{"id":95975,"date":"2024-11-26T15:14:32","date_gmt":"2024-11-26T14:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=95975"},"modified":"2024-12-04T09:52:50","modified_gmt":"2024-12-04T08:52:50","slug":"antisemitismus-aus-muslimischen-kontexten-ueber-wurzeln-verbreitung-und-handlungsperspektiven","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/antisemitismus-aus-muslimischen-kontexten-ueber-wurzeln-verbreitung-und-handlungsperspektiven\/","title":{"rendered":"Anti-Semitism from Muslim contexts"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"char-style-override-5\">I<\/span>ch habe mir f\u00fcr meinen Vortrag ein dickes Brett vorgenommen, n\u00e4mlich Antisemitismus aus muslimischen Kontexten.<\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>Der tragische Anlass hierf\u00fcr sind zwei Dinge, n\u00e4mlich zum einen die Reaktionen bei uns in Deutschland auf den Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 in S\u00fcdisrael samt brutaler Ermordung von \u00fcber tausend \u00fcberwiegend Zivilisten und einer bis heute anhaltenden Geiselnahme. Zum anderen ist es die darauffolgende Milit\u00e4roffensive Israels gegen die Hamas im Gaza-Streifen, die als legitimer Verteidigungskrieg begann, und aufgrund ihrer H\u00e4rte zu zehntausenden haupts\u00e4chlich zivilen Opfern in Gaza und einem damit verbundenen gro\u00dfen humanit\u00e4ren Leid f\u00fchrte. Der Konflikt strahlt auf mehreren Ebenen auch nach Mitteleuropa aus. Wenige Tage vor meinem Vortrag erst kam es in Z\u00fcrich zu einem Messerangriff eines antisemitisch fanatisierten 15-j\u00e4hrigen Anh\u00e4ngers jener Terrormiliz, die sich \u201eIslamischer Staat\u201c nennt, auf einen orthodoxen Juden, der fast t\u00f6dlich endete. Insofern sind es nicht nur antisemitische Parolen und Spr\u00fcche, die die Aufmerksamkeit der deutschen Debatte auf Antisemitismus unter Muslimen gelenkt haben, sondern auch die seit dem 7. Oktober punktuell, aber sehr wirksam auftretende<br \/>\nGewalt besagter Art.<\/p>\n<p>Bestimmte Teile der \u00d6ffentlichkeit \u00e4u\u00dfern dezidiert, dass diese Ph\u00e4nomene in muslimischer Religiosit\u00e4t, oder gar im Islam an sich begr\u00fcndet w\u00e4ren. Wo dies so undifferenziert artikuliert wird und unwidersprochen bleibt, hat es zumindest eine Wirkung, n\u00e4mlich dass antimuslimische Ressentiments zunehmen und die Integrationserfolge der Mehrheit der Musliminnen und Muslime bedroht werden, w\u00e4hrend der Extremismus sich im Windschatten dieser Polarisierung weiter ausbreitet. Darum sollten wir unsere Perspektive und Strategie \u00e4ndern, um nicht die Mehrheit der Musliminnen und Muslime, die weit jenseits des Extremismus stehen, ihres Gef\u00fchls der Zugeh\u00f6rigkeit zu Deutschland zu berauben und Muslimfeindlichkeit zu verst\u00e4rken, w\u00e4hrend wir glauben Antisemitismus zu bek\u00e4mpfen. Was ist da also wirklich los? Und wo sollten wir genauer hinschauen? Ich m\u00f6chte in meinem Vortrag auf Basis meiner eigenen Erfahrungen aus der schulischen Bildungsarbeit und der islamischen Theologie einige Ideen dazu mit Ihnen teilen. Gehen wir dazu als erstes der Frage nach, woher der muslimisch gepr\u00e4gte Antisemitismus kommt.<\/p>\n<h3>Die drei Wurzeln des Antisemitismus aus muslimischen Kontexten<\/h3>\n<p>Was ist das Spezifische des Antisemitismus von muslimischer Seite im Vergleich zum europ\u00e4isch gepr\u00e4gten Antisemitismus? Ich m\u00f6chte als Antwort hierauf folgende These starkmachen: Der heutige Antisemitismus aus muslimischen Kontexten stellt ein Patchwork aus drei sich in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden gegenseitig verst\u00e4rkenden Elementen dar, n\u00e4mlich (1) aus zahlreichen Versatzst\u00fccken des christlich-europ\u00e4isch gepr\u00e4gten Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts, (2) aus damit nachtr\u00e4glich verbundenen antij\u00fcdisch anmutenden Elementen der islamischen \u00dcberlieferung, die kontextlos zitiert und verallgemeinert werden, sowie als emotionale Triebfeder schlie\u00dflich (3) aus der Suche nach einem Verantwortlichen f\u00fcr die historisch beispiellose Niederlage der islamischen Welt gegen\u00fcber westlichen Imperialm\u00e4chten. Diese Niederlage beginnt mit dem Einzug Napoleons in \u00c4gypten 1798, ist weltweit vor allem mit dem britischen Imperialismus assoziiert und kommt in der Staatsgr\u00fcndung Israels 1948 auf einem Gebiet, das f\u00fcr Jahrhunderte als islamisches Kernland galt, im Bewusstsein vieler muslimischer und speziell arabischer Kreise zu einem schockierenden H\u00f6hepunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA die Briten als das Symbol des westlichen Imperialismus abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Alle ernst zu nehmenden Autoren beziehen die oben genannten drei Faktoren in ihre Analysen ein, jedoch mit sehr unterschiedlichen Gewichtungen und Fazits. Ich werde nun meine Perspektive skizzieren, wobei ich aus Zeitgr\u00fcnden den Beitrag des europ\u00e4ischen Antisemitismus hier nur kurz anrei\u00dfen kann. Diesem entstammen so zentrale Topoi wie das zionistische Weltverschw\u00f6rungsmotiv, die von Christen ins Arabische \u00fcbersetzten\u00a0Protokolle der Weisen von Zion, die trotz fehlender Authentizit\u00e4t ganze muslimische Generationen antisemitisch beeinflusst haben, sowie \u00e4ltere antij\u00fcdische Motive wie die Ritualmordlegende. Es ist bedr\u00fcckend zu h\u00f6ren, dass es einen sehr aktiven deutschen Nazi-Radiosender gab, der gezielt auf Arabisch und Persisch sendete und mit einem gro\u00dfen Team \u00fcber mehrere Jahre versuchte den Muslimen eine islamisierte Deutung des Antisemitismus nahezubringen. Die \u00c4hnlichkeit vieler antisemitischer Motive und Darstellungen in beiden R\u00e4umen r\u00fchrt von derartigen Wechselwirkungen. Solche europ\u00e4ischen und speziell auch christlichen Einfl\u00fcsse hat beispielsweise Michael Kiefer in seinem Werk\u00a0Antisemitismus in islamischen Gesellschaften\u00a0anschaulich dargestellt. Bevor wir nun die beiden anderen Faktoren n\u00e4her betrachten, wollen wir erst noch einen Blick in die Empirie werfen.<\/p>\n<h3>Verbreitung von Antisemitismus unter Musliminnen und Muslimen<\/h3>\n<p>Viele der bisherigen Studien zu Antisemitismus unter Muslim:innen nehmen die Vielfalt an teils sehr gegens\u00e4tzlichen muslimischen Milieus kaum in den Blick bzw. unterteilen Muslime in sehr grobe Untergruppen, die in sich in keiner Weise homogen sind. Aus diesen Studien lassen sich daher keine Prognosen \u00fcber die Meinungen muslimischer Individuen ableiten, aber daf\u00fcr dennoch einige interessante Tendenzen innerhalb gro\u00dfer Gruppen. So stellten J\u00fcrgen Mansel und Viktoria Speiser 2013 fest, dass 22 % der arabischst\u00e4mmigen und 13 % der t\u00fcrkischst\u00e4mmigen befragten Jugendlichen religi\u00f6s begr\u00fcndeten antij\u00fcdischen Items zustimmten. Das bedeutet zum einen, dass in beiden F\u00e4llen die Mehrheit den antij\u00fcdischen Items nicht zustimmte. Und: Bei den arabischst\u00e4mmigen Befragten, die den arabischen Pal\u00e4stinensern ethnisch deutlich n\u00e4herstehen als die T\u00fcrken, waren mehr abwertende Haltungen zu finden als bei den t\u00fcrkischen. Beide Zahlen nahmen deutlich zu, sobald es um Items aus dem israelbezogenen Antisemitismus geht, jedoch bleibt die ethnisch konnotierte Stufung: 41,5 % der arabischst\u00e4mmigen und 25,6 % der t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Jugendlichen stimmten nun zu. Solche Zahlen betreffen antij\u00fcdische Vorurteile, und noch nicht das Extrem eines eliminatorischen Antisemitismus, der weit weniger Anh\u00e4nger hat. Aus dem bisherigen Vergleich scheint f\u00fcr Muslime als Gesamtheit betrachtet zu folgen: Je gr\u00f6\u00dfer die eigene biografische N\u00e4he zum Nahostkonflikt, umso gr\u00f6\u00dfer das antij\u00fcdische Ressentiment. Andere Studien, etwa die des Sachverst\u00e4ndigenrats f\u00fcr Integration und Migration von 2022, finden f\u00fcr manche Items (z. B. \u201eJ\u00fcd:innen haben auf der Welt zu viel Einfluss\u201c) auch bei t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Jugendlichen eine Zustimmung im Bereich von 40 % \u2013 50\u00a0%.<br \/>\nZum Vergleich: Im Jahre 2020 fand die Anti-Defamation-League in einer internationalen Befragung heraus, dass 49 % der Muslime weltweit antisemitischen Items, die \u00fcberwiegend die angebliche globale \u00dcbermacht der Juden thematisieren, zustimmten. Bei den Christen lag der Anteil bei ebenfalls hohen 25 %. Unter den muslimischen L\u00e4ndern liegen diese Werte in vielen arabischen L\u00e4ndern und in Nordafrika weit \u00fcber 50 %, wobei das Westjordanland und der Gaza-Streifen \u2013 also die unmittelbar von Israel teils besetzten, teils blockierten Regionen \u2013 die h\u00f6chsten Werte aufweisen. Dieser Zusammenhang ist sicher kein Zufall. Gleichzeitig gibt es auch muslimische L\u00e4nder mit geringeren Werten, z. B. das s\u00fcdasiatische Bangladesch mit 32%, das europ\u00e4ische Bosnien-Herzegowina mit 32 % und Nigeria mit 16%. Region erweist sich hier manchmal als wichtiger als Religion.<\/p>\n<p>Antisemitismus ist also in der islamischen Welt weit verbreitet, aber regional sehr unterschiedlich gestreut. Die regionale oder pers\u00f6nliche N\u00e4he zum Nahost-Konflikt scheint also auch global ein entscheidender Faktor f\u00fcr die relative St\u00e4rke des Antisemitismus zu sein. Insofern sollte Antisemitismus im muslimischen Kontext stets in seiner Wechselwirkung mit der oben beschriebenen Wahrnehmung des Nahostkonflikts als aktuellem Stellvertreterkonflikt zwischen westlicher und muslimischer Welt analysiert werden, auch wenn dies nat\u00fcrlich nicht der einzige Faktor ist. Hier m\u00f6chte ich noch erg\u00e4nzen, dass Antisemitismus weiterhin auch ein Problem in christlich gepr\u00e4gten L\u00e4ndern ist. So entnimmt man der repr\u00e4sentativen Mitte-Studie von 2023 f\u00fcr Deutschland eine vollst\u00e4ndige oder teilweise Zustimmung von 20 % zu antisemitischen Items. Die Anti-Defamation-League wiederum fand 2014 f\u00fcr Griechenland einen Zuspruch von 69 % zu antisemitischen Aussagen und f\u00fcr Armenien 58 %. Einen guten \u00dcberblick zu weiteren Ergebnissen diverser Studien zu Antisemitismus unter Muslimen bietet die Expertise des Mediendienstes Integration von 2023. Eine kritischere Darstellung zahlreicher Studien, sowie ein qualitativer Neuansatz finden sich in der Dissertation des Religionsp\u00e4dagogen Dr. Osman K\u00f6sen von diesem Jahr.<\/p>\n<p>Aus den hohen Zustimmungswerten lassen sich noch keine Folgerungen \u00fcber deren Praxisrelevanz ableiten. Jedenfalls sind reale antisemitische Ausf\u00e4lle oder Statements muslimischer Jugendlicher an deutschen Schulen in der Summe deutlich seltener, als man bei den Zahlen vermuten k\u00f6nnte. Dennoch weisen letztere auf Handlungsbedarf hin, auch mit Blick auf Untersuchungen, die sich tiefer mit der kontextuellen Wahrnehmungs- und Diskurswelt der Jugendlichen befassen. Man kennt diese unter sich sehr vielf\u00e4ltigen Jugendlichen schlichtweg nicht gut genug, um aus gemittelten Zahlen oder einzelnen Zitaten Pr\u00e4ventions- oder Interventionskonzepte ableiten zu k\u00f6nnen. Eines habe ich aber aus vielen Gespr\u00e4chen mitgenommen: \u00d6ffentliche Beschuldigungen oder Abwertungen von Muslimen bzw. Pal\u00e4stinensern als r\u00fcckst\u00e4ndig oder pauschal antisemitisch bringen viele Muslime zwar \u00f6ffentlich zum Verstummen, aber, um einen muslimischen Neuntkl\u00e4ssler aus Deutschland zu zitieren, der sich solche Abwertungen nach dem 7. Oktober mit seiner Klasse auf einem \u00f6ffentlichen pro-israelischen Vortrag angeh\u00f6rt hatte: \u201eSo etwas verst\u00e4rkt eher Vorurteile gegen\u00fcber Juden, als sie abzubauen.\u201c Vom anderen Ende her formuliert: Bek\u00e4mpfe Antisemitismus nicht mit Muslimfeindlichkeit, wenn du ihn nicht auch noch verst\u00e4rken willst. Das ist kein marginaler Punkt. Denn laut Religionsmonitor 2019 nehmen 52 % der Deutschen den Islam als Bedrohung wahr und 41 % misstrauen Muslimen pauschal.<\/p>\n<p>Viele auch junge Muslime leiden sehr unter diesem antimuslimischen Klima. Ein Beispiel hierf\u00fcr, das mich immer noch sehr bewegt: Ein pal\u00e4stinensischer Sch\u00fcler bei uns in Deutschland sagte in den Wochen nach dem 7. Oktober einer Lehrkraft seines Vertrauens, dass niemand in der Schule erfahren soll, dass er Pal\u00e4stinenser ist. Auf die R\u00fcckfrage der verwirrten Lehrkraft begr\u00fcndete er seinen Wunsch so: \u201eIch habe Angst, dass sie denken, dass ich ein Terrorist bin. Das wird ja oft gesagt, dass alle Pal\u00e4stinenser Terroristen sind.\u201c Dies ist einer von vielen \u00e4hnlichen Berichten von muslimischer Seite, die ich dokumentiert habe, und deren Gemeinsamkeit lautet, dass die Betroffenen Angst haben \u00f6ffentlich \u00fcber ihre Situation zu reden. Mir ist bewusst, dass es sehr vielen J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland vor allem seit dem 7. Oktober \u00e4hnlich geht, wobei die Angst vor t\u00e4tlichen \u00dcbergriffen hier noch st\u00e4rker ist. Es ist richtig, dass der Staat diese \u00c4ngste ernst nimmt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtbild muss auch festgehalten werden, dass seit dem 7. Oktober sowohl antisemitische als auch antimuslimische Vorf\u00e4lle deutlich zugenommen haben, wobei letztere von der \u00d6ffentlichkeit eher wenig registriert werden. Die neueren Vorf\u00e4lle dokumentiert beispielsweise die Claim-Allianz mit Blick auf verbale und k\u00f6rperliche Angriffe auf muslimisch gelesene Personen sowie auf mehrere Moscheen und muslimische Friedh\u00f6fe. Die gro\u00dfen Ausma\u00dfe, die Muslimfeindlichkeit in Deutschland allgemein in den letzten Jahren angenommen hat, k\u00f6nnen im\u00a0Bericht des Unabh\u00e4ngigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit\u00a0von 2023 nachgelesen werden, den das Bundesministerium des Innern und f\u00fcr Heimat in Auftrag gegeben hat. Ziel f\u00fcr uns alle sollte es sein, antij\u00fcdische und antimuslimische Tendenzen gleichzeitig zu bek\u00e4mpfen und wegzukommen von der Intuition nur Partei f\u00fcr die Seite der eigenen Sympathie ergreifen zu wollen. Auf beiden Seiten wird im unsichtbaren Bereich sehr viel gelitten und es entstehen gerade durch eine schlechte Vermittlung durch Politik und Gesamtgesellschaft in mehrere Richtungen neue Hasspotenziale, die sich gegenseitig hochschaukeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Die traumatisierende Niederlage gegen westliche Imperialm\u00e4chte<\/h3>\n<p>Schauen wir uns nun n\u00e4her zwei wichtige Gr\u00fcnde f\u00fcr Antisemitismus aus muslimischen Kontexten an. Dazu betrachten wir erst den Faktor des Erwachens der Muslime zur Moderne als gro\u00dfe Verlierer, und werfen dann einen Blick in die islamisch-religi\u00f6sen Bez\u00fcge. Meiner Beobachtung nach ist die Wahrnehmung Israels als Speerspitze des britischen bzw. des US-amerikanischen Imperialismus ein zentraler Grund daf\u00fcr, warum bei so vielen Muslimen der Nahost-Konflikt den Ankerpunkt f\u00fcr die kritische Meinungsbildung zu Israel darstellt. Dieselbe Wahrnehmung ist auch ein wichtiger Motor des muslimisch gepr\u00e4gten Antisemitismus, vor allem wenn man selbst keine j\u00fcdischen Kontakte und keine tieferen Kenntnisse vom Judentum oder von Israel hat. Um den Stellenwert des Nahostkonfliktes und der dabei Israel zugeschriebenen Rolle als feindliche \u00dcbermacht zu erkennen, gen\u00fcgt aktuell ein Blick in die t\u00fcrkisch- oder arabischsprachigen Medien seit dem 7. Oktober, gerade auch in Social Media. Dort spielt der Hamas-Anschlag vom 7. Oktober kaum noch eine Rolle, ebenso wenig wie die anhaltende Geiselnahme unschuldiger Israeli, oder die autorit\u00e4re Herrschaft der Hamas, die die eigenen Zivilisten ungesch\u00fctzt dem weit \u00fcberlegenen israelischen Milit\u00e4r, das unter der \u00c4gide der rechtsradikalsten aller israelischen Regierungen seit 1948 steht, ausgesetzt hat, ja ihr Leid bewusst einkalkuliert.<\/p>\n<p>Es wird seit dem 7. Oktober vor muslimischen Bildschirmen weltweit aber nicht nur viel mit israelischer Kriegspolitik und ihren weltweiten Unterst\u00fctzern geschimpft, sondern es wird auch sehr viel geweint und mit den Familien und Kindern in Gaza mitgelitten. Diese Ebene wird hierzulande wenig bemerkt, aber sie bewegt nach meinem Eindruck die meisten Musliminnen und Muslime besonders stark. Die teilweise t\u00e4glich \u00fcber mehrere Stunden zu sehenden Bilder des Leidens und der Zerst\u00f6rung vor allem im Gazastreifen sind kaum auszuhalten. Viele Muslime verbinden diese Bilder weit \u00fcber den Nahostkonflikt hinaus mit allseits erlebter Ohnmacht und Besch\u00e4mung sowie dem Gef\u00fchl der Behandlung durch den Westen als Menschen zweiter Klasse. Erg\u00e4nzt werden sie durch Wiedergaben der antipal\u00e4stinensischen Rhetorik seit Beginn des Krieges aus Reihen der Regierung Netanyahus und ihren internationalen faktischen Unterst\u00fctzern im Krieg sowie von pal\u00e4stinenserfeindlichen Worten und Aktionen radikaler Kreise in Israel und weltweit. Hinzu kommt die Wahrnehmung von einer sehr oft einseitigen Parteiergreifung deutscher Politik und vieler medialer Schlagzeilen f\u00fcr die israelische Seite. Die Logik des Interesses vieler Muslime hierbei lautet: Die Pal\u00e4stinenser \u2013 das k\u00f6nnten auch wir sein.<\/p>\n<p><a id=\"x.953331\"><\/a>Gleichzeitig ist es aber nicht so, dass die islamische Welt interessiert an pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlingen w\u00e4re, oder dass die vielen muslimischen Regierungen ein Interesse an einem Konflikt mit Israel haben. Woher kommt dann diese tiefe Betroffenheit vom Nahostkonflikt? Wie schon angedeutet:\u00a0<a id=\"x.955356\"><\/a>Israel gilt in gro\u00dfen Teilen der islamischen Welt als Speerspitze eines intakten westlichen und vor allem britischen bzw. nunmehr US-amerikanischen Imperialismus. Die muslimischen Pal\u00e4stinenser stehen symbolisch f\u00fcr die anhaltende Ohnmacht und Dem\u00fctigung der gesamten islamischen Welt durch einen als ungerecht und aggressiv erfahrenen Westen. Es ist nach meiner \u00dcberzeugung ein tragischer Zufall der Geschichte und Geografie, dass am Ende der Niederlage der islamischen Welt nach dem Ersten Weltkrieg ausgerechnet die kleine j\u00fcdische Gemeinschaft innerhalb von wenigen Jahrzehnten zur Personifizierung des \u00fcberm\u00e4chtigen und r\u00fccksichtslosen Feindes namens \u201eWesten\u201c erkl\u00e4rt wurde. Also genau jene Juden, die im \u201eWesten\u201c \u00fcber viele Jahrhunderte d\u00e4monisiert wurden, und zu denen die Muslime bis zur Moderne meist ein relativ stabiles, ja oft sogar fruchtbares Verh\u00e4ltnis hatten, auch wenn dies kein Verh\u00e4ltnis auf Augenh\u00f6he war.<\/p>\n<p>Das eigentliche Thema der muslimischen Wahrnehmung mit dem Beginn der Moderne ist die global ersch\u00fctterte muslimische Identit\u00e4t, die nach einer Erkl\u00e4rung ihres gesamten Leides sucht. Muslime verschiedener Couleur, aber auch Christen derselben Regionen, fanden eine Erkl\u00e4rung im dramatischen Erfolg des mit dem \u201eWesten\u201c verbundenen j\u00fcdischen Zionismus auf ehemals arabisch bzw. osmanisch beherrschtem Boden \u2013 und suchten eine Rehabilitierung durch Gegen-Dem\u00fctigung, die politisch und milit\u00e4risch nie gelang, aber daf\u00fcr schlie\u00dflich den narrativen Bereich vieler muslimischer Gesellschaften mit krudesten Verschw\u00f6rungstheorien f\u00fcllte und somit den Kern des modernen Antisemitismus in der islamischen Welt schuf. Symbolisch hierf\u00fcr steht beispielsweise Sayyid Qutbs antisemitisches Pamphlet\u00a0Unser Kampf mit den Juden\u00a0von 1950, und sp\u00e4tere Schriften anderer Ideologen, die zum Feindbild Jude und zu abstrusesten Verschw\u00f6rungstheorien unter vielen Muslimen beitrugen. Ohne den genannten politischen Niedergang der islamischen Welt seit ca. 1800 w\u00e4ren antij\u00fcdische Narrative jedoch nie f\u00fcr so gro\u00dfe Menschenmassen identit\u00e4tsstiftend geworden. In der islamischen Geschichte davor gibt es zwar einige lokale Pogrome gegen Juden und literarische Nebenkapitel \u00fcber j\u00fcdischen Verrat am Propheten Muhammad, aber kein mit dem heutigen Antisemitismus vergleichbares kollektives Basisnarrativ von einem pauschal gef\u00e4hrlichen oder \u00fcberm\u00e4chtigen Juden. Nur vor dem Hintergrund der modernen Vielfachniederlage der Muslime, verbunden mit dem seit 1948 fast durchgehenden milit\u00e4rischen Erfolg Israels gegen die Araber, wird klarer, warum andere, innerislamische und teils opferreichere Konflikte innerhalb der islamischen Welt weniger bewegen, ja teils kaum bekannt sind. Es gab in der islamischen Welt kein zur bedrohlichen Identit\u00e4tsersch\u00fctterung durch den westlichen Imperialismus vergleichbares kollektives Trauma. Dennoch: Die schlecht verarbeitete Identit\u00e4tsersch\u00fctterung alleine erkl\u00e4rt nicht das ganze Ph\u00e4nomen. Denn die antisemitischen Anteile darin wurden rasch islamisch-religi\u00f6s aufgeladen. Als n\u00e4chstes wollen wir uns daher der spezifisch religi\u00f6sen Dimension widmen.<\/p>\n<h3>Die dekontextualisierende und unkritische Lesart islamischer Quellen<\/h3>\n<p>Viele Autoren, die den fr\u00fchen Islam als Hauptgrund f\u00fcr Antisemitismus bei Muslimen nennen, haben ein Bild von der Fr\u00fchzeit des Islams vor Augen, das sich als lineares Eskalationsmodell beschreiben l\u00e4sst. Gerade in der Islamkritik ist es heute das Standardnarrativ. Aber auch muslimische Antisemiten argumentieren \u00e4hnlich. Diese Darstellung lautet in etwa wie folgt: Nach einer ersten Phase der Toleranz Muhammads gegen\u00fcber den Juden und einer ersten Ann\u00e4herung zeigte sich, dass diese seine Prophetenschaft nicht anerkannten. Darum vollzog der entt\u00e4uschte Prophet eine Kehrtwende. Erst wurden die Juden im Koran diffamiert. Danach bestrafte der Prophet sie, indem er die Beziehung zu ihnen gezielt eskalieren lie\u00df. Er vertrieb die j\u00fcdischen St\u00e4mme der Banu Qainuqa und Banu Nadir aus Medina und vernichtete den Stamm der Banu Quraiza vollst\u00e4ndig, unter anderem durch eine Massenexekution aller M\u00e4nner. Seitdem durften Juden nur noch als gedem\u00fctigte Minderheit in der islamischen Gesellschaft leben. So lautet der Kern des Eskalationsmodells, zu dessen Beleg viel aus dem Koran und aus Berichten aus der Fr\u00fchzeit des Islams zitiert wird. Ich m\u00f6chte nun exemplarisch zeigen, dass dieses Modell eine grobe Verk\u00fcrzung darstellt und f\u00fcr alle Seiten korrigiert werden muss.<\/p>\n<p>Betrachten wir zum Beispiel Sure 5, Vers 13 des Korans. Darin hei\u00dft es in der \u00dcbersetzung von Bubenheim und Elyas: \u201eDaf\u00fcr, dass sie [d. h. bestimmte Juden] ihr Abkommen brachen, haben Wir [Gott] sie verflucht und ihre Herzen hart gemacht. Sie verdrehen den Sinn der Worte, und sie haben einen Teil von dem vergessen, womit sie ermahnt worden waren. Und du wirst immer wieder Verrat von ihnen erfahren \u2013 bis auf wenige von ihnen.\u201c Gegen wen richtete sich der polemische Ton solcher Passagen? Entgegen dem ersten Eindruck richtet er sich nicht an alle Juden, sondern nur an bestimmte, mit denen tiefe Feindseligkeiten entstanden waren. Daf\u00fcr gibt es mehrere Belege. Aus dem Vers zuvor ergibt sich zun\u00e4chst, dass die Juden, die hier als verflucht beschrieben werden, nur jene sind, die zu biblischer Zeit einen Bund mit Gott brachen. Doch der Vers scheint dies irgendwie auf eine Gegenwart beziehen zu wollen. Der Satz \u201edu wirst immer wieder Verrat von ihnen erfahren, bis auf wenige von ihnen\u201c spricht jedoch nicht den gegenw\u00e4rtigen Leser, sondern den Propheten Muhammad an, so wie mit \u201edu\u201c im Koran auch sonst immer der Prophet Muhammad gemeint ist. Aber warum stellt der Koran \u00fcberhaupt diese Beziehung zwischen untreuen Juden aus biblischer Vorzeit und den Juden von Medina her? Hintergrund sind die Parallelen, die der Islam zwischen dem Propheten Muhammad und den j\u00fcdischen Propheten zieht: So wie es zur Zeit der biblischen Propheten schon Juden gab, die die Propheten Gottes verrieten, so gibt es diese nun auch zu Zeiten Muhammads. Mit dem Begriff \u201eVerrat\u201c spielt der Koran auf die vorige Erfahrung Muhammads an, dass die j\u00fcdischen St\u00e4mme allesamt laut \u00dcberlieferung nacheinander ihren Friedensvertrag mit dem Propheten brachen, sei es durch Mordversuche am Propheten oder durch Kollaboration mit den Erzfeinden der Muslime, also der mekkanischen Oligarchie. Unter diesen Umst\u00e4nden erst traten die Juden im Koran immer h\u00e4ufiger als Symbol f\u00fcr Verweltlichung und Feindseligkeit auf. Dabei sind mit \u201edie Juden\u201c meistens die F\u00fchrer dieser St\u00e4mme und manchmal einige j\u00fcdische Gelehrte gemeint, die mit Muhammad Streitgespr\u00e4che f\u00fchrten, und selten alle Juden aus Medina, wie man in der exegetischen Literatur vielfach nachlesen kann.<\/p>\n<p>Dass der Islam nicht an einem grunds\u00e4tzlichen Zerw\u00fcrfnis mit den Juden interessiert war, zeigt sich auch bei einem genaueren Blick in den Koran. Als erstes w\u00e4re hier der durchaus \u00fcberraschende Fortgang des oben zitierten Koranverses 5:13 zu nennen: \u201eAber verzeihe ihnen [den Juden] und \u00fcbe Nachsicht. Gewiss, Allah liebt die Gutes Tuenden.\u201c Es gibt also selbst in den sp\u00e4ten medinensischen Suren des Korans noch die Option der Vers\u00f6hnung und Normalisierung. Die Uneinheitlichkeit der Suren in diesem Punkt wird etwas plausibler, wenn man bedenkt, dass Medina und Arabien selbst uneinheitlich waren: Dort gab es sowohl Juden, die dem Propheten feindlich gesinnt waren und eine gro\u00dfe Unsicherheit f\u00fcr den fr\u00fchen Islam darstellten, als auch solche, zu denen vor und nach den milit\u00e4rischen Konflikten ein pragmatisch gutes bis freundschaftliches Verh\u00e4ltnis bestand. Letzteres findet einen deutlichen Niederschlag in Vers 5 derselben Sure 5 von oben. Dort wird zum einen die Eheschlie\u00dfung von Muslimen mit j\u00fcdischen und christlichen Frauen gebilligt, ohne dass diese den Islam annehmen, oder sich von ihrer christlichen oder j\u00fcdischen Religion distanzieren m\u00fcssten. Und es wird die Speise der anderen Religionen \u2013 man denke vor allem an koscher geschlachtetes Fleisch \u2013 als f\u00fcr die Muslime religi\u00f6s erlaubt erkl\u00e4rt, ebenso wie die Speise der Muslime als erlaubt f\u00fcr die anderen Religionsanh\u00e4nger erkl\u00e4rt wird.<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Die vom Koran f\u00fcr \u201everflucht\u201c erkl\u00e4rten Juden sind andere als die, mit denen tief reichende Heiratsbande und Tafelgemeinschaft erlaubt sind. Die Koranverse zu ersteren sind Reaktionen auf Feindseligkeiten und auf die j\u00fcdisch-mekkanische Kooperation gegen Muhammad. Die Koranverse zu letzteren bilden die Fortsetzung des Versuches einer abrahamitisch begr\u00fcndeten Koexistenz, die zu Beginn in Medina versucht wurde, ehe milit\u00e4rische Auseinandersetzungen den Fokus auf die Sicherheitsfrage und die Identit\u00e4tskl\u00e4rung lenkten.<\/p>\n<p>Solche Kontextualisierungen sind vereinbar mit Teilen der \u00fcberlieferten Koranhermeneutik, die schon fr\u00fcher Konzepte der spezifizierenden Exegese (arabisch: Tachsis) von allgemein formulierten Koranversen entwickelt hat. Genau deswegen haben sie heute eine hohe bildungstheoretische und auch pr\u00e4ventive Relevanz, beispielsweise weil sie antisemitische Narrative korrigieren k\u00f6nnen. Beispiel: Eine Siebtkl\u00e4sslerin stellte am Ende einer Stunde des islamischen Religionsunterrichts, die ich als Ausbilder besuchen durfte, zum besagten Thema sinngem\u00e4\u00df fest: \u201eIch habe heute gelernt, dass der Judenhass, den ich manchmal in meinem Umfeld h\u00f6re, unbegr\u00fcndet ist und von einem Missverst\u00e4ndnis kommt. Die Vertreibung mancher Juden zu Zeiten des Propheten hatte \u00fcberhaupt nichts mit deren Religion zu tun, sondern mit deren feindlichem Verhalten. W\u00e4ren das feindliche Muslime gewesen, w\u00e4ren sie genauso vertrieben worden.\u201c<\/p>\n<p>Doch wie passt zu so einer kontextualisierenden Lesart der Bericht \u00fcber eine kollektive Hinrichtung aller M\u00e4nner der vertragsbr\u00fcchigen Banu Quraiza? Entweder wurde der Stamm hier wirklich kollektiv sehr hart f\u00fcr einen kollektiven Hochverrat bestraft, wie die islamische Tradition mehrheitlich meint. Oder: Es handelt sich bei diesem Bericht um eine grandiose nachtr\u00e4gliche \u00dcbertreibung, die weder mit dem Koran noch mit anderen Berichten aus der Fr\u00fchzeit des Islams vergleichbar ist. Es gab immer wieder muslimische wie nicht muslimische Autoren, die dies vermutet haben. Die bislang vielleicht systematischste quellenkritische Studie hierzu hat in den 90er Jahren der Islamwissenschaftler Marco Sch\u00f6ller in seiner Studie\u00a0Exegetisches Denken und Prophetenbiografie\u00a0vorgelegt. Laut Sch\u00f6ller handelt es sich bei dieser und fast allen anderen au\u00dferkoranischen Erz\u00e4hlungen zu den Ereignissen mit den Juden von Medina nicht um belastbare historische Belege, sondern um das Ergebnis eines komplexen Evolutionsprozesses von Texten, in denen urspr\u00fcnglich zu fast allen Ereignissen mit den Juden mehrere unterschiedliche Versionen \u00fcberliefert waren. Demnach lassen sich \u00dcberlieferungsstr\u00e4nge finden, in denen die Banu Quraiza nicht vernichtet, sondern mehrheitlich vertrieben worden w\u00e4ren, w\u00e4hrend eine viel kleinere Gruppe j\u00fcdischer Krieger hingerichtet wurde. Ich habe die Argumentation hierzu in einem eigenen Aufsatz \u00fcber die milit\u00e4rischen Konflikte des Propheten mit den Juden ausf\u00fchrlicher dargestellt (\u00dcber die milit\u00e4rischen Konflikte des Propheten mit den Juden von Medina in: Ya\u015far Sar\u0131kaya \/ Mark Chalil Bodenstein \/ Erdal Toprakyaran (Hrsg.): Muhammad. Ein Prophet \u2013 viele Facetten, Berlin 2014, S. 195\u2013230. Nachdruck in: PaRDeS. Zeitschrift der Vereinigung f\u00fcr J\u00fcdische Studien (Universit\u00e4t Potsdam), 22 (2016). Es ist bedauerlich, dass die Islamkritik Sch\u00f6llers anspruchsvolle und differenzierte Quellenkritik nicht zur Kenntnis genommen oder gar aufgearbeitet hat, obwohl diese den Forschungsstand vor nunmehr fast 30 Jahren darstellt.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Was noch tun? Es wird schon viel getan: j\u00fcdisch-muslimische Bildungsprojekte und Begegnungen, akademische und zivilgesellschaftliche Versuche des Br\u00fcckenbaus und der Diskriminierungsbek\u00e4mpfung, und im Hintergrund stets die Hoffnung, dass wir uns doch noch nicht alles zu Sagende gesagt und alles zu Denkende gedacht haben. Dennoch m\u00f6chte ich statt einer Darstellung dieser Projekte mit einigen eher pers\u00f6nlichen Anmerkungen abschlie\u00dfen, um meiner These treu zu bleiben, dass sehr viel von unserer Weise den Nahostkonflikt zu betrachten abh\u00e4ngt. Mit \u201ewir\u201c meine ich im Folgenden alle: Nichtmuslime und Muslime, Israel-nahe Menschen und Pal\u00e4stina-nahe Menschen. Stimmen Sie mir gerne zu, oder widersprechen Sie mir. Ich bin der Meinung, dass es eine lange Phase in der Mitte des 20. Jahrhunderts gab, in der es aus arabischer Sicht plausibel war, die Balfour-Deklaration von 1917, den Teilungsplan der UN 1947 und die Staatsgr\u00fcndung Israels 1948 auf einst arabischem bzw. osmanischem Boden grunds\u00e4tzlich in Frage zu stellen, auch wenn das historische Pal\u00e4stina Mandatsgebiet geworden war. Die Geschichte hat danach aber Fakten geschaffen, die teils schmerzhaft waren und in jedem Fall alles Vorige ver\u00e4ndert haben, wie auch an vielen anderen Orten in der Welt nach Kriegen. Es ist sp\u00e4testens eine oder zwei Generationen nach 1948 und nach zahlreichen Anerkennungen Israels auch durch muslimische L\u00e4nder keine weise Option mehr Grundsatzdebatten zum Existenzrecht Israels zu f\u00fchren. Israel wird bleiben, so wie andere Staaten und Grenzziehungen, die nach Kriegen entstanden sind, geblieben sind. Jeder wei\u00df dies. Auf Basis eines solchen rationalen Zugest\u00e4ndnisses hat der dringende Ruf der Pal\u00e4stinenser nach mehr Gerechtigkeit in der Praxis bessere Aussichten auf Erf\u00fcllung als durch die Terror-Logik der Hamas, die mit dem 7. Oktober die Pal\u00e4stinenser auf ein noch nie dagewesenes Elend verpflichtet hat.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re aber verkehrt, hier allein von Pal\u00e4stina-nahen Menschen ein Umdenken einzufordern. Zugleich muss die manchmal an Zynismus grenzende Relativierung des Leids der Pal\u00e4stinenser durch Israel-nahe Stimmen problematisiert werden. Es reicht nicht aus, den antipal\u00e4stinensischen Rassismus einflussreicher rechtsradikaler Minister in Israel zu verurteilen. Die streckenweise unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Gewalt des israelischen Milit\u00e4rs in Gaza, die Netanyahu laut vielen Kritikern zum politischen \u00dcberleben braucht und das t\u00e4glich etliche pal\u00e4stinensische Existenzen zerst\u00f6rt, muss auch deutlicher verurteilt und ihr entgegengesteuert werden. Nicht prim\u00e4r, weil diese Gewalt der Popularit\u00e4t der Hamas n\u00fctzt, auch wenn dies stimmt, sondern prim\u00e4r, weil sie Pal\u00e4stinenser unter unw\u00fcrdigsten Bedingungen entmenschlicht. \u201eWas kann Israel denn sonst tun, um die Geiseln zu retten?\u201c ist kein plausibles Argument. Die Familien der israelischen Geiseln und die mit ihnen solidarischen Kreise in Israel haben klare Vorstellungen davon, was zu tun w\u00e4re, und tragen diese auf die Stra\u00dfen: Gezielt verhandeln statt nach milit\u00e4rischer Machtausweitung auf Kosten der Geiseln suchen. Diese Familien der Geiseln werden von der Regierung Netanyahus f\u00fcr ihre Illoyalit\u00e4t verurteilt. Und sie werden von Politikern weltweit, die behaupten auf der Seite der Geiseln zu stehen, \u00fcberh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Asymmetrien hin oder her: Der Konflikt wird beiderseits von gleicherma\u00dfen Falschen gesteuert. Wir sollten ein\u00fcben, die von der Hamas festgehaltenen israelischen Geiseln und die zerst\u00f6rten Existenzen pal\u00e4stinensischer Familien und Kinder in einem Atemzug zu nennen, mit ihnen beiden mitzuf\u00fchlen und mitzuweinen. Wenn sich alles in uns dagegen str\u00e4ubt, dann stimmt wom\u00f6glich etwas mit unserem moralischen Kompass nicht. Und wir sollten gleichzeitig zornig sein k\u00f6nnen, sowohl auf die Verantwortlichen in der Hamas als auch in der Regierung Netanyahu. Nur durch den Blick auf beide Seiten k\u00f6nnen wie die verh\u00e4rteten Fronten etwas aufweichen, wenn das unser Ziel ist.<\/p>\n<p>Aber geht das denn? Und ob das geht. Kaum jemand hat dies bisher in so klaren und weisen Worten vorgef\u00fchrt wie die Israelin Elana Kaminka, deren Sohn Yannai mit 20 Jahren als Soldat am 7. Oktober bei der Verteidigung des Kibbutz Zikim ums Leben kam. Ich m\u00f6chte meinen Vortrag mit einigen S\u00e4tze aus einer Rede von ihr aus dem Vorjahr zum Andenken Yannais, der t\u00fcrkischen Kaffee liebte und ein Freund langer pers\u00f6nlicher Gespr\u00e4che war, abschlie\u00dfen. Diese Rede hielt sie, bevor auf der anderen Seite des Grenzzauns in Gaza entgegen ihres Pl\u00e4doyers tausende unschuldiger junger Yasins und Aischas durch das israelische Milit\u00e4r get\u00f6tet wurden. Wir alle t\u00e4ten gut daran, rechtzeitig auf Menschen wie Elana Kaminka zu h\u00f6ren, statt auf kurzsichtige Militaristen. Zugleich sind es solche einf\u00fchlsamen und zugleich starken Stimmen wie ihre, mit denen man antij\u00fcdische und antiisraelische Ressentiments am wirksamsten ersch\u00fcttern kann. Sie sagte:<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe nur zu gut, wie schrecklich der 7. Oktober war \u2013 ich habe meinen geliebten erstgeborenen Sohn verloren. Es gibt nichts Schmerzhafteres als das. Ich verzeihe keinem Hamas-Terroristen, der Kinder, Frauen und unschuldige Menschen ermordet hat. Aber am leichtesten ist es, in eine Eskalation der Feindseligkeiten abzugleiten, wenn jede Seite nur ihren eigenen Schmerz sieht und einen unkontrollierbaren Fl\u00e4chenbrand entfacht.<\/p>\n<p>Derselbe Glaube veranlasste mich, einen Brief an die [pal\u00e4stinensischen] Nachbarn unserer Gemeinde\u2026 zu schreiben, um meinen Schmerz mit ihnen zu teilen und ihre \u00c4ngste anzuerkennen. Ich schloss mit folgenden Worten:<\/p>\n<p>Liebe Nachbarn, es tut weh, es tut so weh, aber ich wollte euch sagen, dass ich, wenn ich diesen Schmerz erlebe, auch euch sehe. Mein Herz ist offen f\u00fcr euch. Ich gebe euch nicht die Schuld f\u00fcr die Taten der Hamas, und ich hoffe, dass diese schreckliche Situation unsere V\u00f6lker dazu bringt, endlich zu lernen, wie man in gegenseitigem Respekt zusammenlebt, damit es keine Eltern mehr gibt \u2013 Israelis oder Pal\u00e4stinenser \u2013, die um ihre Kinder trauern. Es gibt keinen anderen Weg.\u201c<\/p>\n<p>M\u00f6gen unsere Herzen offen f\u00fcr alle sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I have taken on a big topic for my lecture, namely anti-Semitism in Muslim contexts. 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