherheit kann dadurch erkl\u00e4rt werden, dass sie sich auf Zust\u00e4nde bezieht, die die hoffende Person f\u00fcr unverf\u00fcgbar, d. h. ihr Wissen und ihre Kontrolle \u00fcbersteigend, h\u00e4lt \u2026 Im Fall des Examens hoffen wir auf das Bestehen, gerade weil wir die Auswahl der Pr\u00fcfungsfragen nicht kontrollieren k\u00f6nnen. Genau genommen \u2026 k\u00f6nnen wir \u2026 sagen, dass wir auf etwas hoffen, das wir teilweise unter Kontrolle haben \u2013 n\u00e4mlich insofern es die eigene Kontrolle \u00fcbersteigt\u201c \u00ad<br \/>\n(Bl\u00f6ser 2022, S. 30f.).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein Problem dieser Hinweise ist indessen, dass sie eine verfehlte Verallgemeinerung in der anderen Richtung nahelegen. Bl\u00f6sers Formulierung liest sich so, als ob Hoffnung sich\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">stets<\/span>\u00a0auf etwas beziehe, dessen Eintreten wir wenigstens zum Teil kontrollieren k\u00f6nnen. Doch das ist ebenfalls falsch. Richtig ist eine Fallunterscheidung zwischen solchen Hoffnungen, zu deren Realisierung wir teilweise beitragen k\u00f6nnen, und solchen, bei denen dies nicht der Fall ist. Wenn es auf der Hand l\u00e4ge, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">alle<\/span>\u00a0Arten von Hoffnung so geartet sind, dass das Subjekt ihre Realisierung bef\u00f6rdern kann, warum verfallen dann Hoffnungskritiker seit der Stoa auf den Passivit\u00e4tseinwand? Eine gute Theorie der Hoffnung ben\u00f6tigt an dieser Stelle auch eine Irrtumstheorie, die erkl\u00e4rt, warum Hoffnungskritiker den Passivit\u00e4tseinwand propagieren, und eine solche Theorie, so meine These, liefert die betreffende Fallunterscheidung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn Erwin auf den Lottogewinn hofft, dann gibt es,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">nachdem<\/span>\u00a0er das Los gekauft hat, (unter normalen Bedingungen) nichts, was er noch tun kann, um die Erf\u00fcllung seiner Hoffnung weiter zu bef\u00f6rdern. Und anders als im Falle der Hoffnung auf das Bestehen des Examens gibt es, wenn ich darauf hoffe, dass morgen hier die Sonne scheinen wird, (unter \u00fcblichen Bedingungen) nichts, was ich tun k\u00f6nnte, um die Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses zu erh\u00f6hen. Betrachten wir auch ein theologisches Beispiel: Der paulinisch-augustinischen Tradition zufolge gilt, dass Gl\u00e4ubige, wenn sie auf Erl\u00f6sung hoffen, selbst nichts tun k\u00f6nnen, um das Heil zu erlangen, sondern dass dies allein von der Gnade Gottes abh\u00e4ngt. Gerade deshalb, so wird betont, muss das pers\u00f6nliche Heil notwendigerweise Gegenstand von Hoffnung sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Betrachtungen legen die folgende Irrtumstheorie nahe: Der Passivit\u00e4tseinwand n\u00e4hrt sich von der Fokussierung auf Beispiele der letztgenannten Art, verliert dabei jedoch andere F\u00e4lle von Hoffnung, wie die zuvor beschriebenen, aus dem Auge. Der Kritiker begeht damit den Fehlschluss der vorschnellen Verallgemeinerung. Mit einem Topos Wittgensteins gesprochen: Protagonisten des Passivit\u00e4tseinwands unterziehen sich offenbar einseitiger Beispieldi\u00e4t. Zugestanden,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">es gibt<\/span>\u00a0F\u00e4lle von Hoffnung, in denen das Subjekt selbst wenig oder gar nichts tun kann, um das Erhoffte zu erreichen. Aber es gibt viele andere F\u00e4lle, in denen Hoffnung sehr wohl eigenes Handeln sinnvoll oder gar notwendig macht, um das Erhoffte zu erreichen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Angesichts dieser Beobachtungen gilt es, die obige Formulierung in Bedingung (iii) nachzusch\u00e4rfen. Richtig ist, dass die Realisierung von Erhofftem\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">immer auch<\/span>, aber eben nicht\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">immer nur<\/span>\u00a0von externen Faktoren abh\u00e4ngt. Die folgende, verbesserte Charakterisierung der in dieser Hinsicht zun\u00e4chst unscharfen Formulierung von Bedingung (iii) in\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Hoffnung*<\/span>\u00a0macht dies klar:<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">Hoffnung**: S hofft nur dann, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, wenn<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\"><span class=\"Minion-Italic CharOverride-61\">(i)\u00a0<\/span><span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u00a0w\u00fcnscht, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(volitive Bedingung),<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(ii) es f\u00fcr m\u00f6glich, aber nicht sicher h\u00e4lt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(doxastische Bedingung), und<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\"><a id=\"_idTextAnchor004\"><\/a>(iii) glaubt, dass, falls\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt, dies\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">zumindest auch<\/span>\u00a0von kooperativen externen Faktoren abh\u00e4ngt, die au\u00dferhalb von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u2019s Kontrolle liegen (Kooperationsbedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eZumindest auch\u201c hei\u00dft hier: entweder\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">g\u00e4nzlich<\/span>\u00a0oder aber nur\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">teilweise.<\/span>\u00a0Diese Formulierung deckt die verschiedenartigen Beispiele ab, aber postuliert nicht f\u00e4lschlicherweise, dass die Erf\u00fcllung von Hoffnung immer\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ausschlie\u00dflich<\/span>\u00a0von anderen Kr\u00e4ften oder M\u00e4chten abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man beachte, dass Bedingung (iii) in der vorliegenden Fassung auch f\u00fcr Optimismus gilt. Auch wer optimistisch ist, w\u00fcnscht sich etwas, von dem er glaubt, es nicht allein aus eigener Kraft erreichen zu k\u00f6nnen. Wenn ich optimistisch \u2013 und damit nur zuversichtlich, aber nicht sicher \u2013 bin, das Examen zu bestehen, dann glaube ich, dass dies mindestens zum Teil von Faktoren abh\u00e4ngt, die ich nicht kontrollieren kann. Wir k\u00f6nnen somit Bedingung (iii) auch zu unserer Charakterisierung von Optimismus hinzuzuf\u00fcgen:<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">Optimismus*: S ist optimistisch bzgl. des Eintretens von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0nur dann, wenn<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(i) S w\u00fcnscht, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(volitive Bedingung), und<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(ii) es f\u00fcr wahrscheinlicher h\u00e4lt, dass\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>, als dass nicht-<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0(doxastische Bedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-43\">(iii) glaubt, dass, falls\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt, dies zumindest auch von kooperativen externen Faktoren abh\u00e4ngt, die au\u00dferhalb von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u2019s Kontrolle liegen (Kooperationsbedingung).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Unterschied zu Hoffnung liegt dabei nicht in Bedingung (iii) und auch nicht in Bedingung (i), sondern nach wie vor in (ii).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weitere Differenzierungen dr\u00e4ngen sich auf, die ich hier aus Raumgr\u00fcnden jedoch nur noch skizzieren kann. Bei einigen Hoffnungen (wie im Falle der Hoffnung auf den Lotteriegewinn) sind eigene Handlungen (wie das Kaufen des Loses) zwar notwendige Bedingungen daf\u00fcr, dass die Hoffnung erf\u00fcllt wird; aber sie machen diese Erf\u00fcllung, die in h\u00f6chstem Ma\u00dfe unwahrscheinlich bleibt, nur minimal wahrscheinlicher. In anderen F\u00e4llen (wie etwa der guten Vorbereitung auf das Examen) mag das eigene Handeln die Realisierung des Erhofften wahrscheinlicher machen als das Gegenteil: Es mag diese Wahrscheinlichkeit \u00fcber die 50%-Grenze oder sogar einen h\u00f6heren Schwellenwert schieben. In vielen F\u00e4llen wird die Erfolgswahrscheinlichkeit auch gesteigert, indem man handelnd auf besagten \u201eexternen Faktor\u201c Einfluss nimmt, selbst wenn dieser sich der vollst\u00e4ndigen Kontrolle entzieht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wichtig ist schlie\u00dflich auch, dass das Haben von Hoffnungen auch zu Handeln inspirieren kann, das keinen oder keinen unmittelbaren Einfluss auf die Realisierung des Erhofften hat, wohl aber auf andere Momente im psychischen Gesamtprofil des oder der Hoffenden. In wichtigen Dingen zu hoffen statt zu verzweifeln, kann z. B. insgesamt zu einem positiveren Lebensgef\u00fchl beitragen und damit helfen, sich insgesamt nicht passiv-resignativ, sondern aktiv und lebenszugewandt zu verhalten.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Quintessenz<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die vorliegenden \u00dcberlegungen \u00fcber Hoffnung haben interpretative, begriffsanalytische und diagnostische Aspekte. Diagnostisch sind sie bzgl. eines verbreiteten, aber laut meiner These verfehlten Einwands gegen die Hoffnung. Ich habe ihn den \u201ePassivit\u00e4tseinwand\u201c genannt und im Blick auf verschiedene Autoren unterschiedlicher, teils bis in die Antike zur\u00fcckreichender Traditionen so gedeutet, dass er im Kern die Hoffnung verd\u00e4chtigt, ihre Tr\u00e4ger zu Fatalismus und Passivit\u00e4t zu verleiten und keine Verantwortung f\u00fcr das Hier und Jetzt zu \u00fcbernehmen. Ich habe zun\u00e4chst einen wichtigen Unterschied zwischen Hoffnung und Optimismus erl\u00e4utert und vor dieser Folie Guardinis in Anspielung an Paulus vorgetragenes, scheinbar paradoxes Diktum vom\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Hoffen wider die Hoffnung<\/span>\u00a0diskutiert (dies war der interpretative Teil). Die Paradoxie verschwindet, wenn man Guardinis Aufforderung so liest, dass sie Hoffen oder Hoffnung auch angesichts von (zu Recht) fehlendem Optimismus empfiehlt, und sich klar macht, dass der probabilistische Spielraum von Hoffnung gr\u00f6\u00dfer ist als der von Optimismus. Genau deshalb kann Hoffnung auch und gerade dann angebracht sein, wenn Optimismus schwindet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zur Hoffnung auf etwas geh\u00f6rt aber au\u00dfer dem Wunsch und dem F\u00fcr-m\u00f6glich-aber-nicht-sicher-Halten, dass es eintritt (oder eingetreten ist), auch das Bewusstsein oder die \u00dcberzeugung, dass sein Eintreten von \u201eexternen Faktoren\u201c abh\u00e4ngt, die jenseits der eigenen Kontrolle liegen (soweit die vorgeschlagenen Begriffsanalyse). Dies legt eine Diagnose des Passivit\u00e4tseinwands nahe, nach der seine Vertreter \u2013 verleitet durch einseitige Beispieldi\u00e4t \u2013 einen Fehlschluss der vorschnellen Verallgemeinerung begehen. Eine einfache, aber entscheidende Differenzierung, die ich in diesem Kontext vorschlage und die im Streit um die Natur und psychologische Rolle von Hoffnung bis auf wenige Ausnahmen (McGeer 2004, 2008) \u00fcbergangen wurde, ist die zwischen Hoffnungen, deren Erf\u00fcllung sich unserem Zutun g\u00e4nzlich entzieht, und Hoffnungen, deren Erf\u00fcllung zwar nicht allein von uns abh\u00e4ngt, von denen wir aber berechtigterweise glauben oder sogar wissen, dass wir \u2013 in gr\u00f6\u00dferem oder geringerem Ma\u00dfe \u2013 zu ihrer Realisierung beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zumindest solche Hoffnungen machen nicht passiv, sondern wirken im Gegenteil typischerweise handlungsmotivierend. Was also verleitet Verfechter des Passivit\u00e4tseinwands zu ihrem Fehlschluss? Ich schlage eine Irrtumstheorie vor, der zufolge sie die Rolle jenes externen Faktors durch einseitige Fokussierung auf bestimmte Typen von Hoffnung f\u00e4lschlich als\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">exklusive<\/span>\u00a0Determinante der Realisierung des Erhofften ansehen. Insgesamt schlage ich sowohl f\u00fcr Hoffnung als auch f\u00fcr Optimismus eine Dreifaktor-Analyse vor, der zufolge f\u00fcr beide Haltungen W\u00fcnsche, bestimmte Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzungen und das Bewusstsein der Abh\u00e4ngigkeit des Erhofften von einem externen Faktor konstitutiv sind. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden liegt in der Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Damit sind einige Aspekte von Hoffnung gekl\u00e4rt und eine Reihe von Fragen beantwortet. Andere Fragen dr\u00e4ngen sich auf, k\u00f6nnen hier jedoch aus Raumgr\u00fcnden nur noch angeschnitten werden. Eine wichtige lautet, ob die vorgeschlagene Liste der notwendigen Bedingungen f\u00fcr Hoffnung vollst\u00e4ndig ist und ob, wenn sie es ist, die genannten Bedingungen zusammen auch hinreichend f\u00fcr Hoffnung sind. Es gibt gute Gr\u00fcnde, hier wenig optimistisch zu sein. Erinnern wir uns daran, dass Meirav und andere den \u201eguten externen Faktor\u201c ins Spiel gebracht hatten, um Hoffnung von Verzweiflung abzugrenzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei genauerem Hinsehen aber scheint sich zu zeigen, dass die in diesem Kontext vorgeschlagene Kooperationsbedingung (\u201eS glaubt, dass, falls\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">p<\/span>\u00a0eintritt, dies zumindest auch von kooperativen externen Faktoren abh\u00e4ngt, die au\u00dferhalb von\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">S<\/span>\u2019s Kontrolle liegen\u201c) auch f\u00fcr die Haltung der Verzweiflung gilt! Auch der verzweifelte Gefangene oder die verzweifelte Kranke hoffen, dass,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">falls<\/span>\u00a0die erhoffte Flucht oder die Genesung gelingen, dies von \u201eguten\u201c, \u201ekooperierenden\u201c Faktoren abh\u00e4ngt, die sie nicht kontrollieren k\u00f6nnen. Wenn es also richtig ist, dass Verzweiflung Hoffnung ausschlie\u00dft und dass sie neben dem Bewusstsein der Abh\u00e4ngigkeit von kooperativen externen Faktoren au\u00dferdem auch dieselben W\u00fcnsche und dieselben Wahrscheinlichkeitseinsch\u00e4tzungen wie eine entsprechende Hoffnung enthalten kann, dann sind die Bedingungen (i) bis (iii) zur Charakterisierung von Hoffnung zusammen nicht hinreichend. Sie grenzen Hoffnung nicht von Verzweiflung ab.<\/p>\n<p class=\"fliess\">An dieser Stelle bleiben mindestens zwei Optionen. Entweder wir setzen die Suche nach weiteren notwendigen Bedingungen fort, die zusammen mit den anderen auch hinreichend sein k\u00f6nnten, um Hoffnung von anderen Einstellungen abzugrenzen. Oder wir stellen in Frage, ob Verzweiflung tats\u00e4chlich in jedem Fall von Hoffnung verschieden ist. Wom\u00f6glich ist sie es nicht, entgegen einer weit verbreiteten These in der Hoffnungsliteratur. Unsere Alltagssprache jedenfalls legt \u00dcberschneidungen nahe: So reden wir etwa von \u201everzweifelten Hoffnungen\u201c und meinen damit offenbar Hoffnungen, die bedeutsam sind, doch bei denen wir ob der gleichzeitigen Unwahrscheinlichkeit ihrer Erf\u00fcllung verzweifeln. Solche Beobachtungen legen nahe, dass sich Hoffnung und Verzweiflung keineswegs ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Falls sich dies bei n\u00e4herer Betrachtung best\u00e4tigen sollte, b\u00f6te sich eine deutlich ver\u00e4nderte dialektische Situation als sie in gro\u00dfen Teilen der gegenw\u00e4rtigen philosophischen Hoffnungsliteratur vorausgesetzt wird. Wenn, wie ich argumentiert habe, Hoffnung sich auch mit Optimismus \u00fcberschneidet, dann lautet eine zentrale Frage nicht, wie sich Hoffnung von Verzweiflung, sondern vielmehr, wie sich verzweifelte von optimistischer Hoffnung abgrenzen l\u00e4sst. Ich bin optimistisch, dass das hier entwickelte Instrumentarium eine solche Abgrenzung erm\u00f6glicht, und hoffe, dies zu anderen Gelegenheiten ausf\u00fchrlicher diskutieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Warum schlug Pandora im letzten Moment den Deckel \u00fcber der Hoffnung zu, als die \u00dcbel unwiederbringlich aus dem Fass entwichen waren und unter den Menschen zu w\u00fcten begannen? Nietzsche meint, weil die Hoffnung das gr\u00f6\u00dfte aller \u00dcbel sei, Pandora ihren Fehler einsah und die Menschheit zumindest vor diesem einen \u00dcbel noch bewahren wollte. Ich habe argumentiert, dass Hoffnung kein \u00dcbel ist, weil sie das Potenzial hat, uns zum Handeln und zum Weitermachen zu motivieren, auch wenn Optimismus schwindet. Vielleicht glaubte Pandora, dass Hoffnung allein es drau\u00dfen mit den \u00dcbeln kaum aufnehmen k\u00f6nne, es aber auch nicht ohne sie gehe und wir daher gut daran tun, sie als Schatz im Hause menschlichen Seelenlebens zu sch\u00fctzen und zu hegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Introduction Turning point - this title of the Guardini Day 2023 to mark the 100th anniversary of Romano Guardini's inaugural lecture in Berlin is neutral in itself. Turning points can be for the better or for the worse or even towards something that is neither better nor worse, but only different from what currently exists. 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