Ilse Aigner zu Gast bei Achim Budde

Landtagspräsidentin in der Reihe Mittags im Schloss

As part of the event "Noon in the castle", 30.04.2024

Unsere Veranstaltungsreihe Noon in the castle ist bekannt für die besondere Stimmung und lebt von der ungezwungenen, vertraulichen Gesprächsatmosphäre, die in dem kleinen Kreis von Gästen im Schlossrondell entsteht. Am 30. April 2024 war Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, zu Gast bei Dr. Achim Budde im Schloss Suresnes.

Bei dem Gespräch ging es weniger um die politische Agenda und Einstellung von Frau Aigner. Ganz im Gegenteil. Sie zeigte sich von ihrer persönlichen Seite: menschlich, humorvoll, geprägt von Verantwortung und mit großem Sinn für Gerechtigkeit. Über ihr Amt als Landtagspräsidentin sagte sie mit einem Lächeln: „Das liegt mir.“ Ihr Gespür für Ausgleich und
Fairness könne sie in ihrem Amt voll zur Geltung bringen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass sie im Sternzeichen Schütze geboren ist – „Gerechtigkeit habe ich im Blut“, bemerkte sie mit einem Augenzwinkern. Sie bezeichnet sich als „Hüterin der Demokratie“ – ein Begriff, der in diesen Zeiten an Schärfe und Dringlichkeit gewonnen hat. „Das war nicht immer so gedacht. Aber Herausforderungen sind ja dazu da, dass man sie meistert.“ Ihr Ziel sei es, den Landtag näher an die Menschen zu bringen. Und zwar durch konkrete Initiativen: Gespräche vor Ort, Veranstaltungen
mit Jugendlichen, digitale Transparenz.

Besonders interessant waren die privaten Einblicke. Sie erzählte von ihrer Freude an der Selbstständigkeit – selbst einzukaufen, zu kochen. Und davon, wie sie sich bei Gelegenheit in den Wald zurückzieht, um zur Ruhe zu kommen. Mit ihrem E-Mountainbike fährt sie entspannt die Berge hinauf, genießt den Ausblick und fährt wieder hinunter – ganz ohne den Druck, sportliche Höchstleistungen bringen zu müssen. Die tiefe Naturverbundenheit ist ein starker Wesenszug von Ilse Aigner. Auch in ihren beruflichen Werdegang gewährte Ilse Aigner seltene Einblicke. Den Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule habe sie nie bereut. Ihre an den Schulabschluss anschließende Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin war prägend für sie und ihre Arbeit in der Entwicklung von Hubschrauberelektronik sehr lehrreich. Diese 13 Jahre Berufserfahrung vor dem Politikstart möchte sie nicht missen. Im Gegenteil – sie wünscht sich mehr davon auch bei Kolleginnen und Kollegen. Auch das Thema Frauen liegt ihr am Herzen: „Man kann in jedem Beruf etwas lernen.“ Sie wolle Mut machen. Wenn sie dann erzählt, dass sich ihre Realschul-Mädchenklasse bis heute regelmäßig trifft, schwingt genau das mit: Zusammenhalt und Gemeinschaft.

Zum Abschluss des Gesprächs – das nun mal in einer katholischen Bildungseinrichtung stattfand – durfte auch die Frage nach Glaube und Religion nicht fehlen. Glaube ist für Ilse Aigner keine Sonntagsangelegenheit, sondern ein Fundament. Das Wertegerüst der katholischen Kirche schätzt sie. Sie plädiert dafür, die Gemeinschaft nicht am Fehlverhalten Einzelner zu messen. Ihr Wunsch: mehr Demokratie über Pfarrgemeinderäte, mehr Offenheit, mehr Hinausgehen. Kirche dürfe nicht warten, dass Menschen zu ihr kommen. Ihr Glaube habe sie auch durch schwere Zeiten getragen. Es sei ein stiller Dialog gewesen, der ihr geholfen habe. Und vielleicht auch das eine oder andere Stoßgebet. Solche Erfahrungen hätten ihr den Blick für das Wesentliche geschärft: „Man muss sich nicht über Dinge aufregen, die es nicht wert sind.“

Der Mittag im Schloss ging bei Fingerfood, Getränken und lockeren Gesprächen in entspannter Atmosphäre zu Ende.

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