Im Mai des Jahres 1527 erschütterte ein Ereignis ganz Europa: der Sacco di Roma, die Plünderung Roms durch die Söldnertruppen Kaiser Karls V. Die „Ewige Stadt“ wurde zum Schauplatz von Gewalt und Zerstörung, war aber im Nachgang auch Ort langwieriger diplomatischer Verhandlungen und Ausgangspunkt wichtiger politischer Veränderungen.
Anlässlich des 500. Jahrestages des Ereignisses widmen sich die Historischen Tage 2027 den Hintergründen, Ursachen, Akteuren und Folgen des Sacco. Renommierte Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Italien und der Schweiz beleuchten u. a. die politischen und konfessionellen Spannungen des frühen 16. Jahrhunderts, die Rolle von Papst und Kaiser, das Söldnerwesen sowie die Erfahrungen von Opfern und Tätern.
Zudem werden die Auswirkungen der mehrmonatigen Besetzung Roms auf Religion, Kultur und Kunst bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Vorträge, Diskussionen, Arbeitskreise und Exkursionen eröffnen unterschiedliche Zugänge zu einem Ereignis, das für viele nicht nur einen Wendepunkt in der Geschichte des Papsttums, sondern auch den Beginn einer neuen europäischen Ordnung markiert. Die Tagung lädt dazu ein, die dramatischen Geschehnisse des Jahres 1527 im europäischen Zusammenhang neu zu betrachten und ihre Bedeutung für die Geschichte der Neuzeit bis in die Gegenwart zu verstehen.
Die Veranstaltung richtet sich an historisch interessierte Laien, Studierende, Lehrkräfte sowie Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler und bietet Raum für Begegnung, Austausch und vertiefte Diskussion.