Europa – christlich?!

Grußwort zur Tagung anlässlich des 90. Geburtstags von Benedikt XVI.

Liebe Mitbrüder, verehrte Damen und Herren,

 

ich freue mich sehr, dass diese Tagung stattfindet! Und vielleicht können wir damit beginnen, dem Jubilar, wenn er auch weit entfernt über die Alpen wohnt, noch einmal unseren Glück- und Segenswunsch zur Vollendung des 90. Lebensjahres zu schicken.

Es war für mich eine große Freude, in der letzten Woche mit den Dekanen da zu sein. Papst em. Benedikt XVI. hatte fast für jede Pfarrei, die aufgerufen wurde und für die ein Dekan tätig war, noch beste Erinnerungen, konnte die Kirche beschreiben oder danach fragen, ob der und der noch lebt. Das hat den Dekanen außerordentlich gut getan. Es war ein Mut machendes Wort auch für die Arbeit der Priester in einer Zeit des Umbruchs. Das war eine sehr, sehr schöne, wunderbare Begegnung! Wir haben auch kurz darüber gesprochen, dass diese Tagung hier stattfindet, und dass Kardinal Koch eben leider nicht da sein kann, weil er heute und morgen in Kairo ist, weil er den Papst begleitet.

Ein herzliches Vergelt’s Gott und Dankeschön, dass Sie gekommen sind, besonders aber auch den Veranstaltern, den Organisatoren. Ich weiß, dass das eine Herausforderung ist, wenn verschiedene Akteure zusammenarbeiten und auch viele Menschen, die den Jubilar gut kennen und die auch eine bestimmte Idee haben. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Das Institut Papst Benedikt XVI., die Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung und auch die Katholische Akademie Bayern sind bewährt darin. Vielen, vielen Dank auch allen, die in den verschiedenen Institutionen, im Freundeskreis, im Institut Papst Benedikt XVI. – Bischof Rudolf Voderholzer wurde schon genannt mit der Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung – und in den anderen Kreisen nicht nur das Interesse, sondern auch die Verehrung und die Forschung über Joseph Ratzinger, den Theologen und den Bischof, den Kardinal und den Papst weiter im Auge behalten. Das ist eine weltweite Bewegung, wie Sie alle wissen, und viele sind daran interessiert. Die Übersetzung der Gesammelten Werke ist ja mittlerweile in fast allen großen Sprachen erfolgt. Sicher geht es noch immer weiter. Aber es ist auch eine, so denke ich, gute Resonanz, auch in der theologischen Wissenschaft. Dafür dürfen wir sehr dankbar sein.

 

I.

 

Wie kann man ein solches Grußwort heute gestalten? Als sozusagen Nicht-Spezialist für die Theologie Joseph Ratzingers möchte ich doch ein paar Punkte nennen, die aus meiner Sicht als Bischof, vielleicht auch in einer gewissen Verantwortung als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und der Freisinger Bischofskonferenz, gerade im Blick auf die Theologie Joseph Ratzingers und auf sein Wirken auch für die Herausforderungen heute von Bedeutung sind. Das Thema Europa werde ich kurz ansprechen; das wird Herr Professor Di Fabio noch vertiefen.

Als ersten Punkt möchte ich nennen: Benedikt XVI. ist durch und durch Theologe. Das scheint eine banale Erkenntnis zu sein, ist es aber nicht. Wir können uns eine universale Glaubensgemeinschaft, eine Religion – das ist ein durchaus „schwieriger Begriff“ – für die Zukunft nicht vorstellen ohne eine Selbstreflektion auf wissenschaftlichem Niveau. Das ist für die Zukunft der Diskussion darüber, was Religion ist und wie ein Dialog der Religionen aussehen kann, von außerordentlicher Bedeutung.

Natürlich stellt sich dann die Frage – ich will, die vielen Fachleute vor Augen, das nicht alles in einem Grußwort unterbringen –, wie wir Wissenschaft verstehen, wie wir Wissen „aus dem Grund“ – so wie wir es in den ersten Semestern der Philosophie gelernt haben –, in die heutige Zeit übertragen. All das ist eine Herausforderung, wie sich zeigt. Aber eine Kirche, die auf Theologie verzichten würde, eine Kirche, die Theologie marginalisieren würde, hätte keine Zukunft und stünde nicht in der Tradition dieser großen Geschichte des Christentums.

Das ist von hoher Bedeutung im ökumenischen Dialog, aber auch im Dialog der Religionen und im Dialog mit der Wissenschaft von heute. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind groß. Christlicher Glaube und Theologie – das ist nicht dasselbe, sondern es ist ein Beziehungsfeld, auch ein Spannungsfeld, ein bereicherndes Spannungsfeld, ein Nachdenken über den Glauben.

Immer wieder zitiere ich in meinen Vorträgen den berühmten Vortrag von Joseph Ratzinger, damals Präfekt der Glaubenskongregation, an der Sorbonne in Paris, wo er – mit meinen Worten gesprochen, ich habe in Paris studiert, kann mich also vielleicht ein wenig hineindenken in die Situation – in dem sehr laikalen Umfeld der Sorbonne gesagt hat: Das Christentum ist nicht die Fortsetzung der Religion mit anderen Mitteln, sondern vernunftgeleitete Aufklärung. Da werden einige geschluckt und überlegt haben, was das denn bedeutet. In dem Zusammenhang hat er auch darauf hingewiesen, dass die ersten Dialoge im ersten, zweiten Jahrhundert mit der Philosophie stattfanden; also nicht mit den Tempelpredigern der Antike, sondern – wie wir heute vielleicht formulieren würden – mit den Intellektuellen der damaligen Zeit. Man sah sich gerüstet als Kirche, als junge Kirche, den intellektuellen Austausch zu beginnen mit denen, die sich selbst auf dem intellektuellen Niveau ganz oben sahen und es vielleicht doch auch waren.

Philosophie und Theologie – das ist ein ganz wichtiger Punkt für Benedikt XVI. Dem ist er treu geblieben, und das ist ein Auftrag an uns. Wir dürfen nicht unter dieses Niveau sinken. Wir müssen als Kirche Theologie betreiben, Theologie fördern, voranbringen, sodass die Theologie wirklich auf Augen- und Denkhöhe mit allen Wissenschaften bestehen kann. Ich halte das für einen sehr wichtigen Punkt, den wir bei Joseph Ratzinger lernen können. Das hat er sich immer wieder auch vorgenommen. Und deswegen ist, wie Sie alle wissen, Glaube und Vernunft nicht nur ein Leitmotiv in seiner Theologie, in seinem Denken, sondern auch, ich würde einmal sagen, die Haltung, sich ohne Angst jedem Denken zu stellen; jedem Denken, was immer gedacht wird, sich dem zu stellen, und zu wissen: im reflektierten Glauben werden wir mit diesem Denken auch in ein Gespräch eintreten können, wenn es denn Denken ist und nicht nur Polemik oder Gefühl. In seinem berühmten Hamburger Vortrag hat er ja in besonderer Weise darauf hingewiesen, dass der Glaube auch gefährdet ist, wo er nur zum Gefühl wird. Auch das sind vielleicht Elemente einer Sorge, sage ich einmal vorsichtig, die uns aktuell umtreiben muss. Immer wieder durch die Geschichte der Religionen hindurchgehend gibt es eine einseitige Emotionalisierung, die dann doch in eine falsche Richtung führt.

Soviel zu meinem ersten Punkt: Benedikt XVI. als Theologe als Impuls auch für die Kirche von heute.

 

II.

 

Ein zweiter Punkt: ein besonderer Blick auf Europa. Dieser Gedanke geht eigentlich mit seinem Vortrag an der Sorbonne gut zusammen: vernunftgeleitete Aufklärung sei wesentlich, und die wichtigste Aufklärung, die der europäische Kontinent je erlebt hat, ist die Verkündigung des Evangeliums. Damit beginnt die Aufklärung.

Wir könnten noch weiter zurückgehen. In dem berühmten Werk von Heinrich August Winkler „Die Geschichte des Westens“ – das ist nicht identisch, der Westen und Europa, aber es gibt doch eine gewisse Korrelation – beginnt der erste von mehreren Bänden mit dem prägnanten Satz: „Am Anfang war ein Glaube, der Glaube an einen Gott.“ Das sagt ein Historiker. Ich lese gerade das Buch von Jan Assmann „Exodus“, eine Fremdsicht auf die biblische Geschichte, die Befreiungsthematik, und auch ein Hinweis darauf, was eigentlich die biblische Offenbarung in die Geschichte Europas, in das Denken Europas eingetragen hat.

Das müssen wir immer wieder auch neu aufarbeiten. Es geht nicht, als Kirche nur vor den Akteuren in Europa zu stehen, vor der Welt, und uns zu beklagen, sondern selbst deutlich zu machen, welchen Schatz wir einzubringen haben, was das Denken der Bibel verdankt: die große Thematik der Befreiung, dass die Schöpfung Gabe und Aufgabe ist, nicht nur ein „circulus“, die Wiederholung des immer Gleichen, sondern ein Prozess, ein Projekt, eine Bewegung hin auf den wiederkommenden Christus, auf die neue Schöpfung. Das ist eine Mobilisierung von Kräften und vom Denken, die Europa zutiefst geprägt hat. Es ist die Dynamik eben des Gerichts und des Universalen, würde ich einmal sagen. Auch das ist für die Zukunft der Menschheit, so denke ich, von außerordentlicher Bedeutung.

Gelegentlich überlegt man: Wie wird es weitergehen? Werden wir eine Gesellschaft erleben können, in der Menschen mit verschiedenen Sprachen, Weltanschauungen, Gläubige und Nichtgläubige zusammenleben können? Oder wird das nicht möglich sein? Das ist eine Schicksalsfrage für die Menschheit. Das Christentum, die biblische Überlieferung, geht davon aus, dass alle Menschen Bilder Gottes sind und deswegen grundsätzlich auch in der Lage, aufeinander zuzugehen und einander zu verstehen. Das gehört meines Erachtens zur Glaubensüberzeugung der Kirche. Wir würden Wesentliches aufgeben, wenn wir sagen, das geht nicht. Das ist eine Herausforderung, der sich eben gerade Europa stellt, wie es Papst Franziskus ja auch sehr deutlich in seinen Ansprachen sagt, sozusagen ein Orientierungspunkt für die Humanität als Auftrag für Europa.

Ich durfte dabei sein: Das ist ein historisches Bild gewesen, als vor einigen Wochen die Staats- und Regierungschefs im Vatikan zusammenkamen. Das wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen, aus meiner Sicht, dass alle Regierungschefs der Europäischen Union sich vom Papst empfangen lassen, eine lange Ansprache des Papstes anhören und sich dann unter dem „Jüngsten Gericht“ in der Sixtina versammeln. Das hat mich dann schon etwas bewegt, als ein Bild auch der Vergewisserung und, ja, der Hoffnung, dass von dieser großen Tradition, die dort aufleuchtet, der wiederkommende Christus es ist, auf den alles zuläuft. Das ist ja nicht bedrohlich. Der Christus, der uns dort bei Michelangelo erscheint, ist nicht bedrohlich, aber herausfordernd. Er verlangt nach Entscheidung, nach Ausrichtung, Verantwortung. Ihr könnt etwas tun, ihr habt eine Aufgabe, ihr habt eine Sendung! Es wird hingeschaut, was passiert. Das hat die Dynamik in Europa, glaube ich, schon geprägt.

Es ist also auch eine Herausforderung an die Kirche, diese Dynamik der Hoffnung, des Aufbruchs, des Arbeitens auf ein Ziel hin, das uns im Evangelium aufleuchtet, in die Geschichte und in die Politik Europas einzutragen. Ich denke, das ist auch unser Auftrag. Nicht nur von anderen verlangen, was sie tun sollen, sondern selbst auch tun, was wir als Beteiligung an diesem großen Projekt tun wollen und können.

 

III.

 

Einen dritten Punkt möchte ich nennen, der uns natürlich alle umtreibt und der die Bischöfe weltweit bewegt und der immer ein Thema sein wird: Evangelisierung, was ist das eigentlich? Das hat mich damals sehr interessiert: Ich habe die Ansprachen von Kardinal Ratzinger in Bezug auf den Katechismus gelesen, die Vorbereitung des Katechismus und die Diskussion darüber, was ein Katechismus ist. Da war das noch einmal sehr wichtig, und ich glaube, dass diese Diskussion nicht abgeschlossen ist, dass sie weitergeführt werden muss über die Frage, was Evangelisierung gleichsam „als roter Faden“ für den Auftrag der Kirche bedeutet. Wir hatten ja zuvor die Phase, in der Joseph Ratzinger zu Recht auch seine Kritik angemeldet hat an einer sehr einfachen Korrelation: Wir gehen aus von dem, was Menschen leben und deuten es sozusagen, und dann haben wir sie schon hingeführt zu dem, was sie eigentlich vom Tiefsten her schon wollten, so sage ich es einmal sehr kurz zusammengefasst. Da hat er immer gespürt, das ist es nicht, das ist nicht die „novitas Christi“, das ist nicht die Stimme des Evangeliums.

Natürlich knüpfen wir an bei dem, was die Sehnsucht der Menschen einbringt, von den Zeichen der Zeit, von dem, was sie bewegt, von der Kultur her; wir können nicht einfach anachronistisch neben den Bedürfnissen, Ängsten, Sorgen der Menschen her leben. Aber Christus bringt etwas Neues; das Evangelium, die Botschaft der Kirche, des Glaubens ist auch etwas Aufrüttelndes, Aufdeckendes, Aufklärendes. Und das, glaube ich, zueinander zu bringen – die berechtigten Anliegen dieser katechetischen Richtung, aber eben die notwendige Korrektur –, das halte ich auch für einen wichtigen Auftrag, wenn wir in Zukunft weiter darüber nachdenken. Vielleicht ist das eine Doktorarbeit oder eine Habilitationsarbeit: Evangelisierung bei Joseph Ratzinger, was das bedeutet und was es für die Zukunft bedeuten kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt für ihn ist das Christus-Ereignis: Die drei Bände über Christus, die ja auch bei den Wissenschaftlern diskutiert werden, aber die doch meiner Ansicht nach eine große Fruchtbarkeit zeigen, haben eben genau diese Aussage. Das Neue des Christentums ist Er, Christus selbst. Ich habe immer überlegt, warum tut sich der Papst das an? Er hat ja so viel Arbeit zu tun und schreibt jetzt noch diese Bücher. Mir ist klar geworden, dass er gespürt hat: Wenn wir uns nicht dieser Person vergewissern, und zwar auf einem hohen Niveau, vielleicht nicht abschließend – er ist ja auch sehr selbstkritisch in seinen Äußerungen –, aber wenn wir uns der Person Jesu Christi nicht vergewissern im Blick auf die Texte und auf das Nachdenken darüber, dann ist das Christentum insgesamt gefährdet. Denn das ist die „novitas“, das Neue, was eingebracht wird. Christus, diese Person, muss im Zentrum unserer Überlegung, unseres Betens, Forschens und Nachdenkens stehen. Deswegen bin ich sehr dankbar gerade für diese Bücher. Obwohl ich diese drei Bücher selbstverständlich, wie Sie alle auch, gelesen habe, greift man doch gerade an den Hochfesten immer wieder darauf zurück und schaut nach, was eigentlich noch an interessanten Gedanken auch bei ihm zu finden ist. Mir tut das jedenfalls immer gut, in der Osterwoche noch einmal zu dem Band zu greifen und da nachzulesen.

 

IV.

 

Und ein letzter Punkt: Ich habe schon damals bei der Vorstellung des Projektes der Gesamtausgabe der Schriften gesagt, die Zukunft der Kirche und die Liturgie bleibt für ihn ein entscheidender und wichtiger Punkt. An der Liturgie entscheidet sich, so hat er einmal gesagt, das Geschick der Kirche. Ich glaube, das ist sehr wichtig. Wir haben vor einigen Wochen von Hans Joas die Kritik gelesen, der ich mich voll anschließe, die Kirche solle nicht nur eine Moralanstalt sein. Das ist selbstverständlich. Vielleicht ist das gerade auch die Herausforderung für die ökumenische und auch interreligiöse Diskussionslage, dass die Kirche deutlich machen kann, dass sie eine sakramentale Wirklichkeit ist.

Das wird in besonderer Weise sichtbar an der Feier der Liturgie. Da geht es nicht nur um Feierlichkeit, sondern um die Erfahrung, dass in der Liturgie nicht nur eine Begegnung untereinander stattfindet, sondern die neue Schöpfung, der neue Himmel, die neue Erde sichtbar werden und mit großer Freude gefeiert werden, dass wir hineingenommen werden in ein Geheimnis, das größer ist als wir, dass wir verwandelt werden, nicht nur so tun, als wären wir verwandelt, sondern – von der katholischen Gnadentheologie her wissen wir das – wirklich neue Schöpfung sind. Das ist, glaube ich, äußerst wichtig und für die Zukunft der Kirche von entscheidender Bedeutung. Das hat Benedikt XVI. immer wieder unterstrichen.

Ein ganz früher Aufsatz von ihm, in den Schriften des Instituts Papst Benedikt XVI. erschienen, ist – glaube ich – „Kult und Caritas“ von 1953 oder 1954. Es hat mich sehr bewegt zu sehen, dass er schon von Anfang an gesagt hat: Das gehört zusammen, also können und dürfen wir es nicht auseinanderreißen. Das kultische Geschehen der Kirche ist von außerordentlicher Bedeutung. Manche sagen ja auch, dass eben auch im Leben eines säkularen Landes, die, wie wir sagen, „altérité“ sichtbar werden muss, das Andere, das Neue, das nicht Verrechenbare. Die Notwendigkeit des Nutzlosen, so hat es jemand einmal gesagt, die Notwendigkeit des Nutzlosen, das ist Liturgie. Das ist die sakramentale Wirklichkeit der Kirche, nicht verrechenbar und doch absolut notwendig. Kirche als Sakrament sollte das darstellen.

Wenn ich die vier genannten Themen einmal anschaue, so haben wir auch für die Zukunft genug zu tun. Heute werden wir uns das Thema Europa anschauen. Ich habe in der letzten Woche einen Satz gesagt, den ich ausgerechnet bei Jan Assmann gefunden habe, von Augustinus, in den „Enarrationes in Psalmos“, den er zitiert: „Incipit exire qui incipit amare.“ Ich habe das für mich so übersetzt: Wer liebt, bricht auf. Das ist ein Gedanke, der Papst em. Benedikt XVI. sofort sehr begeistert hat letzte Woche, und worüber er ja auch Meditationen geschrieben und gehalten hat. Ich glaube, das ist auch der Geist Europas: nicht stehenbleiben, sondern aufbrechen hin auf das, was kommt, auf das, was möglich ist, auf das, was uns aufgetragen ist, und zwar aus einem Geist der Liebe, der Zuversicht, der Hoffnung. Dann brechen wir auf und schließen nicht ab. Keine Engführung auf sich selbst, sondern eine Öffnung. Johannes Paul II. hat das in seinem berühmten Text „Ecclesia in Europa“ gesagt: Wenn ich an Europa denke, sagt Johannes Paul II., dann denke ich: „apertura“, Öffnung. Er meinte natürlich einen Aufbruch im Denken, im Hoffen, in der Liebe. Da kann uns Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, noch vieles mit auf den Weg geben.

 

Das Grußwort wurde frei vorgetragen und für die Drucklegung nur sprachlich bearbeitet.

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