Geschichte

500 Jahre Sacco di Roma

Historische Tage 2027
Mittwoch, 10.02. - Freitag, 12.02.2027
Rijksmuseum, CC0, via Wikimedia Commons
Rijksmuseum, CC0, via Wikimedia Commons

Im Mai des Jahres 1527 erschütterte ein Ereignis ganz Europa: der Sacco di Roma, die Plünderung Roms durch die Söldnertruppen Kaiser Karls V. Die „Ewige Stadt“ wurde zum Schauplatz von Gewalt und Zerstörung, war aber im Nachgang auch Ort langwieriger diplomatischer Verhandlungen und Ausgangspunkt wichtiger politischer Veränderungen.

Anlässlich des 500. Jahrestages des Ereignisses widmen sich die Historischen Tage 2027 den Hintergründen, Ursachen, Akteuren und Folgen des Sacco. Renommierte Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Italien und der Schweiz beleuchten u. a. die politischen und konfessionellen Spannungen des frühen 16. Jahrhunderts, die Rolle von Papst und Kaiser, das Söldnerwesen sowie die Erfahrungen von Opfern und Tätern.

Zudem werden die Auswirkungen der mehrmonatigen Besetzung Roms auf Religion, Kultur und Kunst bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Vorträge, Diskussionen, Arbeitskreise und Exkursionen eröffnen unterschiedliche Zugänge zu einem Ereignis, das für viele nicht nur einen Wendepunkt in der Geschichte des Papsttums, sondern auch den Beginn einer neuen europäischen Ordnung markiert. Die Tagung lädt dazu ein, die dramatischen Geschehnisse des Jahres 1527 im europäischen Zusammenhang neu zu betrachten und ihre Bedeutung für die Geschichte der Neuzeit bis in die Gegenwart zu verstehen.

Die Veranstaltung richtet sich an historisch interessierte Laien, Studierende, Lehrkräfte sowie Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler und bietet Raum für Begegnung, Austausch und vertiefte Diskussion.

Zusammenarbeit mit:

Ludwig-Maximilians-Universität München, Monumenta Germaniae Historica

Programmablauf der Veranstaltung:

Mittwoch, 10. Februar 2027

12.30 Uhr Ankommen/Begrüßungskaffee
13.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Dr. Katharina Löffler und Dr. Robert Walser, Studienleiter, Katholische Akademie in Bayern
Prof. Dr. Tobias Daniels, Professor für Mittelalterliche Geschichte, LMU München; Präsident der Monumenta Germaniae Historica
13.30 Uhr Krise und Wandel. Politische und konfessionelle Umbrüche in Europa zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Prof. Dr. Alexander Koller, Deutsches Historisches Institut in Rom
14.15 Uhr Strippenzieher oder Getriebene? Zentrale politische Akteure und ihre Interessen im Vorfeld des Sacco di Roma
Dr. Georg Kaufersch, Universität Bamberg
15.00 Uhr Kaffeepause
15.45 Uhr Unvernunft an der Macht oder: Wenn Geschichte aus dem Ruder läuft — der Sacco di Roma 1527
Prof. Dr. Volker Reinhardt, Universität Fribourg (Schweiz)
16.30 Uhr Diskussion der drei Referate mit Möglichkeit zu Rückfragen
17.30 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Aschermittwochsgottesdienst
20.00 Uhr Ende des ersten Tagungstags

Donnerstag, 11. Februar 2027

9.00 Uhr Rückblick auf den ersten Tagungstag
9.15 Uhr Kriegserfahrung und Kriegsgeschäft – Söldner im Sacco di Roma
Prof. Dr. Tobias Daniels, LMU München
10.00 Uhr Die Opfer des Sacco di Roma
Prof. Dr. Anna Esposito, Universität La Sapienza Rom
Prof. Dr. Anna Modigliani, Universität Viterbo
10.45 Uhr Kaffeepause
11.15 Uhr Eine besondere Perspektive auf den Sacco: Deutsche an der Kurie und in der Stadt Rom
Dr. Andreas Rehberg, Deutsches Historisches Institut in Rom
12.00 Uhr Diskussion der drei Referate mit Möglichkeit zu Rückfragen
12.45 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Arbeitskreise und Exkursionen (zur Auswahl)
Entweder: Arbeitskreise in zwei Runden (mit Kaffeepause) zu den Vorträgen von Alexander Koller und Georg Kaufersch
Oder: Exkursionen – Bayerische Staatsbibliothek (Tobias Daniels): Die biografischen Aufzeichnungen des Ambrosius von Gumppenberg; Staatliche Münzsammlung (Dr. Martin Hirsch): Papstmedaillen als Reflexionen des Sacco di Roma
17.30 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Der Sacco di Roma im religiösen Kontext: Bedeutung für Papsttum und Reformation
Prof. Dr. Klaus Unterburger, LMU München
20.00 Uhr Diskussion des Vortrags mit Möglichkeit zu Rückfragen
20.30 Uhr Ende des zweiten Tagungstages

Freitag, 12. Februar 2027

8.30 Uhr Laudes
9.00 Uhr Der Sacco in der Historiografie: Auswirkungen auf Glaubens- und Lebensgefühl der Zeit
PD Dr. Andreea-Bianca Badea, Goethe-Universität Frankfurt am Main
9.45 Uhr Die Folgen und die Rezeption des Sacco für die bzw. in der Kunst
Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, LMU München
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Von Magdeburg nach Moskau? Stadtzerstörungen in den Kriegen des langen 18. Jahrhunderts
Prof. Dr. Marian Füssel, Universität Göttingen
11.45 Uhr Diskussion der drei Referate mit Möglichkeit zu Rückfragen sowie Abschlussdiskussion
12.45 Uhr Mittagessen – Ende der Veranstaltung

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