{"id":95973,"date":"2024-11-26T15:07:08","date_gmt":"2024-11-26T14:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=95973"},"modified":"2024-12-04T09:51:16","modified_gmt":"2024-12-04T08:51:16","slug":"non-confundar-anton-bruckners-glaube","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/","title":{"rendered":"&#8222;Non confundar&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"char-style-override-4\">D<\/span>as kurze, musizierfreudige und schwungvolle\u00a0Magnificat\u00a0(WAB 24), das beim Referat eingangs eingespielt worden, erklang vermutlich erstmals am Mari\u00e4 Himmelfahrts-Tag des Jahres 1852 in St. Florian. Anton Bruckner, Schullehrer in der Schule des Marktes und provisorischer Organist im dortigen Augustinerchorherren-Stift, hatte es dem Regens chori Ignaz Traumihler gewidmet, der zwar einen ganz \u201ec\u00e4cilianischen\u201c, d.\u00a0h., an der asketischen Kirchenmusik-Reformbewegung des C\u00e4cilianismus orientierten Geschmack hatte, aber das Werk dennoch sehr gesch\u00e4tzt haben d\u00fcrfte, wie die wiederholten Auff\u00fchrungen bezeugen.<\/p>\n<h3>I.<\/h3>\n<p>In deutlichem Kontrast zur freudigen Haltung der Komposition steht Bruckners damalige pers\u00f6nliche Situation. Das Werk war in einer Zeit gro\u00dfer menschlicher und k\u00fcnstlerischer Unzufriedenheit entstanden, denn Bruckners Talent dr\u00e4ngte ihn aus dem zu eng gewordenen Wirkungskreis heraus. In einem Brief an den Wiener Hofkapellmeister Ignaz A\u00dfmayr beklagte er sich \u00fcber mangelnde F\u00f6rderung seitens der Verantwortlichen im Stift, ein Umstand, der ganz und gar nicht der objektiven Situation entsprach. Aber subjektiv war Bruckner gleichsam in \u201eG\u00e4rung\u201c, und das machte ihn ungl\u00fccklich, unzufrieden und undankbar gegen\u00fcber dem Stift, von dem er so viel F\u00f6rderung erfahren hatte: Nach dem fr\u00fchen Tod des Vaters 1837 hatte ihn Propst Michael Arneth als S\u00e4ngerknabe aufgenommen, obwohl er schon an der Schwelle zum Stimmbruch stand. Ab 1841 erm\u00f6glichte man ihm die Ausbildung zum Schullehrer, und nach zwei Posten, die er als \u201eSchulgehilfe\u201c (Praktikant) in zwei kleinen, dem Stift zugeh\u00f6rigen Orten (Windhaag und Kronstorf) gedient hatte, durfte er als Schulgehilfe nach St. Florian zur\u00fcckkehren, wo er von 1845 bis 1855 als Schullehrer, ab 1850 auch als provisorischer Stiftsorganist t\u00e4tig war. \u201eProvisorisch\u201c und nicht \u201edefinitiv\u201c deshalb, weil die Zust\u00e4ndigkeitsverh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Schullehrer zwei Jahre nach der Revolution 1848 noch nicht gekl\u00e4rt waren.<\/p>\n<p>Das Augustinerchorherren-Stift St. Florian in Ober\u00f6sterreich war\u00a0Ein Ort von Welt\u00a0(so der Titel eines \u00fcberaus lesenswerten Buches von Friedrich Buchmayr), ein Zentrum von Gelehrsamkeit und Freude an der Kunst, und f\u00fcr Bruckner eine unsch\u00e4tzbare Quelle der Pr\u00e4gung, Bereicherung, der Horizonterweiterung und der M\u00f6glichkeit zu musikalischen Studien, wenn er es in seiner augenblicklichen Situation damals auch nicht so wahrnahm.<\/p>\n<p>Sein Curriculum war eine stufenweise Karriere: Nach seiner Zeit in St. Florian wirkte er von 1855 bis 1868 als Dom- und Stadtpfarrorganist in Linz und geh\u00f6rte dadurch zu den kulturell tonangebenden M\u00e4nnern der Stadt. In diesen Jahren hatte er sich, der bereits ein achtbarer Komponist in der Nachfolge der sp\u00e4ten Klassik und fr\u00fchen Romantik war (er hatte au\u00dfer dem\u00a0Magnificat\u00a0auch schon ein\u00a0Requiem\u00a0und eine\u00a0Missa solemnis\u00a0geschrieben), einer grundlegenden, \u00fcberaus strengen und asketischen Ausbildung\u00a0in Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre, Instrumentation und Komposition bei der gr\u00f6\u00dften musiktheoretischen Autorit\u00e4t seiner Zeit, bei Simon Sechter in Wien und anschlie\u00dfend bei dem versierten Theaterkapellmeister Otto Kitzler in Linz unterzogen. Das Erlebnis der \u201emodernen\u201c Musik Richard Wagners und dessen\u00a0Tannh\u00e4user, den er mit Kitzler studierte,\u00a0war f\u00fcr ihn ein wahres Initiationserlebnis und der Durchbruch zum eigenen Schaffen, zum eigenen Personalstil.<\/p>\n<p>Ab 1868 lebte Bruckner in Wien als Professor f\u00fcr Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgel am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, als k.k. Hoforganist und sp\u00e4ter auch als Lektor an der Universit\u00e4t. Seine eigentliche Berufung sah er jedoch in der Komposition, nicht etwa in der Komposition von Kirchenmusik, sondern in der Komposition von Symphonien, und genau das wollte er 1891 im Dekret zu seiner Ernennung als Ehrendoktor der Wiener Universit\u00e4t festgehalten wissen, denn darin, so Bruckner, habe sein eigentlicher \u201eLebensberuf\u201c\u00a0bestanden.<\/p>\n<p>Wenige Jahre zuvor, am 12. J\u00e4nner 1885, hatte Johannes Brahms, ebenfalls in Wien lebend und im \u00e4sthetischen Parteienstreit zwischen \u201eKonservativen\u201c und \u201eModernen\u201c zum Antipoden Bruckners stilisiert, an die ihm befreundete Elisabet von Herzogenberg, die dringend ein Urteil \u00fcber den Symphoniker Bruckner von ihm erwartete, geschrieben: \u201eAlles hat seine Grenzen. Bruckner liegt jenseits, \u00fcber seine Sachen kann man nicht hin und her, kann man nicht reden. \u00dcber den Menschen auch nicht. Er ist ein armer, verr\u00fcckter Mensch, den die Pfaffen von St. Florian auf dem Gewissen haben. Ich wei\u00df nicht, ob Sie eine Ahnung davon haben, was es hei\u00dft, seine Jugend bei den Pfaffen verlebt zu haben? Ich k\u00f6nnte davon und von Bruckner erz\u00e4hlen. Ach, von so h\u00e4\u00dflichen Dingen soll man mit Ihnen gar nicht reden.\u201c<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass dieses Urteil voller menschlicher Verachtung ist, ist es auch, wie ich zu zeigen versucht habe, im Falle des Stiftes St. Florian sachlich ganz und gar nicht gerechtfertigt. Doch \u00e4hnliche T\u00f6ne wie Brahms schlugen auch einige Wiener Musikkritiker an, und so erhebt sich die Frage: Wie erschien Bruckners Zeitgenossen denn eigentlich sein praktiziertes katholisches Christentum? Wie wirkte er, wie wirkte es auf den \u00e4u\u00dferen Betrachter?<\/p>\n<h3>II.<\/h3>\n<p>Der Wiener Kirchenhistoriker Rupert Klieber beschreibt die Jahre 1840 bis 1870, also die Zeit, in der Bruckner von Linz nach Wien \u00fcbersiedelte, als einen eindeutigen Tiefpunkt kirchlichen Lebens in Wien. Die Kirchen standen fast leer, zu den Praktizierenden geh\u00f6rten fast nur Frauen, nur rund 5 % der M\u00e4nner bekannten sich \u00f6ffentlich zur Kirche. Eine geh\u00f6rige Portion Antiklerikalismus habe in weiten Teilen des mittleren und h\u00f6heren B\u00fcrgertums, in Lehrerkreisen und bei den Arbeitern gleichsam sogar zum guten Ton geh\u00f6rt. Erst die christlich-soziale Bewegung habe diesen Trend gestoppt.<\/p>\n<p>So blieb es bis zum Todesjahr Bruckners 1896, in dem Karl Lueger zum B\u00fcrgermeister von Wien gew\u00e4hlt wurde. Ab nun geh\u00f6rte zum guten Ton pl\u00f6tzlich nicht mehr der Antiklerikalismus, sondern im Gegenteil eine gewisse Kirchlichkeit, die allerdings bei vielen Katholiken pers\u00f6nlich recht diffus blieb. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass Bruckners praktizierte Katholizit\u00e4t vielen seiner Wiener Zeitgenossen als absonderliche Schrulle erschien, schon etwas besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Ganz anders war zuvor die Situation in Linz gewesen: In den ersten Rezensionen von Auff\u00fchrungen Brucknerscher Werke wird kein einziges Mal seiner pers\u00f6nlichen Fr\u00f6mmigkeit Erw\u00e4hnung getan \u2013 sie hatte sachlich hier nichts verloren und scheint niemandem als absonderlich und eigens erw\u00e4hnenswert aufgefallen zu sein.<\/p>\n<p>In starkem Kontrast dazu stand die Situation der Wiener Zeit, d. h., der Jahre 1868 bis 1896, in diesem Milieu der Cercles und Salons, mit dem vom Glauben recht weit entfernten B\u00fcrgertum, in dem man sich morgens gen\u00fcsslich zum Kaffee dem neuesten Feuilleton (und dem neuesten Tratsch) etwa im\u00a0Neuen Wiener Tagblatt\u00a0widmete, in dem der Brahms-Freund und gef\u00fcrchtete Musikkritiker Max Kalbeck (1850\u20131921) seine spitze Feder wetzte. Ende der 80er Jahre wurden Kalbecks Attacken auf Bruckner immer aggressiver. Selbst unter den damals mit ihren Opfern \u00e4u\u00dferst schonungslos umspringenden Journalisten stellen Kalbecks Ausf\u00e4lle einen Gipfel dar. Er verbiss sich in seinen Bruckner-Rezensionen zunehmend in zwei zentrale Themen: Deren erstes, Bruckners vermeintliche Wagner-Abh\u00e4ngigkeit, hatte in einer Musikkritik durchaus legitim seinen Platz. Deren zweites jedoch zielte auf etwas Pers\u00f6nliches, f\u00fcr Bruckner sehr Wertvolles, existentiell Tragendes, n\u00e4mlich sein katholisches Christentum.<\/p>\n<p>Dieser Punkt reizte Kalbeck an Bruckner derart, dass in fast jeder Rezension Anspielungen darauf oder typische Vokabeln zu finden waren. Bruckner war f\u00fcr ihn der \u201efromme Einsiedel\u201c, der an einem \u201egelehrten Werke, vielleicht an der Vertheidigung des C\u00f6libats\u201c\u00a0schrieb (Montags-Revue, 21.12.1891), er ist der\u00a0\u201eheilige Anton\u201c,\u00a0der\u00a0\u201eAnsfeldener Messias\u201c\u00a0(Montags-Revue, 19.12.1892). Ja, Bruckners Fr\u00f6mmigkeit erschien fast wie ein geistiger Defekt, wie Kalbeck seine Leser auch noch nach Bruckners Tod im Feuilleton des\u00a0Neuen Wiener Tagblattes\u00a0am 3. Februar 1900 zu am\u00fcsieren hoffte: \u201eAnton Bruckners Es-dur-Symphonie (die \u201aromantische\u2019) hat im sechsten Philharmonischen Concert unter Mahler\u2019s Direction ein gl\u00e4nzendes Fest der Wiedergeburt gefeiert. Zum ersten Male wurde das ganze gro\u00dfe Publicum in die Zauberkreise des wunderlichen Magiers gebannt, der so stark im Glauben und so schwach im Denken war.\u201c<\/p>\n<p>Den meisten von Bruckners Zeitgenossen schien es einfach mit dem Bild eines K\u00fcnstlers unvereinbar, dass dieser sich unverhohlen zur Kirche bekannte und deren Vorschriften, wie regelm\u00e4\u00dfige Beichte, regelm\u00e4\u00dfigen Kirchenbesuch, Fastenzeiten, zu beachten versuchte. Dass sich dieser sogar noch dazu t\u00e4glich lange Zeit dem Gebet widmete, das wussten Bruckners Zeitgenossen ja nur in den seltensten F\u00e4llen. Noch dazu trug Bruckner mit seiner gesellschaftlichen Unangepasstheit selbst dazu bei, dass man ihn in der \u00d6ffentlichkeit als Sonderling wahrnahm.<\/p>\n<p>Bruckner war ein trotz aller scheinbarer Mitteilungsfreudigkeit und Geselligkeit im Grunde sehr verschlossener Mensch. Das hatte er mit Johannes Brahms gemeinsam. Was aber bei Brahms, der aus einem vollkommen anderen st\u00e4dtischen Milieu stammte, und der auf Grund seiner Tantiemeneink\u00fcnfte ein freies und wohlhabendes Leben f\u00fchren konnte, der sich auf dem gef\u00e4hrlich glatten Parkett der Wiener Gesellschaft durchaus zu Hause f\u00fchlte, ja dem man jede Grobheit und jeden Sarkasmus nachsah und als legitime pers\u00f6nliche Mimikry verzieh, wurde an Bruckner, dem lebensl\u00e4nglich in das Joch eines Brotberufes Eingespannten, als geistige Beschr\u00e4nkung ausgelegt, als Defekt, bestenfalls als Schrulle.<\/p>\n<p>Dazu trat unzweifelhaft eine gro\u00dfe verbale Unbeholfenheit Bruckners, die sich in den Briefen nur notd\u00fcrftig hinter einer lebensl\u00e4nglich beibehaltenen vorm\u00e4rzlichen Formelsprache zu verschanzen wusste. Bruckners Briefe geben nur in den seltensten F\u00e4llen Einblick in sein pers\u00f6nliches Inneres. Was ihm mitteilenswert erschien, betraf etwa ab seiner gro\u00dfen psychischen Krise im Sommer 1867 so gut wie ausschlie\u00dflich sein Werk, nicht seine Person.<\/p>\n<p>Einen umso gr\u00f6\u00dferen Stellenwert nehmen demnach seine einzigen wirklich pers\u00f6nlichen Aufzeichnungen ein: seine Notizen in seinen ausschlie\u00dflich f\u00fcr ihn selbst bestimmten Taschen-Notizkalendern. Auch hier d\u00fcrfen wir uns kein eloquentes Tagebuch erwarten, auch hier bleibt Bruckner scheu und verschlossen, und seine Scheu steigert sich gerade proportional zur jeweiligen Betroffenheit. Doch gerade f\u00fcr die Frage nach Bruckners Religiosit\u00e4t sind seine pers\u00f6nlichen Notizkalender eine intime Quelle von unsch\u00e4tzbarem Wert. Sie wurden von der Verfasserin 2001 unter dem Titel\u00a0Verborgene Pers\u00f6nlichkeit. Anton Bruckner in seinen privaten Aufzeichnungen\u00a0herausgegeben.<\/p>\n<p>Insgesamt sind uns 22 Notizkalender sowie mehrere Fragmente von Kalendern erhalten. Bevor Bruckner am 4. Juli 1895 von seiner Wohnung in der He\u00dfgasse in die ihm vom Kaiser bewilligte Hofwohnung im\u00a0Kustodenst\u00f6ckl\u00a0des Belvedere \u00fcbersiedelte, unterzog er \u201edie in hohen St\u00f6\u00dfen aufgestapelten Noten\u201c\u00a0mit Hilfe seines Sch\u00fclers und Sekret\u00e4rs Anton Mei\u00dfner einer rigorosen Sichtung, \u201ewobei vieles auf Befehl des Meisters den Flammen \u00fcbergeben werden mu\u00dfte\u201c, wie Bruckners Biographen August G\u00f6llerich und Max Auer schrieben. Erstaunlicherweise entgingen jedoch diese 22 Kalender der Vernichtung, wohl, weil sie unz\u00e4hlige wichtige notierte Adressen enthielten. Uns liegen heute Notizen aus den Jahren 1860, 1872 und 1876 bis 1896 vor. Breiten Raum nehmen darin die \u201eGebetsaufzeichnungen\u201c ein.<\/p>\n<p>Bruckner hatte die Gewohnheit, sich t\u00e4glich \u00fcber sein Gebetsleben Rechenschaft zu geben. Vermutlich war er zur t\u00e4glichen \u201eR\u00e9vision de vie\u201c von seinen aus dem Jesuitenorden stammenden Beichtv\u00e4tern, P. Karl Schneewei\u00df SJ (in Linz) und P. Karl Graff SJ (in Wien) angeregt worden. Durch sein Verfahren, f\u00fcr die Gebetseintragungen nicht den jeweils aktuellen Kalender zu verwenden, sondern sie in die freigebliebenen Seiten eines \u00e4lteren Kalenders einzutragen, hat Bruckner diese Notizen bis zu seinem Tod vor der \u00d6ffentlichkeit \u2013 und sogar vor seinen Sch\u00fclern, die Zutritt zu seiner Wohnung hatten \u2013 zu verbergen versucht. Dass ihm dies vollkommen gelang, wird nicht zuletzt aus der Tatsache ersichtlich, dass in keiner einzigen Anekdote, in keinem einzigen Erinnerungsbericht diese seine Angewohnheit erw\u00e4hnt wird, im Gegensatz zu seinem ungenierten und nach Meinung des liberalen Wien sehr oft unangebrachten Beten in aller \u00d6ffentlichkeit. Man muss sich beim Einblick in Bruckners Gebetsaufzeichnungen daher bewusst sein, an sein Innerstes zu r\u00fchren. Die Anzahl der verrichteten Gebete wird mit Strichen unter den jeweiligen Abk\u00fcrzungen vermerkt. In Summe ergibt dies eine t\u00e4gliche Gebetszeit von bis zu zwei Stunden.<\/p>\n<h3>III.<\/h3>\n<p>Diese Gebetszeiten waren f\u00fcr Bruckner zweifellos eine Quelle der Kraft und des Haltes, denn seine Lebenszeit war ja auch eine Zeit gro\u00dfer intellektueller und geistiger Umbr\u00fcche. Als Zeitgenosse Friedrich Nietzsches gingen die dr\u00e4ngenden weltanschaulichen Fragen nicht spurlos an ihm vor\u00fcber. Was den schon unheilbar kranken Bruckner, der damals an seiner unvollendet gebliebenen\u00a0Neunten\u00a0schrieb, zutiefst bedr\u00e4ngte, auf das wirft eine Notiz, auf die ich hier n\u00e4her eingehen m\u00f6chte, ein bewegendes Licht.<\/p>\n<p>Die ganze\u00a0Neunte Symphonie\u00a0ist von D\u00fcsternis gepr\u00e4gt. Ohne allzu schnell den Konnex zwischen der Biographie des Todkranken, der um sein \u00dcberleben ringt, und der Musik, die er schreibt, herstellen zu wollen: Hier ist die existentielle Ersch\u00fctterung Klang geworden. Die dunkle d-Moll-Klangfl\u00e4che des ersten, \u201eFeierlich, Misterioso\u201c \u00fcberschriebenen Satzes, das phantastische Nachtbild des\u00a0Scherzo\u00a0mit seiner fast d\u00e4monischen\u00a0Heiterkeit\u00a0(das, wie in der\u00a0Achten, auch hier an zweiter Stelle steht) wird gefolgt von einem\u00a0Adagio, vor dem selbst um N\u00fcchternheit bem\u00fchte Wissenschaftler bekennen: \u201eDas Adagio ist eine Ungeheuerlichkeit.\u201c\u00a0Bruckner weicht hier auffallend von \u201eseiner\u201c\u00a0Adagio-Form ab: \u201eDie Steigerung f\u00fchrt nicht zum Durchbruch ins Licht, die Steigerung f\u00fchrt zum letzten Auftritt des Hauptthemas, jetzt aber im doppelten und dreifachen Fortissimo, gipfelnd in einem unerh\u00f6rten Tredezim-Akkord aus sieben T\u00f6nen, eine schreiende Dissonanz, ein Schreckensakkord, eine Katastrophe, nach der die Musik in einer Generalpause abbricht. Der ruhige Ausklang wendet sich erst ganz am Ende friedlich nach Dur, denn im Flimmern und Flackern tonartfremder T\u00f6ne bebt bis kurz vor Schluss das Entsetzen nach, in einen Abgrund geblickt zu haben\u201c,\u00a0schreibt Felix Diergarten in seinem j\u00fcngst erschienenen Buch.<\/p>\n<p>Dieser \u201eAbgrund\u201c\u00a0war, so darf angenommen werden, wohl auch das Entsetzen vor der immer n\u00e4her r\u00fcckenden Gewissheit der eigenen Endlichkeit, des nahenden Todes. Oder durfte er, Bruckner, doch darauf hoffen, letztlich aufgefangen zu werden, endlich geborgen zu sein? Diese Frage trieb ihn mit Sicherheit in seinen letzten Jahren um. In einem seiner Notizkalender hatte er sich ein Zitat des ber\u00fchmten Anatomen Josef Hyrtl (1810\u20131894) eingetragen, das aus dessen Inaugurationsrede als Rektor der Universit\u00e4t Wien 1864 stammte, und aus Anlass von dessen Tod 1894 wohl in einer Zeitung abgedruckt wurde. Dieses Zitat stellt eine der vordringlichsten, wenn nicht\u00a0d i e\u00a0vordringliche philosophisch-psychologisch-anthropologische Grundfrage seit dem 19. Jahrhundert bis in unsere Tage dar.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Ist unsere Person, der Personkern, den wir als \u201eSeele\u201c bezeichnen, nur das Ergebnis organischer Vorg\u00e4nge unseres Gehirns, und erl\u00f6schen wir folglich im Tod? Haben wir nur mehr das Nichts vor uns? Oder gibt es eine von den organischen Vorg\u00e4ngen unabh\u00e4ngige Seele, die unsere irdische Existenz \u00fcberdauert?<\/p>\n<p>Hyrtl hielt die Rede zu Beginn des Studienjahres 1864\/65. Da er in wachsendem Ma\u00dfe den Zusammenhang (und nicht den Gegensatz!) zwischen Glaube und Wissenschaft betonte, hatte er sich die Sympathie des liberalen, \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c Wien verscherzt und sorgte f\u00fcr enorme Aufregung in Wiens Wissenschaftlerkreisen. Nach seinem Tod im Jahre 1894 wird wohl eine Zeitung dieses Zitat in einem Nachruf abgedruckt haben, und Bruckner hatte es sich aufgeschrieben, hatte diese bange Frage aufgegriffen. Dass er, ein g\u00e4nzlich unliterarischer, im sprachlichen Ausdruck mehr als unbeholfener, aber intelligenter und durchaus an wissenschaftlichen Problemen interessierter Mensch sich gerade\u00a0d i e\u00a0zentrale philosophische Frage des ausgehenden 19. Jahrhunderts in der Formulierung Hyrtls notierte, stellt ihn mitten hinein in die Auseinandersetzungen und Anfechtungen seiner Zeit.<\/p>\n<p>Mit diesem \u201eBlick in den Abgrund\u201c\u00a0schrieb Bruckner weiter am Finale\u00a0der\u00a0Neunten.\u00a0H\u00e4tte er nach den Ersch\u00fctterungen des\u00a0Adagio\u00a0im Finale den Durchbruch zur Apotheose\u00a0geschafft, wie er es vorhatte? Immerhin waren schon rund 600 Takte der urspr\u00fcnglichen Particellskizze und 172 komplett instrumentierte Takte des Finale\u00a0niedergeschrieben.<\/p>\n<p>Die vorhin erw\u00e4hnte Angewohnheit Bruckners, seine Gebete zu notieren, war Gegenstand mehrerer Studien, und sie wird darin zu einem Teil als Relikt einer barocken Fr\u00f6mmigkeits\u00fcbung, zu einem anderen aus der \u201eleistungsbezogenen\u201c Spiritualit\u00e4t des 19. Jahrhunderts, und schlie\u00dflich aus dem Skrupulantentum erkl\u00e4rt, das Bruckner von seiner schweren psychischen Krise (die sich unter anderem in Kontrollzw\u00e4ngen ge\u00e4u\u00dfert hatte) im Jahr 1867 davongetragen habe. Ob der Wunsch nach Fixierung der verrichteten Gebete tats\u00e4chlich aus einer durch Angst um das eigene Seelenheil bestimmten Haltung herr\u00fchrt, mag dahingestellt bleiben. Niemals hat sich jedoch Bruckner auf seine Gebetsleistung bezogen, wenn das Gespr\u00e4ch sich um sein zuk\u00fcnftiges Schicksal drehte. Vielmehr sah er in der Erf\u00fcllung seines Berufes als Komponist seinen eigentlichen Lebensauftrag und seine Berufung auch im religi\u00f6sen Sinn. Das mit \u00e4u\u00dferstem k\u00fcnstlerischem Verantwortungsbewusstsein gestaltete Werk war f\u00fcr Bruckner als Ganzes Gottesdienst, weil es das Wuchern mit dem anvertrauten Talent darstellte. Aus dieser Perspektive einer Letztverantwortung ist auch viel von dem so langen und m\u00fchevollen Ausbildungsweg zu erkl\u00e4ren, vom langsamen Schaffen, vom Verwerfen, Neuschaffen, \u00dcberarbeiten, Kontrollieren des schon Geschaffenen.<\/p>\n<p>Der letzte Kalender, der\u00a0Professoren- und Lehrer-Kalender f\u00fcr das Schuljahr 1894\/95,\u00a0zeigt die zittrigen Schriftz\u00fcge eines schwerkranken alten Menschen. Bruckner sucht seine Partituren zusammen, verpackt sie im Hinblick auf die bevorstehende \u00dcbersiedlung in die Hofwohnung im Belvedere, macht eine Liste seiner Wertgegenst\u00e4nde \u2013 Doktorring, Uhrkette, goldene Dose, Diamantnadel \u2013, notiert die Adresse seines Arztes und seines sp\u00e4teren Testamentsvollstreckers. Die Gebetseintragungen sind zun\u00e4chst von wechselnder Deutlichkeit, qualvolle Zeugen der labilen psychischen Verfassung, und verwirren sich in zunehmendem Ma\u00dfe. Bruckner ringt um die Orientierung in der Zeit; Datumsangabe, Gebetsaufzeichnung und Notenk\u00f6pfe werden in eins gesetzt, sind nur mehr Chiffren f\u00fcr eine zunehmende Entfernung aus der zeitlichen Existenz.<\/p>\n<p>Kurzzeitige Besserungen wechseln mit erneuten, immer tieferen Abst\u00fcrzen. In seinen letzten Lebenstagen wird die Schrift wieder etwas deutlicher. Auf zwei verschiedenen Kalenderseiten tr\u00e4gt Bruckner bis zum 10. Oktober, dem Tag vor seinem Tod, seine Gebete ein.<\/p>\n<h3>IV.<\/h3>\n<p>Das Finale seiner\u00a0Neunten Symphonie\u00a0hat Bruckner mit einem besonderen Choral, \u201emit einem Lob- und Preislied an den lieben Gott, dem ich so viel verdanke\u201c beenden wollen, wie er selbst sagte. Da dieser Bericht von dem Arzt Dr. Heller stammt, der mit gro\u00dfer N\u00fcchternheit in den Briefen an seine Frau von Bruckners k\u00f6rperlichem und geistigem Verfall schreibt, k\u00f6nnen wir dessen Erinnerungen ein hohes Ma\u00df an Authentizit\u00e4t nicht absprechen.<\/p>\n<p>Wie aber sollte dieser Choral klingen? Um seine Gestalt haben alle, die versucht haben, das Finalefragment der\u00a0Neunten\u00a0in eine auff\u00fchrbare Fassung zu bringen, sehr gerungen und zu verschiedenen Ergebnissen gefunden. Einigkeit besteht darin, dass dieser Schluss\u00a0\u201eeinen pr\u00e4genden und \u00fcberw\u00e4ltigenden Eindruck des Aufschwungs zur laudatio\u201c\u00a0h\u00e4tte vermitteln sollen und dass es sich vermutlich um ein\u00a0non confundar-Motiv gehandelt h\u00e4tte, so John A. Phillips, in seinem Aufsatz\u00a0Neue Erkenntnisse zum Finale der Neunten Symphonie Anton Bruckners\u00a0(Bruckner-Jahrbuch 1989\/90, Linz 1992). Einige Zeit zuvor hatte Bruckner im Freundeskreis die Frage des Finale er\u00f6rtert, und Rudolf Weinwurm habe ihm das alte Kirchenlied\u00a0Christ ist erstanden\u00a0vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Dies berichtet auch \u00fcbereinstimmend Franz Schneiderhan, der ehemalige Vorstand des Wiener M\u00e4nnergesangvereines: \u201eAnton Bruckner war im Musikvereinssaal bei einer Probe eines seiner Werke, das der M\u00e4nnergesangverein auff\u00fchrte. Nach deren Beendigung begleitete ich den Meister, der den Wunsch aussprach eine Tasse Kaffee zu trinken. Wir nahmen an einem der auf der Ringstrasse vor dem Caf\u00e9 Kremser stehenden runden Tische Platz. Im Laufe des Gespr\u00e4ches fragte ich auch nach den weiteren Schaffenspl\u00e4nen. Er antwortete, da\u00df er an dem Finale der IX. Symphonie arbeite, nahm einen Bleistift zur Hand, zog Notenlinien auf die Marmorplatte des kleinen runden Tisches und sagte: ,Das ist das Thema, welches ich f\u00fcr das Finale verwenden will!\u2018 und schrieb hin die alte Kirchenweise, die fr\u00fcher in Wien und anderw\u00e4rts vom Priester angestimmt wurde, nachdem er am Karsamstag bei der Auferstehungsfeier das Allerheiligste enth\u00fcllt hatte: Der Heiland ist erstanden.\u201c<\/p>\n<p>Dieser von Bruckner als Osterlied zitierte Gesang findet sich in Bruckners letzten Lebensjahren auch in seinen Gebetsaufzeichnungen in der \u00f6sterlichen Zeit wieder. Es ist dies aber nichts anderes als das Motiv des Non confundar, denn die letzte der beiden Strophen in der zweiten, von Michael Denis und Adolph Hasse stammenden Fassung lautet: &#8222;Mein Glaube darf nicht wanken, \/ o tr\u00f6stlicher Gedanken! Ich werde durch sein Auferstehn \/ gleich ihm au meinem Grabe gehn. Halleluja!&#8220;<\/p>\n<p>Und h\u00e4tte Bruckner die mit diesem Choral apotheotisch enden sollende Symphonie wirklich, wie er es in seinen letzten Jahren so oft ge\u00e4u\u00dfert hatte,\u00a0\u201eDem lieben Gott\u201c\u00a0gewidmet? Oder h\u00e4tte die D\u00fcsternis gesiegt? Die Ansichten hier\u00fcber sind in der Fachwelt sehr geteilt. Seit der Ver\u00f6ffentlichung aller Taschennotizkalender-Eintragungen durch mich im Jahr 2001 (siehe oben) hat dieses Zitat Hyrtls eine eigene Wirkungsgeschichte mit Eigendynamik entwickelt. W\u00e4hrend bis dahin meist das Bild eines unersch\u00fctterlich in seinem Glauben ruhenden Bruckner, dem bestenfalls einige Relikte aus seiner Neurose zugestanden wurden, die Biographik dominierte (sofern er nicht, wie in einem Theaterst\u00fcck 1924 geschehen, zum trivialen und d\u00fcmmlichen\u00a0Musikanten Gottes\u00a0stilisiert wurde), so wurde er nun f\u00fcr manche Autoren zum ersch\u00fctterten Zweifler, der in seiner letzten Musik nur mehr das Grauen vor dem Nichts, das Entsetzen vor der Zerst\u00f6rung formulieren konnte.<\/p>\n<p>So ist etwa auch Klaus-Heinrich Kohrs in seinem sehr lesenswerten und tiefen Buch\u00a0Anton Bruckner. Angst vor der Unerme\u00dflichkeit\u00a0der Ansicht, dass \u201eeine Widmung an den ,lieben Gott\u2018 auf der hier realisierten Sprachh\u00f6he der Verst\u00f6rung Blasphemie gewesen w\u00e4re\u201c.\u00a0Und in seinem Aufsatz\u00a0\u2026 wenn er\u2018s annimmt\u201c. Hat Bruckner seine 9. Symphonie dem ,lieben Gott\u2018 gewidmet?\u00a0im\u00a0Bruckner-Jahrbuch 2018\u20132020\u00a0konstatiert derselbe Autor: \u201eDie gro\u00dfe Krise des Adagios hat den Blick radikal verwandelt. Stand die Widmungsidee am Anfang der Arbeit an der 9. Symphonie [\u2026], so hat sich das Werk im Kompositionsprozess de facto immer mehr von dieser entfernt. Ein wie auch immer zu fassender Jenseitsgedanke verwandelte sich immer mehr in einen Angstgedanken. Blicke ins Unermessliche gerieten zur Katastrophe und mit ihr zur Annihilation. [\u2026]\u201c<\/p>\n<p>Bruckner macht es uns nicht leicht mit dem Versuch, sein geistiges-geistliches Leben zu verstehen. Welche Quellen k\u00f6nnten uns hierin helfen? Die Philologie? Die n\u00fcchterne Untersuchung des Notentextes? Tatsache ist: Der Notentext der\u00a0Neunten\u00a0weist keine Widmung an den \u201eLieben Gott\u201c auf. Aber wie k\u00f6nnte er es auch? Die Symphonie war ja noch nicht vollendet, und Widmungen vergeben hat Bruckner erst explizit nach der Vollendung eines Werkes.<\/p>\n<p>Hilft die Biographik weiter? Hier verf\u00fcgen wir schon \u00fcber mehr Quellen: Bis zuletzt berichten Zeugen wie etwa Dr. Richard Heller, der behandelnde Arzt Bruckners, der Klosterneuburger Augustiner-Chorherr Josef Kluger, mehrere Freunde wie etwa Carl Almeroth, Adalbert von Goldschmidt und Amalie Klose, dass Bruckner weiter an seinem Widmungsplan f\u00fcr die Symphonie festhielt bis zuletzt.<\/p>\n<p>Fest hielt Bruckner aber auch an seinen Gebeten, die er jeden Abend in seinen Kalender eintrug, ohne dass jemand au\u00dfer ihm etwas davon wusste. Diese Gebete waren, wie sich zeigt, nicht blo\u00dfe Routine. Denn in den letzten Lebenstagen tritt zu den uns bekannten Abk\u00fcrzungen ein neues Sigel hinzu: ein dreimaliges gro\u00dfes\u00a0\u201eD\u201c,\u00a0\u201eD D D\u201c, einmal sogar im Dreieck angeordnet. Die Abk\u00fcrzung f\u00fcr\u00a0\u201eDeus, Deus, Deus\u201c? Das Sigel f\u00fcr die Trinit\u00e4t? Wir wissen es nicht. Schweigende Zeugen f\u00fcr Bruckners intensives Gebetsleben bis zuletzt. Auch die Verst\u00f6rung, auch ein Hilfeschrei kann Ausdruck einer Beziehung sein, ist es vielleicht besonders intensiv.<\/p>\n<p>So hinterl\u00e4sst Bruckner uns auch heute viele Fragen, die auch heute noch, so erstaunlich es klingt, in der Musikwissenschaft zu sehr gegens\u00e4tzlichen Ansichten f\u00fchren. Auch die \u201eZitate\u201c in den Symphonien Bruckners, der Einbau mancher Phrasen aus eigenen oder fremden Werken \u2013 hier vor allem aus der eigenen Kirchenmusik oder den B\u00fchnenwerken Richard Wagners \u2013 geh\u00f6ren in dieses Problemfeld. W\u00e4hrend manche Musikologen versuchen, die Zitate semantisch zu entschl\u00fcsseln (wie es etwa der verehrte Doyen der Musikwissenschaft, Constantin Floros, bei Bruckner, aber auch etwa bei Alban Berg meisterhaft unternommen hat), so finden andere, wie etwa der renommierte Wagner-Forscher Egon Voss, es w\u00fcrden diese Phrasen durch eine \u00dcbertragung in einen anderen Kontext, in die Symphonik, ihre Bedeutung verlieren und ihr \u201eZitatcharakter\u201c sei, so Voss, \u201enichts anderes als eine Legende, ein(en) Mythos\u201c.<\/p>\n<p>So wird wohl jeder von uns sich sein eigenes \u201eBruckner-Bild\u201c machen. Das letzte Wort beim Vortrag \u00fcberlassen wir aber wieder Anton Bruckner, ihm und seiner letzten Motette f\u00fcr den liturgischen Gebrauch, die er, 40 Jahre nach dem eingangs abgespielten\u00a0Magnificat, f\u00fcr den Karfreitag in St. Florian komponiert hat: das\u00a0Vexilla regis\u00a0(WAB 51) auf einen Text des Venantius Fortunatus (6. Jhdt.), in dem das Kreuz als die einzige Hoffnung gepriesen wird:\u00a0\u201eO crux ave, spes unica\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The short, lively Magnificat (WAB 24), which was played at the beginning of the lecture, was probably first heard in St Florian on Assumption Day in 1852. Anton Bruckner, schoolteacher at the market town's school and provisional organist at the Augustinian monastery there, dedicated it to the Regens chori Ignaz Traumihler, who had a very \"cecilian\", i.e. ascetic, approach to music.<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":82218,"menu_order":658,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-95973","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>&quot;Non confundar...&quot; - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;Non confundar...&quot; - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das kurze, musizierfreudige und schwungvolle\u00a0Magnificat\u00a0(WAB 24), das beim Referat eingangs eingespielt worden, erklang vermutlich erstmals am Mari\u00e4 Himmelfahrts-Tag des Jahres 1852 in St. Florian. Anton Bruckner, Schullehrer in der Schule des Marktes und provisorischer Organist im dortigen Augustinerchorherren-Stift, hatte es dem Regens chori Ignaz Traumihler gewidmet, der zwar einen ganz \u201ec\u00e4cilianischen\u201c, d.\u00a0h., an der asketischen&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-12-04T08:51:16+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2024-09-16-1024x576.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1024\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"576\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/\",\"name\":\"\\\"Non confundar...\\\" - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024-09-16.jpg\",\"datePublished\":\"2024-11-26T14:07:08+00:00\",\"dateModified\":\"2024-12-04T08:51:16+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024-09-16.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024-09-16.jpg\",\"width\":2329,\"height\":1311},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&#8220;Non confundar&#8230;&#8221;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\"Non confundar...\" - Catholic Academy in Bavaria","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"\"Non confundar...\" - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Das kurze, musizierfreudige und schwungvolle\u00a0Magnificat\u00a0(WAB 24), das beim Referat eingangs eingespielt worden, erklang vermutlich erstmals am Mari\u00e4 Himmelfahrts-Tag des Jahres 1852 in St. Florian. Anton Bruckner, Schullehrer in der Schule des Marktes und provisorischer Organist im dortigen Augustinerchorherren-Stift, hatte es dem Regens chori Ignaz Traumihler gewidmet, der zwar einen ganz \u201ec\u00e4cilianischen\u201c, d.\u00a0h., an der asketischen&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2024-12-04T08:51:16+00:00","og_image":[{"width":1024,"height":576,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2024-09-16-1024x576.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/","name":"\"Non confundar...\" - Catholic Academy in Bavaria","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2024-09-16.jpg","datePublished":"2024-11-26T14:07:08+00:00","dateModified":"2024-12-04T08:51:16+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2024-09-16.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2024-09-16.jpg","width":2329,"height":1311},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/non-confundar-anton-bruckners-glaube\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&#8220;Non confundar&#8230;&#8221;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/95973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/95973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":96212,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/95973\/revisions\/96212"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/82218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}