Zeit ist eine grundlegende Dimension unseres Lebens: Alles um uns ist zeitlich strukturiert, was Orientierung bietet. Zeit ist daher Untersuchungsgegenstand vieler Disziplinen: Geologen beschäftigen sich mit Tiefenzeiten, Psychologen mit dem Zeitbewusstsein, Linguisten mit grammatikalischen Zeiten, Physiker mit Zeitkonzepten und Fragen der Messbarkeit; ferner sind Chronobiologie und Chronopolitik inzwischen eigene Forschungsbereiche.
Oft bleibt aber der Blick aufs Ganze – Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Verbindungen – aus. Hier kann gerade die Philosophie zeigen, dass es womöglich gar nicht um einen Prioritätenstreit und die Frage geht, welche Disziplin nun „die Zeit als solche“ mit ihren wesentlichen Charakteristika erfasst. Vielmehr wird ein gemeinsames Moment betont: rhythmische Musterbildung durch die Wiederholung von Ereignissen, z.B. das Ticken des Räderwerks einer Uhr, geschichtliche Epochenbildung oder regelmäßige demokratische Wahlen. Auch unser Alltag ist durch wiederkehrende Ereignisse wie tägliche Mahlzeiten oder jährliche Fest-/Feiertage strukturiert.
In einer öffentlichen Veranstaltung des interdisziplinären Gesprächskreises „Kirche und Wissenschaft“ nähern wir uns dem Thema „Zeit“ aus philosophischer Sicht. Zudem kommen wir in den Genuss ausgewählter Musikstücke aus verschiedenen Epochen und auf unterschiedlichen Instrumenten. An diesen Beispielen zeigen sich die genannten Wiederholungsstrukturen und das Phänomen Zeit wird in seiner Vielschichtigkeit (Polyrhythmik) deutlich.