„Die Freiheit verteidigen…“
Der Löwe stand ursprünglich – zusammen mit einem zweiten Löwen – vor dem Wittelsbacher Palais an der Ecke Brienner-/Türkenstraße, der späteren Gestapo-Zentrale. Im Krieg wurde das Gebäude zerstört, 1964 abgerissen und an seiner Stelle die Bayerische Landesbank errichtet. Dem Bombardement fiel auch einer der Löwen zum Opfer, der andere überlebte mit weiterem Bauschutt zwischen Staatsbibliothek und Bayerischen Staatsarchiv.
1970 war der damalige Akademiedirektor Dr. Franz Henrich auf der Suche nach einer prägnanten Eingangsstatue für das Tagungshaus. An einem Fronleichnamstag entlockte er auf dem informellen Weg Ministerpräsident Alfons Goppel ein wohlwollendes Nicken und kurze Zeit später rollte der Tieflader eines Transportunternehmens mit dem steinernen Koloss durch die Ludwigstraße. Ein Kran platzierte den Löwen „Swapo“, benannt nach dem sagenhaften Gründer Schwabings, dann auf den Vorplatz der Akademie.
1994 schuf der Bildhauer Max Faller eine Bronzetafel beim Löwen, „Die Freiheit verteidigen…“, die an den katholischen Publizisten und NS-Gegner Fritz Gerlich erinnern soll, der am 1. Juli 1934 in Dachau von den Nazis ermordet wurde. Der Löwe wurde so zu einer Mahnung an die Freiheit, die auch der Akademie sehr am Herzen liegt.