„Heiliger“ Krieg im alten Ägypten

Zu Königsideologie, Göttergericht und Machtinszenierung der Pharaonenzeit

As part of the event "„Heilige“ Kriege", 05.03.2025

Religion und Königsideologie sind im alten Ägypten eng verwoben gewesen und dies hat auch Auswirkungen auf moderne Betrachtungen zum Krieg bzw. zum Thema „heiliger“ Krieg zur Pharaonenzeit. Generell kann man trotz konstanter Parameter von keiner statischen Entwicklung bezüglich religiöser und königsideologischer Aspekte im Land am Nil sprechen, sondern es gab eine dynamische Entwicklung sowie spezifische Fälle und Ausnahmen. Gewalt wird im alten Ägypten in der Regel schon sehr früh als königliche Machtdemonstration inszeniert, so dienen auch Darstellungen von Krieg und Jagd zur Vernichtung feindlicher Mächte. Der ägyptische König ist Bezwinger von Menschen und Tieren und damit Beschützer Ägyptens vor feindlichen Mächten und jeder Art von Bedrohung. Krieg wird mit Chaos gleichgesetzt, das außerhalb von Ägypten herrscht – weshalb Kriegszüge auch weg von Ägypten, aus dem Land heraus, geführt werden sollen.

Das Prinzip des „Friedens“ ist auch im alten Ägypten ein kulturelles Produkt, das in seinem konzeptionellen Kontext – Weltanschauung, Kosmologie, Theologie und moralische Werte – und in einem sozial-politischen Kontext untersucht werden sollte. Die ägyptische Weltanschauung wird von einem Konzept des Antagonismus beherrscht, welches das Universum und die Gesellschaft bestimmt: Störende Kräfte und Gottheiten stehen den Kräften und Göttern gegenüber, die für Ordnung, Gerechtigkeit und Harmonie stehen. Das Gleichgewicht im Universum und in der Gesellschaft muss aufrechterhalten werden, indem die Spannungen, die durch einen inhärenten Antagonismus gegensätzlicher Kräfte entstehen, ständig (auch gewaltsam) überwunden werden.

 

Geschichte als Fest: Königtum und Krieg im alten Ägypten

 

In Anlehnung an Erik Hornung kann Geschichte im alten Ägypten als Fest interpretiert werden – die Geschichte wird von Königen, Beamten und Priestern zelebriert und folgt konkreten Regeln und dem Prinzip der Wiederholbarkeit. Hauptakteure der Geschichte sind gemäß der ägyptischen Weltanschauung und dem inhärenten Konzept des Antagonismus Pharao und Feinde. Dabei führt Pharao im ägyptischen Weltbild niemals Angriffs- oder Eroberungskriege, sondern reagiert immer auf Bedrohungen der Weltordnung (ägyptisch Maat) und schützt Ägypten als oberster Kriegsherr vor dem Chaos. Diese Aspekte sind bei der Analyse ägyptischer Quellen zur Geschichte im Allgemeinen, aber speziell rund um Krieg und Feldzüge zu berücksichtigen. Generell ist das Phänomen des Krieges aber auch im alten Ägypten sehr facettenreich und im größeren kulturellen Kontext zu analysieren, v. a. da neben textlichen und bildlichen Quellen auch archäologische Quellen ausgewertet werden können (z. B. Waffen, Kriegsbestattungen etc.).

Als einer die frühesten Belege für Königtum und Krieg im alten Ägypten gilt die sogenannte Narmer-Palette (ca. 3000 v. Chr.), die gerne als Beleg für das neu vereinte Königreich von Ober- und Unterägypten an der Schwelle zur historischen Zeit interpretiert wird. Auf dieser Prunkpalette ist das Abschlachten der Deltabewohner durch den König bildlich und textlich dargestellt; Ludwig Morenz bezeichnete es 2021 als „Heiliger Krieg“, weil König Narmer hier unter dem Patronat des Gottes Horus handelt. Ihm zufolge geht es um die weltgöttliche Unterwerfung durch Gott und das realweltliche Abschlachten durch den König. Das Motiv „Erschlagen der Feinde“ ist ab König Narmer ein wichtiges Leitmotiv ägyptischer Kunst bis in die griechisch-römische Zeit, v. a. in der Tempeldekoration.

Ägyptische Feldzugsberichte und Schlachtenbilder wurden auf Tempel- und Grabwänden, Stelen oder in Form von Graffiti und Felsinschriften an geeigneten Lokalitäten dargestellt. Sie sind also sehr häufig dem sakralen oder dem funerären Bereich zuzuordnen. Im Neuen Reich (ca. 1500–1069 v. Chr.) lassen sich königliche Feldzugsberichte drei großen Gruppen zuordnen: 1) narrative, 2) kompositorische und 3) annalistische Schilderungen. Dabei entsprechen sie durchwegs dem Königsdogma und der Verherrlichung des Königs. Die Wirklichkeit der Ereignisse wie beispielsweise der zeitliche Ablauf bei konkreten Feldzügen ist nicht vom dogmatisch geforderten Geschehen als Wahrheit zu trennen: Pharao siegt immer.

Das wird auch in den bildlichen Darstellungen, v. a. den Schlachtenreliefs des Neuen Reiches deutlich. Die Hauptakteure sind hier der kämpfende König und ein „Hauptfeind“ – im Einzelkampf gegen den König, der im Maßstab deutlich größer und damit bedeutender als die anderen Feinde wiedergegeben ist, und zum Ziel hat, den Kampf als königliche Aufgabe zur Beseitigung des Chaos auszuweisen.

Eine objektive Wiedergabe der tatsächlichen Vorkommnisse, Abläufe und Umstände eines Konflikts ist in ägyptischen Kriegsdarstellungen und -schilderungen nicht zu finden. Wie andere literarische Genres und Bildgattungen auch unterliegen sie eigenen Gesetzmäßigkeiten, die die Auswahl und Gestaltung der Inhalte bestimmen. So ist das Konzept der Verteidigungskriege der ägyptischen Könige sowohl in der textlichen als auch der bildlichen Überlieferung zu greifen. Auch wenn es dabei verschiedene Anlässe zur Kriegsführung gibt, es sind immer Provokationen, Bedrohungen der Weltordnung oder Rebellionen (sowohl für Feldzüge im In- und Ausland). Aufgrund der ägyptischen Sieg-Prämisse ist die Quellenlage teilweise unzureichend und lückenhaft – Niederlagen wurden im monumentalen Diskurs nicht dokumentiert, sind aber gerade beispielsweise in der Zeit des späten Neuen Reiches und im Rahmen der wiederholten Auseinandersetzungen mit Libyern und den sogenannten Seevölkern zu erwarten, wie Karl Jansen-Winkeln deutlich machte. So meint er sehr treffend: „In der ägyptischen Geschichte können Dreißigjährige Kriege und mehr in den Lücken unserer Belege verschwinden, selbst von den wichtigsten und dramatischsten Ereignissen dürfte nur ein Bruchteil bekannt sein“ (Jansen-Winkeln 2002, S. 127).

Trotz der teils lückenhaften Quellenlage wäre es verfehlt, Krieg im alten Ägypten nur auf die symbolische, religiöse oder königliche Ebene zu reduzieren. Selbstverständlich kam es zu realer Gewalt und teils dramatischen Auswirkungen für die Bevölkerung durch Feldzüge; Krieg war wie überall und jederzeit ein Wirtschaftsfaktor und in der Sozialgeschichte verankert. In seinen neuen Forschungen widmet sich beispielsweise Christian Langer der Frage von Deportationen im alten Ägypten. Er kann überzeugend darlegen, dass diese Politik während des Neuen Reiches weit verbreitet war und schwerwiegende Auswirkungen auf die unmittelbaren Nachbarn Ägyptens hatte. Die Daten seiner Studie zeigen, dass Ägypten seine Nachbarregionen in Nubien und Südwestasien systematisch um Arbeitskräfte beraubte. Dies war nicht nur ein Mittel, um diejenigen zu bestrafen, die sich Ägypten widersetzten, sondern diente auch der Steigerung der wirtschaftlichen Produktivität des Landes. Dies wiederum diente der Stärkung seiner regionalen Vorherrschaft und der Förderung des Wirtschaftswachstums – auf Kosten seiner Nachbarn. Langers Studien ermöglichen es, sowohl die Perspektive der eroberten Völker als auch die direkten Auswirkungen des Krieges auf die ägyptische Gesellschaft (durch die Ankunft zahlreicher ausländischer Arbeiter) zu thematisieren.

 

Die Kadeschschlacht als Fallbeispiel

 

Die bekannteste Schlacht im Neuen Reich fand in Kadesch in Syrien zwischen Ramses II. und dem Hethither-König Muwatalli im Jahr 1275 v. Chr. statt. Insgesamt 13 Versionen belegen einen Bericht zu dieser Schlacht inklusive dem sogenannten „Kadesch-Lied“ und verschiedenen großformatigen Darstellungen in Tempelanlagen, die der König an verschiedenen Fundplätzen wie in Abydos, Luxor und Abu Simbel errichten ließ.

Die ägyptische Überlieferung betont, dass der junge Ramses selbst einschreiten musste, da die ägyptische Marschformation durch mangelhafte Aufklärung von hethitischen Streitwagentruppen gesprengt wurde. Der König fand sich im Schlachtgeschehen allein auf sich gestellt und konnte aber durch mutiges Gottgleiches Wirken 2500 feindliche Streitwagen besiegen – eine königliche Heldentat, die zum Waffenstillstand zwischen den beiden Großreichen führte und ohne göttlichen Beistand für den Pharao nicht zustande gekommen wäre.

Die Forschung ist sich weitgehend einig, dass eine eigentliche Niederlage von ägyptischer Seite her als Sieg dargestellt wurde. Es wurde nach der Schlacht auf die Fortsetzung der militärischen Aktionen verzichtet und einige Jahre später kam es zu einem Friedensvertrag der beiden Kriegsparteien, der v. a. auch aufgrund der assyrischen Bedrohung, also einem neuen Außenfeind, geschlossen wurde. Zur Bekräftigung des Abkommens fand im Jahr 34 eine diplomatische Heirat des Königs Ramses II mit einer Tochter des hethitischen Hofs statt sowie der Austausch von Geschenken.

 

Göttergerichte: Das Beispiel der Israel-Stele

 

Die sogenannte Israel-Stele (benannt aufgrund der ältesten bekannten Nennung eines Stammes/Volkes Israel in ihrem Text) von König Merenptah belegt einen ägyptischen Sieg über die Libyer im Jahr 5 des Königs (um 1210 v. Chr.). Der Interpretation von Thomas von der Way folgend, handelt es sich dabei um einen „theonomen“ Krieg. Die Götter nehmen in einer Gerichtssitzung des Götterkreises Partei für Ägypten, geben dem König Merenptah Recht und der libysche Aggressor Meri wird zum Götterfeind deklariert, dem ein „heiliger“ Krieg erklärt wird. Diese Darstellung entspricht dem konkreten Zeitgeist: Der Wille Gottes hat seit der Amarnazeit (Reform König Echnatons, siehe unten) an Bedeutung gewonnen. Dabei ist zusätzlich wohl auch der Einfluss der vorderasiatischen Tradition spürbar, in der Götter als Verantwortliche betont werden (während dies in Ägypten sonst der König war).

Die Israel-Stele ist insgesamt auch als Dankesrede an die Götter für den Merenptah beschiedenen Sieg in einem „heiligen Krieg“ zu verstehen. Der Unterschied zur Kadesch-Schlacht unter dem Vorgänger Merenptahs, Ramses II (der mit göttlichem Beistand siegreich war, aber nicht gegen Götterfeinde), könnte vielleicht auch ein Spiegelbild innenpolitischer Probleme sein. Von der Way sieht als Hauptziel der Verschriftlichung dieses historischen Ereignisses die Inszenierung des Königs als über jeden Tadel erhabene Führungskraft, dem von höchster göttlicher Stelle Recht gegeben wurde.

 

Ius ad bellum im alten Ägypten

 

Der Historiker Rory Cox hat postuliert, durch eine detaillierte Analyse der Kriegsethik im alten Ägypten das Verständnis für die historische Entwicklung des Gedankens des gerechten Krieges zu erweitern. Denn der Gedanke des gerechten Krieges existierte bereits viele Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Christentums. Cox argumentiert auch, dass die Schaffung einer präpotenten ius ad bellum-Doktrin im alten Ägypten – basierend auf universellen und absolutistischen Ansprüchen an die Gerechtigkeit, wie sie oben schon dargelegt wurden – die Entwicklung von ius in bello-Normen in der ägyptischen Kriegsführung behinderte. Dieser Prozess könnte ähnliche Entwicklungen in bestimmten späteren westlichen und nahöstlichen Doktrinen des „heiligen Krieges“ vorwegnehmen.

Um das Konzept des ius ad bellum in Ägypten zu beschreiben, nennt Cox die Frage von Autorität, von Selbstverteidigung bzw. der Aufrechterhaltung der Ordnung sowie Rebellion und Verrat. Das Konzept der göttlichen Autorität wurde in Ägypten durch die Figur des Königs verkörpert. In seiner Eigenschaft als oberster Kriegsherr war er mit dem göttlichen Mandat ausgestattet, Krieg zu führen und das Leben eines anderen zu nehmen, wenn er es für notwendig hielt. Für ius in bello-Normen führt Cox verschiedene Aspekte an, von der Kriegserklärung über die Bewaffnung hin zur Verstümmelung von Feinden, Kriegsgefangenen und mehr. Er ist sich bewusst, dass es sich dabei insgesamt mehr um politische Ideale und weniger um politische Realität handelt – eben v. a. aufgrund der ius ad bellum-Aspekte.

Insgesamt bewertet Cox das Konzept des „heiligen Krieges“ für das alte Ägypten als hochkomplex und schwierig aufgrund einer speziellen Ethik und spezifischen Quellenlage, wobei aber generell gewisse Gemeinsamkeiten mit Kreuzzügen des Mittelalters und deren Ethik (Verteidigung des Christentums zur Rettung der Menschheit) oder auch dem islamischen Mittelalter sowie dem römischen Konzept der Verteidigungskriege vorhanden sind.

 

„Krieg“ der Religionen? Das Beispiel der Atonreligion des Echnaton

 

Die bewusste Zerstörung des Namens des Gottes Amun an allen sichtbaren Denkmälern, in Tempeln und Gräbern unter König Echnaton, dem berühmten „Rebell“ von Amarna, der am Ende der 18. Dynastie im Neuen Reich (ca. 1350–1330 v. Chr.) eine neue Sonnenreligion stiftete und eine neue Hauptstadt gründete, wird zuweilen als „Religionskrieg“ bezeichnet. Echnatons „Religionsstiftung“ wird von zahlreichen Experten als monotheistisch interpretiert, unter anderem wird der berühmte Sonnengesang des Königs mit dem biblischen Psalm 104 in Verbindung gebracht. Echnaton übte grundsätzlich eine große Faszination in der Moderne und Gegenwart aus. Er wurde mit verschiedenen religiösen und politischen Führungskräften von Weltruhm verglichen, darunter: Martin Luther, Cromwell, Moses, Christus und andere.

Darstellungen, in denen am Ende dieses „Religionskrieges“ Amarna angegriffen und Echnaton gestürzt wird, finden sich jedoch ausschließlich in der Fiktion, sei es in Oper, Film oder Literatur. Auch in der realpolitischen Außenpolitik blieb unter Echnaton zwar vieles beim Alten, wurde jedoch oft anders interpretiert. Echnaton fungierte als eine moderne Projektionsfläche und seine Person ist von einer starken Polarisierung geprägt. Eine Diffamierung als „Rebell“ und „Feind von Amarna“ erfuhr der König bereits in der Ramessidenzeit, dem späten Neuen Reich. Echnaton wurde aus den Königslisten gestrichen, seine Denkmäler zerstört. Auf der Restaurationsstele von Tutanchamun (dem berühmten König, dessen fast intaktes Grab 1922 im Tal der Könige entdeckt wurde und der Amarna verlassen hat und zurückkehrte nach Theben/Luxor und zum Amunkult) heißt es als Schilderung der Amarnazeit: „Das Land machte eine Krankheit durch, und die Götter kümmerten sich nicht um dieses Land.“ Dabei ist hervorzuheben, dass auch hier die obligatorische Chaosschilderung der Welt eine Rolle spielt: Tutanchamun musste wie alle Könige vor ihm das Chaos überwinden und die Welt neu ordnen. Zusätzlich kommt aber ein konkreter Verweis auf Aspekte der Zeit unter Echnaton hinzu.

An dieser Stelle sei auch auf eine interessante Theorie von Jan Assmann verwiesen – er ist der Ansicht, dass die asiatischen Könige der 15. Dynastie (ca. 1650–1550/1500 v. Chr.) durch eine Vermischung mit Erinnerungen an Echnaton in der Ramessidenzeit (ca. 1290–1070 v. Chr.) zu religiösen Feindbildern stilisiert wurden: „ … , daß die Hyksos-Tradition ihre semantische Einfärbung im Sinne eines vornehmlich religiösen Konfliktes erst nach der Amarna-Zeit erfuhr, und zwar nach dem Absterben der Generation von Zeitzeugen, als die Amarna-Erinnerungen begannen, sich mit den Hyksos-Erinnerungen zu mischen. Erst damals bekamen die Hyksos das Image von Anhängern einer fremden und antagonistischen Religion. Die Amarna-Erfahrung formte die Hyksos-Überlieferung und schuf den semantischen Rahmen des ‚religiösen Feindes‘, der dann später durch die Assyrer, Perser, Griechen und schließlich die Juden gefüllt wurde“ (Assmann 1998, 69). Diese These ist in Zusammenhang mit Religionskriegen, „religiösen Feindbildern“ und mit Religionen assoziierten Stereotypen besonders relevant und zeigt Mechanismen in der Erinnerungskultur und deren zeitliche Tiefe auf.

Abschließend sei noch erwähnt, dass es in den 1990ern und 2000ern das Bemühen in der Ägyptologie gab, Echnaton von seiner Religion und Vergeistigung zu lösen und ihn als rationalen Humanisten und Atheisten zu beschreiben. Seine Aton-Religion wurde vermehrt als rein rationale, materielle Naturphilosophie interpretiert. Echnatons Vorgehen gegenüber der Bevölkerung, aber auch gegenüber der alten Götterwelt, wurde nun häufig mit starken Ausdrücken wie „totalitär“ und „unerhörter Brutalität“ (so Jan Assmann) beschrieben, er selbst auch als Narzisst, Despot und Populist. Die Spannweite und Extreme der Interpretationsansätze rund um Echnaton und seine „Religionsverordnung“ sind bis heute beispiellos für altägyptische Könige und sicherlich in Zusammenhang mit der frühen Idealisierung Echnatons als erster Monotheist der Weltgeschichte zu sehen.

 

Summary

 

In Ägypten waren Krieg und Gewalt zur Aufrechterhaltung der Weltordnung nötig und wurden auch als Gaben für die Gottheiten interpretiert, für die der König verantwortlich war. Wir finden teilweise symbolische Darstellungen, die keinen realen, aber einen ideologischen Hintergrund haben und reale Ereignisse und Schlachten, die mit ideologischen Aspekten verwoben worden sind. Die Religion, vor allem im Zusammenhang mit dem Königtum, ist dabei von herausragender Bedeutung, wie am Beispiel der Atonreligion Echnatons deutlich wird (Echnaton, der als einziger den Gott Aton kennt, hat auch massive Einschnitte bezüglich der Königsideologie vorgenommen und den König stärker als bisher als Mittler zwischen Gott und den Menschen definiert). Sonderfälle wie der Libyenkrieg des Merenptah, bei dem der Widersacher bewusst zu einem Götterfeind stilisiert wurde, sind ebenfalls aus der langen Geschichte des antiken Ägyptens belegt und zeigen, dass es trotz der allgemeinen Regeln rund um das ägyptische Geschichtsbild als Fest teilweise stark zeitspezifische und kontextabhängige Auslegungen gab. Die altägyptische Ethik rund um Krieg ist einerseits speziell, andererseits aber auch mit europäischen und anderen Konzepten vergleichbar. Die Vorstellung eines „heiligen“ Krieges ist in verschiedenen Ansätzen vorhanden.

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