Theologie | Kirche | Spiritualität

Gotteshaus, Denkmal, Kostenfaktor

Wer und was bestimmt wirklich über die Zukunft der Kirchen?
Donnerstag, 12.03. - Samstag, 14.03.2026
Digitale Kirche St. Elisabeth, Aachen, Landmarken AG, Wikimedia Commons
Digitale Kirche St. Elisabeth, Aachen, Landmarken AG, Wikimedia Commons

Nach zahlreichen Tagungen zur Zukunft von Gotteshäusern melden sich nun die beiden großen Kirchen Bayerns zu Wort. Die evangelische und katholische Kirche sind zusammen die größten Denkmalbesitzer in Bayern. Doch wie sollen Kirchenbauten, die nicht mehr für den Gottesdienst benötigt und nicht mehr finanziert werden können, in Zukunft erhalten und unterhalten werden? Die Tagung bietet nicht nur Blicke hinter die Kulissen der Finanz-, Bau- und Denkmalpflegeabteilungen der beiden großen Kirchen, sondern spiegelt auch den intensiven Dialog mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und den Gemeinden vor Ort.

Die Situation der Kirchen in Bayern und die rechtlichen, pastoralen und wirtschaftlichen Herausforderungen mit Blick auf Umnutzung oder Verkauf von denkmalgeschützten Kirchenimmobilien und deren künstlerischen Ausstattung sollen transparent aufgezeigt werden. Dazu werden Führungsverantwortliche der beiden großen Kirchen, Entscheidungsträger in Pfarr- und Kirchengemeinden, Vertreter des Denkmalschutzes, der Heimatpflege, Pastoraltheologen und auch betriebswirtschaftlich denkende Menschen während unserer dreitägigen Veranstaltung miteinander ins Gespräch kommen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die alle Bedürfnisse in den Blick nehmen.

Ergänzt werden die Referate und Podiumsgespräche durch Best-Practice-Beispiele – wir haben uns auch außerhalb Bayerns umgeschaut – sowie Exkursionen zu Kirchen in München, die bereits eine Umgestaltung erfahren haben oder ihrer harren.

Die Tagung richtet sich an Hauptamtliche in den Kirchen und in staatlichen Behörden, die mit Denkmalschutz zu tun haben, aber genauso an alle, die sich um die Zukunft der Kirchenbauten Gedanken machen, Zusammenhänge verstehen und Anregungen suchen wollen.

Zusammenarbeit mit:

Katholisches Büro Bayern, Evangelische Akademie Tutzing, Evangelisches Landeskirchenamt, Erzbistum München und Freising, Erzbistum Bamberg

Programmablauf der Veranstaltung:

Donnerstag, 12. März 2026

13.30 Uhr Come together mit Kaffee und Gebäck
14.00 Uhr Begrüßungen
Dr. Matthias Belafi, Katholisches Büro Bayern
Landesbischof Christian Kopp
Akademiedirektor Dr. Achim Budde
Akademiedirektor Udo Hahn
14.30 Uhr Transformation von Kirchengebäuden: notwendig und chancenreich
Ordinariatsrat Dr. Walter Zahner, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Bistum Regensburg
15.00 Uhr Zahlen, Daten, Fakten: Finanzielle Entwicklungen der Kirche in Bayern vor dem Hintergrund der sozialen und pastoralen Veränderungen
Oberkirchenrat Florian Baier, Ev. Landeskirchenamt, Leiter der Abteilung Gemeinden und Kirchensteuer
Fabian Eichmeier, Katholisches Büro Bayern
15.30 Uhr Gebäudebestand und Gebäudekonzepte: Prozesse zur Kirchennutzung in drei katholischen bayerischen Bistümern
Petra Postler, Hauptabteilungsleiterin Bau und Liegenschaften, Erzbistum Bamberg
Marinus Kohlhaaf, Diözesanbaumeister, Hauptabteilung Bauwesen, Erzbistum München und Freising
Katja Mark-Engert, Diözesanbaumeisterin, Abteilung Bau, Bistum Würzburg
16.00 Uhr Pause
16.30 Uhr Kirchennutzung und Nutzungsverdichtung: Best-Practice-Beispiele für und in Bayern
1) Teilprofanierung und pastorales Konzept – Pfarrkirche und Kolumbarium Maria Schutz in Kaiserslautern
Dekan Steffen Kühn und Gerd Gerber, Verwaltungsrat, Bistum Speyer

2) Teilprofanierung und Umnutzung durch das Bistum – Die kath. Kirche St. Joseph in Augsburg-Oberhausen als Archiv
Johannes Kerschensteiner, Diözesanbaumeister, Bistum Augsburg

3) Profanierung und Verkauf – Die ev. Lukaskirche in Kelheim von Gulbransson und ihre Umnutzung als Ferienwohnung
Helmut Braun, Kunstbeauftragter der Ev. Landeskirche Bayern, und Stefan Lautner, Baureferent Ev. Landeskirche Bayern

4) Kirchenverdichtung – Der Umbau der evang. St.-Salvator-Kirche in Bad Rodach zum Gemeindezentrum
Helmut Braun und Stefan Lautner
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Panel: Wie kann Kirche sich im Konflikt zwischen Gebäudeüberschuss, Personalmangel, Kirchenaustritten und Wirtschaftlichkeitsfragen neu erfinden?
Prof. Dr. Ludwig Schick, Erzbischof em. von Bamberg
Prof. Dr. Albert Gerhards, Liturgiewissenschaftler, Gründer TRANSARA, Bonn
Landesbischof Christian Kopp
Moderation: Christian Kainzbauer-Wütig, Hauptabteilung Außerschulische Bildung, Erzbistum Bamberg
20.00 Uhr Ökumenisches Abendgebet

Freitag, 13. März 2026

9.15 Uhr Position des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zu Erhalt und Umnutzung von Kirchen
Prof. Dipl.-Ing. Mathias Pfeil, Generalkonservator, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
10.00 Uhr Kirchliche Denkmalpflege und Gesellschaft: Gemeinsame Positionierung der Kirchen nach dem Kirchenmanifest
Dr. Jakob Johannes Koch, Deutsche Bischofskonferenz
10.45 Uhr Pause
11.15 Uhr Podium – Kirche im Spannungsfeld: Zwischen Glaubensauftrag, Denkmalpflege und gesellschaftlichem Interesse
Prof. Dipl.-Ing. Mathias Pfeil, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Dr. Jakob Johannes Koch, Deutsche Bischofskonferenz
Dr. Johann Hinrich Claussen, EKD-Kulturbeauftragter
Moderation: OR Dr. Birgit Kastner, Hauptabteilungsleiterin Kunst und Kultur, Erzbistum Bamberg
12.30 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Umnutzung als Standortfrage: Denkmalgeschützte Kirchenbauten in ländlichen Regionen
Architektin Dipl.-Ing. Elke Bergt, EKM, Leiterin des Baureferats
14.45 Uhr Große Räume – kleine Gemeinden: Wie kann Kirche am Land Zukunft und Heimat bieten?
Pfarrer Dr. Matthias Eller, Pastoraler Raum Schwarzach a. M., Bistum Würzburg
Leona Lynen, Projektentwicklerin: Zukunftsorte und Möglichkeitsräume am Land
15.30 Uhr Pause
16.00 Uhr Podium: Heimat, Erbe, Zukunft – Dorfkirchen als Möglichkeitsräume
Dr. Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Europaprojekt „REiHLe – Religious Heritage in Rural Areas/Religiöses Erbe in ländlichen Gebieten“
Kristina Kühnbaum-Schmidt, ev. Landesbischöfin Nordkirche, Schirmherrin des Projekts „Dorfkirche, mon amour“
Konstanze Förster-Wetzel, Kirchenbauärin, Evang. Landeskirche Anhalts, Projekt „Lichtungen“
Moderation: Dr. Michael A. Schmid, Diözesankonservator, Bistum Augsburg
17.30 Uhr Abendessen
18.30 Uhr Ökumenisches Stundengebet/Vesper
19.00 Uhr Impuls zur liturgischen Nutzung der Räume
19.15 Uhr Abschlusspodium: Erkenntnisse festhalten und offengebliebene Fragen gemeinsam benennen
Bericht der Tagungsbeobachter:innen
20.30 Uhr Gespräch mit Wein und Brot

Samstag, 14. März 2026

9.00 Uhr Abfahrt: Katholische Akademie in Bayern
9.30–10.00 Uhr Evangeliumskirche (Stanigplatz 11)
10.30–11.00 Uhr St. Mauritius (Hugo-Troendle-Straße 6)
11.30–12.00 Uhr Auferstehungskirche (Gollierstraße 55)

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