Die energiepolitische Debatte in Deutschland und Europa hat in den vergangenen Monaten eine neue Dynamik erhalten. EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den weitgehenden europäischen Ausstieg aus der Kernenergie jüngst als „strategischen Fehler“ und kündigte neue Förderungen, etwa für sogenannte Small Modular Reactors (SMR), an. Auch hier in Deutschland ist die Reaktivierung der Kernenergie von einigen politischen Akteuren wieder in die Diskussion gebracht worden, während sie von anderen weiterhin vehement abgelehnt wird.
Die Diskussion um Kernenergie polarisiert. Befürworter verweisen auf ihre nahezu CO2 freie Stromerzeugung und auf neue Reaktorkonzepte, die Sicherheit und Effizienz versprechen. Kritikerinnen und Kritiker mahnen ungelöste Fragen der Endlagerung, hohe Kosten, Sicherheitsrisiken sowie die gesellschaftliche Akzeptanz an. Zugleich steht Deutschland angesichts der aktuellen Energiekrise vor der Frage, wie Versorgungssicherheit, Klimaziele und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit künftig zusammengebracht werden können – auch im europäischen und globalen Kontext.
Vor diesem Hintergrund soll in der Veranstaltung die Frage analysiert und diskutiert werden, ob Kernenergie einen sinnvollen und verantwortbaren Beitrag zur Erreichung von Energiesicherheit sowie der Klimaziele leisten kann. Handelt es sich um eine Übergangstechnologie, die wir dringend brauchen, oder eher um eine Fehlinvestition, die für eine sichere Energieversorgung aus ökonomischer Sicht überhaupt nicht notwendig ist?
Im Zentrum der Abendveranstaltung stehen zwei Kurzreferate ausgewiesener Experten zum Stand der technologischen Entwicklung der Kernenergie und zu den wirtschaftlichen Aspekten verschiedener Energieträger. Anschließend werden die Positionen in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt und im Dialog mit dem Publikum vertieft – insbesondere mit Blick auf einen zukunftsfähigen Energiemix in Deutschland und Europa.