„Ich glaube, wir brauchen wieder mehr Mut, aus dem zu schöpfen, was Menschen über Jahrtausende gefunden und gelebt, bewahrt und behütet haben, um uns aus dem beschränkten Denkraum der nur materiellen Gegenwart zu befreien. Mir jedenfalls wäre die Welt ganz ohne Himmel zu eng.“ (S. 10)
Der Anlass zu dieser Veranstaltung ist der neue Buchtitel von Nora Bossong „Welt mit anderen Mitteln. Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“. Sie verhandelt in diesem Sachbuch Begriffe wie „Trauer und Trost“, „Zweifel“, „Staunen“, „Angst“, „Macht“, „Sinn“ oder „Risiko Hoffnung“.
Wie kommt man dazu, Glauben zu haben in einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint? Woher die Zuversicht auf einen Gott nehmen, wenn so Vieles zum Himmel schreit: Ungerechtigkeit, Gewalt, Hass, Lieblosigkeit? Welche Rolle kann Religion spielen, wenn Manches keine Rolle mehr spielt?
In Ihren Antworten gibt Nora Bossong keine christlichen Kalenderweisheiten aus, sondern ringt um Mutmachendes, Hoffnungsvolles und Besinnungstiftendes in Krisenzeiten. Dabei sieht sie auch die Sprache als wirksames Instrument: „Es ist, als könne poetische Ordnung ein wirkmächtiges Gegengewicht sein zum Chaos der Gewalt. Die Sprache tritt, wie ganz zu Beginn der Genesis, lichtend ein, um die Welt aus dem Tohuwabohu zu bergen.“ (S. 96)
Über die genannten Fragen und Antworten diskutiert die Autorin mit Kardinal Reinhard Marx, moderiert von Tobias Haberl. Wir laden zu einem spannenden Gespräch ein!