Die Tagebücher des Kardinals Michael von Faulhaber (1869-1952), der von 1917 bis zu seinem Tod Erzbischof von München und Freising und vorher sechs Jahre Bischof von Speyer war, sind eine einzigartige zeit- und kirchengeschichtliche Quelle. Sie dokumentieren Gedanken und Gefühle des Kardinals, seine unzähligen persönlichen Gespräche sowie politische Entwicklungen und kirchliche Entscheidungen.
Es ist ein großer Glücksfall für die Forschung, dass diese Dokumente über einen so langen Zeitraum lückenlos überliefert sind.
Erstmals wurde dieses Textkorpus systematisch aus der Kurzschrift Gabelsberger übertragen.
Unter der Leitung der Professoren Andreas Wirsching und Hubert Wolf hat das Team des Instituts für Zeitgeschichte und des Seminars für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster nunmehr die digitale Edition der Tagebücher fertiggestellt. Sie steht allen Interessierten zur Verfügung unter: www.faulhaber-edition.de online zur Verfügung.
Die Veranstaltung bildet den Abschluss dieses erfolgreichen12jährigen, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Langfristprojekts. Hubert Wolf, Andreas Wirsching, Matthias Daufratshofer und Peer Volkmann geben einen kurzen Bericht aus der Editionsarbeit und würdigen die Bedeutung des Projekts. Vier Schülerinnen und Schüler des Fachbereichs Geschichte des Wittelsbacher-Gymnasiums in München präsentieren ausgewählte Ausschnitte aus den Tagebüchern des Kardinals.
Auch die musikalische Gestaltung des Abends obliegt Schülerinnen und Schülern des Wittelsbacher-Gymnasiums. Sie spielen unter der Leitung von Oberstudienrätin Anna Kagerer.